Hallo!
Vielleicht kann mir ja jemand helfen. Hat jemand schon mal als Student/in Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld/-Hilfe beantragt? Ich wusste bis vor kurzem gar nicht, dass das geht. Da ich gerade im Examen bin, mein Job ausläuft und die Arbeitsmarktlage ja so grauselig mau ist, habe ich an diese eventuelle Alternative (auch neben Beantragung von Bildungskredit etc.) gedacht. Was ist zu bedenken? Ich habe mir die Infos von den Behörden schon runtergeladen, würde mich nun über zusätzliche „Insidertips“ freuen. Vielen Dank vorab für Tips Patrizia
Hallo Patrizia,
einige Anregungen / Tipps:
1)Der AStA der Hochschulen unterhält häufig eine (kostenlose) Rechtsberatung
2)Häufig bieten der AStA, das Studentenwerk bzw. die Studienberatung der Hochschule eine Psycho-soziale Beratungstelle
3) Zu meiner Studienzeit (90 er Jahre) gabe es an der Uni, die Möglichkeit einen günstigen Kredit (mit späterer Rückzahlung) zu bekommen; zudem gab es für Bedürftige Freitischmarken (für die Mensa)
4) Inwiefern für Dich ein Stipendium in Frage kommt, kann ich nicht beurteilen. Die großen Studienstiftungen haben an den Hochschulen i.d.R. bestimmte Professoren als Ansprechpartner benannt: in Deinem Vorlesungsverzeichnis dürftest Du fündig werden.
5) Ob Du - neben dem Studium - noch arbeiten kannst o d e r ggf. Dein Studium eine Zeitlang zurückstellst, um Teil- oder Vollzeit Geld zu verdienen (und nebenbei zu studieren) kann ich nicht beurteilen: einen Gedanken Wert wäre das aber vermutlich.
6) Wer kommt sonst noch als Unterstützer in Frage? Die Eltern oder andere Verwandte? Gute Freunde? Ist der Vermieter ggf. bereit die Miete für einige Monate zu stunden?
7) Die Kirchen (bzw. andere caritative Einrichtungen) unterhalten oft eine Schuldnerberatung. Nur keine falsche Scham: oftmals arbeiten dort ausgezeichnete Leute, die einem helfen (können) wieder einen guten Überblick über die eigenen Finanzsituation zu bekommen.
Zum Arbeitsamt:
Du bekommst erst dann Alogeld, wenn Du in den letzten 36 Monaten 12 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt warst, also in die Arbeitslosenkasse eingezahlt hast (Etwaige Ausnahmen von dieser Regelung, die evtl. auf Dich zutreffen, wird Dir das Arbeitsamt nennen).
Sozialhilfe kann es evtl. geben: dazu mußt Du allerdings zunächst zum Arbeitsamt gehen und Dich melden(Verfahrensablauf). Erst danach kannst du zum Sozialamt gehen.
Der Besuch beim A-amt kann sich für Dich lohnen, weil Du ggf. durch eine Arbeitlos-Meldung Vorteile bei der späteren Rentenberechnung hast. Zudem: Solltest Du nach Deinem (erfolgreichen) Abschluß des Studiums, keinen Job finden, dann hast Du (evtl.) die Anwartschaftszeit für ABM (eher) als andere erfüllt.
Bei den Arbeitsämtern gibt es extra Hochschulteams. Das für Deine Stadt zuständige findest Du über www.arbeitsamt.de : dort kannst Du nach Städten suchen.
Für den Gang zum Arbeitsamt solltest Du Deinen Personalausweis mitnehmen. Sinnvoll wäre zudem, wenn Du einen Lebenslauf mitnimmst: aus diesem sollte hervorgehen, was Du in letzten Jahren gemacht hast.
Sollte man Dir beim Arbeitsamt nicht (sofort) Auskunft geben können und Deine finanzielle Lage ist extrem „pikant“: dann gehe sofort zum Sozialamt und schildere Deinen Fall: es ist wichtig, dass Du das ggf. sofort machst, weil das Sozialamt (immer erst) vom Tag der Antragstellung an zahlt. Hilfreich für das Sozialamt: Fertige eine Übersicht Deiner Einnahmen und Ausgaben an - eine vollständige (!).
Viel Erfolg - wer nach Hilfe fragt, erlebt, dass viele Einrichtungen kompetente Arbeit leisten.
Grüsse aus Lüneburg
Heiner Gierling
Hi
entweder du studiertst oder du bekommst Sozialhilfe. Im Urlaubssemester ist’s möglich.
HH
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schwierig, aber es geht
hallo patrizia,
grundsätzlich geht das schon, aber die hürde ist sehr hoch. unter sehr besonderen umständen (z.b. arbeitsunfähigkeit) und bei einiger willkür kann das klappen. unter solchen umständen kannst du als studi maximal 6 monate (wenn ich mich recht erinnere) sozialhilfe als dahrlehen erhalten.
das hiesige sozialamt hat übrigens eine eigene abteilung für azubis und studierende- erkundige dich mal, ob’s sowas auch bei euch gibt. und im zweifelsfall kannst du als studi (bei geringem einkommen) auch einen beratungsschein bekommen, mit dem du mal zum anwalt gehen kannst (das kann sich durchaus lohnen, wenn es ein sozialrechtler ist).
viel glück wünscht
bernd
„entweder du studiertst oder du bekommst Sozialhilfe. Im
Urlaubssemester ist’s möglich“
Hallo Helge, Vielen Dank vorab für die Antwort. Zu Deiner Aussage: das dachte ich ja auch immer, aber es ist wohl nicht so, da gibt es noch sowas wie HLU (Unterstützung in besonderer Lebenslage oder so). Ein Urlaubssemester kommt für mich leider nicht in Betracht, da ich durch das schleichende Hineinrutschen in eine neue Prüfungsordnung an eine Jahresfrist gebunden bin. Also meine Magisterarbeit bis Ende diesen Jahres angemeldet haben muss. Sehr kompliziert und nervenraubend, kann ich nur sagen.
Es grüßt Patrizia
Hallo Bernd,
Ich danke Dir für den Tip, werde mich mal kundig machen, ob das Sozialamt auch solch einen Studentenservice anbietet.
viele Grüße, Patrizia
Hallo Heiner, Zunächst herzlichen Dank an Dich für Deine Mühe und Grüße nach Lüneburg, da studiere ich nämlich, wohne allerdings in HH.
Zu Deinen Anregungen: Ich habe schon einiges probiert: Rechtsberatung (Hmm…), Studienberatung (sehr nett, von dort habe ich den Tipp mit der Sozialhilfe oder Hilfe in besonderen Lebenssituationen).
Mit dem günstigen Kredit finde ich das recht interessant, davon hat man mir im Bafög-Amt nichts erzählt. Was ist das für ein Topf? Oder meinst Du den Bildungskredit, den man in Bonn beantragt, das habe ich gemacht-noch keine Antwort.
Stipendium kann ich glaube ich vergessen. das einzige, was die Uni von mir will, sind 500 Euro Studiengebühren, habe schon Antrag auf Erlass gestellt. Einmal mußte ich schon zahlen (trotz Widerspruch)
Zu 5:frowning:Ob Du - neben dem Studium - noch arbeiten kannst o d e r
ggf. Dein Studium eine Zeitlang zurückstellst, um Teil- oder
Vollzeit Geld zu verdienen (und nebenbei zu studieren) kann
ich nicht beurteilen: einen Gedanken Wert wäre das aber
vermutlich.)- Tja, ich arbeite ja nun bereits seit Jahren 20h/Woche, um Geld zum Leben zu verdienen, habe das auch weiter vor. Meine Frage zur Sozialhilfe ist präventiv für den schlimmsten Fall. Ich stehe zudem unter zeitlichem Druck, da ich aufgrund einer einzuhaltenden Frist bis Ende des Jahres meine Magisterarbeit angemeldet haben muß. Also fällt die Vollzeit schon weg (und damit ja auch mein Studentenstatus)
Sozialhilfe kann es evtl. geben: dazu mußt Du allerdings
zunächst zum Arbeitsamt gehen und Dich
melden(Verfahrensablauf). Erst danach kannst du zum Sozialamt
gehen. (Das ist doch eine informative Aussage, merci)
Der Besuch beim A-amt kann sich für Dich lohnen, weil Du ggf.
durch eine Arbeitlos-Meldung Vorteile bei der späteren
Rentenberechnung hast. Zudem: Solltest Du nach Deinem
(erfolgreichen) Abschluß des Studiums, keinen Job finden, dann
hast Du (evtl.) die Anwartschaftszeit für ABM (eher) als
andere erfüllt. (merci für Tip!)
Für den Gang zum Arbeitsamt solltest Du Deinen Personalausweis
mitnehmen. Sinnvoll wäre zudem, wenn Du einen Lebenslauf (aha, das ist interessant, danke!)mitnimmst: aus diesem sollte hervorgehen, was Du in letzten
Jahren gemacht hast.
Sollte man Dir beim Arbeitsamt nicht (sofort) Auskunft geben
können und Deine finanzielle Lage ist extrem „pikant“: dann
gehe sofort zum Sozialamt und schildere Deinen Fall: es ist
wichtig, dass Du das ggf. sofort machst, weil das Sozialamt
(immer erst) vom Tag der Antragstellung an zahlt. Hilfreich
für das Sozialamt: Fertige eine Übersicht Deiner Einnahmen und
Ausgaben an - eine vollständige (!).
Vielen Dank und Grüße, Patrizia
Hi
Ist das brandneu? Ich kenne mehrere alleinerziehende Mütter im Umfeld. immer wieder dasselbe: Das kind bezieht sozialhilfe, die Mutter studiert und jobt oder meldet sich ab an der Uni und bezieht Sozialhilfe. Wenn Bafög dann wohl sowieso nicht. Wenn du da mehr erfährst, poste das Ergebnis mal - aber ich denke du wirst soviele Kriterien erfüllen müssen…
Wenn das Soz. einmalige befristete Darlehen vergibt wie Bernd schreibt, ist das keine Sozialhilfe in dem Sinne. Wann beginnt die Tilgung eines solchen Darlehens? Normal schliesst sich Immatrikulation und Sozialhilfe eigentlich aus.
Ich kenn übrigens auch jemanden in deiner Situation… dem wurde nicht geholfen.
Gruß, HH
Tja, das macht richtig Mut und gibt mir zur späten Abendstunde noch mal einen Motivationsschub!
Mir war das ja auch neu und ich werde mal ausfindig machen, was möglich ist und berichten.Grüsse bis dahin, Patrizia