Okay ich versuch es auch nochmal.
In einem Mietshaus zahlst Du auch Garteninstandhaltungskosten,
auch wenn Du den Garten gar nicht nutzt.
Die Benutzung eines Gartens kann man aber auch schlechter
kontrollieren und berrechnen als die Nutzung der Mensa und
eines Studentenwohnheims, von daher hinkt der Vergleich schon
etwas.
Das hat mit kontrollieren nichts zu tun.
stark vereinfachtes Beispiel: ich bewohne ein Mietshaus mit gemeinsamen Garten.
Ich habe jedoch eine Allergie z.b. gegen Gras.
Nutze den Garten entsprechend nachweislich nicht.
Entsprechend ist mir seine Instandhaltung mittels eines Gärtners ziemlich schnuppe. Trotzdem habe ich diese mitzufinanzieren.
Täte ich dies nicht, müsste evtl auf die Instandhaltung des Gartens verzichtet werden, da die restlichen Mietparteien die Kosten nicht alleine decken können. Mal ganz abgesehen davon, dass ich einen Vertrag unterschrieben habe.
Analog erkennst Du mit Deiner Unterschrift der Immatrikulation die Bedingungen der Uni an, schließt einen Ausbildungsvertrag ab.
Klingt für
mich so, als würde jeder Student den Sozialbeitrag zahlen.
Richtig. Und seine Zumutbarkeit wird überprüft.
Das ist dann aber ein entscheidender Unterschied zum
restlichen Sozialstaat in Deutschland, auf den du dich ja in
deiner Antwort beziehst. Denn normalerweise zahlen die Starken
mehr und die Schwachen weniger. Hier zahlen aber alle (bis auf
die ganz schwachen) gleich viel
Richtig. Allerdings verfügen Studenten in der Regel über kein festes Einkommen anhand dessen man einen solchen Zuschlag prozentual festmachen könnte. Zöge man das Einkommen der Eltern in Betracht benachteiligt man jene, die aus den unterschiedlichsten Gründen gar nicht über die Eltern finanziert werden und dadurch weniger Geld zur Verfügung haben. Berechnest Du den Zuschlag anhand des monatlich zur Verfügung stehenden Geldbetrages haben doch schlagartig alle nur noch 500 Euro zur Verfügung, um den Prozentsatz möglichst klein zu halten.
Entsprechend setzt Du einen Festbetrag, der hinsichtlich der Zumutbarkeit für finanziell schwache überprüft wird. So ist es für einen Bafög-Empfänger zumutbar, diese Summe zu zahlen. Dieser Student ist der theoretisch finanziell schwächste.
(schließlich bekommt man kein Bafög, da die monatlichen Kosten mind. gleichwertig durch andere Einkünfte gedeckt werden)
und erhalten aber
unterschiedlich viel zurück und das unabhängig davon wie stark
sie sind.
Sie erhalten nicht unterschiedlich viel zurück.
Sie erhalten alle dasselbe Angebot. Ob sie es nutzen ist eine gaaaaanz andere Frage. Aufgrund der Zahlungen bekommst Du ein Semesterticket und die Berechtigung in der Mensa vergünstigt zu essen.
Ob Du das nutzt oder nicht ist davon unabhängig. Ohne Zahlung kann Dir und allen anderen dieses Angebot nicht gestellt werden.
Wenn ich das Essen in der Mensa nicht mag oder in einem
privaten Wohnheim wohne, subventioniere ich und ansonsten
erhalte ich subventionen.
Du subventionierst auch, wenn Du dort isst und wohnst.
Diejenigen zahlen ihren Obulus doch auch.
Das sind allerdings Kriterien, die
nicht zwingend etwas über meinen Wohlstand aussagen.
Wäre es nicht sinnvoller, wenn Mensa und Wohnheime nicht
bezuschusst würden und die ärmeren Studenten einen Zuschuss
erhielten.
Woran möchtest Du das denn festmachen?
Weiter unten findest Du den Bafög-Thread von punkt eröffnet.
Und eine Reihe von Feststellungen, dass es nicht so einfach ist, wie es klingt. Woran bemisst sich ein „armer“ Student?
Am Einkommen der Eltern? Was, wenn Du keinen Kontakt zu denen hast?
An Deiner monatlich zur Verfügung stehenden Summe? Dann bescheiß ich doch wo es nur geht, schließlich hab ich ohnehin schon wenig Geld.
Ja, kann man überprüfen. Wer zahlt dann die Leute, die das tun?
Eben nicht. Wenn ein reicher Student jeden Mittag in die Mensa
geht und ein armer Student es schafft zuhause noch günstiger
zu kochen, dann hätte der reiche Student weniger und der arme
Student mehr, wenn die Finanzierung der Mensa wegfallen würde.
Warst Du schonmal in der Mensa?
Eine warme Mahlzeit mit Salat und Nachtisch für 1,50
ist nicht wirklich zu unterbieten.
Aber mal ganz ab davon der Betrag der von deinem Beitrag an die Mensa geht ist eine Kleckersumme. Genauso ist das Semesterticket eine ungeheuere Vergünstigung. Rechne mal aus, was eine Monatskarte für die Bahn in Bochum für Erwachsene kosten würde. Anzunehmenderweise beinhaltet das Semsterticket zusätzlich einen Teil des Streckennetzes der Deutschen Bahn. Schau mal nach, was eine einfache Fahrt von Bochum nach X (weitester Punkt des Semestertickets) so kosten würde.
Ich hab mal nachgesehen:
von 166,95 Eu
gehen 76 Eu an das Akafö
deren Bereiche sind die gastronomische Versorgung, Wohnheime, Behindertenberatungen, Kinderbetreuung, Betreuung ausländischer Studenten und das Kulturbüro. Außerdem mischen die mit dem BAfög mit, wenn ich das richtig sehe. Würden alle Punkte gleichberechtigt gefördert ginge also 1/8 Deines Beitrages an die Mensa (das sind 9,50). Bezogen auf ein Semester kommen wir dann auf eine von Dir monatlich mit knapp 1,60 Euro finazierte Mensa.
Um es mal auf den Punkt zu bringen. Du studierst viele Jahre an einer Universität und nutzt all ihre Vorteile (Computerräume, Internet, Bibliothek, Veranstaltungen etc. etc. endlos weiter aufzähl) und ärgerst Dich über eine monatliche Rate von knapp 10 Euro, weil Du die damit verbundenen Angebote und Vergünstigungen nicht nutzen möchtest.
Ist Dir aufgefallen, dass Deine Eltern während Deiner Schulzeit in den Schulverein eingezahlt haben? Und dass obwohl Du wahrscheinlich nicht in den Genuss gekommen bist davon zu profitieren? Der Schulverein finanziert zb. Zuschüsse zu Klassenreisen für finaziell schwache Familien.
Glaubst Du der Elektriker hat Bock Dein Bafög zu finanzieren?
Und dem ist es auch völlig wumpe, ob er den Soli anteilig oder als Festrate zahlt. er war nie in den neuen Bundesländern und er will da auch nicht hin. Trotzdem hat er den zu zahlen.
Wenn Du mit dem Studium fertig bist und Dir ausrechnest, was es Dich ohne die Vergünstigungen, die Du solche Zuschüsse bekommst, gekostet hätte, wirst Du dankbar sein, dass es das gibt.