Spar-Experte

Hallo,

mein Freund hat u.a. die Idee, sich als „Sparfuchs“ selbständig zu machen.
Er möchte den Leuten dabei helfen, ihre monatlichen Ausgaben zu reduzieren, um für einen Autokauf / eine Reise zu sparen oder einfach mit Betrag x auszukommen, ohne Schulden zu machen.
Aktienberatung oder Schuldenberatung soll nicht gemacht werden. Das Ziel ist nur mit Betrag X auszukommen bzw. einen bestimmten Betrag beiseite legen zu können.
Wahrscheinlich hat die Zielgruppe wenig Geld, allerdings kommt ja nach kurzer Zeit der erwünschte Erfolg und die Kosten für den Berater sind wieder drin.
Die Idee ist noch nicht ausgereift, aber wir sind schon mal an eurer Meinung interessiert.
Ist so etwas umsetzbar?
Wird das benötigt?
Kann man davon leben?
Müsste man eine besondere Vorbildung nachweisen (kaufm. Ausbildung vorh.)?

Gruß
Tato

Hi Tato,

Vorbildung ist dazu nicht nötig. Ganz wichtig: Kalkulation als Erfolgsbeteiligung, aber nur gegen Vorkasse! Wenn sich der Erfolg nicht einstellt, ist nicht der schuld, der die Ratschläge nicht befolgt, sondern der Berater.

Gruß Ralf

Moin,

will dir den Mut nicht nehmen aber, das ist ein ganz heißes Thema.

Du fällst damit unter die Rubrik Schuldner Berater etc. und da brauchst du eine Menge vorkenntnisse welche du belegen musst (musst die Tätigkeit auch anmelden, nicht nur mit Gewerbeschein, wo weiss ich nicht genau).

Alles muss enorm Abgesichert werden von wegen Schadensersatzklagen wegen Falschberatung etc. und wenn du da keine speziellen Ausbildungen vorweisen kannst…!

War mal tätig als Fachberater für Finanzdienstleistungen und stieß dabei immer wieder auf Familien welche eine solche Beratung wie du sie ansprichst gut hätten gebrauchen können.

Habe die selbe, zusätzliche Idee gehabt wie du, mein Steuer.& Managementberater meinte nur"Vergiss es" obwohl ich nen Finanzfachwirt FH & geprüfter Fachberater für Finanzdienstleitungen habe.

Gute Idee aber…Gruß

Mathias

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Hallo Ralf,

Vorbildung ist dazu nicht nötig.

Mathias hat fast genau das Gegenteil geschrieben. Wie kommst du zu dieser Aussage?

Kalkulation als Erfolgsbeteiligung, aber nur gegen Vorkasse!

Hmm, Erfolgsbeteiligung setzt ja voraus, dass der Kunde ein paar Monate das neue Spar-Konzept getestet hat. Zugleich soll er Vorkasse leisten. Wie meinst du das?

Wenn sich der Erfolg nicht einstellt, ist nicht der schuld, der die
Ratschläge nicht befolgt, sondern der Berater.

Ja? Aber der Berater kann ja den Kunden nicht zum sparen zwingen. Es ist ja bloß ein Service und keine Verpflichtung.
Der Zahnarzt sagt ja auch nur „das müsste mal gemacht werden“ und der Patient ist dann der Schuldige, wenn der Zahn dann doch nicht mehr gerettet werden kann, wenn er es nicht hat machen lassen.

Bitte erkläre mir das noch einmal, wie du das gemeint hast

Gruß
Tato

Hallo Mathias,

danke für deine Antwort.

aber, das ist ein ganz heißes Thema.

Ohh…

Du fällst damit unter die Rubrik Schuldner Berater etc. und da
brauchst du eine Menge vorkenntnisse welche du belegen musst

Aber es geht nur um eine Beratung, wie es Energieberater, Versicherungsvermittler, Telefonkostenberater u.ä. auch machen. Es soll vom Kunden nur geäußert werden „ich möchte x Euro im Monat sparen“ oder „ich muss mit dem Geld auskommen“. Wie Schulden abbezahlt werden und wie man am besten sein Geld anlegt, soll kein Teil der Beratung werden. Es gibt ja auch keine Erfolgsgarantie, denn der Kunde muss schon mitspielen. Ob er zukünftig mit dem Rad zum 400 Meter entfernten Bäcker geht oder weiterhin mit dem Auto fährt, ist ja seine Sache. Genauso, ob er statt den 60 Euro Telefonkosten nicht lieber eine Telefonflatrate nimmt.
Fällt man trotzdem unter die o.g. Rubrik?
Wer kann da weiterhelfen?
Bei wem kann man sich da genauer erkundigen?
Ralf/drambeldier hat ja genau das Gegenteil geschrieben - man braucht keine Vorbildung.

…und stieß dabei immer wieder auf Familien welche eine solche
Beratung wie du sie ansprichst gut hätten gebrauchen können.

Das haben wir uns auch gedacht und macht wieder etwas Mut.

Gute Idee aber…

Hmm, noch geben wir nicht auf.

Gruß
Tato

nur so ne Idee

Hallo Tato,

um Erfahrungen zu sammeln, wäre eine ehrenamtliche Tätigkeit z.B. bei der Kirchengemeinde sinnvoll. Abgesehen vom Einteilen des Geldes, wäre es für solche Leute notwenig - mal alle öffentlichen Geldquellen zu durchforsten.Durch so eine Tätigkeit erhältst du einen Überblick über die Anforderungen, die so eine Tätigkeit stellt, erfährst etwas über den Zeitaufwand, die Voraussetzungen.Du kannst dir einen Grundstock an Informationen anlegen.Falls du dich dann selbständig machen willst, hast du auch schon per Mundpropaganda einen guten Ruf.Ich kann mir vorstellen, dass Leute - die wirklich arm sind - sich keinen Berater leisten können.Sich also sofort richtig selbständig zu machen, setzt dich auch unter einen grossen Erfolgsdruck. … ups - ich meinen deinen Freund natürlich.

LG Utemaus

Hallo,

mein Freund hat u.a. die Idee, sich als „Sparfuchs“
selbständig zu machen.
Er möchte den Leuten dabei helfen, ihre monatlichen Ausgaben
zu reduzieren, um für einen Autokauf / eine Reise zu sparen
oder einfach mit Betrag x auszukommen, ohne Schulden zu
machen.
Aktienberatung oder Schuldenberatung soll nicht gemacht
werden. Das Ziel ist nur mit Betrag X auszukommen bzw. einen
bestimmten Betrag beiseite legen zu können.
Wahrscheinlich hat die Zielgruppe wenig Geld, allerdings kommt
ja nach kurzer Zeit der erwünschte Erfolg und die Kosten für
den Berater sind wieder drin.
Die Idee ist noch nicht ausgereift, aber wir sind schon mal an
eurer Meinung interessiert.
Ist so etwas umsetzbar?
Wird das benötigt?
Kann man davon leben?
Müsste man eine besondere Vorbildung nachweisen (kaufm.
Ausbildung vorh.)?

Gruß
Tato

Moin, Tato,

Mathias hat fast genau das Gegenteil geschrieben. Wie kommst
du zu dieser Aussage?

jede wirtschaftliche Tätigkeit setzt ein Mindestmaß an kaufmännischem Wissen voraus. Der Spar-Experte braucht nicht mehr an Wissen als jeder andere Kaufmann, dafür aber ein gerüttelt Maß an Lebenserfahrung. Vor allem muss er vertrauenswürdig erscheinen.

Hmm, Erfolgsbeteiligung setzt ja voraus, dass der Kunde ein
paar Monate das neue Spar-Konzept getestet hat.

Konzepte, die der Kunde testen will, muss er vorher kaufen. Von diesem Prinzip leben die Autoren von Ratgebern für weißderhimmelwas.

Es kommt nicht auf den Erfolg an, sondern auf das, was dem Kunden als Erfolg in Aussicht gestellt wird. Daran wird die Erfolgsbeteiligung bemessen.

Die Beratung kann niemals einen Erfolg garantieren, sondern nur Möglichkeiten aufzeigen. Wenn der Kunde die Ratschläge nicht befolgt, stellt sich auch kein Erfolg ein. Und wovon lebt dann der Berater?

Ja? Aber der Berater kann ja den Kunden nicht zum sparen
zwingen. Es ist ja bloß ein Service und keine Verpflichtung.

Eben. Deshalb kann der Berater nicht darauf warten, dass seine Beratung verworfen wird.

Der Zahnarzt sagt ja auch nur „das müsste mal gemacht werden“
und der Patient ist dann der Schuldige, wenn der Zahn dann
doch nicht mehr gerettet werden kann, wenn er es nicht hat
machen lassen.

Dafür bekommt der Zahnarzt aber auch kein Honorar.

Gruß Ralf

Hallo Ralf,

Konzepte, die der Kunde testen will, muss er vorher kaufen. Von diesem :stuck_out_tongue:rinzip leben die Autoren von Ratgebern für weißderhimmelwas.

Er möchte ja nicht das Konzept anhand eines Ratgebers verkaufen, sondern mit dem Kunden zusammen einen individuellen Plan entwickeln.

Es kommt nicht auf den Erfolg an, sondern auf das, was dem
Kunden als Erfolg in Aussicht gestellt wird. Daran wird die
Erfolgsbeteiligung bemessen.

Du meinst, dass die Bezahlung anhand dem voraussichtlichen Sparanteils des Kunden bemessen wird? Dann würde ja wahrscheinlich der Kunde dem Berater unterstellen, unpraktikabel viel einzusparen, um seine eigene Bezahlung zu steigern.

Die Beratung kann niemals einen Erfolg garantieren, sondern
nur Möglichkeiten aufzeigen. Wenn der Kunde die Ratschläge
nicht befolgt, stellt sich auch kein Erfolg ein.

Genau. Die Dienstleistung (die Beratung) fand aber statt, daher hat der Berater auch sein Geld verdient.

Und wovon lebt dann der Berater?

Von der Beratung an sich. Wenn er einen Stundenlohn oder eine Pauschale für so eine Beratung nimmt. Damit hätte der Kunde einen festen Betrag, nachdem er sich richten kann und keine komplizierte Prozent-Rechnerei.

Der Zahnarzt sagt ja auch nur „das müsste mal gemacht werden“
und der Patient ist dann der Schuldige, wenn der Zahn dann
doch nicht mehr gerettet werden kann, wenn er es nicht hat
machen lassen.

Dafür bekommt der Zahnarzt aber auch kein Honorar.

Doch, für die Beratung und Untersuchung (mit Röntgen u.ä.). Auch der Psychologe bekommt sein Geld, selbst wenn der Patient danach so weiter macht wie bisher.

Sehen wir das falsch?

Gruß
Tato

Hi Tato,

mit dem Kunden zusammen einen individuellen Plan entwickeln.

das klingt gut, ist aber erstmal nichts anderes als das Durchforsten der Ausgaben und das Prüfen, was davon entbehrlich ist. Da fängt dann die Kunst an: Der Kunde hat niemals überflüssige Ausgaben, der Berater muss ihm zeigen, worauf er dennoch verzichten könnte.

Du meinst, dass die Bezahlung anhand dem voraussichtlichen
Sparanteils des Kunden bemessen wird? Dann würde ja
wahrscheinlich der Kunde dem Berater unterstellen,
unpraktikabel viel einzusparen, um seine eigene Bezahlung zu
steigern.

Wenn der Kunde auch nur den leisesten Verdacht hegt, er werde über den Leisten gezogen, kann der Berater seinen Schreibblock zuklappen. Dazu darf es nicht kommen! Deshalb heißt es, Dollarzeichen in die Pupillen zu zaubern - die Erfolgsaussichten - und dafür einen kleinen, unbedeutenden Obulus zu fordern, damit Frau und Kind nicht verhungern.

Wenn er einen Stundenlohn oder eine Pauschale für so eine Beratung
nimmt. Damit hätte der Kunde einen festen Betrag, nachdem er sich
richten kann und keine komplizierte Prozent-Rechnerei.

Schön und gut. Deinem Kundenkreis steht das Wasser bis Oberkante Unterlippe - mach dem mal klar, dass Du für eine Stunde 120,- Euro kassierst.

Das Beispiel mit den Zahnarzt führen wir besser nicht weiter. Bis es soweit ist, dass er eine Empfehlung (keine Beratung) gibt, har er sein Geld längst verdient.

Gruß Ralf

Hallo Tato,

Kann man davon leben?

Rechnen wir doch mal kurz.
Um als Selbständiger über die Runden zu kommen braucht man mindestens
4000 Euro pro Monat (dann lebt mann allerdings sehr, sehr sparsam).
Man muß die Rentenversicherung, Krankenkasse, Urlaub, Krankheit, etc
alles selber zahlen. Fahrten zu den Kunden gehören sicher auch dazu
so das man das Einkommen eher etwas höher wählen sollte.

Für die weiteren Berechnungen ist das aber egal.

Dein Bekannter möchte ein Klientel beraten das über relativ wenig
Geld verfügt. Daher sind Einsparungen der Kunden wahrscheinlich in
dem Bereich von 100-200 Euro pro Monat möglich. Als Obergrenze
für den Berater, würde ich dann einfach mal 20% vom Ersparten über
2 Monate als realistisch halten.
Das heißt 20-40 Euro pro Kunde pro Monat oder 40-80 Euro gesamt
pro Kunde.

Nehmen wir also an 60 Euro (goldene Mitte) pro Kunde sind machbar,
zwei Monate Laufzeit mit 2 Gesprächen.

Das würde dann bedeuten, dass man ca. 65 Neukunden pro Monat braucht.

Wenn du dann noch dazu rechnest wie hoch deine Aquise Quote ist,
mit wievielen möglichen Kunden muß man reden um wirklich einen zu
bekommen. Ich würde da 50% schon für sehr, sehr, sehr optimistisch halten.

Also drei Kunden pro Arbeitstag aquirieren heißt 6 Gespräche, drei
Altkunden pro Arbeitstag betreuen, kommt dann auf 9 Gespräche pro Tag.

Ich halte das für utopisch, oder ich hab mich irgendwo verrechnet.

Aber wenn man sich einfach mal wie in obigen Beispiel überlegt was
ist machbar, dann könnt ihr sicher auch selber rechnen.

Gruß
Stefan