Hallo, Thomas!
in einem Anfall von geistiger Umnachtung habe ich meine
Spätzlesdruck aus Aludruckguss in die Spülmaschine gepackt.
Wer hat noch nicht versehentlich Alu in die SpüMa gepackt, der werfe den ersten Stein.
Raus kam sie mit einem mittelgrauen, schmierigen Belag, ich
vermute Korrosionsprodukte.
Korrekt. Das stark alkalische Reinigungsmittel bekommt aluminium gar nicht.
Zur Erstversorgung habe ich die
Spätzlesdruck in verdünnte Essigessenz eingelegt und mit
klarem Wasser nachgespült.
Neeeeeiiiin!
Weder alkalische Laugen noch säuren für Alu nehmen! Aluminium ist amphoter, d.h. zu deutsch es löst sich sowohl in Säuren als auch in Laugen.
- Wie bekomme ich das Teil wieder blank? Mechanisch, ggf. mit
Putzstein, chemisch (z.B. mit verzinktem Blech in Essig oder
Ascorbinsäure einlegen)? Wer hat Erfahrung?
Wie bereits erwähnt, keinesfalls mit chemischen mitteln. Mechanisch, z.B. mit Stahlwolle oder Edelstahl-Tipfschrubbern polieren. Putzstein weiß ich nicht, wenn’s auf der Packung draufsteht, daß es auch für Alu geeignet ist, ist das sicher das Mittel der Wahl.
- Gibt es gesundheitliche Bedenken? Vor einigen Jahren hieß
es mal, dass Alusalze Alzheimer hervorrufen/begünstigen?
Lieber eine neue kaufen?
Das Alu löst sich in erster Linie, wenn man saure Lebensmittel damit einpackt, also keine alufolie auf Salate oder Früchte. Ich glaube auch fast, sogar Rohwurst (also Salami, Mettwurst, Teewurst etc.) mit Alufolie einzupacken ist bedenklich. Bei spätzle sehe ich da keine Probleme.
- Hat das Auswirkungen auf die Spüma: gesundheitliche Folgen
oder Korrosion des Edelstahls durch die Korrosionsprodukte des
Aluminiums?
Glaub ich nicht. Die Salze lösen sich, werden weggespült, z.d.F. (zu den Fischen). Der Edelstahl korrodiert mit Sicherheit nicht, sonst wär’s kein Edelstahl. Korrodieren tut immer das unedlere element, also Alu.
- Wären meine Fragen woanders (Chemie, Gesundheit) besser
aufgehoben? Ich lecke ja lieber die Spätzlesdruck ab, als hier
ein DP zu wagen - das wäre der wahre Tod.
Da Du Antworten auf Deine Frage bekommst, paßt’s schon. Vor ein paar Tagen war im Rezepte-Brett auch mal erwähnt, daß Chemiker oft die besseren Köche sind.
Grüßle
Regina