Sowjetunion und NATO

Hallo,

ich erinnere mich dunkel, dass die SU 1949 nach Gründung der NATO dieser ebenfalls beitreten wollte. Wüsste jemand Literatur dazu?

Es ist im Prinzip nicht wichtig, ob der Beitrittsantrag nur eine „Finte“ war, wie bspw. auch vom Vorschlag, Deutschland unter dem Preis der vorgeblichen Neutralität wiederzuvereinen; es geht mir besonders darum, zu illustrieren, dass die NATO größtenteils mit dem Zweck gegründet wurde, den sowjetischen Machtbereich einzudämmen und der NATO-Vertrag mit seiner rührenden Friedensrhetorik letztlich genauso wenig das Papier wert ist, auf dem er steht, wie der Warschauer Pakt es war.

Gruß

Hallo Lars,

soweit ich mich erinnern kann, stimmt es so nicht.
Du meinst eher die Stalin-Note aus dem Jahr 1952.

Schau mal hier:

http://www.hausarbeiten.de/rd/faecher/hausarbeit/
pob/4910.html

Viele Grüße

P.S. Deine grundsätzliche Einschätzung stimmt und
wird dadurch nicht in Frage gestellt.

Hallo Lars,

soweit ich mich erinnern kann, stimmt es so nicht.
Du meinst eher die Stalin-Note aus dem Jahr 1952.

Ja, ich dachte etwas vergleichbares wie die Stalinnote in Bezug auf Deutschland hätte es in Bezug auf die NATO auch gegeben.

Danke für den Link, da könnten einige Quellen weiterhelfen.

Gruß

entscheidend ist was hinten raus kommt
Hi
Gab es Krieg zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt? Nein, offensichtlich hat die NATO den Frieden gesichert.

gruesse
Raoul

Hi
Gab es Krieg zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt? Nein,
offensichtlich hat die NATO den Frieden gesichert.

und lag das an dem friedlichen charakter der beiden bündnisse oder der nuklearen bewaffnung beider seiten? immerhin gab es ja ausreichend „stellvertreterkriege“ in lateinamerika, afrika und asien.

naja, ich sitze an einer hausarbeit, da kann ich nicht einfach schreiben „es gab keinen krieg, also waren das friedliche bündnisse“. beim warschauer pakt fällt es relativ leicht, den friedlichen charakter auszuschließen (ddr 54, ungarn 56?, cssr 68), bei der nato ist das insofern komplexer als die autoren in westeuropa und den usa selbstverständlich die nato als „die guten“ beschreiben. insofern suche ich halt quellen, aus denen hervorgeht, dass die nato nicht als friedensdiener sondern als bündnis im sinne der containment-politik gegründet wurde.

gruß

Hi Lars,

naja, ich sitze an einer hausarbeit, da kann ich nicht einfach
schreiben „es gab keinen krieg, also waren das friedliche
bündnisse“. beim warschauer pakt fällt es relativ leicht, den
friedlichen charakter auszuschließen (ddr 54, ungarn 56?, cssr
68), bei der nato ist das insofern komplexer als die autoren
in westeuropa und den usa selbstverständlich die nato als „die
guten“ beschreiben. insofern suche ich halt quellen, aus denen
hervorgeht, dass die nato nicht als friedensdiener sondern als
bündnis im sinne der containment-politik gegründet wurde.

Da musst Du wohl ganz weit zurück gehen, die Entstehung
der Nato erklärt sich ja auch aus den Differenzen zwischen
den Alliierten am Ende des 2. WK.

Die Aggressivität der NATO und ihrer Konstituenten
erklärt sich aus der Angst, die diese vor der mächtigen
Sowjetunion hatten.

Irgendjemand als „Gut“ zu bewerten ist vollkommen absurd :wink:
Jede Gruppierung verteidigt ihre Werte gegen den Anderen,
eine Koexistenz kann nur waffenbewehrt sein. Überall in der
Welt gibt es Gebiete, in denen auf der einen Seite sowjetische,
auf der anderen Seite amerikanische Panzer oder sonstige Waffen
standen. Korea, Vietnam, Israel, Afghanistan und und und.

Europa ist das Schlachtfeld. Die nukleare Auslöschung
Englands und später Deutschlands war ein Teil der
militärischen Taktik im möglichen Konflikt. Dass es
nicht dazu kam, ist beiden Mächten zu verdanken.

Aber den eigenen Leuten musste man natürlich jeweils etwas
anderes erzählen. Das wirkt heute noch nach :wink:

Tipp am Rande:
ISBN: 3426772620 Buch anschauen
(Valentin Falin „Die Interessenkonflikte in der Anti-Hitler-Koalition“)

Nicht immer alles 100% objektiv, jedoch interessant genug …

Euer CMБ

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Hi,

Da musst Du wohl ganz weit zurück gehen, die Entstehung
der Nato erklärt sich ja auch aus den Differenzen zwischen
den Alliierten am Ende des 2. WK.

ja, deswegen suche ich ja auch zitierfähige Literatur zum Verhalten der Sowjets bei NATO-Gründung.
Die Chronologie ist mir im Groben bekannt, auch die Zusammenhänge und Hintergründe. Nur darf man ja in „wissenschaftlichen Arbeiten“ nicht seine eigenen Meinung anführen, sondern muss diese belegen - denn fast immer hat es ja schon irgendwen gegeben, der diese Meinung kolportierte. Naja, websites sind nicht zitierfähig und die bisher von mir gefundene Literatur beschäftigte sich bisher eher weniger mit dem Charakter der NATO als ihrer angeblichen Notwendigkeit.
Hab aber zwei Bücher gefunden, die vielleicht mehr liefern.

Die Aggressivität der NATO und ihrer Konstituenten
erklärt sich aus der Angst, die diese vor der mächtigen
Sowjetunion hatten.

Klar, aber auch das ist ja zum Teil schon wieder (West)Propaganda. Die UdSSR war bis in die 60er militärisch überhaupt nicht in Lage, die USA zu gefährden. Westeuropa meinetwegen, aber auch den Sowjets war ja klar, dass Westeuropa in den USA einen Alliierten hatte. Insofern ist die von den Demokratien geförderte Furcht vor der „roten Flut“ und der ach so gewaltigen Sowjet-Armee ja durchaus fraglich. Man darf nicht vergessen, dass es der Roten Armee, der britischen und der amerikanischen Armee bedurfte, alleine Deutschland zu bezwingen. Und Deutschland hatte nicht -wie die USA- das Potential, quasi ungefährdet Nachschub zu produzieren.
Inwiefern also die Rote Armee wirklich die Kapazitäten gehabt hätte, Westeuropa erfolgreich anzugreifen, erscheint mir zweifelhaft. Aber gut, ich bin auch kein Militärhistoriker.

Tipp am Rande:
ISBN: 3426772620 Buch anschauen
(Valentin Falin „Die Interessenkonflikte in der
Anti-Hitler-Koalition“)

Nicht immer alles 100% objektiv, jedoch interessant genug …

Hmkay, wie gesagt, ich bräuchte seriöse wissenschaftliche Literatur - wollte erst Noam Chomsky einbauen, bis mir einfiel, dass das als Quelle möglicherweise nicht ernstgenommen werden könnte.

Danke und Gruß

Hallo Lars,

Hmkay, wie gesagt, ich bräuchte seriöse wissenschaftliche
Literatur - wollte erst Noam Chomsky einbauen, bis mir
einfiel, dass das als Quelle möglicherweise nicht
ernstgenommen werden könnte.

Als Quelle ernstgenommen werden könnte diese
Literatur, (auf die ich auch erst durch einen
Tipp gestossen bin).

Imho sehr sehr aufschlussreich. Als Taschenbuch
endlich etwas billiger:wink:

ISBN: 1585674591 Buch anschauen
(Richard J. Aldrich
„The Hidden Hand: Britain, America, and Cold War Secret Intelligence“)

Siehe auch Reviews in
http://www.findarticles.com/cf_dls/m0293/472_117/893…
http://www.amazon.com/exec/obidos/tg/detail/-/158567…

Interessant imho auch:
http://www.isn.ethz.ch/php/collections/coll_17.htm

~~
CM

Hi
ich will ja garnicht sagen, dass die NATO friedlich war. Aber kann ein militärisches Bündnis friedlich sein??? Ich denke nur, dass der Zweck heiligt die Mittel, gerade in diesem Fall. Wie soll ein Bündnis, dessen Aufgabe es ist einer militärische Bedrohung zu begegnen, verfahren? Die NATO ist ja noch nicht einmal sonderlich aggressiv aufgetreten. Ein bisschen Säbel rasseln hier, ein bisschen Zähne fletschen dort. Solange der status quo gewahrt wird ist dsa imho d’accord. frieden auf erden ist eine wunschvorstellung die es nicht gibt, und wahrscheinlich nicht geben kann. Aber solange die NATO, zumindest in den für sie wichtigen Regionen, für Frieden sorgt ist das das beste was ihr (dadurch uns) passieren kann.

gruesse
Raoul

Aber
kann ein militärisches Bündnis friedlich sein???

Naja, genau darum geht es in dem Streit, den ich zu entscheiden habe.

Das andere ist deine persönliche Meinung, die durchaus von vielen geteilt wird, aber auch Du selbst gibst ja zu, dass die NATO nicht wirklich eine friedensstiftende Organisation ist.
Auch ich bin ganz froh, im Squashverein gewesen zu sein und nicht in der FDJ (äh also nur so als Beispiel), aber nuja, das ist ja kein schlagendes Argument, die NATO zur friedlichen Organisation zu erklären.

Gruß

Aber
kann ein militärisches Bündnis friedlich sein???

Naja, genau darum geht es in dem Streit, den ich zu
entscheiden habe.

Ich stelle mal eine behauptung auf: Zwar kann das Militär dazu beitragen frieden zu stiften, dies allerdings nur mit waffen. Ergo, ist es nur friedensstiftend (zumindest in dem jeweiligen land) aber nicht friedlich. Ich weiss auch garnicht ob es die Aufgabe der NATO ist frieden zu stiften, sondern eher DIe Mitgliedsstaaten zu verteidigen. Also eher genau das gegenteil. „Meinen Staaten sichere ich den Frieden, wer das verhindern will, wird platt gemacht“. Verstehst du mich? ich weiss nicht wie ich es ausdrücken soll, also kein friedenstiftendes Bündnis sondern ein durch Stärke frieden sicherendes Bündnis.

Das andere ist deine persönliche Meinung, die durchaus von
vielen geteilt wird, aber auch Du selbst gibst ja zu, dass die
NATO nicht wirklich eine friedensstiftende Organisation ist.
Auch ich bin ganz froh, im Squashverein gewesen zu sein und
nicht in der FDJ (äh also nur so als Beispiel), aber nuja, das
ist ja kein schlagendes Argument, die NATO zur friedlichen
Organisation zu erklären.

Hmm, ich versteh jetzt nicht genau was du sagen willst. Sprichst du jetzt für Deutschland oder für die gesamte nato?

gruesse
Raoul