Hallo !
Nachschub? Die Mauren waren keine Besatzer, die den auf der iber. Halbinsel Lebenden das letzte Brot wegnahmen, sondern brachten erst einmal Kultur nach Spanien. Kultur, Technik, Architektur, moderne Landwirtschaft und ein Leben ohne Angst vor der Inquisition. Nachschub aus Afrika brauchten sie nicht, sie lebten in Spanien besser, als in Nordafrika. Nicht durch Ausbeutung, sondern durch Arbeit und Zusammenarbeit mit anderen Religionen.
Die „Befreier“ der von den Arabern besiedelten Gebiete hätten vorher die dort lebenden Christen und Juden fragen sollen, ob sie überhaupt befreit werden wollten!
Und jetzt zu Deiner Frage :
Die christl. Königreiche des Nordens - klein, arm und dünn besiedelt - waren durch den Zusammenbruch des Kalifats von Cordoba (1038), die Rivalitäten zwischen den Nachfolgereichen (den taifas) und die wiederauflebende Moslem-Macht in Nordafrika (der Almoraviden, anschließend der Almohaden) tief in die Politik der Moslemstaaten weiter im Süden hineingezogen worden. Der anfängliche Energieausbruch, der in der Eroberung Toledos 1085 durch die Christen gipfelte, wurde gefolgt von einem großen Glaubenskreuzzug, wie es im 12. Jahrhundert wohl nicht anders zu erwarten war und die Reconquista fand dann ihren vorläufigen Abschluß mit der Einnahme von Cordoba (1235), Murcia, Jaen und Sevilla (1248) durch die kastillischen Truppen unter Ferdinand III. So wurde das Königreich Leon-Kastilien, das innerhalb von 50 Jahren sein Territorium verdoppelt hatte, zur Hegemonialmacht auf der Iberischen-Halbinsel, allerdings waren die hinzugewonnenen Gebiete nach der Flucht der Moslems sehr stark entvölkert.
Der neue König von Kastillien, Alfons X, der Weise (1225-1284), versuchte, Bewohner des Nordens zur Umsiedlung nach Andalusien zu bewegen. Weite Landstriche wurden den Kirchen zugewiesen, den militanten Orden und dem Adel - mit dem Ziel, die neuerworbenen Ländereien schleunigst wieder zu kultivieren.
Pläne, die Reconquista durch die Eroberung des Königreichs Granada zu vervollständigen, kamen erst 1492 nach einem harten zehnjährigen Kampf zur Ausführung. Zwei Jahrhunderte lang stellten die span. Königreiche alle Feindseligkeiten gegen die Moslems ein, ja, sie duldeten den weiteren Verbleib der Moslems und Juden in einem erstaunlich hohen Ausmaß, bis sich am Ende des 14. Jahrhunderts die neu erwachte Intoleranz in einem ungeheurem Pogrom manifestierte.
Heute ist man bemüht in genau diesen Teilen Spanien, die Moslems wieder anzusiedeln. Viele Spanier, die nachweislich von den Arabern abstammen, kehren zum Islam zurück.
Schlimm war damals nicht die islamische Kultur, sondern die christliche.
Grüße Max