Spanisch

Hallo an alle!
Vielleicht kann mir der ein oder andere weiterhelfen. Ich habe mir vor einiger Zeit das Ziel gesetzt, spanisch zu lernen. Zum einen aus purem Interesse und zum anderen, weil es mein Ziel ist, in meinem (noch jungen) Leben so viel wie möglich von der Welt zu sehen und ich der Meinung bin, dass da neben englisch auch spanisch sehr hilfreich sein könnte. Nun meine Frage: Ist spanisch eine Sprache, die man durchaus „im Alleingang“ lernen kann oder wäre es doch sinnvoller, einen Sprachkurs zu besuchen (der nebenbei bemerkt nicht ganz billig ist)? Ich habe Zweifel, ob es wirklich viel Sinn macht, eine Sprache nur anhand von Wörter- und Grammatikbüchern zu lernen. Lohnt es sich, dass Geld auszugeben? Vielleicht kann mir auch jemand verraten, wie man am einfachsten eine fremde Sprache erlernt. Vielen Dank im Voraus.

Hallo Kristin

Ich habe meinen ersten Spanischkurs besucht, als ich die Sprache
schon recht gut konnte. Genauer: Ich konnte eine span. Zeitschrift
lesen ohne viel nachschlagen zu muessen, ich konnte Grammatikuebungen
zu 80% richtig loesen und ich konnte 2 E-Mail-Freundschaften auf
Spanisch unterhalten. Als Tourist konnte ich alles sagen, was ich
wollte, wenn auch nur langsam, und ich wurde gut verstanden. Die
Antworten hingegen, die habe ich oft nicht verstanden. Da fehlte eben
die Uebung im Verstehen. Das alles war vor dem ersten Kurs.
Die zwei Kurse verbesserten die Situation nur unwesentlich, zumal ich
mein Spanischpensum zugunsten anderer Sprachen auf eine Lektion pro
Woche verringert hatte.
Ich bin ein Verfechter des autodidaktischen Lernens. Allerdings bin
ich mir im Klaren darueber, dass das autodidaktische Lernen nicht
fuer jedermann ist. Es erfordert mehr Selbstdisziplin als das Lernen
im Kurs und man muss auf das Fragestellen verzichten koennen.
Ausserdem musst du die fuer dich funktionierende Methode finden.
Einen Vorschlag findest du hier:
http://www.fasala.com/imparulinga.htm
Die Lehrbuecher sind heutzutage aber so gut, dass du fast alle Fragen
in ihnen beantwortet findest. Und fuer die, die dann noch bleiben,
gibt es w-w-w.
Spanisch ist fuer das Selberlernen sehr gut geeignet, weil es
unglaublich viel Lernmaterial und gibt und viele Leute, die sich
auskennen. Das waere bei Hindi z.B. anders.

Die beste Methode eine Sprache zu lernen, ist die Immersion, d.h. das
Eintauchen. Du eignest dir im Kurs oder allein Grundkenntnisse an und
lebst dann mindestens ein halbes Jahr in dem Land, in dem die Sprache
gesprochen wird. Dort musst du die Sprache staendig anwenden, bist
also gezwungen sie zu lernen. Du musst im Ausland allerdings Freunde
finden, die sich Zeit fuer dich nehmen. Wenn du dann zusaetzlich noch
Grammatik- und Wortschatzuebungen machst, wirst du richtig gut. Auf
letzteres verzichten viele, weil sie glauben, der taegliche Gebrauch
reiche aus. Der Unterschied zwischen denen, die nur angewendet haben
und denen, die zusaetzlich noch Theorie studiert und geuebt haben,
ist am Ende eines Auslandsaufenthaltes deutlich, so meine Erfahrung.

Bei allem gilt natuerlich: Es kommt auf deine Ziele an. Es macht
logischerweise einen Unterschied, ob du nur als Tourist durchkommen
oder ob du Dolmetscher werden willst.

Gruss, Tychi

Hallo Kristin,

es hängt natürlich sehr davon ab, ob du Erfahrungen mit anderen romanischen Sprachen hast. Ich habe Romanistik studiert, konnte sehr gut Französisch und leidlich Italienisch, da kann man Spanisch schon einmal auf eigene Faust angehen. Und trotzdem hat dann auch diese Sprache ihre besonderen Tücken. Im Normalfall wird es ohne einen Kurs nicht gehen. Allein schon die Phonetik ist anders nicht zu vermitteln, höchstens durch entsprechende Lehrmaterialien, die aber auch Geld kosten und deine eigene Aussprache nicht korrigieren. Im Spanischen kommt zudem ein besonderes Verständnisproblem hinzu, vor allem beim „spanischen Spanisch“ (im Gegensatz zum lateinamerikanischen), weil die Artikulation ziemlich undeutlich und der Redefluss ausgesprochen schnell ist. Zudem ist das Spanische besonders idiomatisch, was allerdings erst im fortgeschrittenen Stadium bedeutsam wird, wenn man den entsprechenden Ehrgeiz aufbringt.

Ich würde ganz entschieden zu einem Kurs raten, allerdings nicht zu einem Rentnerkurs in der Volkshochschule, bei dem du nach zehn Semestern über „buenos dias“ immer noch nicht hinausgekommen sein wirst, sondern eventuell als immatrikulierte oder Gaststudentin an einer Universität. Wenn du dann begleitend ein intensives Selbststudium betreibst, kannst du sicher sehr schnell vorankommen.

Attraktiv erscheint auch ein Sommerkurs an einer spanischen Universität. Natürlich ist das noch teurer, aber das kann man ja auch als Urlaub werten… Allerdings waren meine Erfahrungen damit nicht so gut, weil die lieben Kommilitonen doch lieber der Fiesta fröhnten und kaum einer sich um die Hausaufgaben gekümmert hat. So ging es auch nur schleppend voran.

Sehr viel gebracht hat mir ein Sprachaufenthalt in Ecuador. Dort wird fast nur Einzelunterricht angeboten. Ich saß täglich vier Stunden meiner Lehrerin Auge in Auge gegenüber. Durch das niedrige Preisniveau in Ecuador ist dies bezahlbar, jedenfalls nicht teurer als ein Aufenthalt in Spanien. Dort habe ich sogar auf Spanisch geträumt. (Ist leider wieder verflogen.)

Letztlich ist das Sprachenlernen eine mühsame Angelegenheit. Der Weg ist lang, und Abkürzungen gibt es kaum. Das Spanische ist dennoch mit das leichteste Los, das dich treffen kann. Aber ganz ehrlich: Ohne wirklich gute Kenntnisse in einer anderen romanischen Sprache würde ich ein Selbststudium gar nicht erst in Betracht ziehen!

Viele Erfolg! m.

P.S.: Die einzige Sprache, die ich einmal ganz ohne Kurse erlernt habe, war bezeichnenderweise mausetot (Latein).

Hallo Kristin,
meine persönliche Erfahrung mit dem Sprachenlernen ist, daß es immer am besten läuft, wenn man mit den jeweiligen Muttersprachlern zusammen mit einer Sache beschäftigt ist.
Ein paar Ideen dazu:
Das könnte für dich beispielsweise ein Auszubildenden- Austausch sein (das wird teilweise vom BMBF gefördert) oder zum Beispiel ein Ferienjob im Ausland (mal beim akademischen Auslandsamt stöbern). Natürlich bringt da Animateur im grössten Hotelkomplex am Ballermann wenig, wenn dich eh jeder zweite wieder in deutsch anschnackt.
Oder wie stehts mit Sozialem oder Ökologischem Jahr in Spanien?
Vielleicht kannst du auch mit Kindern ganz gut und könntest als Kurzzeit- Aupair für ein paar Monate nach Spanien.

Was ich persönlich für jemanden, der quasi gerade aus der Schule kommt und noch voll im Lernen drin ist für absolut unnötig halte sind VHS-Kurse. Der jeweilige Lehrer kann noch so qualifiziert und muttersprachlich sein, wenn da drei Hausfrauen jede Woche die Zeiten neu erklärt haben müssen, ist der Spaß daran schnell verdorben.

Also, als Einstieg und um Gefühl für die Sprache zu bekommen, würde ich immer ins jeweilige Land fahren oder einen Ort, der halt nur von Muttersprachlern bevölkert ist, und dann Lexikon und Grammatikbücher dabei haben. Vielleicht auch Übungsbücher, und dann im Zweifel einfach mal einen von meinen Kollegen fragen.

Hdh,
Anja

Nun, ich hab zu Schulzeiten Latein gehabt und auch das kleine Latinum einigermaßen gut geschafft. Ansonsten verfüge ich (außer englisch) über keinerlei Sprachkenntnisse. Da ich momentan noch in der Ausbildung stecke, ist es für mich auch nicht möglich, für längere Zeit nach Spanien zu gehen. Aber die Idee ansich ist nicht schlecht. Darüber hab ich noch gar nicht nachgedacht. Da ich nach meiner Ausbildung wahrscheinlich eh nicht übernommen werde, würde es sich ja regelrecht anbieten, auf diesem Weg Erfahrungen zu sammeln und mein Spanisch zu verbessern.
Vielen Dank für die Tipps.

Gruß
Kristin

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Hallo Kristin,

so wie Du Deine Frage stellst, halte ich auch VHS-Kurse vmtl. als nicht geeignet.

Aber in vielen Städten gibt es Vereine, die heißen z.B. „Deutsche Gesellschaft für Spanische Kultur und Sprache“.

Dort habe ich mal einen Anfängerkurs besucht, der war wirklich gut. Die Lehrkräfte sind dort i.d.R. Muttersprachler, weiter werden auch lockere Gesprächsrunden angeboten, in denen Du Deine Kenntnisse testen kannst.

Es gab auch eine kleine Bibliothek mit Zeitungen, Büchern, Videos.

Es gab verschiedene Kursvarianten, ähnlich wie VHS einmal in der Woche 2 Std., aber auch Intensivkurse.

Schau mal nach, ich habe leider keine HP, weiß auch nicht ob die im Netz sind.

Wenn Du nicht fündigst wirst und an weiteren infos interessiert bist, schick mir ne Mail, dann geh mal vorbei und hole einen neuen Flyer.

Gruß Volker,
der leider fast alles wieder vergessen hat

Hallo!

Ich wundere mich etwas über Euere Erfahrungen mit der VHS! Rentnerkurse und Hausfrauen, denen alles jede Woche neu erklärt werden muss! Natürlich, sowas kann auch mal vorkommen. Ich selbst habe da aber auch ganz andere Erfahrungen gemacht:

Rentner, die in der VHS Konversationskurse besucht haben - weil sie im entsprechenden Land jahrelang gearbeitet und gelebt hatten und ihre Kenntnisse pflegen wollten. Da musste ich die Ohren anlegen, soviel hatten die drauf.

Hausfrauen, die ihren DELF-Vorbereitungskurs (DELF=international anerkannte französische Sprachprüfungen) fleißig besucht hatten und die Prüfungen mit guten Ergebnissen ablegten. Oder Hausfrauen, die früher als Fremdsprachenkorrespondentin gearbeitet hatten und in der VHS ihre Sprachkenntnisse weiter pflegten.

Häufig bin ich auch Leuten begegnet, die zuhause einen Muttersprachler als Partner/in sitzen hatten und den Kurs besuchten, um sich die Theorie erklären zu lassen. Meist waren im Übrigen die Berufstätigen, die die Kurse für ihr berufliches Fortkommen besuchten, diejenigen, die die ganze Woche nicht gelernt hatten und die Bremsen des Kurses waren.

Meine Erfahrung ist: Wenn der Lernfortschritt eines Kurses zu langsam ist, hilft es, zusätzlichen Stoff zuhause zu erarbeiten und nur jeden 2. Kurs zu buchen. Also z.B. Kurs 2, 4, 6 usw… So ist bei Fragen immer ein Lehrer greifbar und man kommt trotzdem schneller voran. Idealerweise bucht man einen Kurs, der eigentlich etwas zu schwierig ist, überholt während des Semesters den Rest der Truppe und steigt dann auf übernächstem Niveau wieder (etwas zu schwierig) ein. Wenn man aber dann doch mal einen Durchhänger hat, kann man sich meist wenigstens im Kurs halten und hört nicht ganz mit dem Lernen auf.

Wenn man zusätzlich noch den Unterricht vor der Anmeldung einmal testet, kann man auch in der VHS gut und günstig lernen.

Viele Grüße

Anne

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Hallo Kristin!

Vorab: Ich bin Sspanierin mit Spanisch (und Katalanisch) als Muttersprache.

Das was du sagst bzgl Spanisch finde ich lobenswert und gut. Die Einstellung eine Sprache zu lernen ist, auf jeden Fall, immer gut.

Und nun zu Deiner Frage:

Wenn ich richtig verstanden habe, möchtest Du wissen, ob man eine Sprache im Alleingang lernen kann. Also mMn. „KÖNNEN“ kann man schon. Und bei entsprechendem Ausdauer und Wille, durchaus machbar.

ALLERDINGS:

  1. Eine Sprache ist nicht nur eine Anhäufung von Wörter und grammatikalische Gesetze, sondern in erster Linie eine Verbindung zwischen (mindestens) 2 menschen. aber alles voran die Tor zu einer anderen Mentaliät (oder Mentalitäten), zu einer anderen Kultur und schließlich eine hervorragende Möglichkeit Deine eigene, urpersönlichen Grenzen zu öffnen (und zB andere Menschen und ihre Denkweise besser zu verstehen)

  2. Das Lernen einer Sprache, imho, muß in erster Linie Spaß machen. Denn sonst wird der Erfolg auf sich warten lassen (wenn überhaupt). Und kannst du mir sagen, welchen Spaß soll es machen, in deinen 4 Wänden pauken, pauken und pauken, mit nur einem Buch vor Deinen Augen??? Ich finde, das ist grundsätzlich den falschen Weg. Und einen schrecklichen noch dazu.

  3. Wenn du mit Kassetten, CD, videos und sonst noch was eine Sprache lernst, wie erfährst Du die lebendige Sprache? Damit meine ich, daß eine Sprache sicht stets entwickelt. Wenn du nur aus diesen Medien lernst, entgeht Dir etwas wichtiges. Von den 1001 möglichen Aussprachen und dem Reichtum der Sprache ganz zu schweigen!

  4. Eine Sprache lebt von Menschen die mit dieser kommunizieren (Man redet auch von „toten“ sprachen, weil eben niemand mehr gibt, die im Alltag normalerweise sie verwendet). Wenn du diese kaum übst (siehe nr.2), weil du ja alleine daheim übst, wann bzw wie wirst Du in der Lage sein, mal „ins Wasser zu springen“ und los legen? Was wird Dir den Anlaß dazu sein? Wann wird die Grenze erreicht sein, wo du sagst, „Jetzt“ und gehst „auf die Menschheit los“?

So Kristin, wenn die Wörter zu hart waren, bitte ich Dich um entschuldigung, denn es war nicht absichtlich.

Allerdings und im Kurzformat:

Ich halte nix vom „alleingang“ zum Fremdsprachen lernen (Du ahnst ja gar nicht wie schwer es is, zB, einen eingewöhnten Fehler, -ich rde aus Erfahrung!- die du ständig wiederholst, zu korregieren. Und das passiert -im alleingang umso häufiger wie sonst) Schon aus der Grundlage was eine Sprache überhaupt ist.

Daher: Solltest du jetzt kein Geld für einen Kurs haben, dann warte und spare. Wenn dann soweit ist, dann melde dich. Erstens macht es viel Spaß und 2. ist es auf jeden Fall besser. Für die Zwischenzeit, versuche zB viel Radio aus einem Land zu hören, wo die Sprache ofiziell ist -auch wenn du es nicht verstehst.

Also dann alles Gute und viel Glück bei Deinem vorhaben!

Liebe Grüße
Helena

Hallo Helena!

Ich finde deine Worte nicht zu hart. Im Gegenteil. Es ist deine ehrliche Meinung und genau die wollte ich doch hören. Ich hab in meinem Freundeskreis nur leider niemanden, der spanisch als Muttersprache gelernt hat und sich so mit mir öfters mal unterhalten könnte. Dann wäre vieles auch einfacher und man müsste nicht erst über einen Kurs nachdenken. Ich will ja auch nicht sofort fließend spanisch sprechen können. Die Sprache fasziniert mich und es gibt so viele Länder, in denen diese Sprache gesprochen wird. Ich will lediglich meinen Horizont erweitern in Sachen Sprachen und nur deshalb wollte ich wissen, wie man am besten an das Erlernen einer Sprache rangeht. Es überrascht mich nur, wieviele verschiedene Meinungen es dazu gibt. Aber es sind auf jeden Fall einige Denkanstöße dabei und das zählt doch. Letzten Endes muss ich eh meinen eigenen optimalen Weg finden, spanisch zu lernen.
Von daher, danke für deine Meinung. Sie war sehr hilfreich :wink:

Gruß
Kristin

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