Spanischer roman

hallo spanier o.ä.,

wenn ein spanisches manuskript 185 seiten, 113.000 wörter und 680.000 zeichen (inkl. leerzeichen) hat: wie lang wird übern daumen die deutsche übersetzung? gibt es da erfahrungswerte?

es dankt mal wieder im voraus
ann

Hallo Ann

Je nachdem, wie exakt die Übersetzung sein muss, kannst Du ungefähr von 10 % weniger Text in Deutsch ausgehen.

Spanier machen oft sehr lange, verschachtelte Sätze, die man jedoch gut aufgliedern und übersetzen kann - so man darf. Wenn nicht, wird der deutsche Text entsprechend länger.

abrazos de
Heinz

danke heinz,

das hilft mir weiter.

herzliche grüße auf die insel
ann

Hallo Ann,

ich habe grade mal Don Quichote verglichen, das deutsche ebook mit dem spanischen:
dt. Ausgabe: 13.442 Wörter, Zeichen ohne Leerzeichen 69.160, Zeichen mit Leerzeichen 82.524
sp. Ausgabe: 13.081 Wörter, Zeichen ohne Leerzeichen 58.433, Zeichen mit Leerzeichen 71.501

Bis einschließlich Kapitel sechs des ersten Buches erreicht es in etwa die von dir vorgegebene Wortanzahl.
Es sein angemerkt, dass die deutsche Version viel mehr Absätze hat.

Ob es dir nun eine Hilfe sein wird oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen, ich wollte es dich wissen lassen.

Gruß
Fabian

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Hallo Heinz,
Ich hoffe, ich störe nicht mit meiner Meinung…

Je nachdem, wie exakt die Übersetzung sein muss,

M.E. kann man kaum von „xakte Übersetzung“ reden, denn diese gibt es mMn. nicht. Erst recht nicht bei einem Roman (also etwas künstlerisches, gar nicht wisenschaftlich oder mathematisch)

kannst Du
ungefähr von 10 % weniger Text in Deutsch ausgehen.

Ich habe gehört, daß der spanischer Text 15 bis 25% länger ist als der deutsche.

Spanier machen oft sehr lange, verschachtelte Sätze,

Ich hätte nie gedacht, daß ich in meinen alten Tagen das noch zu hören bekomme! ;o))

Also meine Erfahrung ist es, daß kurze Sätze auf Deutsch fast „verpönnt“ sind, -wenn ich mich so ausdrücken darf-. Sie werden mit „Bild-Zeitung“-Stil tituliert und unter der Hand hat das die Konnotation, daß das Zielpublikum eben ungebildete Menschen sind, die ausser dieses „Bild“ sonst nichts lesen. Es gibt Bücher, die ich online kaufe, die ich dann eben gerade deshalb dann doch nicht lese, weil kaum ein Satz unter 3 oder 4 Zeilen hat. Das ist für mich sehr bezeichnend für die deutsche Schreibstil der belesenen Deutschen, wenn ich mich so ausdrücken darf.
Dagegen Spanisch ist genau das Gegenteil. Sätzen sind idR kurz und „gerundios“ (Verben die mit „-ando“ oder „-endo“ enden), participios (Verben die mit „-ado“, „-ido“ enden), Konjuktionen wie „que“, die einfach ein weiteres Satz einleiten, werden idR. als nicht schön empfunden.
Ich glaube, ein Beispiel von dem was über die Deutsche Sprache behaupte, kann man gut bei Wiki beobachten.
Ausnahmen gibt es natürlich auch.

abrazos de
Heinz

Abrazos für Dich auch, Heinz und ich hoffe Du nimmst meine Unterbrechung mit einer andere Meinung nicht übel!

Helena

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Servus,

Ich habe gehört, daß der spanische Text 15 bis 25% länger ist
als der deutsche.

Spanischer Text = 115
Deutscher Text = 100
100/115 = 0,87

>> Wenn der spanische Text 15% länger ist als der deutsche, dann ist der deutsche Text 13% kürzer als der spanische.

Drei Prozentpunkte sind bei dieser Fragestellung unter „Hintergrundrauschen“ zu subsummieren. Insofern bestätigst Du die Aussage von Heinz, eine andere Meinung sehe ich da nicht.

Umso besser: Wenn zwei verschiedene Quellen zur annähernd gleichen Aussage kommen, ist das für beide ein gutes Zeichen.

Schöne Grüße

MM

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Hi Helena,

Also meine Erfahrung ist es, daß kurze Sätze auf Deutsch fast
„verpönnt“ sind, -wenn ich mich so ausdrücken darf-.

meiner Ansicht nach gelten lange Schachtelsätze aber auch als Unsitte.
Kurze Sätze, wenn sie grammatikalisch in Ordnung sind, sind eigentlich vorzuziehen.
Das was Hemingway mal gesagt hat: „Autoren sollten stehend an einem Pult schreiben. Dann würden ihnen ganz von selbst kurze Sätze einfallen“
sollte meiner Meinung nach auch für das Deutsche gelten.

Ich glaube, ein Beispiel von dem was über die Deutsche Sprache
behaupte, kann man gut bei Wiki beobachten.

Ja, leider.

Gruß
Torsten

Hi Torsten,
vielen Dank für Deine Antwort! :o))

Also meine Erfahrung ist es, daß kurze Sätze auf Deutsch fast
„verpönnt“ sind, -wenn ich mich so ausdrücken darf-.

meiner Ansicht nach gelten lange Schachtelsätze aber auch als
Unsitte.
Kurze Sätze, wenn sie grammatikalisch in Ordnung sind, sind
eigentlich vorzuziehen.

Du kannst mir nicht mehr aus der Seele reden wie jetzt mit diesem Satz. Auf Spanisch haben wir ein Spruch der hier bestens passt (obwohl nicht nur für Grammatik anzuwenden ist): „Lo corto, si bueno, dos veces bueno“ (Übersetzt: „Wenn Gutes, auch kurz ist, ist doppelt so gut“).

z.B.:
„Vielmehr meist lichtlos vor dem Instrument unterhalb der bewegten Leinwand hockend, begleitete der glücklose Sohn eines bedeutenden Vaters fortan die damals noch stummen Filme auf dem Klavier -jetzt pianissimo, dann crescendo, je nach dem flimmernden Geschehen über seinem Kopf.“ („Aus Erinnerungen eines Davongekommenen“, Ralph Giordano)

Das was Hemingway mal gesagt hat: „Autoren sollten stehend an
einem Pult schreiben. Dann würden ihnen ganz von selbst kurze
Sätze einfallen“

Da hat er Recht, der Nobelpreisträger…

sollte meiner Meinung nach auch für das Deutsche gelten.

Finde ich auch.

Ich glaube, ein Beispiel von dem was über die Deutsche Sprache
behaupte, kann man gut bei Wiki beobachten.

Ja, leider.

Danke! :o))

Schöne Grüße,
Helena

Servus Martin,

>> Wenn der spanische Text 15% länger ist als der
deutsche, dann ist der deutsche Text 13% kürzer als der
spanische.

Wie gesagt, Mathegenie- war schon in der Schule abzusehen- werde ich wohl nie ;o))

Drei Prozentpunkte sind bei dieser Fragestellung unter
„Hintergrundrauschen“ zu subsummieren. Insofern bestätigst Du
die Aussage von Heinz, eine andere Meinung sehe ich da nicht.

Na, dann passt ja. :o))

Umso besser: Wenn zwei verschiedene Quellen zur annähernd
gleichen Aussage kommen, ist das für beide ein gutes Zeichen.

Ganz Deiner Meinung, Martin.

Schöne Grüße
Helena

Hallo,

ich habe aus der Serie „dtv zweisprachig“ ein Buch mit dem Titel „Erzählungen aus Mexico“ und eines mit „Erzählungen aus Cuba“. Die gibt’s auch über andere Länder und Sprachen.

Die linke Seite ist immer spanisch und die rechte Deutsch. Ich habe die Wörter oder Buchstaben nicht gezählt, aber beide Seiten sind immer gleich lang bedruckt und die Schriftgröße und Laufweite sind auch gleich.

Grüße
Carsten

danke euch allen!
es ging ja nur um ungefähre schätzungen. dass die wirklich länge je nach schreibstil und genre noch mal wieder anders ausfallen könnte, ist klar.

danke nochmal
ann