Sparkonto - Auflösen oder Brachlage?

Hallo,
ich hatte einige Sparkonten, die ich auf ein zentrales Institut/Sparkonto umgeschichtet habe. Bei einer Bank konnte ich das Konto sofort kündigen; 2 Unterschriften, fertig (Barauszahlung). Bei einer anderen Bank wollten sie eine Bankverbindung zur Überweisung, ansonsten könnten sie das Konto von dort nicht kündigen, also habe ich einen Euro drauf gelassen und das Konto weiter bestehen lassen.

Später kam mir jedoch der Gedanke, dass das durchaus eine nicht unerhebliche Schikane im Sinne der Bank sein könnte. Abgesehen davon, dass sie mich wahrscheinlich weiterhin mit Werbung bombardieren werden und in ihre marketingwirksame „Kundenzahl“ einfließen lassen („Hunderttausend Millionen Kunden“), stellte ich mir die Frage, wie es mit dem Bankgeheimnis aussieht.

Da ich erst kürzlich ein neues Girokonto eröffnet hatte, weiß ich, dass man die Bank gleichzeitig (zu Teilen) vom Bankgeheimnis (Schufa usw) befreit. Wenn diese „Befreiung“ auch auf das Sparkonto zutrifft, könnten sie, obwohl ich das Konto nicht mehr verwende, doch jederzeit Schufa Auskünfte einholen und z.B. an ihre „Partner“ zwecks Scoring übermitteln, oder nicht?

Oder gibt es bei Sparkonten keine Befreiung des Bankgeheimnisses? Ist es ratsam, besser grundsätzlich alle Konten ordnungsgemäß zu kündigen, anstatt sie brach liegen zu lassen? Kann man Konten per Post kündigen, bzw. sich die Kündigungsschreiben zuschicken lassen?

Hallo,

ich das Konto sofort kündigen; 2 Unterschriften, fertig
(Barauszahlung). Bei einer anderen Bank wollten sie eine
Bankverbindung zur Überweisung, ansonsten könnten sie das
Konto von dort nicht kündigen, also habe ich einen Euro drauf
gelassen und das Konto weiter bestehen lassen.

was heißt „also“? Deine Vorgehensweise ergibt doch überhaupt keinen Sinn.

Später kam mir jedoch der Gedanke, dass das durchaus eine
nicht unerhebliche Schikane im Sinne der Bank sein könnte.

Ja, die Kreditinstitute haben nichts lieber als tote Konten, die nichts einbringen, aber intern recht hohe Kosten verursachen.

Abgesehen davon, dass sie mich wahrscheinlich weiterhin mit
Werbung bombardieren werden und in ihre marketingwirksame
„Kundenzahl“ einfließen lassen („Hunderttausend Millionen
Kunden“), stellte ich mir die Frage, wie es mit dem
Bankgeheimnis aussieht.

Lies das doch mal in den AGB nach. Steht direkt am Anfang.

Da ich erst kürzlich ein neues Girokonto eröffnet hatte, weiß
ich, dass man die Bank gleichzeitig (zu Teilen) vom
Bankgeheimnis (Schufa usw) befreit. Wenn diese „Befreiung“
auch auf das Sparkonto zutrifft, könnten sie, obwohl ich das
Konto nicht mehr verwende, doch jederzeit Schufa Auskünfte
einholen und z.B. an ihre „Partner“ zwecks Scoring
übermitteln, oder nicht?

Lies doch mal den Passus zur Schufa, den Du unterschrieben hast. Da steht dann auch drin, daß die erhaltenen Daten eben nicht weitergegeben werden. Außerdem: warum sollte irgendjemand eine Auskunft zu einem Konto einholen, das weder einen Sollsaldo noch Buchungen aufweist? Das interessiert alles genau niemanden und der gleiche niemand wird weder Zeit noch Geld in eine Auskunftseinholung investieren.

Oder gibt es bei Sparkonten keine Befreiung des
Bankgeheimnisses? Ist es ratsam, besser grundsätzlich alle
Konten ordnungsgemäß zu kündigen, anstatt sie brach liegen zu
lassen? Kann man Konten per Post kündigen, bzw. sich die
Kündigungsschreiben zuschicken lassen?

Es ist ratsam, nicht aus eigenartigen Gründen nutzlosen Ballast mit sich herumzutragen. Wenn man einen Geschäftsbesorgungsvertrag mit einem Kreditinstitut kündigen will, dann nimmt man einen Bogen Papier, beschriftet ihn mit dem eigenen Namen, der Adresse und den Adreßdaten des Kreditinstitutes und schreibt die folgenden Worte:

Kunden- bzw. Kontonummer
Betreff: Kündigung der Geschäftsbeziehung (bzw. eines Kontos)

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich die Geschäftsbeziehung mit Ihrem Hause (bzw. mein o.g. Konto) zum nächstmöglichen Termin und bitte um Überweisung der/der Guthaben(s) auf nachstehendes Konto (–Kontodaten hier eintragen, BLZ nicht vergessen–).

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift

Das ganze kommt dann ausreichend frankiert in einen Briefkasten und fertig ist der Lack.

Gruß
Christian

was heißt „also“? Deine Vorgehensweise ergibt doch überhaupt
keinen Sinn.

Diese Option wurde mir von der Bank unterbreitet. Alternativ hätte ich ein weiteres Konto angeben müssen. Das muss die zu kündigende Bank nicht wissen. Das wollte die andere Bank der anderen Kontoauflösung ja auch nicht.

Kreditinstitute haben nichts lieber als tote Konten,
die nichts einbringen, aber intern recht hohe Kosten
verursachen.

Kundenzahlen und -daten sind wertvoll. Mit Informationen kann man viel Geld machen.

Ich hatte zumindest das Gefühl, dass es der Bank, bzw. der Angestellten durchaus darum ging das Konto zu erhalten. Sie hatte mir wörtlich die Option eingeräumt, „falls ich es mir doch noch mal überlegen sollte“.

Lies doch mal den Passus zur Schufa, den Du unterschrieben
hast. Da steht dann auch drin, daß die erhaltenen Daten eben
nicht weitergegeben werden.

Offiziell schon. Aber wie war das noch mit den Bankdaten CDs?

Wie auch immer… Ich werde die noch übrig gebliebenen Konten dann schriftlich kündigen.

Vielen Dank schon mal.

was heißt „also“? Deine Vorgehensweise ergibt doch überhaupt
keinen Sinn.

Diese Option wurde mir von der Bank unterbreitet. Alternativ
hätte ich ein weiteres Konto angeben müssen. Das muss die zu
kündigende Bank nicht wissen.

Die will die auch gar nicht wissen und sich schon gar nicht merken. Wo ist das Problem, die neue Kontoverbindung rauszurücken?

Kreditinstitute haben nichts lieber als tote Konten,
die nichts einbringen, aber intern recht hohe Kosten
verursachen.

Kundenzahlen und -daten sind wertvoll. Mit Informationen kann
man viel Geld machen.

Kreditinstitute verkaufen die Adressen nicht weiter. Und: Deine Daten sind doch eh im Umlauf, da Du ja ein neues Konto aufgemacht hast. Nicht zuletzt: wie ich schrieb, kostet ein Konto intern reichlich Geld.

Ich hatte zumindest das Gefühl, dass es der Bank, bzw. der
Angestellten durchaus darum ging das Konto zu erhalten. Sie
hatte mir wörtlich die Option eingeräumt, „falls ich es mir
doch noch mal überlegen sollte“.

Ja, klar. Der Kundenbetreuer hofft natürlich, daß das Konto wieder auflebt. Aber dennoch: das Konto kostet intern Geld. Bis zum St. Nimmerleinstag schauen die sich das sicherlich nicht an.

Lies doch mal den Passus zur Schufa, den Du unterschrieben
hast. Da steht dann auch drin, daß die erhaltenen Daten eben
nicht weitergegeben werden.

Offiziell schon. Aber wie war das noch mit den Bankdaten CDs?

Die wurden von einem Mitarbeiter, der sowohl gegen geltendes Recht als auch gegen die in seinem Arbeitsvertrag vereinbarten Verschwiegenheitspflichten verstoßen hat, weitergegeben, und eben nicht von dem Kreditinstitut. Die Branche lebt vom Kundenvertrauen. Dementsprechend verhält man sich.

Gruß
Christian

Wo ist das Problem, die neue Kontoverbindung
rauszurücken?

Es geht die Bank nichts an. Beispielsweise kann man daran ableiten, wohin das Geld fließt und warum (Trendanalyse). Diese Informationen sind nicht nur für das eigentliche Institut wertvoll, sondern auch für ihre „Partner“.

Deine Daten sind doch eh im Umlauf, da Du ja ein neues Konto
aufgemacht hast. Nicht zuletzt: wie ich schrieb, kostet ein
Konto intern reichlich Geld.

Meine Daten sollten (offiziell) nur bei dem Institut sein, wo ich registriert bin, nicht im Umlauf. Dass ein Konto „reichlich Geld“ kostet, ist eine nicht zu belegende Aussage der Bank. Was soll da anfallen neben ein paar KB auf der Festplatte? Warum zahlen Direktbanken sogar Geld dafür? Nicht der Mensch vor der Bank, sondern der hinter der Bank kostet Geld.

Ja, klar. Der Kundenbetreuer hofft natürlich, daß das Konto
wieder auflebt.

Natürlich nicht. Die alleinige Registrierung und die resultierenden Vorzüge, die der Bank dadurch entstehen, sind der wahre Grund.

Die wurden von einem Mitarbeiter, der sowohl gegen geltendes
Recht als auch gegen die in seinem Arbeitsvertrag vereinbarten
Verschwiegenheitspflichten verstoßen hat, weitergegeben, und
eben nicht von dem Kreditinstitut.

Nur bis dahin reicht die Beweiskraft, weiter nicht. Was sollen sie denn sonst machen? Sich selbst belasten? Offiziell gibt es ja auch keine Datenskandale.

Hi

Es geht die Bank nichts an. Beispielsweise kann man daran
ableiten, wohin das Geld fließt und warum (Trendanalyse).
Diese Informationen sind nicht nur für das eigentliche
Institut wertvoll, sondern auch für ihre „Partner“.

Ich hoffe für Dich, daß Du alles was Du kaufst in bar zahlst und keinerlei Karten benutzt, keine Zeitungsabos hast, in keinem Verein Mitglied bist… Denn die Daten, die Du damit lieferst sind um einiges mehr wert als eine popelige Bankverbindung.

Gruß
Edith

Wo ist das Problem, die neue Kontoverbindung
rauszurücken?

Es geht die Bank nichts an. Beispielsweise kann man daran
ableiten, wohin das Geld fließt und warum (Trendanalyse).
Diese Informationen sind nicht nur für das eigentliche
Institut wertvoll, sondern auch für ihre „Partner“.

Ich nehme Dir ungern Deine Paranoia, aber die Daten interessieren niemanden und wenn Du mal durchlesen würdest, was Du bisher unterschrieben hast, wüßtest Du auch, daß die Daten nicht an „Partner“ weitergegeben werden, was auch immer Du mit „Partnern“ meinst.

Deine Daten sind doch eh im Umlauf, da Du ja ein neues Konto
aufgemacht hast. Nicht zuletzt: wie ich schrieb, kostet ein
Konto intern reichlich Geld.

Meine Daten sollten (offiziell) nur bei dem Institut sein, wo
ich registriert bin, nicht im Umlauf.

Wenn Du ein neues Konto aufgemacht hast und davon ausgehst, daß Dein altes Kredtinstitut mit Daten Schindluder treibst, mußt Du davon ausgehen, daß das heute beim neuen Institut genauso der Fall ist. Auch wenn die grundlegende Annahme falsch ist, wäre das nur konsequent.

Dass ein Konto
„reichlich Geld“ kostet, ist eine nicht zu belegende Aussage
der Bank. Was soll da anfallen neben ein paar KB auf der
Festplatte? Warum zahlen Direktbanken sogar Geld dafür? Nicht
der Mensch vor der Bank, sondern der hinter der Bank kostet
Geld.

Genau: Der Mensch kostet Geld, die Gebäude kosten Geld, die EDV kostet Geld. Das ganze wird auf die einzelnen Produkte bzw. Dienstleistungen umgelegt und der Kundenkalkulation des Kundenbetreuers belastet. Du kannst getrost davon ausgehen, daß ein Konto ohne Umsätze intern mit 10-25 Euro in Rechung gestellt wird.

Ja, klar. Der Kundenbetreuer hofft natürlich, daß das Konto
wieder auflebt.

Natürlich nicht. Die alleinige Registrierung und die
resultierenden Vorzüge, die der Bank dadurch entstehen, sind
der wahre Grund.

Nein, absolut nicht.

Die wurden von einem Mitarbeiter, der sowohl gegen geltendes
Recht als auch gegen die in seinem Arbeitsvertrag vereinbarten
Verschwiegenheitspflichten verstoßen hat, weitergegeben, und
eben nicht von dem Kreditinstitut.

Nur bis dahin reicht die Beweiskraft, weiter nicht. Was sollen
sie denn sonst machen? Sich selbst belasten? Offiziell gibt es
ja auch keine Datenskandale.

Die Nutzung des Wortes „offiziell“ erfolgt mittlerweile inflationär. DAß es Datenskandale gibt und gab, wird nicht bestritten. Deine Annahme, daß die Institute als solche tätig werden, ist falsch. Wenn Kundendaten in falsche Hände geraten, haben sich einzelne Mitarbeiter falsch verhalten.

Der Einwand meiner Vorrednerin ist im übrigen durchaus berechtigt: wenn Du eine Kundenkarte beantragst, stimmst Du genau dem zu, was Du nicht willst, nämlich der gewerblichen Weitergabe Deiner Stammdaten sowie der Einkaufsgewohnheiten. Darüber sollte man sich Gedanken machen und nicht darüber, was ein Kreditinstitut mit einem ein-Euro-Konto und ein paar Stammdaten anstellen könnte, die es nicht weitergeben darf.

Gruß
Christian

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Hi,

du hast die Post vergessen! Wenn man einen Brief einwirft, dann wird der von einem Postangestellten aus dem Kasten genommen / am Schalter entgegengenommen. Dann hat ihn noch mind. einer in der Hand, um ihn zum Zielpostamt zu bringen („einer“ ist eine gewagte Untertreibung), und der Postmann am Zielort hat ihn auch in der Hand. Was schlimmer ist, der kann dann sogar Adresse / Namen und tatsächlichen Wohnort korrelieren. Das wird alles unterschätzt. Und es fängt ja noch viel harmloser an: hier in dem kleinen Ort, in dem ich wohne, kennen mich die Verkäuferinnen beim Bäcker, Metzger, Supermarkt etc mit Namen!

Fass ohne Boden.

Die Franzi

Hi

du hast die Post vergessen!

Ich wollte die vorhandene Paranoia nicht noch weiter schüren *g*

Übrigens wohne ich nicht in einem kleinen Ort, sondern in einer größeren Stadt, aber in meinem Stammläden kennt man mich auch beim Namen und mir ist trotzdem noch nichts schlimmes passiert. :wink:

Ich meine, es ist ja gut, wenn man mit seinen persönlichen Daten nicht allzu freizügig umgeht, aber man kann Vorsicht auch übertreiben.

Gruß
Edith

kleine Ergänzung

Kundenbetreuers belastet. Du kannst getrost davon ausgehen,
daß ein Konto ohne Umsätze intern mit 10-25 Euro in Rechung
gestellt wird.

quartalsweise!