Mein Schwiegersohn bat mich am Wochenende, folgendes Rezept zu probieren(und ihn dann natürlich einzuladen). Hat superlecker geschmeckt:
Zunächst werden Pfannkuchen gebacken.
Dann genau so viel Scheiben gek. Schinken gut braun angebacken.
Auf jeden Pfannkuchen wir eine Scheibe des Schinkens gelegt, dazu kommen die Spargel. Das ganze wird gerollt und sehr eng in eine Auflaufform geschichtet.
Darüber „Zitronen-Butter-Soße“ (Feinschmecker-Soße, ich glaube von Knorr) gießen (1/2 l für 10 Pfannkuchen).
Hallo zusammen!
Geht es nur mir so oder muß sonst noch jemand über die teilweise gewagten Namen für Fertig-Gerichte schmunzeln?!
Darüber „Zitronen-Butter-Soße“ (Feinschmecker-Soße, ich glaube
von Knorr) gießen (1/2 l für 10 Pfannkuchen).
Feinschmecker laut Definition von Mr.Check: Fein|schme|cker, der; -s, -: jmd., der einen ausgeprägten Sinn für feine Speisen hat: ein F. sein;
Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch
So eine Zitronenbuttersauce kann man doch auch selbst machen-mit frischen Lebensmitteln?! Ich frage mich manchmal, wo es mit der Eß- und Kochkultur hingehen soll. Neulich begab ich mich in einen „walgroßen“ Supermarkt und durchstreifte, leicht verwirrt durch das enorme Warenangebot, die Gänge. Im Gang mit den Fertigprodukten stand eine verzweifelte junge Frau und sprach in ihr Handy: „Es gibt keine Fertigmischung für Sahneschnitzel mehr-was soll ich denn jetzt machen???“ Am liebsten hätte ich sie geschüttelt und ihr offenbart, daß Sahneschnitzel nun wirklich keine Kunst sind…
Ich weiß, das ist alles Geschmackssache, aber mich würde interessieren, warum Menschen diese Fertiggerichte benutzen. Ist es Zeitmangel, Bequemlichkeit oder schmeckt es wirklich?
Warum ich zum Teil auf Fertigprodukte zurückgreife, kann ich dir gern erklären:
Koch mal am Wochenende für 8 - 9 Personen und dann auch noch so ein Gericht, wie z. B. bei den Pfannkuchen, wo du ständig dabeistehen musst und zu tun hast. Daneben dann noch Spargel etc.
Warum sollte ich mir das Leben also schwerer machen, als notwendig. Natürlich sind Frischprodukte immer bevorzugt, wenns aber Fertigprodukte gibt, die das Leben eben erleichtern und gut schmecken, warum nicht?
Gruß
Gisela
Du sprichst mir aus der Seele. Auch ich frage mich immer, was daran so kompliziert ist, ein paar Grundzutaten, die doch eigentlich jeder ständig in der Küche hat zusammenzurühren, wenn man zu den Saucenpulvern schließlich auch noch einen Topf mit Wasser braucht und dann schön dabei stehen bleiben und rühren muss, damit es ja keine Klümpchen gibt, oder der Kleister anbrennt. Eine einfache Zitronenbutter zum Spargel entsteht bei mir vollkommen nebenbei, indem das Saucenpfännchen mit einen guten Stück Butter und einer ausgedrückten halben Zitrone zwischen die Töpfe auf den Herd kommt. Die zugegeben etwas aufwändigere Hollondaise kann man sich auch eigentlich ganz schnell aneignen, und wer einmal so etwas probiert hat, nimmt nie wieder den Schmadder aus dem Tetrapack. Gerade wenn es um ein schönes Sonntagsessen mit so guten Dingen wie frischem Spargel geht, sollte man sich doch den Appetit nicht mit Fertigprodukten verderben, die hauptsächlich aus E08/15 bestehen, wenn man mit etwa gleichem Zeitaufwand auch eine vernünftige Sauce machen. Die fünf Minuten Zeit sollten doch wohl sein.
Und was Deine Sahneschnitzel-Erfahrung angeht, pack beim nächsten Mal zu! Ich tue das auch hin und wieder.
Allein schon diese Backmischungen:
„Nur noch Eier, Milch und Fett hinzugeben“ - ja mein Gott, was ist denn da überhaupt drin in der Backmischung - Mehl, Backpulver und Zucker? Wer das nicht selbst zusammenmischen kann (wenn man denn überhaupt Backpulver braucht, aber das ist ein anderes Thema), sollte die (Koch-)Löffel abgeben!
Oder die „Verfeinerungs“-Hinweise auf den Fertiggerichten - wo ist da der Sinn? Erst etwas „unheimlich Zeitsparendes“ verwenden, und das dann wieder zeitraubend „verfeinern“. (Wenn das „Verfeinern“ sich nicht im Aufspießen von Ananasstücken erschöpft „Sülze Hawaii“ ;=)
Und wenn man dann die Zutatenliste liest („Stabilisator E505, Farbstoff E404, naturidentische Aromastoffe, Natriumglutamat…“). Wen’s da nicht schüttelt, dem ist nicht zu helfen…
Auch schlimm sind diese ganzen „Würzmischungen“, die das eigene Abschmecken und Würzen - „ersparen“, und den Eigengeschmack einer Speise durch einen geschmacklichen Einheits-Holzhammer ersetzen. (In diesem Sinne muss man aber auch gegen Curry-, Chilipulver, „Hähnchenwürzsalz“ usw. usw. wettern!)
Warum sollte ich mir das Leben also schwerer machen, als
notwendig. Natürlich sind Frischprodukte immer bevorzugt,
wenns aber Fertigprodukte gibt, die das Leben eben erleichtern
und gut schmecken, warum nicht?
stimme ich dir voll und ganz zu. Ich koche auch mit Fertigprodukten und mir schmeckt es sogar!!!
Warum sollte ich mir das Leben also schwerer machen, als
notwendig. Natürlich sind Frischprodukte immer bevorzugt,
wenns aber Fertigprodukte gibt, die das Leben eben erleichtern
und gut schmecken, warum nicht?
stimme ich dir voll und ganz zu. Ich koche auch mit
Fertigprodukten und mir schmeckt es sogar!!!
OK, das (Küchen-)Leben können Fertigmahlzeiten schon erleichtern, allerdings schmecken sie mir persönlich einfach nicht.
Ich benutze auch Fertigprodukte, allerdings sind das eher Sachen wie tiefgefrorenes Gemüse, Kräuter u.ä. und ich kombiniere diese Sachen immer mit frischen Lebensmitteln. Diese Komplett-Fertigmahlzeiten sind mir echt ein Graus, sorry Außerdem finde ich die Vorstellung furchtbar, daß Kinder aufwachsen und gar nicht wissen, wie manche Gerichte „in echt“ schmecken weil ihre Mütter/Väter nur Fertigfutter auftischen!
Geht es nur mir so oder muß sonst noch jemand über die
teilweise gewagten Namen für Fertig-Gerichte schmunzeln?!
Klar, die Namen sind klasse! *g*
Ich weiß, das ist alles Geschmackssache, aber mich würde
interessieren, warum Menschen diese Fertiggerichte benutzen.
Ist es Zeitmangel, Bequemlichkeit oder schmeckt es wirklich?
Mal so und mal so. Manches schmeckt mir, dann wird das auch genommen.
Ich denke immer, solange man auch noch selber kochen kann und nicht seine Frikadellen zwingend mit Maggi-Fertig-Würze würzen muss ist das alles noch okay. Dann schadet es auch niemandem.
Ich kann sowohl als auch. Und klar, manchmal geht es halt einfach schneller, 'ne Tüte aufzureissen und den Inhalt ins Wasser zu schütten als selber anzufangen da was zusammenzubrauen.
Ich finde das nicht schlimm. Man muss halt die Balance halten.
Wobei ich bei manchen Fertigprodukten (für Rührei oder für die Panade für Wiener Schnitzel) doch schon herzhaft lachen musste …
Diese Komplett-Fertigmahlzeiten sind mir echt ein
Graus, sorry Außerdem finde ich die Vorstellung furchtbar,
daß Kinder aufwachsen und gar nicht wissen, wie manche
Gerichte „in echt“ schmecken weil ihre Mütter/Väter nur
Fertigfutter auftischen!
Da fällt mir doch was ein: Kürzlich ein Gespräch mit meinen beiden Söhnen (8 und 10) darüber, was Menschen essen, die nun gar nicht kochen können und Single sind (weiterer Zusammenhang würde zu weit führen…). Auf meine Aussage hin, daß sie sich zum Beispiel eine Dose aufmachen, kam die erstaunte Frage: „Wie - gibt es Essen in Dosen?“ Tatsächlich mußte ich ihnen beim nächsten Einkauf im Supermarkt zeigen, daß es wirklich und wahrhaftig fertiges Essen (u.a. in Dosen) zu kaufen gibt. *ggg*
Die zugegeben etwas aufwändigere Hollondaise kann man sich auch eigentlich ganz schnell aneignen, und wer einmal so etwas probiert hat, nimmt nie wieder den Schmadder aus dem Tetrapack.
Da möchte ich dir voll zustimmen, aber…
Was ist wenn ich nun das Risiko eingehe und die Hollandaise selber mache, die 72 °C unterschritten habe und noch das Pech habe ein Ei dabei zu haben was nicht sauber war?
Kaum eine Küche verwendet heute noch eine selbstgemachte Hollandaise. Teilweise wird dieses Fertigprodukt jedoch so verfeinert, das es nicht auffällt. Auch das ist eine Kunst. Viele Köche werden es jedoch nicht zugeben. Aber die Praxis ist eben anders.
Mir ist es von der Firma verboten irgendeine Speise mit frischen Eiern , ich meine hier nicht Rührei etc., anzubieten. Da ich oft unter schlechten Bedingungen zu arbeiten habe (Ausland, enorme Hitze, keine oder schlechte Kühlmöglichkeiten) finde ich es so auch besser, obwohl es mir oft in den Fingern juckt.
Alle Köche mussten Unterschreiben. Nun, seien wir doch ehrlich, jedes Jahr Lesen wir was von einer Gruppe die an Salmonellen im Krankenhaus gelandet ist. Daher die Vorsichtsmaßnahmen in der Firma.
Auch eine Vanillesauce wird in unserer Firma aus diesen Gründen aus Fertigprodukt gemacht.
Unter uns, Privat mache ich meine Hollandaise auch selber, gehe jedoch immer mehr dazu über auch Tetrapack zu verwenden.
ja, ja, die Praxis. Also ich habe die Praxis der Profiküche auch unter zwei unterschiedlichen Blickwinkeln kennengelernt. Zunächst einmal hat es mich mal zu Schulzeiten für ein paar Wochen in die Sternegastronomie verschlagen, weil ich überlegte eine Ausbildung zum Koch zu machen. Das Haus kenne ich bis heute (inzwischen nur noch Gast) und kann Dir versichern, dass dort weder damals noch heute entsprechende Fertigprodukte eingesetzt werden. Die Eier kommen frisch und gut gekühlt vom Großmarkt direkt in die Kühlkammer, und werden kurzfristig verbraucht. Die hygienischen Verhältnisse der Küche und der Mitarbeiter werden laufend kontrolliert, und ich habe nie Bedenken gehabt.
Zu Zivizeiten habe ich dann 20 Monate eine Heimküche mehr oder weniger alleine geschmissen und da habe ich nie Speisen mit frischen, nicht ausreichend erhitzbaren Eiern zubereitet. Die hygienischen Umstände in den durch Umbau wechselnden Küchen waren unvorstellbar und wo unser Chef die Lebensmittel unter welchen Umständen her bekam (abgelaufene BW-Verpflegung, etc.) war auch so lange nicht aufzuklären, bis wir selbst den Einkauf übernommen haben. Mal abgesehen davon, dass für DM 850,-- bei 30 Leuten auch sonst viel billig getricks werden musste.
Was ich damit sagen will, die Umstände sind entscheidend, und wenn ich jetzt z.B. für nächstes Wochenende für ein großes öffentliches Fest einige Kübel voll koche, dann sind in meiner privaten Küche natürlich auch frische Eier tabu. Aber für mich privat würde ich in sauberer Küche mit frischen Eiern nie auf die selbstgerührte Hollondaise verzichten. Mal abgesehen davon, die Abwandlung mit Orange (Name liegt mir auf der Zuge, will aber nicht raus), die meiner Frau immer die Tränen des Glücks in die Augen treibt, gibt es noch nicht fertig zu kaufen.
Gruß vom Wiz
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davon, die Abwandlung mit Orange (Name liegt mir auf der Zuge,
will aber nicht raus), die meiner Frau immer die Tränen des
Glücks in die Augen treibt, gibt es noch nicht fertig zu
kaufen.
Ja - die liebe ich nämlich auch und am besten wird sie mit Blutorangensaft! Schon mal ausprobiert??