Spannungsbegrenzung kleine Wechselströme

Hallo,

ich habe ein Problem:

Ich habe einen Verstärker für einen MP3-Player gebaut, bestehend aus einem LM386. Dieser Verstärker verträgt ± 0,4V Eingangsspannung. Leider liefert der Player beim Einschalten etwas mehr Strom, so dass mir jedesmal der Verstärker abrauscht. Er erholt sich zwar schnell wieder, aber das geht ja so nicht.

Was kann ich nun hinter den Eingang schalten damit die Spannung nicht über 0,4V geht, aber auch nicht unnötig gedrosselt wird?

Vielleicht eine Diode? Bei Gleichstrom wüsste ich mir noch zu helfen, aber bei Wechselstrom verlässt mich mein Halbwissen.

Ich freue mich auf Antworten!

Viele Grüße derweil:

Nicola

Hallo Nicola,

ein einfacher Spannungsteiler ist das richtige. Da der OP-Eingang sehr hochohmig ist, entsteht kein Fehler. Das Datenblatt empfiehlt ein 10k-Poti. Für nähere Informationen siehe dort.

Gruß
Schrank

Hallo Schrank,

danke für die schnelle Antwort!

Ein Poti ist eine gute Lösung, hat aber den Nachteil dass ich es bei einem anderen Gerät neu einstellen muß, d.h. ich muß die richtige Einstellung jedesmal quasi durch Versuche ermitteln.
Gibt es vielleicht einen IC, welcher die Spannung beim Überschreiten der 0,4V einfach konstant hält? Dann würde ich mir das Einstellen sparen und wäre auch bei verschiedenen Geräten auf der sicheren Seite.

Vielen Dank und viele Grüße:

Nicola

huhu,

wenn ich dein problem richtig deute, hast du eher ein problem mit der arbeitspunktfindung der angeschlossenen mp3 spieler…
dann dürfte es am einfachsten sein kleinere eingangskoppelkondensatoren zu verwenden. zb 50Hz als untere grenzfrequenz sollte ausreichend sein für so ein kleines muckeldingen.
falls du probs beim (um)dimensionieren hast, wirf einfach mal das schaltbild in die runde.

falls das problem tatsächlich woanders liegen sollte, wird man sich wohl gedanken über einen dynamikkompressor/limiter gedanken machen müssen - wieviel platz haste denn noch zur verfügung um irgendwo was reinzudengeln?

gruss wgn

Hallo
Der LM386 hat anscheinend eine gute Übertemperatur-Regelung.
Was Du haben möchtest, ist ein automatisch regelbarer Verstärker.
Das geht z.B. mit regelbarer Gegenkopplung, man nimmt da z.B. einen FET der seine Gatespannung aus der Eingangsspannung erhält.
Die Eingangsspannung kann man auch durch antiparalell geschaltete Dioden führen, so das nur was passiert, wenn z.B. 0,2 Volt oder 0,5 Volt überschritten werden usw…
MfG
Matthias

Guten Morgen allerseits,

erst einmal danke für die Vorschläge.

Ich stelle einfach mal den Schaltplan rein, im Grunde ist es der im Datenblatt vorgeschlagene „Standardplan“, für mich hat er sich ganz gut bewährt. Ich bin auch nicht so fit dass ich irgendwelche Verbesserungen vornehmen könnte. Ich betreibe den Verstärker mit einem 9V-Block.

Das Poti am Eingang habe ich weggelassen, da ich zur Lautstärkeregelung ja bereits ein Poti am Player habe.

weisgarnix:
Ich möchte die Eingangsfrequenz möglichst unverändert lassen, abgesehen davon dass ich da wirklich noch recht unbeleckt bin, so daß ich mich erst schlau lesen müsste.
Ich habe etwas von einem Brick-Wall-Limiter gelesen. Meinst du so etwas? Die Platine sollte 5x3cm nicht überschreiten, lässt sich da noch so etwas unterbringen?

Matthias:
Wie könnte ich die Spannungsbegrenzung mit den FET realisieren?
Ich habe noch ein paar BS170 da, mit denen habe ich mal experimentiert, aber das scheinen mir nicht die geeigneten zu sein, die sind wohl mehr fürs Schalten gedacht. Oder aber ich habe ihn falsch verbaut, auch gut möglich.
Welchen sollte ich da nehmen?

So. Hier noch ein Link zum Schaltplan, ich hoffe das klappt:
http://www.abload.de/img/lm38621fp3x.jpg

Dann bis bald und vielen Dank!

Nicola

MOD(TOO): Link klickbar gemacht.

Schaltplan
Jetzt stimmts:

http://www.abload.de/image.php?img=lm38621fp3x.jpg

Hallo
In dem Schaltplan arbeitet der Verstärker mit der vollen Verstärkung.
Man macht eine Gegenkopplung, indem man zum Beispiel mit Poti den Ausgang an den (-)Eingang anschließt.
Wie man Operationsverstärker beschaltet, must Du Dir mal anschauen.
Bei einer Verstärkungsregelung mit FET kommt in diese Gegenkopplung ein Fet, aber Dein Problem ist wohl eher, das der LM386 überhaupt keine Gegenkopplung hat.
Ich selbst müßte ein oder zwei Experimente mit Oszilloskop machen, sonst wird das bei mir nichts.
MfG
Matthias

hi,

der ausgangskondensator begrenzt den frequenzbereich eh schon
nach unten.
bei einem 32 ohm lautsprecher bei 20 Hz, bei nem 8 ohm
lautsprecher sinds 80 Hz.
somit wäre es kein problem auch das eingangssignal von
tiefsten tönen zu befreien.
wenn du nur portigeräte anschliesst (kopfhörerausgang):

eingangssignal mit einem 100 ohm widerstand mit gnd verbinden.
dann schaltest du einen 220nF kondensator in serie mit dem
eingang.
und nochmal nen 47Kohm widerstand paralell zum
verstärkereingang.

||
mp3 eingang o—|------------||--------------|----------o verst. pin3
_|_ || _|_
| | | |
100 ohm | | 220 nF | | 47 Kohm
|_| |_|
| |
gnd o—|----------------------------|----------o gnd

deine untere grenzfrequenz beträgt dann ca 30Hz - damit sollte
das ploppen/einschaltrauschen auf ein erträgliches mass reduziert sein.

gruss wgn

Hallo Matthias,

In dem Schaltplan arbeitet der Verstärker mit der vollen
Verstärkung.

Nein.
Der LM386 ist eine Audio-Endstufe.
Mit der angegeben Beschaltung (Pin 1 und 8 unbeschaltet) beträgt die Verstärkung 20.
Durch Beschaltung der Pins 1 und 8 kann die Verstärkung bis auf 200 gesetzt werden.

MfG Peter(TOO)

Hallo Nicola,

ich habe mir kurz in der Mittagspause das Datenblatt angesehen.

http://www.national.com/ds/LM/LM386.pdf

Der Verstärker hat eine interne Gegenkopplung die ungefähr 20 dB (Faktor 10) beträgt.

Ich würde auf alle Fälle ein Poti als Spannungsbegrenzung einbauen. Zusätzlich macht es Sinn, das Signal über einen Kondensator in den Verstärker einzukoppeln um keinen Gleichspannungsanteil zu verstärken.

Das Poti hat den Vorteil, dass das Signal von Deinem Player niederohmig in den Verstärker geht und der Gleichspannungsimpuls von dem Player geringer ist.

Um beurteilen zu können, warum der Verstärker abgeraucht ist, müsstest Du sagen, was am Ausgang angeschlossen war. Normalerweise sollte er wegen der höheren Eingangsspannung nicht sterben.

Eine elektronische Begrenzung des Eingangssignals macht keinen Sinn, weil Du dann im Extremfall alles gleich laut hören würdest. Musik lebt aber von der Dynamik in der Lautstärke.

Gruß
Axel

Hallo
Tatsächlich? Hätt ich nicht gedacht.
Hab nur auf das Schaltbildgeachtet.
Aber 20 ist vielleicht immer noch zu hoch.
Wenn auf den Eingang ein Lautsprecherausgang geschaltet wird, ist es evtl. sogar besser ganz ohne Verstärkung.
Ich würde die Verstärkung von 0 bis auf diese 20 mit Trimmpoti regelbar machen, und noch eine Eingangsbeschaltung vornehmen, Kondensator usw…
Außerdem, MP3-Player sind doch Stereo, also 2 * das ganze.
MfG

Hallo,

ich bin ja wirklich sehr freudig überrascht das ich hier so viel Hilfestellungen bekomme!

Also ich werde mich gleich mal dranmachen und folgende Dinge in Angriff nehmen:

Nach nochmaligem Datenblattstudium müsste es ja möglich sein den Eingang per Widerstand auf ein erträgliches Maß zu drücken und mit einem entsprechenden Kondensator den Verstärkungsfaktor höher einzustellen. Damit wäre das Eingangsstromproblem ja theoretisch umgangen, es könnte aber vielleicht sein dass es Qualitätseinbußen gibt.
Falls es so nicht funktioniert versuche ich die Eingangsfrequenz wie von weisgarnix vorgeschlagen zu begrenzen.
Sollte das auch nicht fruchten dann werde ich eben doch ein Poti vor den Eingang setzen, dann muss men eben ein wenig einstellen. Zum Glück ist der LM386 recht robust, nach ca. 20s hat er sich wieder erholt und kommt wieder angerauscht. Die Frage ist nur ob ihm das auf Dauer gut tut…

Da setze ich mich jedenfalls gleich mal dran! Auf jeden Fall nochmals vielen Dank für all die guten Tipps!

Viele Grüße:

Nicola