Spanisch: venir *a por* ti

Hallo,
ich höre immer wieder Konstruktionen wie „vengo a por ti“. Diese hintereinandergehängten Präpositionen kenne ich sonst nicht und wirken irgendwie falsch nach meinem Sprachgefühl.
Ich glaube Zafón benutzt das dauern. Hier kurz was gefunden
"Ese hombre, Fumero, va a por ti, Nuria. " (zafon - sombra del viento)

Ist das falsch? ist das unüblich aber in dieser „I’m coming to get you“-Bedeutung okay? Oder gibt es hintereinandergeschaltete Präpositionen häufiger und ich bin dem nur irgendwie nie begegnet?
Danke

„Dieser Mann ist hinter dir her, Nuria“

Es sind Bedeutungsnyancen, die nur in einem entsprechenden Kontext zum Tragen kommen::
viene a ti - er kommt zu dir (zu Besuch)
viene hacia ti - er kommt zu dir (zu Besuch)
viene por ti - (er kommt zu dir) er kommt wegen dir/ er holt dich ab
viene a por ti - (er kommt zu dir) er ist hinter dir her (z.B. als Verehrer)

Gruß
Metapher

3 Like

Hallo Metapher, danke für deine Antwort.

in dem Fall mehr um zu umzubringen, soweit ich mich erinnere :wink:

Ja, ich glaube das stimmt so wie du das schreibst. Danke
Ich hatte gestern noch recherchiert, aber die folgende Seite erst nach meiner mail gefunden (mit der ich meine eigene Frage hätte beantworten können):
https://cvc.cervantes.es/el_rinconete/anteriores/octubre_01/08102001_03.htm
Demnach ist es okay—ish „a por“ zu verwenden (und der Artikel ist 22 Jahre her; vermutlich ist es mittlerweile einfach okay). Mein Sprachgefühl, dass es eine komische Konstruktion ist, war aber wohl nicht ganz unbegründet.

según la doctrina académica: *a* y *por* , de tal manera que *ir a por dinero* , es, según la Academia, construcción incorrecta.[...] Los tratadistas modernos admiten esta combinación como normal en la lengua

Servus,

Vorsicht - Spanisch ist nicht Lateinisch, und es wird nicht Wort für Wort wie Deutsch oder Latein konstruiert. Von daher ist es nützlich, das „Sprachgefühl“, das auch schon in der Muttersprache trügerisch ist, ganz auf der Seite zu lassen und sich mit der Fremdsprache einzulassen. Wenn man sie richtig fließend beherrscht, kann man auch in der Fremdsprache eine Art „Sprachgefühl“ entwickeln, das aber mit äußerster Vorsicht zu genießen ist.

Wenn Du eine Fremdsprache suchst, die dem Latein immer noch relativ ähnlich ist, halte Dich ans Rätoromanische.

Schöne Grüße

MM

Ich kann nicht ganz folgen. Wie kommst du überhaupt auf Latein? Lateinisches Sprachgefühl habe ich sicher nicht (trotz großem Latinum) und den Nutzen fürs Spanische habe ich nie gesehen.

Nee, mein Sprachgefühl im Spanischen kommt durch mein Grammatikbuch, Lesen + 5 Jahre in Spanien etc. Ich denke schon, dass ich so etwas besitze. Aber natürlich kann auch ein Sprachgefühl irren (und so richtig spot-on war es ja auch nicht) Deshalb schrieb ich ja ins Forum.
Malte

Mir ging es um die von Dir zitierte „akademische Lehre“, die die Verbindung von zwei Präpositionen an dieser Stelle als nicht korrekt ansieht.

Wenn Dein Gefühl nicht auf einer systematischen Konstruktion Wort für Wort nach dem Deutschen beruht, sondern gar keinen Regeln folgt, ist das natürlich was anderes.

Latein ist die Mutter aller heute in Europa gesprochenen Legionärsdialekte und hat auch auf die „germanisch“ genannten Sprachen gründlich abgefärbt, und weil es nirgendwo als Umgangssprache in Gebrauch ist (auch der Vater der „Latinitas viva“ Pater Caelestis Eichenseer OSB hat es nicht als eine solche benutzt, auch wenn er es in seinen Seminaren für gesprochenes modernes Latein recht flüssig sprach), sind seine Regeln in Syntax und Grammatik viel klarer und „reiner“ als die seiner Töchter und Nichten.

Schöne Grüße

MM

ah, ok. Jetzt ist es klarer. Danke für die Aufklärung. So tief ging das bei mir dann doch nicht gedanklich. Bin nur einfacher Anwender.
Den Link habe ich zwar als Beweismittel hier eingebracht aber ich weiß ja auch, dass Sprache nicht immer dem folgt, was das Instituto Cervantes und Co. gerne möchten.

Gruß,
Malte