Soziale Kompetenz

Hi!

Auch auf die Gefahr hin, daß dieser Artikel in die TopTen der dümmsten Fragen 2009 von wewewa kommt *gg*

Angenommen, jemand behauptet, im Berufsalltag über wunderbare soziale Kompetenz zu verfügen, auch genannt soziale Intelligenz, auch genannt Kommunikationsfähigkeit, auch genannt soft skills…

Im normalen Alltag zeigt derjenige aber diese Fähigkeit nicht gerade (zumindest nicht nachvollziehbar), liefert teilweise sogar Beispiele vom Gegenteil. Auch sogar dann nicht, wenn es im Alltag „berufsnahe“ zugeht.

Kann derjenige dann trotzdem über soziale Kompetenz verfügen?
Oder anders/allgemein gefragt, kann sich überhaupt soziale Kompetenz nur auf einige Lebensbereiche beschränken?

Da derjenige das indirekt behauptet und ich das nicht glaube, bitte ich um eure Meinungen!

Ich meine, ein Mathematiker kann seine (mathematische) Intelligenz ja auch nicht an der Supermarktkasse einfach abschalten. Naja, bewußt vielleicht schon *g*

Gruß,
Sharon

Hi Sharon,

Auch auf die Gefahr hin, daß dieser Artikel in die TopTen der
dümmsten Fragen 2009 von wewewa kommt *gg*

Gibt es solche überhaupt? Das legendäre ‚Wie heißt der Scheich von Emir?‘ läuft natürlich außer Konkurrenz… :wink:

Angenommen, jemand behauptet, im Berufsalltag über wunderbare
soziale Kompetenz zu verfügen, auch genannt soziale
Intelligenz, auch genannt Kommunikationsfähigkeit, auch
genannt soft skills…

Kommunikationsfähigkeit ist ein Baustein der sozialen Kompetenz, nicht ein Synonym für dieselbige.

Kann derjenige dann trotzdem über soziale Kompetenz verfügen?

Ich behaupte, dass dies in gewissen Bereichen der Fall ist, auch wenn ich einen solchen Menschen eher als eine Art Opportunisten (oder wie es Wilhelm Busch so hübsch ausdrückte: ‚Jenachdemer‘) bezeichnen würde.

Was ich damit sagen will… Es gibt Menschen, die sich im Beruf geradezu perfekt den Anforderungen/Erwartungen ihrer Umgebung (Chef, Kunden, Kollegen) anpassen, obwohl es ihrer eigentlichen Einstellung widerspricht. Das Problem ist, dass die soft skills inzwischen quer durch die Branchen und selbst bei einfachsten Jobs schlicht vorausgesetzt werden (weil jeder aus den Stellenanzeigen der anderen kopiert, scheißegal, ob sie wirklich benötigt werden). Dieses Verstellen im Job muss irgendwie kompensiert werden, also wird es halt - zum Teil „wie bisher“ - im privaten Umfeld ausgelebt.

Soziale Kompetenz ist in meinen Augen auch nichts, was man erst im Erwachsenenalter ‚lernen‘ kann - der Grundstein dafür muss schon in frühester Kindheit gelegt werden.

Die Frage ist hier also auch ‚kann ich‘ oder ‚muss ich‘? Wenn einem Mann die Mutter, später dann die Frau/Freundin jahrelang den Arsch hinterhergetragen, sogar Socken gebügelt und jeden Morgen die Klamotten rausgelegt hat - warum sollte er sich plötzlich in Eigenverantwortung üben? Wenn der Papa einer Frau jedesmal die gewünschte Barbie kaufte, sobald sie sich als Fünfjährige im Supermarkt schreiend auf den Boden warf - wie soll sie plötzlich Kompromissfähigkeit beherrschen?

Oder anders/allgemein gefragt, kann sich überhaupt soziale
Kompetenz nur auf einige Lebensbereiche beschränken?

Ja nu… Soziale Kompetenz besteht aus vielen Mosaiksteinchen, die nicht alle in sämtlichen Bereichen zwingend vorhanden sein müssen - bei extremer Ausprägung stehen sie sich bisweilen sogar im Weg. Zwei Beispiele:

• Empathie vs. Konfliktfähigkeit: vor lauter Einfühlungsvermögen meidet man jeden, wirklich jeden Konflikt wie der Teufel das Weihwasser, weil man nicht an seine Argumente denkt, sondern daran, was sie beim Gegenüber bewirken könnten.

• Fleiß vs. Teamfähigkeit: besonders gern stehen sich diese beiden Eigenschaften bei Menschen, die gerade Chef/Teamleiter/whatever geworden sind, gegenüber. Häufig gesellen sich noch Verantwortung und Kompromissfähigkeit dazu. Die Folge ist, dass sich der Chef vor lauter Flexibilität selbst an den Kopierer stellt, während die Sekki zu Motivationszwecken einen Latte mit dem Hausmeister trinkt - das ist dann Großmut…

Grüße
Renee

Hallo Sharon,

Auch auf die Gefahr hin, daß dieser Artikel in die TopTen der
dümmsten Fragen 2009 von wewewa kommt *gg*

oh, gibt es so was wirklich? :wink:

Naja, die soziale Kompetenz ist ja ein Konstrukt aus einer Vielzahl von Fähigkeiten. Sie ist also vielmehr als Fähigkeit zu sehen bestimmte Bereiche des Lebens aufgrund (positiver) Interaktionsfähigkeit gegenüber einer Person oder Gruppe und auch eigener (positiver) Eigenschaften und Einstellungen erfolgreich zu bewältigen.

Sie ist also zweck- und gruppenbezogen und somit auf den Anwendungsbereich zu beziehen.

Gruß

Joschi

Huhu Evil Princess,

Gibt es solche überhaupt?

Na, wenn das mal nicht Deckungsgleich ist, zwei Idioten, ein Gedanke. :wink:

Also, das sollte doch Grund genug sein, soetwas einzuführen… und gleich noch dazu: „Die 10 dümmsten Antworten!“.

Gruß

Joschi

Hi Sharon,

Auch auf die Gefahr hin, daß dieser Artikel in die TopTen der
dümmsten Fragen 2009 von wewewa kommt *gg*

also ich finde die Frage ziemlich intelligent-
was ja nix heißen muß :smile:

Angenommen, jemand behauptet, im Berufsalltag über wunderbare
soziale Kompetenz zu verfügen, auch genannt soziale
Intelligenz, auch genannt Kommunikationsfähigkeit, auch
genannt soft skills…

wenn jemand sowas(indirekt)behauptet,kann es sein,dass er damit schon etwaiger Kritik an seiner privaten Sozialkompetenz den Wind aus den Segeln nehmen will-das wäre dann taktische Intelligenz.

Im normalen Alltag zeigt derjenige aber diese Fähigkeit nicht
gerade (zumindest nicht nachvollziehbar), liefert teilweise
sogar Beispiele vom Gegenteil. Auch sogar dann nicht, wenn es
im Alltag „berufsnahe“ zugeht.

die Erfahrung hab ich auch.Es gibt Menschen,die-im Umgang mit Angestellten oder Geschäftspartnern-über relativ gute Sozialkompetenz verfügen.Dieses Einfühlungsvermögenberuht aber eher auf egoistischem Kalkül incl.der Fähigkeit zu motivieren und zur Konfliktlösung auf rein sachlicher Ebene.
Wenn aber komplexere Problemstellungen im zwischenmenschlichen Bereich auftreten wird`s wackelig.
Genau wie im privaten Bereich geht es dann nämlich um Metakommunikation,Lösung emotionaler Konflikte und Selbstreflexion.
Das ist eine andere Baustelle.
Da kann die Sozialkompetenz mal schnell gegen null gehen.

Kann derjenige dann trotzdem über soziale Kompetenz verfügen?
Oder anders/allgemein gefragt, kann sich überhaupt soziale
Kompetenz nur auf einige Lebensbereiche beschränken?

Meiner Meinung nach,ja.

viele Grüsse
Heidi

Soziale Kompetenz oder wie auch immer
Hi!

Kommunikationsfähigkeit ist ein Baustein der sozialen
Kompetenz, nicht ein Synonym für dieselbige.

Äh, ja :wink:
Ich wußte nur nicht, wie ich das Zusammenspiel desjenigen mit den Mitmenschen beschreiben soll. „Soziale Kompetenz“ erschien mir hier zu allgemein, mir fiel aber nichts besseres ein. „Freundlicher Umgang mit Menschen“ vielleicht? Hmmm… Keine Ahnung :wink:
Darum bleib ich mal vorläufig beim Oberbegriff.

Kann derjenige dann trotzdem über soziale Kompetenz verfügen?

Ich behaupte, dass dies in gewissen Bereichen der Fall ist,
auch wenn ich einen solchen Menschen eher als eine Art
Opportunisten (oder wie es Wilhelm Busch so hübsch ausdrückte:
‚Jenachdemer‘) bezeichnen würde.

Ja, wenn man den Oberbegriff zugrunde legt, dem nunmal viele Eigenschaften untergeordnet sind, mag dies stimmen.

Mangels einer besseren Bezeichnung versuch ich es mal so:
Kann jemand im Berufsleben den Mitmenschen gegenüber freundlich und fair sein, sonst aber nicht?

Was ich damit sagen will… Es gibt Menschen, die sich im
Beruf geradezu perfekt den Anforderungen/Erwartungen ihrer
Umgebung (Chef, Kunden, Kollegen) anpassen, obwohl es ihrer
eigentlichen Einstellung widerspricht.

Auch wenn dies für mich nachvollziehbar klingt, schafft man das tatsächlich über Jahre/Jahrzehnte?

Dieses Verstellen im Job muss
irgendwie kompensiert werden, also wird es halt - zum Teil
„wie bisher“ - im privaten Umfeld ausgelebt.

Ok, das wäre eine Erklärung IMHO.

Ja nu… Soziale Kompetenz besteht aus vielen Mosaiksteinchen,
die nicht alle in sämtlichen Bereichen zwingend vorhanden sein
müssen - bei extremer Ausprägung stehen sie sich bisweilen
sogar im Weg. Zwei Beispiele:

Guter Einwand :wink:

Danke und Gruß,
Sharon

Hi!

Auch auf die Gefahr hin, daß dieser Artikel in die TopTen der
dümmsten Fragen 2009 von wewewa kommt *gg*

oh, gibt es so was wirklich? :wink:

Ich glaube nicht, aber wenn, dann wäre ich ein guter Anwärter :stuck_out_tongue:

Sie ist also zweck- und gruppenbezogen und somit auf den
Anwendungsbereich zu beziehen.

Ok.
Lies aber bitte auch meine Antwort an Evil Princess. Ich muß nämlich den Begriff „Soziale Kompetenz“ doch verwerfen - jedoch fällt mir statt dessen leider kein anderer ein, der das Problem besser umschreibt.

Danke und Gruß,
Sharon

Hi!

Ich weiß grad gar nicht, ob du einfach nur Recht hast oder mir nur deine Antwort total in den Kram passt *g*
(Ja genau, ich mag die betreffende Person nicht *g*)

wenn jemand sowas(indirekt)behauptet,kann es sein,dass er
damit schon etwaiger Kritik an seiner privaten Sozialkompetenz
den Wind aus den Segeln nehmen will-das wäre dann taktische
Intelligenz.

Guter Einwand. So habe ich das noch gar nicht gesehen.

die Erfahrung hab ich auch.Es gibt Menschen,die-im Umgang mit
Angestellten oder Geschäftspartnern-über relativ gute
Sozialkompetenz verfügen.Dieses Einfühlungsvermögenberuht
aber eher auf egoistischem Kalkül incl.der Fähigkeit zu
motivieren und zur Konfliktlösung auf rein sachlicher Ebene.
Wenn aber komplexere Problemstellungen im zwischenmenschlichen
Bereich auftreten wird`s wackelig.

Ja, genau so beobachte ich es eigentlich auch. Allerdings kann ich seine Behauptung, im Beruf eben „sozial kompetent“ zu sein, nicht überprüfen.
Deine These find ich aber sehr interessant.

Danke und Gruß,
Sharon

Hallo!

Ich meine, ein Mathematiker kann seine (mathematische)
Intelligenz ja auch nicht an der Supermarktkasse einfach
abschalten.

Mein Psychologiedozent an der Uni hat großen Wert darauf gelegt, sehr penibel zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Relationsmerkmalen zu unterscheiden. Vieles, was als ein Persönlichkeitsmerkmal angesehen wird („xy ist arrogant“), ist eigentlich die Eigenschaft einer Beziehung („xy tritt z gegenüber arrogant auf“). Die Intelligenz des Mathematikers ist tatsächlich ein Persönlichkeitsmerkmal: Er hat diese Intelligenz, egal wer an der Supermarktkasse sitzt. Die „soziale Kompetenz“ dagegen hängt immer auch vom Gegenüber ab - man kann mit diesem Menschen oder diesem Menschenschlag oder sehr vielen Menschen sehr gut, aber nie mit allen. Deswegen kann es tatsächlich sein, daß jemand in der einen Situation eine hohe Sozialkompetenz hat, in einer anderen nicht. Wer gut mit Managern umgehen kann, mag bei Arbeitern versagen - viele Konflikte in Großkonzernen rühren mE genau daher.

Im normalen Alltag zeigt derjenige aber diese Fähigkeit nicht
gerade (zumindest nicht nachvollziehbar), liefert teilweise
sogar Beispiele vom Gegenteil.

Nunja, es gibt aber auch immer wieder Fälle von grandioser Selbstüberschätzung. Die Skepsis, ob seine Sozialkompetenz wirklich existiert, halte ich deshalb für angebracht. Unmöglich ist es aber nicht.

Gruß,
Max

Huhu Evil Princess,

Auch huhu!

Gibt es solche überhaupt?

Na, wenn das mal nicht Deckungsgleich ist, zwei Idioten, ein
Gedanke. :wink:

Na toll!
Und ich bin der Oberidiot, der das auslöste? :stuck_out_tongue:

Also, das sollte doch Grund genug sein, soetwas einzuführen…

Wie? Was? Meine Frage?
*grummel*

und gleich noch dazu: „Die 10 dümmsten Antworten!“.

Ok, ok - ich melde mich schon freiwillig! *g*

Gruß,
Sharon

Hi!

Vieles, was als ein
Persönlichkeitsmerkmal angesehen wird („xy ist arrogant“), ist
eigentlich die Eigenschaft einer Beziehung („xy tritt z
gegenüber arrogant auf“).

Sehr interessant! Klingt auch sehr plausibel und nachvollziehbar.
Wieder was gelernt (und da sag mal einer, dumme Fragen sind dumm *fg*).

Nunja, es gibt aber auch immer wieder Fälle von grandioser
Selbstüberschätzung. Die Skepsis, ob seine Sozialkompetenz
wirklich existiert, halte ich deshalb für angebracht.
Unmöglich ist es aber nicht.

Ja, das wäre auch denkbar.

Danke auch für deinen Beitrag, das war sehr lehrreich!

Gruß,
Sharon

hi

Lies aber bitte auch meine Antwort an Evil Princess. Ich muß
nämlich den Begriff „Soziale Kompetenz“ doch verwerfen -
jedoch fällt mir statt dessen leider kein anderer ein, der das
Problem besser umschreibt.

meinst du den EQ ?

Gruß H.

Hallo Sharon,

ich drück’s mal anders aus, das Anforderungsprofil ist unterschiedlich.

Die Eigenschaften derer es bedarf um zum Beispiel mit seinem Partner eine glückliche Beziehung zu führen sind sehr abweichend von deren um eine „untergebenen“ Gruppe in einem Arbeitsumfeld zu leiten.

Die Beziehungsmäßigkeit ist eine andere, das wirkt sich auf die Anforderungen aus.

So ist zum Beispiel Professionalität und Objektivität für einen „freundlichen“ Umgang mit Mitarbeitern von Nöten, in der Partnerschaft sind diese Voraussetzungen nicht erforderlich um „freundlich“ mit seinem Gegenüber umzugehen.

Gruß

Joschi