Spannungsregeler, minimale Belastung

Moien

Wollte meinen PC leiser machen, hab dazu erstmal die CPU runtergetaktet und einen „Hack“ installiert der die CPU in sehr tiefe Schlafmodi schicken kann. Soweit so gut, die Kern-Temperatur liegt jetzt bei Zimmertemperatur + 2 Grad. Bei langsamem Lüfter und Internet-surfen sind’s etwa 35 °C. Der Rechner ist so mehrere Monate problemlos gelaufen.

Das ganze hat einen Haken: Jetzt sind 4 der grossen Kondensatoren rund um die CPU gewölbt. Aus zweien tritt schon was aus. Das Board läuft noch stabil.

Meine Frage: wieso ? Gibt es bei den Regelern eine minimale Belastung ?

Kann man an solchen Mehrschicht-PCB eigentlich mit dem normalen Lötkolben Elemente austauschen ?

Danke.

Moien

Wollte meinen PC leiser machen, hab dazu erstmal die CPU
runtergetaktet und einen „Hack“ installiert

Heisst das Ding CPU-Rain? Ist ganz praktisch, aber kann mir kaum vorstellen das es daran liegt.

Das ganze hat einen Haken: Jetzt sind 4 der grossen
Kondensatoren rund um die CPU gewölbt. Aus zweien tritt schon
was aus. Das Board läuft noch stabil.

Das was da austritt ist Elektrolyt. Würde mal sagen, der Tod des Kondensators ist vorprogrammiert (wenn nicht schon geschehen).
Guggst du mal hier: www.heise.de/newsticker/meldung/65117

Kann man an solchen Mehrschicht-PCB eigentlich mit dem
normalen Lötkolben Elemente austauschen ?

Ja, aber dafür solltest du schon gut löten können und eine geregelte Lötstation besitzen. Etwas zu heiss oder zu lange gelötet, dann war das mal ein Mainboard. Sollte es aber nicht mehr funktionieren, kannst du nicht mehr viel kaputt machen :wink:

Greetz, Gley

Moien

Wollte meinen PC leiser machen, hab dazu erstmal die CPU
runtergetaktet und einen „Hack“ installiert

Heisst das Ding CPU-Rain? Ist ganz praktisch, aber kann mir
kaum vorstellen das es daran liegt.

Nee, geht um Athcool und linux. Ich hätte auch gleich die CPU dazuschreiben sollen: Athlon XP 1700+, von 1.4 GHz runter auf 1.1GHz. Das Board ist von EPOX und auf Via KT266-Basis. Kernspannung ist auch runtergedreht.

Das ganze hat einen Haken: Jetzt sind 4 der grossen
Kondensatoren rund um die CPU gewölbt. Aus zweien tritt schon
was aus. Das Board läuft noch stabil.

Das was da austritt ist Elektrolyt. Würde mal sagen, der Tod
des Kondensators ist vorprogrammiert (wenn nicht schon
geschehen).

Wenn das Ding tot wäre… könnte ich diese Zeilen dann immernoch tippen ?

Guggst du mal hier: www.heise.de/newsticker/meldung/65117

Der Zeitraum passt. OK, ich leg schonmal passende auf Lager.

Ja, aber dafür solltest du schon gut löten können und eine
geregelte Lötstation besitzen. Etwas zu heiss oder zu lange
gelötet, dann war das mal ein Mainboard. Sollte es aber nicht
mehr funktionieren, kannst du nicht mehr viel kaputt machen :wink:

Ich warte dann noch ein bisschen. Wenn’s brrzzt gemacht hat versuch ichs.

Danke

Hallo,

Das ganze hat einen Haken: Jetzt sind 4 der grossen
Kondensatoren rund um die CPU gewölbt. Aus zweien tritt schon
was aus. Das Board läuft noch stabil.

Aber nicht mehr lange :expressionless:

Meine Frage: wieso ?

Leider sind in den letzten Jahren eine Vielzahl gefälschter und mangelhafter Bauteile auf dem Markt aufgetaucht. Selbst die Boardhersteller sind auf diese minderwertigen Elkos hereingefallen oder besser die Elkohersteller auf minderwertige Elektrolyten. Bei den Preisen kein Wunder, dass man gerne von soliden Markenherstellern abkommt. Die Folgeschäden sind jedenfalls enorm.

Gibt es bei den Regelern eine minimale
Belastung ?

Prinzipiell nein, zumindest könnte die in dieser Anwendung kaum unterschritten werden.

Kann man an solchen Mehrschicht-PCB eigentlich mit dem
normalen Lötkolben Elemente austauschen ?

Das ist prinzipiell schwierig und hängt auch vom Leiterplattendesign ab. Irgendwo in den inneren Lagen befinden sich große Kupferflächen für Masse und Versorgungsspannungen. Die können das Lötauge so gut kühlen, dass Du das Lötzinn mit einem einfachen Lötkolben nicht mehr flüssig bekommst. Gerade die Elkos sind ja immer mit diesen Flächen verbunden. Gute Designs betten das Lötauge nicht direkt in große Flächen ein sondern verbinden es sternförmig mit dünnen kurzen Stegen. Dann bekommt man die Lötstelle mit einem stärkeren Lötkolben genügend heiss.
Hartgesottene Lötprofis (wie ich :smile: erhitzen die Platine in diesem Bereich mit Heißluft, ziehen die alten Elkos heraus und stecken die neuen gleich wieder rein. Das geht zwar sehr schnell, erfordert aber sehr viel Erfahrung und Feingefühl. Andernfalls kann die Platine verkohlen und aufquellen, wobei auch Durchkontaktierungen auseinandergerissen werden können oder es regnet viele kleine SMD-Bauteile von der Platine.

Jörg

Hallo,

Ich warte dann noch ein bisschen. Wenn’s brrzzt gemacht hat
versuch ichs.

das mit dem Warten ist man auch so eine Sache.

Niemand kann Dir garantieren, daß die Folgeschäden
der zerstörten Elkos nicht noch größeren (irreparablen)
Schaden verursachen :frowning:
Ich würde da schon mal vorsichtig ans Werk gehen.

Evtl. kannst Du die Sache etwas vereinfachen.

Wenn Du die Elkos so entfernst, daß oben noch die
Anschlußdrähte herauschauen,kannst Du die neuen Teile
evtl. da dranlöten (so kurz wie möglich).
Falls die neuen BE nicht mechanisch stabil genug sind,
hinterher mit Heißkleber etwas fixieren.
Es muß ja nicht schön werden, Hauptsache es funktioniert :smile:

Gruß Uwi

Hallo Fragewurm,

Ich warte dann noch ein bisschen. Wenn’s brrzzt gemacht hat
versuch ichs.

Dann ist aber mit grosser Wahrscheinlichkeit auch schon deine CPU auf dem Weg über den Jordan …

Ein Schaltnetzteil erzeugt ohne Kondensator recht grosse Spannungsspitzen. Deine Elkos verlieren langsam ihre Kapazität.

Bei den Ersatztypen musst du noch bedenken, dass du spezielle LowESR-Typen verwenden musst, besonders der Spitzenstromwert ist da nicht unkritisch. Hinzu kommt noch, dass in den Board meist mechanisch recht kleine Bauformen verwendet werden, welche oft eigentlich schon ausserhalb des technisch machbaren liegen (bei normalem Betrieb wirds schon bis zum Ablauf der Garantiezeit halten).

Also schau, was du an Industriequalität bekommst und wie du diese etwas grösseren Bauformen auf dein Mainboard bekommst.

Ich hatte das selbe Problem mit meinem Asus A7M266-D. Also sofort Übergangslösung habe ich zuerst jeweils 2 100µF Tropfen-Tantal-Elkos (solche hatte ich gerade rumliegen) über jeden Elko gelötet (Pro CPU waren da 4x3’300µF drin) Wegen der Baugrösse habe ich diese 4x3’300µF Elkos dann mit 2x2’200µF und 2x2’4’700µF ersetzt (Die Dinger hatten leider etwa 2 Monate Lieferfrist).
Zudem habe ich auch wieder pro Elko 2x100µF Tropfen-Tantal-Elkos auf der Unterseite aufgelötet. Tropfen-Tantal-Elkos haben einen recht guten ESR-Wert.

Das ganze ist jetzt etwa ein Jahr her und der PC funktioniert seither immer noch im täglichen Betrieb.

MfG Peter(TOO)

Ich hatte das selbe Problem mit meinem Asus A7M266-D. Also
sofort Übergangslösung habe ich zuerst jeweils 2 100µF
Tropfen-Tantal-Elkos (solche hatte ich gerade rumliegen) über
jeden Elko gelötet (Pro CPU waren da 4x3’300µF drin) Wegen der
Baugrösse habe ich diese 4x3’300µF Elkos dann mit 2x2’200µF
und 2x2’4’700µF ersetzt (Die Dinger hatten leider etwa 2
Monate Lieferfrist).
Zudem habe ich auch wieder pro Elko 2x100µF
Tropfen-Tantal-Elkos auf der Unterseite aufgelötet.
Tropfen-Tantal-Elkos haben einen recht guten ESR-Wert.

Hallo Peter,

Tantal-Elkos zur Siebung von Versorgungsspannungen zu verwenden, ist ein massiver Kunstfehler: es ist nicht zulässig, sie an niederohmigen Spannungsquellen zu betreiben, sie explodieren dann mit einer nicht zu vernachlässigenden Wahrscheinlichkeit. Die einzige Abhilfe besteht darin, sie spannungsmässig gewaltig überzudimensionieren (z.B. 35 V an 5 - 12V), was bei 100 µ schwierig sein dürfte.

Ich hatte entsprechende Ausfälle mit einer Wahrscheinlichkeit, die einer Lebensdauer von 20 - 50 Jahren entsprechen dürfte. Das hört sich recht zuverlässig an, aber der Rest der CPU-Karten lag bei einigen Jahrhunderten.

Es hat schon seinen Grund, dass an solchen Stellen Elkos verwendet werden.

Gruss Reinhard

Danke an alle
Moien

ich hab Ersatzelkos bestellt. Mal kucken ob das Board den Einbau überlebt…

Danke

Hallo Reinhard,

Tantal-Elkos zur Siebung von Versorgungsspannungen zu
verwenden, ist ein massiver Kunstfehler: es ist nicht
zulässig, sie an niederohmigen Spannungsquellen zu betreiben,
sie explodieren dann mit einer nicht zu vernachlässigenden
Wahrscheinlichkeit. Die einzige Abhilfe besteht darin, sie
spannungsmässig gewaltig überzudimensionieren (z.B. 35 V an 5

  • 12V), was bei 100 µ schwierig sein dürfte.

Diese Elcos befinden sich in der Vcore-Versorgung (1.7V)

Ich hatte entsprechende Ausfälle mit einer Wahrscheinlichkeit,
die einer Lebensdauer von 20 - 50 Jahren entsprechen dürfte.
Das hört sich recht zuverlässig an, aber der Rest der
CPU-Karten lag bei einigen Jahrhunderten.

OK, Statistik. Aber auch solche Werte schliessen nicht aus, dass ein bestimmtes Exemplar schon Morgen ausfällt.

Praktisch gesehen, habe ich ja jetzt schon Probleme Ersatzteile für einen 4-Jährigen PC zu finden.

MfG Peter(TOO)