Hallo,
Ich wollte mal wisse, ob mir jemand _langsam_ und
_anschaulich_ erklären kann, wie ich mir Spannung vorstellen
kann (das Problem habe ich schon seit der Schule).
Bis jetzt habe ich mir das so vorgestellt, dass Spannung die
„Motivation“ der Elektronen ist.
… also das mit der elektr. Spannung ist in Wirklichkeit ziemlich kompliziert, die Physiker definieren sie als „Kurvenintegral über die elektrische Feldstärke“, aber das ist für uns jetzt wirklich uninteressant 
Zur besseren Veranschaulichung hat Dir Alexander schon einen guten Tipp gegeben: Es gibt auch in anderen Gebieten der Physik sehr gute Analogien. Die anschaulichste davon ist meiner Meinung nach die mit dem „Wasserhahn“:
Das Wasser (=Elektronen) steht im Wasserhahn unter Druck (=elektrisches Potenzial, wobei Potenzial ‚Arbeitsvermögen‘ oder ‚die Fähigkeit, etwas zu bewegen‘ bedeutet). Nun hat man aber auch außerhalb des Wasserhahns einen Druck, nämlich den ganz normalen Luftdruck (von ca. 1000 hekto-pascal), somit hat man auch für die Elektronen im Stromkreis ein zweites, in diesem Falle kleineres Potenzial.
Nun erhältst Du für das Wasser einen Druckunterschied, der es dem Wasser überhaupt erst ermöglicht, aus dem Wasserhahn zu fliessen - wenn im Wasserhahn auch ein Druck von 1000 hekto-pascal wäre, würde sich gar nichts tun, weil kein Druckunterschied vorhänden wäre. Genau das gleiche gilt für die Elektronen: Erst wenn es ZWEI VERSCHIEDENE Potenziale gibt, d.h. wenn eine POTENZIALDIFFERENZ auftritt, beginnen die Elektronen sich zu bewegen. Diese Bewegung nennt man den ELEKTRISCHEN STROM. Beim Wasser wär der Strom dann die Wassermenge, die pro Sek. aus dem Hahn fließt, und die ist natürlich auch umso größer, je höher der Druckunterschied ist. Die Potenzialdifferenz nennt man ELEKTRISCHE SPANNUNG. Die Bewegung der Elektronen ist also umso stärker, je größer die Potenzialdifferenz ist, d.h.: Mehr Spannung, mehr Strom…
Somit stimmt deine Vorstellung mit der „Motivation der Elektronen“ 
Aber was passiert z.B. wenn man einen kleinen Kondensator hat,
und dort
a) viel Strom, geringe Spannung
b) geringer Strom, hohe Spannung
anlegt? Wo springt denn da eher ein Funke über? Und was
passiert in dem anderen Fall? Warum?
… mit dem Kondensator hast Du anscheinend irgendwas falsch verstanden, denn „anlegen“ kann man nur eine Spannung, der Stromfluß ergibt sich dann von selbst, d.h. Spannung ist die Ursache für den Strom, und Strom kann man nicht „anlegen“, sondern Strom kann nur „fließen“.
Der Funke springt erst über, wenn die Spannung so hoch ist, dass das Isoliermaterial den „Drang der Elektronen, sich zu bewegen“ nicht mehr verhindern kann 
Oder wenn ich einen Stromkreis mit einer Spannungsquelle
habe… ist es richtig, dass nur Strom fliesst, wenn die
Quelle Spannung in Höhe der Summe der Spannungen der Bauteile
des Kreises liefert? Und warum?..
… was Du hier ansprichst, ist die sog. „Kirchhoffsche Maschenregel“. Sie besagt, dass die Summe aller Spannungen, die an den Bauteilen anliegen, gleich der Spannung ist, die die Quelle (oder auch mehrere Quellen zusammen) liefert.
Dabei gibt es auch wieder einen Vergleich mit dem Wasser.
Stell Dir einen Wasserhahn mit 10 Bar Druck vor und und stell Dir 10 gleichartige Wasserräder vor, die mit dem fließenden Wasser angetrieben werden. Dann wirst Du automatisch an jedem Wasserrad 1 Bar Druckabfall erhalten, also insgesamt wieder die 10 Bar vom Wasserhahn.
Gruß, Stefan