Sozialbeitrag - teilweise Verständnisprobleme

Hi!
Ich habe gerade gelesen, dass ich an der Uni Bochum über 160 Euro Sozialbeitrag pro Semester zahle. Eine ganze Menge Geld wie ich finde, deshalb habe ich mal geguckt für was das Geld bestimmt ist oder was ich denn davon habe. Unter anderem wurde folgende 3 Punkte genannt:

1. Semesterticket: Gut, kommt mir entgegen, weil ich mit der Bahn 
fahre, aber wenn das nicht so wäre, würde es mich schon ärgern, wenn 
ich irgendwem sein Ticket subventionieren würde.

2. Mensa und sonstige Gastronomie: Warum muss so etwas über eine 
Umlage finanziert werden? Es gibt zwei Möglichkeiten:
 
 - Ich gehe in die Mensa, dann zahle ich lieber den vollen
 Preis, anstatt vorher das Geld über den Sozialbeitrag da rein
 fließen zu lassen, macht schliesslich keinen Sinn und es fließt
 sicherlich auch der ein oder andere Euro in die Bürokratie.
 - Ich gehe nicht in die Mensa. Warum sollte ich dann anderen
 Studenten ihr Mittagessen subventionieren, während ich mein
 eigenes Essen, dass ich aus welchen Gründen auch immer wo 
 anders kaufe, auch bezahlen muss.

3. Studentenwohnheime: Das gleiche wie bei der Mensa, entweder ich 
wohne in einem Wohnheim des AKAFÖ, dann kann ich die Kosten auch 
direkt und nicht über Umwege tragen oder ich wohne irgendwo privat, 
dann sehe ich nicht ein, anderen Studenten ihre Wohnheime zu 
Subventioniren.

Kann mir das mal jemand genauer erklären, warum ich anderen Studenten 
ihr Transportmittel, ihre Wohnung und ihr Mittagessen subventionieren
soll, während mir niemand auch nur einen Euro gibt, wenn ich mit dem 
Rad fahre, mir ein Butterbrot mitnehme und in einem privaten Wohnheim 
wohne?

Danke und Gruß!

Cornel

Ist das jetzt eine ernst gemeinte Frage?
Was sollen wir denn nun dazu sagen?
Das ist so, das war so und das wird so bleiben.
In Bochum, Berlin, Bitterfeld und Bad Bedakeesa.

In einem Mietshaus zahlst Du auch Garteninstandhaltungskosten, auch wenn Du den Garten gar nicht nutzt.

Sozialbeitrag- wie das Wort schon sagt.
Andere könnten sich den vollen Preis in der Mensa nicht leisten.
Du hättest also mehr und die noch weniger, würde die Finanzierung der Mensa wegfallen.

Würdest Du arbeiten zahlst Du den Soli-
unabhängig davon, ob Du jemals im Osten warst oder da jemals hinfahren wirst.

So funktioniert ein Sozialstaat.
Herzlich Willkommen.

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Es ist nunmal das was es ist- ein SOZIALbeitrag.

Man erwartet also von dir, dass du dich sozial verhälst, das was du schilderst ist ja eher egozentrisch.

Wer hält dich denn davon ab, die Mensa zu benutzen? Du kannst es und es wird jeden Tag Essen bereit gestellt, dass du dieses Angebot NICHT nutzt ist allein deine Entscheidung (und geht auf die Dauer auch ins Geld, wenn du von 8-18 Uhr in der Uni hockst, haste schonmal mehr Bedarf als ein Butterbrot).

Das Selbe gilt für Wohnheime.

Und das Semesterticket ist ja nicht nur fürs Fahren sondern auch eine Art „Schülerausweis“ womit du einige vergünstigungen bekommst.

Soweit ich mal gelesen zu haben meine, geht auch etwas Geld davon an die ASTA.

Hallo,

wie Bleifrosch schon sagte, nennt man sowas sozial.

  1. Semesterticket: Gut, kommt mir entgegen, weil ich mit der
    Bahn
    fahre, aber wenn das nicht so wäre, würde es mich schon
    ärgern, wenn
    ich irgendwem sein Ticket subventionieren würde.

Das ist durchaus berechtigt.

  1. Mensa und sonstige Gastronomie: Warum muss so etwas über
    eine
    Umlage finanziert werden? Es gibt zwei Möglichkeiten:
  • Ich gehe in die Mensa, dann zahle ich lieber den vollen
    Preis, anstatt vorher das Geld über den Sozialbeitrag
    da rein
    fließen zu lassen, macht schliesslich keinen Sinn und
    es fließt
    sicherlich auch der ein oder andere Euro in die
    Bürokratie.

Auch berechtigt. Allerdings kannst du dir mal ausrechnen, wie oft du den vollen Preis bezahlst und wann die Subventionen aufgefressen sind du du nur noch drauf zahlst.

  • Ich gehe nicht in die Mensa. Warum sollte ich dann
    anderen
    Studenten ihr Mittagessen subventionieren, während ich
    mein
    eigenes Essen, dass ich aus welchen Gründen auch immer
    wo
    anders kaufe, auch bezahlen muss.

Wer finanziert eigentlich dein Studium? Professoren, Räume und so?

  1. Studentenwohnheime: Das gleiche wie bei der Mensa, entweder
    ich
    wohne in einem Wohnheim des AKAFÖ, dann kann ich die Kosten
    auch
    direkt und nicht über Umwege tragen oder ich wohne irgendwo
    privat,
    dann sehe ich nicht ein, anderen Studenten ihre Wohnheime zu
    Subventioniren.

In gewisser Weise verständlich.

Kann mir das mal jemand genauer erklären, warum ich anderen
Studenten
ihr Transportmittel, ihre Wohnung und ihr Mittagessen
subventionieren
soll, während mir niemand auch nur einen Euro gibt, wenn ich
mit dem
Rad fahre, mir ein Butterbrot mitnehme und in einem privaten
Wohnheim
wohne?

Ich sags dir: das ist keine Abzocker der Studenten, das ist ein gut gemeintes Angebot. Gut gemeint sind auch all die anderen Vergünstigungen, die man als Student erhält. Sicher ist es ärgerlich, wenn man für etwas zahlt, was man vielleicht nicht in Anspruch nimmt. Aber diese Regelung, wofür du einen Semesterbeitrag zahlst, kommt der Masse der Studenten entgegen. Es geht hier nicht um das Wohl des Einzelnen, sondern um das Gesamtwohl, so dass Studenten in der Masse von der Regelung profitieren. Alternativ kannst du im Studentenwerk nachfragen, ob du nur eine Verwaltungspauschale zahlen brauchst, jedoch dafür alle anderen Leistungen der Universität, die du in Anspruch nimmst, extra zahlst.

punkt

Hallo Kate

Es ist nunmal das was es ist- ein SOZIALbeitrag.

Man erwartet also von dir, dass du dich sozial verhälst, das
was du schilderst ist ja eher egozentrisch.

Wer hält dich denn davon ab, die Mensa zu benutzen? Du kannst
es und es wird jeden Tag Essen bereit gestellt, dass du dieses
Angebot NICHT nutzt ist allein deine Entscheidung (und geht
auf die Dauer auch ins Geld, wenn du von 8-18 Uhr in der Uni
hockst, haste schonmal mehr Bedarf als ein Butterbrot).

Das Selbe gilt für Wohnheime.

Das ist zwar generell richtig. Allerdings rentiert sich das System genau dadurch, dass nicht alle, die zahlen, die Leistungen auch in Anspruch nehmen. Studentenwerke können auch nicht für jeden Studenten einen Wohnheimplatz bereit halten. Die wenigsten typischen Unistädte haben mehrere 10Tausend Wohnheimplätze zur Verfügung. Also selbst wenn jemand alle Leistungen in Anspruch nehmen wollte, ist das nicht immer möglich.

punkt

Hi!

Ich versuche meine Probleme mit dem Sozialbeitrag noch einmal darzustellen.
Auf der Seite der Uni Bochum, heisst es „Ausnahmen gelten für behinderte Studierende und soziale Härtefälle“. Klingt für mich so, als würde jeder Student den Sozialbeitrag zahlen.
Das ist dann aber ein entscheidender Unterschied zum restlichen Sozialstaat in Deutschland, auf den du dich ja in deiner Antwort beziehst. Denn normalerweise zahlen die Starken mehr und die Schwachen weniger. Hier zahlen aber alle (bis auf die ganz schwachen) gleich viel und erhalten aber unterschiedlich viel zurück und das unabhängig davon wie stark sie sind.
Wenn ich das Essen in der Mensa nicht mag oder in einem privaten Wohnheim wohne, subventioniere ich und ansonsten erhalte ich subventionen. Das sind allerdings Kriterien, die nicht zwingend etwas über meinen Wohlstand aussagen.
Wäre es nicht sinnvoller, wenn Mensa und Wohnheime nicht bezuschusst würden und die ärmeren Studenten einen Zuschuss erhielten.
Mir geht es gar nicht darum nicht zu zahlen, sondern ich verstehe die Art der Verteilung nicht ganz.

In einem Mietshaus zahlst Du auch Garteninstandhaltungskosten,
auch wenn Du den Garten gar nicht nutzt.

Die Benutzung eines Gartens kann man aber auch schlechter kontrollieren und berrechnen als die Nutzung der Mensa und eines Studentenwohnheims, von daher hinkt der Vergleich schon etwas.

Sozialbeitrag- wie das Wort schon sagt.
Andere könnten sich den vollen Preis in der Mensa nicht
leisten.
Du hättest also mehr und die noch weniger, würde die
Finanzierung der Mensa wegfallen.

Eben nicht. Wenn ein reicher Student jeden Mittag in die Mensa geht und ein armer Student es schafft zuhause noch günstiger zu kochen, dann hätte der reiche Student weniger und der arme Student mehr, wenn die Finanzierung der Mensa wegfallen würde.

Mir geht es nur darum, dass ich nicht verstehe, warum man die Bezuschussung von Studenten an deren Essgewohnheiten festmacht.

Ich hoffe ich konnte deutlich machen, worum es mir geht. In meinem ersten Posting habe ich vielleicht etwas zu stark darauf abgehoben, dass ich andere subventionieren muss. Es ging mir aber mehr um die Verteilung des Geldes.

Gruß!

Cornel

Hi!

Ich habe mir meinen Beitrag nach den Antworten, die darauf kamen noch einmal durchgelesen und fürchte nun missverstanden zu werden.
Ich gebe zu, nach dem Beitrag kann man mich für etwas asozial halten, das bin ich aber sicherlich nicht und das sollte der Beitrag auch nicht ausdrücken.
Bei der Frage warum ich irgendjemanden subventionieren soll, ging es mir darum, dass es mir eben auch nicht besser geht, als vielen Studenten und das die, denen es wirklich schlechter geht, ja auch nicht wirklich gefördert werden, wenn sie auch den Sozialbeitrag zahlen müssen. Es bringt ja nichts, wenn sich viele arme Menschen gegenseitig ihr Mittagessen subventionieren.
Jetzt gibt es sicherlich auch mehr oder weniger grosse Einkommensunterschiede bei Studenten, aber es zahlen ja alle gleich viel und wer mehr als der andere erhält berechnet sich nur aus der Tatsache, ob er lieber in der Mensa oder sonst wo isst.

Vielleicht liegt auch einfach nur ein Verständnisproblem vor, ich wollte nur nochmal dem Eindruck entgegen wirken, dass ich komplett asozial sei:wink:

Gruß!

Cornel

Bei der Frage warum ich irgendjemanden subventionieren soll,
ging es mir darum, dass es mir eben auch nicht besser geht,
als vielen Studenten und das die, denen es wirklich schlechter
geht, ja auch nicht wirklich gefördert werden, wenn sie auch
den Sozialbeitrag zahlen müssen. Es bringt ja nichts, wenn
sich viele arme Menschen gegenseitig ihr Mittagessen
subventionieren.

Ich verstehe, was du meinst. Der Punkt ist: wo würde das Geld für die ganz Armen herkommen? Es würde sich nicht rechnen zu prüfen, wer arm genug ist, um einen Zuschuss zu erhalten und das womöglich in jeden akademischen Jahr neu. Diese Verwaltung würde Unmengen Geld verschlingen, was wiederum auf dem Semesterbeitrag umgelegt würde, also auch auf dich.
Durch die Regelung, welche du nicht verstehst, geht es den Studenten insgesamt besser, auch wenn es dem ein oder anderen Einzelnen (durch die Nicht-Inanspruchnahme) schlechter geht. Das wird dir noch öfter im Leben begegnen:wink: Im Übrigen geht es immer auch darum, was dem Einzelnen zumutbar ist. Und diesen Sozialbeitrag hat man wohl für zumutbar empfunden.

punkt

Hi!

Ich verstehe, was du meinst. Der Punkt ist: wo würde das Geld
für die ganz Armen herkommen? Es würde sich nicht rechnen zu
prüfen, wer arm genug ist, um einen Zuschuss zu erhalten und
das womöglich in jeden akademischen Jahr neu. Diese Verwaltung
würde Unmengen Geld verschlingen, was wiederum auf dem
Semesterbeitrag umgelegt würde, also auch auf dich.
Durch die Regelung, welche du nicht verstehst, geht es den
Studenten insgesamt besser, auch wenn es dem ein oder anderen
Einzelnen (durch die Nicht-Inanspruchnahme) schlechter geht.
Das wird dir noch öfter im Leben begegnen:wink: Im Übrigen geht
es immer auch darum, was dem Einzelnen zumutbar ist. Und
diesen Sozialbeitrag hat man wohl für zumutbar empfunden.

Ok, wenn das so ist, dann muss man sicherlich gut aufpassen, dass man keine neue Bürokratie aufbaut, die nur Geld kostet. Allerdings wurde in den Antworten auf meine Frage sehr oft der Sozialstaat erwähnt und da stellt sich mir die Frage warum es im Sozialstaat möglich ist das Einkommensverhältnisse überprüft werden, um zum Beispiel zu ermitteln wieviel Steuern jemand zahlt oder ob eine Person Bafög erhält oder nicht, dies aber hier nicht möglich wäre.

Gruß!

Cornel

Okay ich versuch es auch nochmal.

In einem Mietshaus zahlst Du auch Garteninstandhaltungskosten,
auch wenn Du den Garten gar nicht nutzt.

Die Benutzung eines Gartens kann man aber auch schlechter
kontrollieren und berrechnen als die Nutzung der Mensa und
eines Studentenwohnheims, von daher hinkt der Vergleich schon
etwas.

Das hat mit kontrollieren nichts zu tun.
stark vereinfachtes Beispiel: ich bewohne ein Mietshaus mit gemeinsamen Garten.
Ich habe jedoch eine Allergie z.b. gegen Gras.
Nutze den Garten entsprechend nachweislich nicht.
Entsprechend ist mir seine Instandhaltung mittels eines Gärtners ziemlich schnuppe. Trotzdem habe ich diese mitzufinanzieren.
Täte ich dies nicht, müsste evtl auf die Instandhaltung des Gartens verzichtet werden, da die restlichen Mietparteien die Kosten nicht alleine decken können. Mal ganz abgesehen davon, dass ich einen Vertrag unterschrieben habe.
Analog erkennst Du mit Deiner Unterschrift der Immatrikulation die Bedingungen der Uni an, schließt einen Ausbildungsvertrag ab.

Klingt für
mich so, als würde jeder Student den Sozialbeitrag zahlen.

Richtig. Und seine Zumutbarkeit wird überprüft.

Das ist dann aber ein entscheidender Unterschied zum
restlichen Sozialstaat in Deutschland, auf den du dich ja in
deiner Antwort beziehst. Denn normalerweise zahlen die Starken
mehr und die Schwachen weniger. Hier zahlen aber alle (bis auf
die ganz schwachen) gleich viel

Richtig. Allerdings verfügen Studenten in der Regel über kein festes Einkommen anhand dessen man einen solchen Zuschlag prozentual festmachen könnte. Zöge man das Einkommen der Eltern in Betracht benachteiligt man jene, die aus den unterschiedlichsten Gründen gar nicht über die Eltern finanziert werden und dadurch weniger Geld zur Verfügung haben. Berechnest Du den Zuschlag anhand des monatlich zur Verfügung stehenden Geldbetrages haben doch schlagartig alle nur noch 500 Euro zur Verfügung, um den Prozentsatz möglichst klein zu halten.
Entsprechend setzt Du einen Festbetrag, der hinsichtlich der Zumutbarkeit für finanziell schwache überprüft wird. So ist es für einen Bafög-Empfänger zumutbar, diese Summe zu zahlen. Dieser Student ist der theoretisch finanziell schwächste.
(schließlich bekommt man kein Bafög, da die monatlichen Kosten mind. gleichwertig durch andere Einkünfte gedeckt werden)

und erhalten aber
unterschiedlich viel zurück und das unabhängig davon wie stark
sie sind.

Sie erhalten nicht unterschiedlich viel zurück.
Sie erhalten alle dasselbe Angebot. Ob sie es nutzen ist eine gaaaaanz andere Frage. Aufgrund der Zahlungen bekommst Du ein Semesterticket und die Berechtigung in der Mensa vergünstigt zu essen.
Ob Du das nutzt oder nicht ist davon unabhängig. Ohne Zahlung kann Dir und allen anderen dieses Angebot nicht gestellt werden.

Wenn ich das Essen in der Mensa nicht mag oder in einem
privaten Wohnheim wohne, subventioniere ich und ansonsten
erhalte ich subventionen.

Du subventionierst auch, wenn Du dort isst und wohnst.
Diejenigen zahlen ihren Obulus doch auch.

Das sind allerdings Kriterien, die
nicht zwingend etwas über meinen Wohlstand aussagen.
Wäre es nicht sinnvoller, wenn Mensa und Wohnheime nicht
bezuschusst würden und die ärmeren Studenten einen Zuschuss
erhielten.

Woran möchtest Du das denn festmachen?
Weiter unten findest Du den Bafög-Thread von punkt eröffnet.
Und eine Reihe von Feststellungen, dass es nicht so einfach ist, wie es klingt. Woran bemisst sich ein „armer“ Student?
Am Einkommen der Eltern? Was, wenn Du keinen Kontakt zu denen hast?
An Deiner monatlich zur Verfügung stehenden Summe? Dann bescheiß ich doch wo es nur geht, schließlich hab ich ohnehin schon wenig Geld.
Ja, kann man überprüfen. Wer zahlt dann die Leute, die das tun?

Eben nicht. Wenn ein reicher Student jeden Mittag in die Mensa
geht und ein armer Student es schafft zuhause noch günstiger
zu kochen, dann hätte der reiche Student weniger und der arme
Student mehr, wenn die Finanzierung der Mensa wegfallen würde.

Warst Du schonmal in der Mensa?
Eine warme Mahlzeit mit Salat und Nachtisch für 1,50
ist nicht wirklich zu unterbieten.

Aber mal ganz ab davon der Betrag der von deinem Beitrag an die Mensa geht ist eine Kleckersumme. Genauso ist das Semesterticket eine ungeheuere Vergünstigung. Rechne mal aus, was eine Monatskarte für die Bahn in Bochum für Erwachsene kosten würde. Anzunehmenderweise beinhaltet das Semsterticket zusätzlich einen Teil des Streckennetzes der Deutschen Bahn. Schau mal nach, was eine einfache Fahrt von Bochum nach X (weitester Punkt des Semestertickets) so kosten würde.

Ich hab mal nachgesehen:
von 166,95 Eu
gehen 76 Eu an das Akafö
deren Bereiche sind die gastronomische Versorgung, Wohnheime, Behindertenberatungen, Kinderbetreuung, Betreuung ausländischer Studenten und das Kulturbüro. Außerdem mischen die mit dem BAfög mit, wenn ich das richtig sehe. Würden alle Punkte gleichberechtigt gefördert ginge also 1/8 Deines Beitrages an die Mensa (das sind 9,50). Bezogen auf ein Semester kommen wir dann auf eine von Dir monatlich mit knapp 1,60 Euro finazierte Mensa.

Um es mal auf den Punkt zu bringen. Du studierst viele Jahre an einer Universität und nutzt all ihre Vorteile (Computerräume, Internet, Bibliothek, Veranstaltungen etc. etc. endlos weiter aufzähl) und ärgerst Dich über eine monatliche Rate von knapp 10 Euro, weil Du die damit verbundenen Angebote und Vergünstigungen nicht nutzen möchtest.

Ist Dir aufgefallen, dass Deine Eltern während Deiner Schulzeit in den Schulverein eingezahlt haben? Und dass obwohl Du wahrscheinlich nicht in den Genuss gekommen bist davon zu profitieren? Der Schulverein finanziert zb. Zuschüsse zu Klassenreisen für finaziell schwache Familien.

Glaubst Du der Elektriker hat Bock Dein Bafög zu finanzieren?
Und dem ist es auch völlig wumpe, ob er den Soli anteilig oder als Festrate zahlt. er war nie in den neuen Bundesländern und er will da auch nicht hin. Trotzdem hat er den zu zahlen.

Wenn Du mit dem Studium fertig bist und Dir ausrechnest, was es Dich ohne die Vergünstigungen, die Du solche Zuschüsse bekommst, gekostet hätte, wirst Du dankbar sein, dass es das gibt.

Hi!

Ich werde inhaltlich nicht weiter auf deine Argumente eingehen, kann schon sein, dass du nicht ganz unrecht hast, bin mir da nicht mehr so sicher (bin ja gerne bereit etwas zu lernen), aber einige Punkte muss ich mal gerade klarstellen.

Um es mal auf den Punkt zu bringen. Du studierst viele Jahre
an einer Universität und nutzt all ihre Vorteile
(Computerräume, Internet, Bibliothek, Veranstaltungen etc.
etc. endlos weiter aufzähl) und ärgerst Dich über eine
monatliche Rate von knapp 10 Euro, weil Du die damit
verbundenen Angebote und Vergünstigungen nicht nutzen
möchtest.

  1. Es sind über 25 Euro im Monat
  2. Ich ärgere mich nicht darüber, dass ich mehr zahle als ich herauskriege, habe ich auch noch zweimal mit Postings hier im Thread versucht deutlich zu machen.
  3. Was hat der Sozialbeitrag mit den Vorteilen der Uni zu tun?

Ist Dir aufgefallen, dass Deine Eltern während Deiner
Schulzeit in den Schulverein eingezahlt haben? Und dass obwohl
Du wahrscheinlich nicht in den Genuss gekommen bist davon zu
profitieren? Der Schulverein finanziert zb. Zuschüsse zu
Klassenreisen für finaziell schwache Familien.

Fand ich auch immer eine super Sache. Eltern mit mehr Geld helfen den Eltern und Kindern mit weniger Geld, absolut super.

Wenn Du mit dem Studium fertig bist und Dir ausrechnest, was
es Dich ohne die Vergünstigungen, die Du solche Zuschüsse
bekommst, gekostet hätte, wirst Du dankbar sein, dass es das
gibt.

Was wird denn an meinem Studium (wirklich das Studium, keine Nebenkosten wie Wohnen und Essen) durch den Sozialbeitrag günstiger? Die Nebenkosten wie Wohnen und Essen werden für mich durch den Sozialbeitrag unterm Strich vermutlich nicht günstiger.
Aber wie gesagt, mir geht es nicht darum mich nicht an Unterstützung und Sozialbeiträgen zu beteiligen, ich hatte nur etwas Probleme mit der Durchführung. In vielen Punkten bin ich aber hier im Thread überzeugt wurden, dass die momentane Lösung am besten und vor allem am realistischsten ist.
Ich habe nur das Gefühl, dass du in deinem letzten Beitrag weiterhin versuchst mich als jemanden darzustellen, der nur vom Sozialstaat profitiert (fast kostenloses Studium) und nicht bereit ist zu geben und so jemand bin ich nicht (wie gesagt, das erste Posting war vielleicht etwas unglücklich formuliert) und als so jemand möchte ich hier von dir auch bitte nicht dargestellt werden.

Gruß!

Cornel

1 „Gefällt mir“
  1. Es sind über 25 Euro im Monat

Wir beziehen die Summe auf 2 verschiedene Dinge. Ich sprach von der Mensa *denk*

  1. Was hat der Sozialbeitrag mit den Vorteilen der Uni zu tun?

Weil die Dinge anders laufen würden. Dahinter stehen doch viel größere Finanzierungspläne. Gäbe es solche Solidaritätszahlungen nicht, würde z.b. die Zahl der Studenten rückläufig werden, was sich wiederum in der Förderung der Unimittel bemerkbar machen würde usw. usf.
Der Staat subventioniert die Universitäten ja nicht aus Idealismus aufgrund der Bildungsfreiheit.

Will sagen der Sozialbeitrag ist notwendig um das komplette System so zu erhalten. An anderen Universitäten heißt das auch nicht Sozialbeitrag. Es gibt also keinen festen Begriff für diese Zahlungen.
Es ist der Beitrag der Studierendenschaft, der dazu beiträgt den Laden am Laufen zu halten. Egal wie man ihn nennt.

Ist Dir aufgefallen, dass Deine Eltern während Deiner
Schulzeit in den Schulverein eingezahlt haben? Und dass obwohl
Du wahrscheinlich nicht in den Genuss gekommen bist davon zu
profitieren? Der Schulverein finanziert zb. Zuschüsse zu
Klassenreisen für finaziell schwache Familien.

Jap und der Beitrag ist festgelegt und wird von allem Eltern geleistet. Dasselbe Prinzip. Auch diese Zahlung könnte man Sozialbeitrag nennen.

Die Nebenkosten wie Wohnen und Essen werden für
mich durch den Sozialbeitrag unterm Strich vermutlich nicht
günstiger.

Siehe oben.
Und ob die Neko für Wohnen/Essen für Dich günstiger werden
hängt doch davon ab, ob Du die Angebote annimmst.
Du KÖNNTEST in der Mensa essen und im Wohnheim wohnen.

Ich habe nur das Gefühl, dass du in deinem letzten Beitrag
weiterhin versuchst mich als jemanden darzustellen, der nur
vom Sozialstaat profitiert (fast kostenloses Studium) und
nicht bereit ist zu geben und so jemand bin ich nicht (wie
gesagt, das erste Posting war vielleicht etwas unglücklich
formuliert) und als so jemand möchte ich hier von dir auch
bitte nicht dargestellt werden.

Nein, das habe ich nicht- magst Du evtl aber trotzdem so wahrnehmen.
Wir gehen von 2 verschiedenen Standpunkten aus.
Du hast den ganzen Kram noch vor Dir- ich bin da Gott sei Dank durch mit. Es gibt einige Dinge, deren Sinn auch mir erst zum Ende des Studiums hin aufgegangen ist- und natürlich hat mich diese Zahlung auch gepestet. Hat man ja nun mal als Student nicht einfach so über.
Ich meine nicht, dass Du nur nehmen und nichts geben willst-
aber ich denke, dass man oft erst sieht was da alles dran hängt, wenn man mitten drin steht.

Ok, wenn das so ist, dann muss man sicherlich gut aufpassen,
dass man keine neue Bürokratie aufbaut, die nur Geld kostet.
Allerdings wurde in den Antworten auf meine Frage sehr oft der
Sozialstaat erwähnt und da stellt sich mir die Frage warum es
im Sozialstaat möglich ist das Einkommensverhältnisse
überprüft werden, um zum Beispiel zu ermitteln wieviel Steuern
jemand zahlt oder ob eine Person Bafög erhält oder nicht, dies
aber hier nicht möglich wäre.

Durch Bafög sollte ursprünglich jedem das Studieren ermöglicht werden. Das hat also schon fast sittliche Gründe. Der Sozialstaat gleicht Unterschiede nur zu einem gewissen Grad aus.

Wer Anspruch auf 20€ Bafög hat, bekommt dies beispielsweise nicht ausgezahlt. Bzgl. des Sozialbeitrages von 26€/Monat würde sich eine Kürzung zu Gunsten des Studenten z.B. um 5€ ebenso nicht lohnen. Und auf das Monatseinkommen gerechnet sind dem Studenten bis auf Härtefälle 26€ zumutbar. Das sind Kleckerbeträge, mit denen man sich nicht abgibt, wohl auch, weil sie mehr Kosten verursachen als Nutzen.

Steuren sind ganz normale Staatseinnahmen. Der Staat kann Steuern einnehmen und/oder sich verschulden. Durch Steuern finanzieren wir die Gesellschaft, jeder nach seinen Kräften. Sicher geht ein Teil der Steuern für das Finanzamt selbst drauf, aber das sind ganz andere Summen. Die Bearbeitung von Einkommensteuererklärungen und einem Antrag auf Erlass/Kürzung des Sozialbeitrages dürfte ähnliche Ausmaße einnehmen. Allerdings sind die jew. Einnahmen vollkommen verschieden. Der Staat bzw. der Steuerzahler zahlt beim Finanzamt nicht extra drauf, damit ärmere weniger Steuern zahlen müssen. Bei den Semesterbeiträgen iHv 160€ ist das unmöglich. Hochschulen haben beschränkte Budgets. Diese würden durch geringere Sozialbeiträge einiger absolut gesprängt.

Hallo,

mit Sozial hat das nichts zu tun.
Sozial bedeutet, dass die, dei mehr haben diejenigen unterstützen, die weniger haben. So war das z.B. früher beim Bafög.

Der Sozialbeitrag ist eine reine Umlagefinanzierung. Das Wort Sozial ist da irreführend (aber es klingt halt gut) Die Idee dahinter ist dass man gemeinsam mehr erreichen kann, als jeder einzelne. Wenn es gut geht, bezahlt jeder weniger als wenn er das alleine aushandeln müsste. Das ist auch gut.
Ein Nachteil ist das natürlich für diejenigen, die das System nicht nutzen wollen. Ich selbst stehe Zwangsmitgliedschaften eher reserviert gegenüber. Sie lassen sich zu leicht misbrauchen.

Je nach Ausgestaltung der Leistungen können das viele oder wenige sein, die einen Vorteil davon haben.

Gruß

Peter

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