Hi!
ich suche infos zur SPD nahen zeitung „sozialistische aktion“.
ich weiss bereits, dass die zeitung im exil der spd (1933-1945) in prag, später in paris, gedruckt wurde und ins dt. reich geschmuggelt wurde. das ist aber auch schon alles. die spd selber schreibt auch nicht mehr dazu auf ihrer hp. ich suche aber ausführlicheres material.
danke für die hilfe
Hallo !
- Juni 1933
(Sonntag)
In Karlsbad erscheint die erste Nummer der sozialdemokratischen Wochenzeitung ‚Neuer Vorwärts‘ (Chefredakteur wird Friedrich Stampfer). In dem Aufruf heißt es: »Zerbrecht die Ketten! Der Welt die Wahrheit zu sagen und dieser Wahrheit auch den Weg nach Deutschland zu öffnen, ist unsere Aufgabe. Die Geschlagenen von heute werden die Sieger von morgen sein! Brecht die Ketten! Vorwärts!« Der ‚Neue Vorwärts‘ wird bald in einer Miniaturausgabe auf Seidenpapier in Tausenden von Exemplaren nach Deutschland geschmuggelt; ab November führt diese Ausgabe den Titel ‚Sozialistische Aktion‘ und wird von Paul Hertz redigiert. In winzigen Typen gedruckt, umfaßt sie acht Seiten mit rund 25.000 Worten. Im ersten Jahr ihres Erscheinens sollen etwa zwei Mill Exemplare nach Deutschland gebracht worden sein. Daneben kommen Aufrufe der Partei und Propagandazeitschriften mit neutralen Umschlägen versehen - von Cäsars Gallischem Krieg bis zu Rasieranweisungsbroschüren - nach Deutschland. Druckzentrum dafür ist das im Mai 1933 eingerichtete Verlags- und Druckhaus »Graphia« in Karlsbad. Der Graphia Verlag veröffentlicht in der Folgezeit auch Bücher und Broschüren wie diese: ‚Revolution gegen Hitler‘ (1933); Miles (W. Löwenstein): ‚Neu beginnen‘ (1933); Justinian (E. Kuttner): ‚Reichstagsbrand‘ (1934); G. Seger: ‚Oranienburg‘ (1934); ‚Der Faschismus und die Intellektuellen‘ (W. Hoegner, 1934); ‚Konzentrationslager. Ein Appell an das Gewissen der Welt‘ (1934); K. Kautsky ‚Grenzen der Gewalt‘ (1934); Historikus (A. Rosenberg): ‚Der Faschismus als Massenbewegung‘ (1934); I. Franz (F. Neumann): ‚Die Gewerkschaften in der Demokratie und unter der Diktatur‘ (1935); ‚Deutsche Flüsterwitze. Das Dritte Reich unterm Brennglas‘, gesammelt von J. Wilenbacher (F. Osterroth, 1935), und F. Stampfer: ‚Die 14 Jahre der ersten deutschen Republik‘ (1936). Um den Transport illegalen Materials zu erleichtern und Kuriere von und nach Deutschland zu unterstützen, werden dicht an der Grenze um Deutschland von der Auslandsvertretung der SPD mehrere Grenzsekretariate eingerichtet, u.a. in Reichenberg, Karlsbad, Trautenau, Bodenbach, Luxemburg, Kopenhagen, Brüssel und Antwerpen.
Im Alter von 77 Jahren verstirbt in Schönwerter/Ostpommern Anna von Bonin, die unter dem Pseudonym Hans Werder zahlreiche vaterländische Romane veröffentlichte.
[Tageschronik: 18. Juni 1933. Digitale Bibliothek Band 49: Das Dritte Reich, S. 328 (vgl. DGK Bd. 2.1, S. 64 ff.) © Droste/Directmedia]
Gruß max