Kann mir jemand erklaeren, wie es kam, dass viele spanische
Substantive mit E beginnen, die in anderen Sprachen ohne dieses E
auskommen, z.B.
Estatua = Statue
Esqueleto = Skelett
Esperanza = Speranza (Ital.)
Espiritu = Spirit, Sprit, spriritu
Estado = Stato, state
Estacion = station
Estudiante = Student
Es gibt noch zahllose weitere. Gab es vielleicht frueher mal eine
Praeposition oder einen Artikel, der nun mit dem Wort verschmolzen
ist? Es scheint ja wohl hauptsaechlich, oder vielleicht nur, Woerter
zu treffen, die vom E abgesehen mit S+Konsonant beginnen. Im
Italienischen bekommen solche den Artikel lo wenn sie maskulin sind,
also auch eine Sonderbehandlung gegenueber dem regelmaessigen il.
Also vielleicht kann jemand von euch diese Dinge auf irgend eine
Besonderheit vielleicht im Lateinischen zurueckfuehren.
Dieses E gibt es auch im Französischen (esperer, étudiuant, état u.a.) und in einigen italienischen Dialekten als I (z.B. iscuola=Schule). In einem Italienisch-Lehrbuch (Langenscheidt) wird das als I euphonicum bezeichnet, d.h. daß dieses zur besseren Aussprache eingefügt wurde. Mehr weiß ich dazu nicht.
Gruß
Marco
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Hi Tychi!
Begründen, warum es so ist, kann ich es Dir auch nicht.
Ich könnte aber mir vorstellen, daß es so ist, weil wir ja ohnehin eine „E“ davor aussprechen, wenn es keine gibt. Das ist es besonders auffällig, wenn ein spanisch-Muttersprachler ein fremdsprachiges Wort aussprechen muß, das mit „S“ beginnt: Automatisch erscheint eine „E“.
Gab es vielleicht frueher mal
eine
Praeposition oder einen Artikel, der nun mit dem Wort
verschmolzen
ist?
Davon habe ich noch nie gehört
Es scheint ja wohl hauptsaechlich, oder vielleicht nur,
Woerter
zu treffen, die vom E abgesehen mit S+Konsonant beginnen.
Ja, so ist es: Immer S+Konsonant. Dann erscheint die E automatisch.
Also vielleicht kann jemand von euch diese Dinge auf irgend
eine Besonderheit vielleicht im Lateinischen zurueckfuehren.
Vermutlich liegt da die gesuchte Lösung…
Ich hoffe ich habe (wenn nur ein kleines Bißchen) weiter geholfen!
Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena
Privat bekam ich diese Mail eines von w-w-w exkommunizierten Nutzers.
Er sagt, er habe nichts dagegen, wenn ich seine Post hier
veroeffentlichen wuerde. Da ich diesen Beitrag interessant und
w-w-w-politisch harmlos finde, stelle ich ihn hier zur Verfuegung:
Hallo, Tychi, darf ich noch einen ganz anderen Aspekt hinzufügen?
Türkisch: „ispirtu“ = Spiritus; „iskemle“ = Schemel; Ispanya =
Spanien; Isparta = Sparta (!!!); Istasyon = Bahnhof; Istep = Steppe.
Das „Suffix“ (???) `(h)is´ scheint wohl ein sehr altes
("!indogermanisches"??) Partikel zu sein, vielleicht im Sinne von
„in, hinein“?
Auffallend: „istim“ = Dampf. Dies scheint mir aber eine Entlehnung
aus dem Englischen („steam“) zu sein; und das i vorweg vielleicht
eine „onomatopoetische“ (lautmalerische) Angelegenheit?
Mir scheint, der konsonantische Wortanfnáng ist eine v.a.
„nordoiropäische“ Anmgelegenheit/Erfindung zu sein.
Bueno? (auch im Spanischen eher „u[w]ueno“ gesprochen)
also ich muß mich mich nochmal zu Wort melden und der Annahme es würde sich um einen ingogerm. Partikel „his“ handeln energisch widersprechen. Die Tatsache, daß man auch im Türkischen dieses I beobachtet, überzeugt mich allerdings vollends von der These des euphonischen I/E. Ich möchte das mal am Bsp. von frz. école verdeutlichen: mit bestimmten Artikel sagt der Franzose l’école, mit unbestimmtem une école. Dies stammt vom Lateinischen:
illa schola -> l’école
una schola -> une école
Diese Herkunft ist unübersehbar. Und aus Aussprachegründen wurde der Vokal vor dem Substantiv beibehalten, wenn das Wort ohne Artikel gebraucht wird und als Teil des Substantivs angesehen.
Gruß Marco
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vermutlich will man damit vermeiden, drei Konsonaten
hintereinander auszusprechen. (Sind halt keine Deutsche:wink: )
Stimmt - schwimmen z.B. fällt schon schwer. Aber wir machen es uns noch einfacher: wir dulden keine Doppelkonsonanten wie st, sp, sd, sf, sg, sj, sl, sv, sb, sn am Anfang einer Silbe.
Bsp.: El studiante
Die Silbentrennung geht im Spanischen ein bißchen anders als im Deutschen: der estudiante hat die Silben es-tu-dian-te.
Deswegen ein Vokal dazwischen.
Nein, ich glaube, das hat mit dem Artikel nichts zu tun, sondern eher damit, daß diese Doppelkonsonantenbildung gebrochen werden soll - notfalls durch Bildung einer weiteren Silbe durch Vorsetzen eines „e“. Das macht der Spanischmuttersprachler dann intuitiv bei anderen Sprachen auch (und sagt dann: „EspanischMutterEsprachler“, wie unten schon bemerkt wurde).
Aber ich spekuliere hier nur, wissen tu ich nichts - ich wollte nur deiner Spekulation meine eigene entgegensstellen.