Soziale Phobie

Hallo allezusammen,

wie schafft man es, aus einer tiefen sozialen Phobie schrittweise langsam herauszukommen. Ein Gang zum Psychologen ist zur Zeit nicht möglich. Ich ziehe mich sehr im mein Haus zurück, habe wenn ich raus gehe Angst jemanden zu treffen und mit dem reden zu müssen und aus der Situation nicht mehr rauszukommen. Am allerschlimmsten ist, daß ich ständig das Gefühl habe, meinem Sohn nicht gerecht zu werden, weil ich viele Dinge, die andere Mütter machen nicht hinkriege.

Eigentlich bin ich von Natur aus ein geselliger Mensch, der früher sehr gerne Kontakt zu anderen hatte, doch seit ich meinen Job gekündigt habe, igle ich mich immer mehr ein. Wie soll ich in Situationen mit anderen Leuten denen klar machen, daß ich mich gerade sehr unwohl fühle, ohne sie zurückzustoßen.

Danke fürs Lesen, vielleicht kann ja jemand schreiben, der den Schritt in das „normale“ Leben wieder geschafft hat.

Liebe Grüße

Sabine

Hallo Sabine!

Auch wenn es nicht die Antwort ist die du dir wohl wünschst (ich bin aber auch nur Laie)

Ich denke es ist sehr schwer ohne psychoglogische Behandlung wieder den schritt in die gesellschaft zu finden. Eine meiner Freundinnen ist deshalb auch vor nem halben jahr in eine Klinik um sich behandeln zu lassen. Zu Beginn war sie sehr sekptisch- von wegen Klapse und so. Ihr hat es aber dort sehr viel geholfen, dass sie viele junge Menschen getroffen hat, die die gleichen probleme haben und denen das auch nicht auf die strin geschrieben ist. Für sie war das gefühl „normal“ zu sein dort etwas wunderbares, denn die Gesellschaft gibt einem ja immer das gefühl irgendwas ist an einem nicht normal- egal ob Aussehen, die Vorlieben oder die Plattfüße. ZUdem haben die Psychologen einfch mit ihr speziell an ihrem problem gearbeitet. Ein Thema war z.B. auch, weil einige Familienangehörige nicht erfahren sollten, dass sie in therapie ist, wie sie sich auf die löchernden frage , so nach dem Motto wo warstn du? vorbereiten kann.

Meine Freundin hat da eigentlich nur gute erfahrungen gemacht- und sicherlich gibt es sowas auch mit deinem Sohn- in den Sommerferien- so in Richtung mutter Kind kur (kommt natürlich drauf an wie alt dein sohn ist). Normalerweise müsste es dafür auch einrichtungen geben und dort gibt es sicherlich auch Mütter mit anderen Kindern… Und ihr hättet viel zeit für euch, du auch um deine probleme zu lösen und sicherlich auch in der Zeit etwas für deinen Sohn spannendes zu unternehmen!

Das war halt so die erfahrung, die meine Freundin im Kampf gegen ihre soziale Phobie gemacht hat! Ist aber wohl auch bei jedem anders!

Grüße, regina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Sabine!

Ich hatte (falls man sagen kann, dass man sowas jemals wieder loswird) bis vor einigen Jahren eine Soziale Phobie.

Zwei Fragen hätte ich an Dich:
Woher weisst Du, dass Du eine Soziale Phobie hast?
Wieso kannst Du nicht zum Psychologen?

Bei mir war es so, dass ich den Psychologen aufgesucht habe, weil meine Probleme die Aufnahme und Weiterführung meiner Ausbildung gefährdet haben. Ich konnte mir nicht vorstellen, den Anforderungen dort gerecht zu werden, meine Arbeit gut zu machen etc., vor allem bezogen auf den Umgang mit Chef und Kollegen, aber auch mit Kunden.
Die Termine beim Psychologen hatte ich schon, bevor ich die Ausbildung begonnen habe, und eine Weile danach.

Was genau mir geholfen hat, weiss ich nicht. Irgendwann platzt der Knoten, und ich konnte mit den Problemen selbst klarkommen.
Mein Psychologe war selbst erstaunt, dass ich innerhalb weniger Wochen so einen grossen Schritt vollbracht habe. Er warnte aber auch, dass das nicht unbedingt das Ende der grossen Probleme sein müsste.
In meinem Fall war es das aber.

Ich bin nach wie vor ein Mensch, der sehr gerne mit anderen zu tun hat, aber auch Angst davor hat. Situationen, in denen ich mit anderen reden muss, stressen mich nach wie vor, aber es hat sich auf ein Leven eingependelt, mit dem ich leben kann.
Zu Hause bin ich noch immer alleine, habe hier keine tiefen Freundschaften (ich ich vor meinem Umzug vor einigen Jahren durchaus hatte). Dank dem Internet ist das aber einigermassen erträglich, wenn auch nicht schön.

Im Alltag, nach aussen hin, bemühe ich mich, kommunikativ zu sein. Small Talk HASSE ich, weil ich sowieso nicht weiss, was ich sagen soll, und weil ich das Gefühl habe, in kein vernünftiges Gespräch zu kommen.
Allerdings kann ich ganz normal am Leben teilnehmen, ich besuche Fortbildungen, gehe mit meinem Sohn in eine Krabbelgruppe (in der sich alle vorher kannten, und ich vollkommen fremd war).

Manchmal muss allerdings mein Mann mich vertreten, wenn es z.B. um Telefonate mit Behörden geht, die vermutlich anstrengend werden, oder wenn es darum geht, etwas unangenehmes zu erledigen.
Aber auch das schaffe ich zunehmend selbst.

Den Psychologen habe ich im Hintergrund, ich weiss, dass ich dort wieder hinkann, wenn es neue Probleme gibt, die ich selbst nicht lösen kann. Das ist für mich auch kein Problem, ich sehe es nicht als peinlich oder unangenehm an, auch wenn mir das Sprechen mit ihm genauso schwer fällt wie mit anderen.
Übrigens durfte ich meinen Mann (der mir im Alltag generell eine grosse Stütze ist) zum Erstgespräch mitbringen. Ist er dabei, fällt mir das Sprechen generell wesentlich leichter.
Danach hatte ich nur noch Termine alleine, ich brauchte ihn für die weiteren Gespräche einfach nicht mehr.

Gegen eine Klinikeinweisung hätte ich mich übrigens vehement gewehrt. Die stand aber in meinem Fall auch nicht zur Debatte.
Wäre mein Leidensdruck gross genug gewesen, wäre es aber wohl schon eine Option geworden.

Ich wünsche Dir viel Mut, das Ganze anzugehen. Das klappt! Und dann wirst Du feststellen, wie viel einfacher das Leben doch sein kann :smile:

Übrigens wundere ich mich immer wieder über mich selbst, wie mutig ich doch sein kann, wie klasse ich Situationen meistere, in denen ich früher einfach den Kopf in den Sand gesteckt habe (im wahrsten Sinn des Wortes, Krönung war, dass ich mich einmal hinter meinem Mann versteckt und gar nix mehr gesagt habe). Das gibt unwahrscheinlich Auftrieb.
Phasenweise gestehe ich mir aber auch zu, einfach mal meine Ruhe haben zu wollen und wirklich nur das allernötigste mit anderen zu sprechen.

Übrigens habe ich mich damals auch gefragt, wie ich einem Kind das richtige Vorbild sein kann, wenn mich schon ein Telefonat mit einer Freundin stresst, wenn ich für jeden „Mist“ meinen Mann als Schützenhilfe mitnehme oder ihn vorschiebe.
Ich weiss nicht, wie alt Dein Kind ist, aber vielleicht kannst Du Dich von ihm auch ein wenig führen lassen? Kinder haben die wunderbare Möglichkeit, auf andere Menschen ganz unvoreingenommen zuzugehen und über irgendetwas zu reden, egal, ob der andere Erfahrung im Umgang mit Kindern hat oder nicht. Und in den allerallerseltensten Fällen werden sie zurückgewiesen. So geht es auch Erwachsenen, zumindest ist das meine Erfahrung :smile:

Liebe Grüsse
Bine

Hallo Sabine,

Phobien gehören zu den am besten behandelbaren psychischen Störungen, hier hilft die Verhaltenstherapie am besten. Oft ist bereits nach wenigen Sitzungen die Phobie sehr gebessert.

Wenn Du keinen niedergelassenen klinischen Psychologen oder psychologischen Psychotherapeuten aufsuchen kannst, dann solltest Du in die nächte psychiatrische Klinik gehen. Die Psychologen bzw. Psychiater helfen dort kurzfrstig, während die Therapeutenpraxen oftmals eine lange Warteliste haben. Wichtig ist allerdings, dass Du eine verhaltenstherapeutische Behandlung erhältst.

Viele Grüße!

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Wenn du das wirklich allein in den Griff kriegen willst, dann rate ich zu folgender Methode:

Schreibe eine Liste von individuellen Situationen geordnet nach „Bedrohlichkeit“, angefangen mit Sachen die dir nicht sehr schwer fallen bis hin zu Dingen, an die du am liebsten nicht einmal denken willst. Z.B:

  • Internet-Chatraum
  • Fastfood-Drive-In


  • Eisdiele
  • Disco


  • Computerfachladen mit Beratung
  • Tankstellenbesuch mit „vergessenem“ Geldbeutel

Dann fang an, dich zunächst in die einfachsten Situationen einzudenken… stell dir vor, wie es wäre. Meditationstechniken und Visualisierung können hier helfen - ggf auch Rollenspiel (hier hilft normalerweise der Therapeut, aber ein guter Freund sollte es auch tun :wink: ). Wenn du dich bereit fühlst, beginne die Punkte auch in der Realität einen nach dem anderen abzuarbeiten.

Natürlich ist professionelle Hilfe empfehlenswerter… aber vielleicht findest du ja auch irgendwo in der Mitte deiner Liste den Punkt: „Besuch beim Psychologen“, womit du an einer Stelle angelangt wärst, an der du nicht mehr allein mit dem Problem kämpfen musst.

Viel Glück!

Danke
Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten. Die Liste von martys fand ich sehr gut, ich hoffe, daß ich den Gang zum Psychologen bald auf der Liste „abarbeiten“ kann.

Bei Loussy würde ich mich gerne persönlich melden.

Liebe Grüße

Sabine

Das Problem wurde vor ein paar Monaten irgendwo im TV behandelt. Es gibt wohl eine Klinik in der Schweiz (Zürich???) Die sich mit dem Thema auch wissenschaftich auseinander setzt und innerhalb von 5 Tagen im Rahmen einer Verhaltenstherapie wohl sehr gute Erfolge erzielt. Vielleicht noch mal Googeln?

Hallo Sabine,

ein Therapeut wäre natürlich anzuraten; du kannst aber zusätzlich(!) selbst einiges tun, um „von außen“ an das Problem heranzugehen (manche haben ja den Anspruch, sofort das Übel bei der Wurzel zu packen; das ist aber meistens erstens nicht möglich, zweitens manchmal nicht ungefährlich; auch Verdrängung hat ihre guten Seiten:smile: ).

  1. Hilfreich ist es, sich in einem solchen Fall auf irgendetwas zu konzentrieren, das man entweder besonders gut kann - oder wenn dafür die Zeit fehlt, nicht einmal besonders mag, aber täglich ausübt - ; z.B. darauf, ungewöhnlich viel Arbeitseifer zu zeigen - vielleicht hast du auch künstlerische Seiten - und bedenke: Die beste Mutter ist nicht die, die sich völlig für ihr Kind aufgibt, sondern die, welche ihre eigenen Bedürfnisse befriedigt und sich einen Ausgleich schafft - ohne schlechtes Gewissen, ihr Kind abzugeben -, da nur diese Mutter in der Lage ist, ihrem Sprößling eine sichere und stabile Basis mitzugeben und ihm zu vermitteln, daß es auch mütterliche Eigeninteressen gibt, geben darf und geben muß; denn dieses Bewußtsein ist für die soziale Ader und Selbstwahrnehmung deines Sohnes unumgänglich.
  2. Belastbarkeit prüfen: Scheue dich nicht, dir Überforderung einzugestehen und entsprechende Abstriche zu machen - gezielt.
  3. Bewußtsein: Konzentriere dich auf soviele deiner Handlungen, wie du kannst, aber mit dem Augenmerk nicht auf Quantität, sondern auf Qualität. Freu dich beispielsweise darüber, daß du mit dem Abwasch - klingt komisch, hilft mir aber oft - eine produktive Handlung vollzogen und eure Umgebung schon rein optisch verbessert hast. So kann man es mit vielen Dingen halten.
  4. Autosuggestion: Angst zulassen, aber nicht weiterverfolgen. Sobald wieder eine Angstwelle hochsteigt, kannst du dir sagen: „Ich habe keine Angst, ich bin mutig“, oder: „Ich werde dieses Gespräch jetzt genießen“, oder: „Ich werde meinem Chef jetzt zeigen, was ich kann. Da freu ich mich drauf“ (primitive Beispiele, aber meistens ergeben die sich in einer solchen Situation nicht anders). Das sagst du dir laut oder leise so oft, bis du dich merklich entspannst (ich habe anfangs (in Prüfungssituationen) in der Regel 20 - 25 Wiederholungen gebraucht). Wichtig ist, daß du dich so auf die Worte konzentrierst und keinen anderen Gedanken zuläßt, daß du auch wirklich dran glaubst.
  5. Mut (hat nichts mit „Zusammenreißen“ zu tun; ich weiß, daß das nicht geht): Gerätst du in eine Menschenmenge, sieh dir einzelne Leute genau an; die Panik an belebten Orten entsteht dadurch, daß man meint, einer undefinier-und kontrollierbaren gesichtslosen Masse ausgesetzt zu sein (der Angst Einzelnen gegenüber ist diffiziler, trickreicher und meist nur über Umwege zu begegnen; darüber würde ich mir jetzt aber noch keine konkreten Gedanken machen). Red mit der Verkäuferin über´s Wetter, mit dem Bankangestellten über die Lottozahlen, was weiß ich. Nach dem ersten Wort wird es immer leichter fallen.

Es gäbe noch so viele Möglichkeiten, alle sind aber auf einen Nenner zu bringen: Selbst-Bewußtsein, und zwar positives.
Sport tut nebenbei bemerkt auch sein übriges :smile:, besonders Ausdauersport.
Ein pauschales Rezept gibt es jedoch nicht; bei jedem liegen Ursachen und Symptome - mal mehr, mal weniger - woanders; daher brauchst du, wie schon eingangs gesagt, zur individuellen Betreuung einen (Gesprächs)Therapeuten; ich wünsch dir einen guten.

Gruß,

Aglajo

vielleicht ist es ja gar keine soziale phobie sondern einfach nur eine phase in der du dich selber neu ordnest und dir dein leben neu gestalten musst.
das wiederum macht unsicher weil jahrelang gewohnte abläufe plötzlich anders sind.
vielleicht ist es so wie bei einigen rentnern, da haben die jahrzehntelang auf das rentnerdasein hingearbeitet, plötzlich kam es ganz überraschend über nacht und nun haben sie keinen plan was mit sich und der freizeit anzufangen und bekommen zeitweise ein unruhiges gemüt.
ich weigere mich meist alles mit depressionen erklären zu wollen, meis sind das keine depressionen für MICH, sondern lernphasen in denen menschen sich verändern und neu lernen müssen mit sich umzugehen.
wenn man dabei instinktiv merkt, das die umgebung einen schräg beäugt und alles logisch erklären und erklärt haben will, dann kapselt man sich eben manchmal ab.

schaff dir selber geregelte aufgaben, nur mutter sein scheint dir eh nicht zu bekommen, wie es den meisten frauen nicht wirklich gut bekommt.
für den anfang würde ich mir feste pläne für gewisse tätigkeiten machen. schaff was kreatives, leg dir n hobby zu mit dem du was anfangen kannst und was deinen geist fordert.
irgendwann wirst du dann wieder memhr energie für die anderen aufbringen können.
und mach dir nicht zu dolle einen kopf, menschen verändern sich auch du hast das recht dich zu verändern, nimm es an es ist nicht nur was schlechtes.
und lauf etwas, sportliche betätigung kann auch helfen.
wenn du nicht draussen laufen willst kannst du dir auch drinnen einen lauftanz geben. zwei vor ein zur seite und zwei zurück, so als wolltest du richtig laufen.
mit etwas übung klappt das ganz gut und es bringt sauerstoff ins blut :wink:

viel glück
sonja

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]