Sozialpsychologischer Versuch!

Ich habe neulich in einer Ausländischen TV Wissenschaftssendung einen Versuch entdeckt.
Es wurden 3 Schalen mit Süßigkeiten wärend einer Messe aufgestellt. Komischerweise haben fast alle Besucher immer in die Schale gegriffen, in die ihr Fordermann gegriffen hat.
kann mir einer dieses Phänomen erklären oder mir Hinweise geben wo ich genaueres erfahren kann?
Vielen Dank

Ich habe neulich in einer Ausländischen TV
Wissenschaftssendung einen Versuch entdeckt.
Es wurden 3 Schalen mit Süßigkeiten wärend einer Messe
aufgestellt. Komischerweise haben fast alle Besucher immer in
die Schale gegriffen, in die ihr Fordermann gegriffen hat.
kann mir einer dieses Phänomen erklären oder mir Hinweise
geben wo ich genaueres erfahren kann?

Ich kenne den Versuch nicht, könnte mir aber vorstellen,
dass die besagte Schale von ihrer Position her
günstiger stand.

Um so ein „Experiment“ zu machen, muss man eine
Kette von „Mitarbeitern“ mehrfach entlang schicken,
welche dann jeweils systematisch in eine andere
Schale greift; DANN bestimmt man statistisch
die Präferenz der dahinter zugreifenden Masse.

Es gibt aber noch den „Kino-Effekt“; wenn zwei
gleichwertige Eingangstüren vorhanden sind,
wird die signifikant die „rechte“ Tür bevorzugt
(iirc). Das hängt imho mit der Händigkeit zusammen.

Euer CMБ

Hi!
Danke für die Schnelle antwort!
Es ist nicht immer in die selbe Schale gegriffen worden.
Es ist nur beobachtet worden, dass wenn der Vordermann in die z.B linke Schale gegriffen hat, der jenige hinter ihm es auch getan hat.
Die Sendung war leider auf Spanisch, deshalb habe ich die Erklärung nicht verstanden. Ich glaube aber, dass es etwas nit neid zu tun hatte!
Schönen Sonntag noch.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Dorie
Hier mein leicht paranoider Erklärungsversuch:
Der Hintermann sah, dass der Vordermann nicht tot umfiel, nachdem er das Leckerli in den Mund getan hatte und dachte: Sieh einer an! Zumindest kein Zyankali drin! und griff in dieselbe Schale.
Gruss, Branden

Kino-Effekt

Es gibt aber noch den „Kino-Effekt“; wenn zwei
gleichwertige Eingangstüren vorhanden sind,
wird die signifikant die „rechte“ Tür bevorzugt
(iirc). Das hängt imho mit der Händigkeit zusammen.

Hat dieser „Kino-Effekt“ damit was zu tun, dass bei Panik alle Menschen schräg nach rechts fliehen?

Gruß, Sadjehuti

Hi
was ähnliches was Leute dazu treibt ihre Einkaufswagen immmer an die längste Reihe zu stellen.
HH

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich weiss nicht, inwieweit das mit ‚Neid‘ zu tun hat - so nach dem Motto ‚oh, davon will ich jetzt auch was‘. Das kann natürlich auch ne Rolle spielen.

Was ich nicht verstanden hab: Sind die Süssigkeiten in allen drei Schalen identisch? Sonst kann man das Experiment ja gar nicht richtig beurteilen.

Ich glaube aber eher ‚that people are like sheep‘, um’s mal grob zu sagen. Geh doch mal irgendwo, zB am Flughafen, in die falsche Richtung (aus Flieger aussteigen, erstmal in Richtung baggage gehen, dann nen anderen Weg einschlagen), und guck, wieviele der Passagiere dir folgen - die meisten!

Ich bin oft diejenige, die als erste irgendwo hingeht, während der Rest der Menge immer dem Vordermann gefolgt ist. Dann merken andere Leute, ach, da könnte ich ja auch machen, und folgen mir. Ich find das immer sehr witzig. Um beim Flughafen zu bleiben: Flugzeug hat zwei Treppen, eine vorne, eine hinten. Alle gehen aus dem Terminal raus & gehen zu der nähergelegenen Treppe, und stellen sich an ne lange Schlange an. WENN hinten auch ne Schlange ist, aber kleiner, gehen ein paar Leute dorthin. Wenn hinten GAR NIEMAND mehr ist, geht KEINER dahin. Ich tue das dann, und andere Leute folgen mir.
Interessant, oder?

Die meisten Leute wollen halt nicht selber denken & Entscheidungen treffen müssen - sie sind froh, dass jemand anders dies für sie tut. Das denken sie natürlich nicht bewusst, aber ihr Verhalten lässt darauf schliessen.

Gruss, Isabel

Es gibt aber noch den „Kino-Effekt“; wenn zwei
gleichwertige Eingangstüren vorhanden sind,
wird die signifikant die „rechte“ Tür bevorzugt
(iirc). Das hängt imho mit der Händigkeit zusammen.

Dazu passt vielleicht auch: Obwohl hier in England ja Linksverkehr herrscht, gehen die Leute auf der Strasse, Treppe, Rolltreppe etc. doch meistens rechts und weichen auch vorzugsweise nach rechts aus. Nur wenn Sie mit einem Verkehrsmittel mit Rädern unterwegs sind, geht der Trend nach links.

Gruß,
Christiane

Gebe Dir Recht, Isabel!
Hi Isabel! Hi WWW-lers!

Ohne Fachmann zu sein, möchte ich etwas dazu sagen:

Ich weiss nicht, inwieweit das mit ‚Neid‘ zu tun hat - so nach
dem Motto ‚oh, davon will ich jetzt auch was‘. Das kann
natürlich auch ne Rolle spielen.

Denke ich auch, aber wohl eine untergeordnete, denke ich mal…

Ich glaube aber eher ‚that people are like sheep‘, um’s mal
grob zu sagen. Geh doch mal irgendwo, zB am Flughafen, in die
falsche Richtung (aus Flieger aussteigen, erstmal in Richtung
baggage gehen, dann nen anderen Weg einschlagen), und guck,
wieviele der Passagiere dir folgen - die meisten!

Dazu noch ein Beispiel: Einmal war ich, fast zufällig, an eine Stelle, wo in ein paar Minuten, die Teilnehmer einer international bekannte Fahrradfahrer-Wettbewerb, alle rasen schnell vorbei fahren würden. Also habe ich gewartet um das zu sehen. Diese Stelle hatte die Form eines „D“ und war ca 100 mtr lang und sehr übersichtlich. Die ersten Radlern führen über die gerade Stecke. Plötzlich aber einen ging über die gebogene Stelle. Und schon alle fuhren über diese Seite, obwohl es ein bißchen länger war. Wir haben uns alle gewundert und geschmunzelt…

Schöne, belustigte Grüße
Helena

Hallo,

die Situation mit den drei Schalen ist mehrdeutig. Niemandem ist klar, ob er mit seiner Wahl die richtige Entscheidung trifft im Hinblick auf die Fragen: Ist das die beste Süßigkeit? (eher von untergeordneter Bedeutung) Benehme ich mich sozial angemessen? (von höherer Bedeutung) In solchen Situationen orientieren sich Menschen an anderen und richten ihr Verhalten nach aus. Man kann das z.B. auf Tagungen beobachten, auf denen es ein Buffet zur Essenszeit gibt (man beachte: der Autor war kürzlich wieder einmal in einer solchen Situation *g*). Jeder dürfte das unangenehme Gefühl kennen, das Buffet zu eröffnen. Vorher herrscht immer ein gewisses Abwarten. Man will ja nicht als „gierig“ erscheinen o.ä. Nur - wenn keiner geht, wird das Essen kalt, und lange in der Schlange warten will man auch nicht. Ein echtes Dilemma …

Gefährlich ist dieses Verhalten in Situationen, in der jemand Hilfe benötigt und viele drumherum stehen. Die potentiellen Helfer sind verunsichert, wissen nicht, was sie tun sollen. Es gibt u.a. eine Angst, zu versagen und deshalb sozial negativ bewertet zu werden. Jeder orientiert sich daher am anderen und weil keiner der anderen etwas tut, tut niemand etwas. Dieses Phänomen nennt man „pluralistische Ignoranz“.

Im allgemeinen halte ich diese Orientierung am Verhalten anderer für sinnvoll und sie dürfte sich während der Evolution entwickelt haben. Wenn Du nicht weiß, was Du machen sollst, schau Dich um, was der andere tut, und mache es ihm nach. Das ist eine einfache Faustregel, bei der man ohne große Kosten (Überlegungen, Zeitverlust usw.) oft das Richtige tut. Aber natürlich nicht immer. Im Tierreich beobachtet man solche Orientierungen am Verhalten anderer auch, z.B. bei Vögelschwärmen, in denen alle auffliegen, nachdem das erste Tier aufgeflogen ist.

Grüße,

Oliver Walter

Hallo Branden,

Hallo Dorie
Hier mein leicht paranoider Erklärungsversuch:
Der Hintermann sah, dass der Vordermann nicht tot umfiel,
nachdem er das Leckerli in den Mund getan hatte und dachte:
Sieh einer an! Zumindest kein Zyankali drin! und griff in
dieselbe Schale.

soll das ein dezenter Hinweis darauf sein, dass man(n)/frau
zugreifen sollte, wenn sich der/die Vorgänger/in nicht die
Finger verbrannte?

Gruss,

*zurückzwinker*
Branden
Daggi

Wenn Du so wiullst, Daggi! owT
!

Ich habe neulich in einer Ausländischen TV
Wissenschaftssendung einen Versuch entdeckt.
Es wurden 3 Schalen mit Süßigkeiten wärend einer Messe
aufgestellt. Komischerweise haben fast alle Besucher immer in
die Schale gegriffen, in die ihr Fordermann gegriffen hat.
kann mir einer dieses Phänomen erklären oder mir Hinweise
geben wo ich genaueres erfahren kann?

Hallo,

sehr schön beschrieben ist dieses Prinzip (und auch andere, ähnliche Phänomene) in „Robert Cialdini, Die Psychologie des Überzeugens“. Er nennt das von Dir beschriebene Phänomen „das Prinzip der Bewährtheit“.

Viele Grüße

Jörg

Hi!

Es gibt aber noch den „Kino-Effekt“; wenn zwei
gleichwertige Eingangstüren vorhanden sind,
wird die signifikant die „rechte“ Tür bevorzugt
(iirc). Das hängt imho mit der Händigkeit zusammen.

Oder mit der erlernten Blickrichtung?!
Habe mal gehört, dass unsere Richtungs-Gewohnheiten, auch stark mit der Schreib- bzw. Leserichtung zu tun haben. Wir orientieren uns von links nach rechts und bleiben dann quasi rechts hängen, während Kulturen in denen von rechts nach links geschrieben wird der Ablauf entgegengesetzt ist.
Hm, was machen dann eigentlich die Japaner, die suchen dann den Eingang unten oder wie oder was? ;o)

Greetings,
Marla

Hallo Marla,

Habe mal gehört, dass unsere Richtungs-Gewohnheiten, auch
stark mit der Schreib- bzw. Leserichtung zu tun haben. Wir
orientieren uns von links nach rechts und bleiben dann quasi
rechts hängen, während Kulturen in denen von rechts nach links
geschrieben wird der Ablauf entgegengesetzt ist.

Jetzt wo du das erwaehnst, erinnere ich mich das auch mal
gelesen zu haben.
Aber meine Erfahrungen hier in Saudi-Arabien sprechen eigentlich
dagegen. Z.B. wenn Supermaerkte zwei Tueren haben ,einer Ein-,
einer Ausgang, sind die trotzdem so beschriftet, dass man die
Tuer rechts benutzt. Auch haben sie hier Rechtsverkehr. Und
viele andere Kleinigkeiten, die eigentlich gegen die These
sprechen.
Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

Gruesse, Elke

Dazu passt vielleicht auch: Obwohl hier in England ja
Linksverkehr herrscht, gehen die Leute auf der Strasse,
Treppe, Rolltreppe etc. doch meistens rechts und weichen auch
vorzugsweise nach rechts aus. Nur wenn Sie mit einem
Verkehrsmittel mit Rädern unterwegs sind, geht der Trend nach
links.

Das stimmt leider nicht, sonst würde es bei mir neuerdings nicht so häufig zu Beinah-Zusammenstössen mit Fussgängern kommen!
(Bin nach 13 Jahren Linksverkehr gerade wieder in Deutschland, und weiche halt zu Fuss in die umgekehrte Richtung aus, wie es der Rest Deutschlands tut, so dass man sich dann immer noch nicht ausgewichen ist…). Aber auf der Rolltreppe gilt immer (try the London Underground!) rechts stehen, links gehen, which is the same here, I think?

Gruss, Isabel

Hi Isabel,

Aber auf der Rolltreppe gilt immer
(try the London Underground!) rechts stehen, links gehen,

das steht in Frankfurt an allen öffentlichen/städtischen Rolltreppen. Was die Kaufhäuser machen entzieht sich der „Obrigkeit“ *g.
Gruß,
Anja

Mir ist da so eine Idee gekommen, einfach der Nachahmungstrieb.
Gibt es dazu Versuch?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Dorie,

spontan amüsierte mich der dabei auftauchende Gedanke „der Vorkoster hat’s überlebt“. Es ist somit nicht giftig und man wird’s überleben. :smile:

Möglicherweise traut man auch dem „Vorgreifer“ einen guten Geschmack zu.

Möglicherweise hat’s auch damit zu tun, daß man Dinge aus Bequemlichkeit übernimmt. Was dem / der schmeckt, wird mir auch schmecken.

Möglicherweise möchte man auch nur wissen, was dem „Vorgreifer“ schmeckt. :smile:

Möglicherweise greift man einfach „unbewußt“ zu, und es hat nicht mal was mit Süßigkeiten zu tun. Möglicherweise wäre es fast gleich, was dort liegen würde.

Das mal spontan. Und nun lesen was anderen so meinen oder wissen.

Ciao,
Romana