Hallo,
man nehme folgenden Fall an:
Frührenter, Alleinstehend, Alkoholiker, 80 % Schwerbehinderung aus psychischen Gründen, Sozialwohnung, 800 Euro Nettorente. Schulden über beide Ohren. Besuch Schuldnerberatung, Konkursanmeldung in Bearbeitung. Schuldner bzw. Rentner bemüht sich erstrangig gerade mal darum, seine bereits aufgelaufenen Mietrückstände aufbringen zu können, damit nicht noch obdachlos wird. Nun meldet sich Sozialamt, verlangt eine ehemals geleistete Kaution für Sozialwohnung zurück. Kaution wurde damals beantragt unter Betreuung.
Schuldnerberatung erklärt dem Rentner, er sollte doch versuchen, wenigstens die Kaution in Raten zurückzuzahlen, obwohl wie erwähnt, dieser bereits in Mietrückstand steht. Oder er solle die Summe auf die Konkursmasse packen. ?? Widersprüchliche Beratung. ?
Kann das Sozialamt auch nach der sog. Konkurszeit ( 6 Jahre ?) die Kaution zurückverlangen. ? Wie sollte er sich dem Sozialamt denn nun verhalten - an die Schuldnerberatung verweisen wegen Konkursverfahren. ?
Danke
Birgit
Hallo,
man nehme folgenden Fall an:
Frührenter, Alleinstehend, Alkoholiker, 80 % Schwerbehinderung
aus psychischen Gründen, Sozialwohnung, 800 Euro Nettorente.
Schulden über beide Ohren. Besuch Schuldnerberatung,
Konkursanmeldung in Bearbeitung. Schuldner bzw. Rentner bemüht
sich erstrangig gerade mal darum, seine bereits aufgelaufenen
Mietrückstände aufbringen zu können, damit nicht noch
obdachlos wird. Nun meldet sich Sozialamt, verlangt eine
ehemals geleistete Kaution für Sozialwohnung zurück. Kaution
wurde damals beantragt unter Betreuung.
Schuldnerberatung erklärt dem Rentner, er sollte doch
versuchen, wenigstens die Kaution in Raten zurückzuzahlen,
obwohl wie erwähnt, dieser bereits in Mietrückstand steht.
Oder er solle die Summe auf die Konkursmasse packen. ??
Widersprüchliche Beratung. ?
Kann das Sozialamt auch nach der sog. Konkurszeit ( 6 Jahre ?)
die Kaution zurückverlangen. ? Wie sollte er sich dem
Sozialamt denn nun verhalten - an die Schuldnerberatung
verweisen wegen Konkursverfahren. ?
Hallo Birgit,
er soll dem Sozialamt melden, dass er das Insolvenzverfahren betreiben lässt, wobei sich mir die Frage stellt, ob es hier gar um eine von demselben Landkreis/Stadtkreis finanzierte Schuldnerberatung handelt, die auch die Kaution gezahlt hat.
Mir ist es etwas unlogisch, wie jemand, der nichts mehr hat, auch Mietschulden hat und notfalls in die fristlose Kündigung marschiert nun auch noch andere Schulden nebenbei zahlen soll. Der Schuldnerberater sollte doch alle Forderungen zusammenfassen und dann den Versuch unternehmen, eine monatliche Leistung zu vereinbaren, die dann entsprechend aufgeteilt wird. Der Versuch des Schuldnerberaters, einen Teil der Schulden nicht in die Masse hinein zu nehmen ist doch gerade der Weg, dass eine Insolvenz scheitert. Wie will man später mal begründen, dass möglicherwiese die Insolvenzmasse nicht bedient werden kann, weil nebenbei andere Verpflichtungen bestehen, die verschwiegen werden.
Grüsse Günter
Nun meldet sich Sozialamt, verlangt eine
ehemals geleistete Kaution für Sozialwohnung zurück.
Hallo,
in der Regel ist das so, dass eine Kaution durch das Sozialamt nicht einfach zurückverlangt wird, sondern dass erstmal geprüft wird, ob der Betreffende überhaupt rückzahlungsfähig ist. Also sollte er vielleicht erstmal seine Einkommensverhältnisse und Belastungen (auch Ratenzahlungen, falls er zur Zeit welche leistet) dem Sozialamt mitteilen. Vielleicht wird dann zur Zeit auf eine Rückzahlung verzichtet.
Wie das mit der Insolvenz ist, weiß ich leider nicht. Aber vom Gefühl her würde ich sagen, dass ALLE Schulden da hineinfallen, also auch Schulden beim Sozialamt.
Gruß
Nelly