Hallo Hans-Werner,
Du schreibst:
vielleicht mag dich die Sachbearbeiterin mehr, wenn du es
mal mit Anrede und Gruß versuchtest??
Ich kann es ja verstehen, wenn Du Dir als Beamter wünschst, dass die Bürger auf den Ämtern stets freundlich, höflich und zuvorkommend sind. Aber ist das, was Du schreibst, nicht eine Unterstellung? Aus keinem Wort des Ursprungsposters kann man herauslesen, dass er unfreundlich gewesen wäre. Und selbst wenn er das gewesen wäre: Die Behörden und ihre Angestellten und Beamten sind die Dienstleister, die dem Bürger zu dienen haben (vgl. Staats diener , und der Staat sind die Bürger). Nur der Dienstleister ist derjenige, der gegenüber seinen Kunden freundlich, höflich und zuvorkommend zu sein hat. Ist er es, braucht er sich um eine ebensolche Erwiderung keine Sorgen zu machen.
(…) hättest du SA-Mitarbeiter lieber, die jedem, der um Hilfe bittet,
alles gibt, ohne genau zu prüfen, ob es überhaupt zusteht?
Mir ist jemand, der das Geld des Steuerzahlers behandelt, als
wäre es sein eigenes, lieber, als jemand der denkt „ist ja
nicht meins, also raus damit“.
Am besten wäre doch ein Sachbearbeiter, der weder das eine noch das andere tut, sondern der sich an bestehende Gesetze hält und diese auch anwendet, indem er Gelder so auszahlt, wie der Gesetzgeber das vorschreibt.
Ich für mein Teil zahle genug Steuern.
Ich auch, Hans-Werner. Und ich möchte ungern mehr bezahlen. Aber Deine Ausführungen klingen gerade so, als ob die Sozialhilfe von Deinem Steuergeld bezahlt würde. Ob ein Sozialamtssachbearbeiter sich nicht an Gesetze hält und zuwenig Sozialhilfe auszahlt oder ob er sich nicht an Gesetze hält und zuviel Sozialhilfe auszahlt - auf Deine Steuerverpflichtung wird sich das nicht auswirken, und auf meine ebenso wenig.
Oder lese ich da etwa zwischen den Zeilen: „Sozialhilfeempfänger sind Schmarotzer, die auf Kosten der Allgemeinheit leben“? „Schmarotzer“ ist unzutreffend (wie Untersuchungen belegen). „Auf Kosten der Allgemeinheit“ stimmt, weil es der Gesetzgeber so will, dass Menschen geholfen wird, die sich nicht selbst helfen können (und nur dann haben Sozialhilfeempfänger Anspruch auf Sozialhilfe). Und von „auf Kosten der Allgemeinheit leben“ kann man vermutlich kaum sprechen, denn leben kann man das „Dahinexistieren“ von Sozialhilfeempfängern angesichts des niedrigen Regelsatzes wohl kaum nennen.
Liebe Grüsse
Holger von oben