Spastik

Hallo!
Ich hätte mal ne Frage, weiß aber nicht, ob ich hier richtig bin.
Naja… ich schreib einfach mal.
Mein Neffe ist 9 Monate alt und kann immer noch nicht sitzen, nicht mal annähernd. Er robbt nicht, krabbelt nicht, dreht sich nicht vom Rücken auf den Bauch oder umgekehrt. Es gibt auch keine Anzeichen, dass er bald damit anfangen würde.
Nun ist es so, dass mein Bruder (der Papa des Kleinen) halbseitig spastisch gelähmt ist. Ist das vererblich?

Meine Mutter und ich machen uns ein bisschen Sorgen (vor allem meine Mutter), aber wir wollen die beiden nicht darauf ansprechen, weil wir ihnen ja auch keine Angst machen wollen.

Ich wär sehr dankbar, wenn ich hier Antworten bekommen würde!

Liebe Grüße
Mare

Hallo Mare, guten Morgen,
erstens bist du mit deiner Frage hier goldrichtig!
Zum Problem: sind denn die Eltern nicht mit dem Baby beim Kinderarzt? Der macht sie U-Untersuchungen und kann „gröbere“ Auffälligkeiten eigentlich schon feststellen und die Eltern beraten.
Zunächst: Was das „Soll-das Kind-in-dem-und-dem-Alter-können“ angelangt, gibt es große Spannbreiten und oft holen Kinder das, was sie anfangs nicht können dann auf und sind mit den anderen, die das schon früher begonnen haben wieder gleich.
Die Eltern bekommen nach der Entlassung aus der Klinik das gelbe U-Heftchen mit, da steht viel aufschlussreiches drin: z.B. ob er ein „Frühchen“ war, aus welcher Lage heraus er geboren wurde, welche Farbe das Fruchtwasser hatte. pH-Wert, Muskeltonus, Hautfarbe, erster Schrei, ob er alle 4 Extremitäten spontan bewegte, Größe, Gewicht. All die Beobachtungen und Messungen ergeben den APGAR-Wert, der über die prinzipielle „GEsundheit“ des Babys Informationen gibt. Auch Besonderheiten in der Schwangerschaft der Mama usw. werden vermerkt. Bei den weiteren U´s trägt der Untersucher Auffällligkeiten dort ein.größe und Gewicht werden in Perzentilenkurven auf der letzten Seite eingetragen, da kann man sehen, ob sich das Baby bezogen auf seine Ausgangswerte „normal“ weiterentwickelt. Frühchen Werte werden mitberücksichtigt. Wenn der Kleine ein extremes Frühchen war, kann man also das „Soll“ eines reif-geborenen Kindes nicht direkt vergleichen, sondern muss letztendlich zurückrechnen, auf das Alter, das er JETZT hätte in Bezug auf ein Reifgeborenes.
Insgesamt sollten aber die Eltern, auch zwischen den U-Untersuchungen jetzt mal beim KiA vorstellig werden und nachfragen. Keine Scheu, es geht um das Allerwichtigste, was man haben kann.
Die Halbseitenspastik des Vaters: Dazu müßtest du wissen, woher sie kommt. Unfall? Durch geburtshilfliche Maßnahmen? Selbst Frühchen gewesen…Auch dieses Problem entweder mit dem KiA besprechen, oder rausfinden woher es kam und dann nochmal hier nachfragen.
Ich würde die beiden darauf ansprechen, mglw. machen sie sich die gleichen Sorgen, trauen sich aber nicht zum Arzt oder mit dir darüber reden, um zu vermeiden, dass eine Befürchtung tatsächlich zur Diagnose wird - gibt es sehr sehr oft!!! Aber es geht um das Kind und da was verpasst zu haben, trägt man bis zu seinem eigenen Lebensende mit sich rum.
viele grüße und nur Mut rico

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Hallo!
Ich hätte mal ne Frage, weiß aber nicht, ob ich hier richtig
bin.
Naja… ich schreib einfach mal.
Mein Neffe ist 9 Monate alt und kann immer noch nicht sitzen,
nicht mal annähernd. Er robbt nicht, krabbelt nicht, dreht
sich nicht vom Rücken auf den Bauch oder umgekehrt. Es gibt
auch keine Anzeichen, dass er bald damit anfangen würde.
Nun ist es so, dass mein Bruder (der Papa des Kleinen)
halbseitig spastisch gelähmt ist. Ist das vererblich?

Meine Mutter und ich machen uns ein bisschen Sorgen (vor allem
meine Mutter), aber wir wollen die beiden nicht darauf
ansprechen, weil wir ihnen ja auch keine Angst machen wollen.

Ich wär sehr dankbar, wenn ich hier Antworten bekommen würde!

Liebe Grüße
Mare

Hallo Mare, guten Morgen,
erstens bist du mit deiner Frage hier goldrichtig!

Hallo rico!
Vielen Dank für deine Antwort erstmal!!!

Zum Problem: sind denn die Eltern nicht mit dem Baby beim
Kinderarzt? Der macht sie U-Untersuchungen und kann „gröbere“
Auffälligkeiten eigentlich schon feststellen und die Eltern
beraten.

Die Eltern des Kleinen sind natürlich schon bei einem Kinderarzt. Aber ob der was gesagt hat und wenn ja, WAS er gesagt hat, weiß ich nicht… eben weil ich mich bisher noch nicht getraut habe, mit ihnen zu reden.
Vielleicht wollen sie ja auch selber nicht darüber sprechen…

Zunächst: Was das „Soll-das Kind-in-dem-und-dem-Alter-können“
angelangt, gibt es große Spannbreiten und oft holen Kinder
das, was sie anfangs nicht können dann auf und sind mit den
anderen, die das schon früher begonnen haben wieder gleich.
Die Eltern bekommen nach der Entlassung aus der Klinik das
gelbe U-Heftchen mit, da steht viel aufschlussreiches drin:
z.B. ob er ein „Frühchen“ war, aus welcher Lage heraus er
geboren wurde, welche Farbe das Fruchtwasser hatte. pH-Wert,
Muskeltonus, Hautfarbe, erster Schrei, ob er alle 4
Extremitäten spontan bewegte, Größe, Gewicht. All die
Beobachtungen und Messungen ergeben den APGAR-Wert, der über
die prinzipielle „GEsundheit“ des Babys Informationen gibt.
Auch Besonderheiten in der Schwangerschaft der Mama usw.
werden vermerkt. Bei den weiteren U´s trägt der Untersucher
Auffällligkeiten dort ein.größe und Gewicht werden in
Perzentilenkurven auf der letzten Seite eingetragen, da kann
man sehen, ob sich das Baby bezogen auf seine Ausgangswerte
„normal“ weiterentwickelt. Frühchen Werte werden
mitberücksichtigt. Wenn der Kleine ein extremes Frühchen war,
kann man also das „Soll“ eines reif-geborenen Kindes nicht
direkt vergleichen, sondern muss letztendlich zurückrechnen,
auf das Alter, das er JETZT hätte in Bezug auf ein
Reifgeborenes.

Von diesen U-Heftchen hab ich auch 2 zuhause, weil ich 2 Kinder habe! :o)
Was aber in dem Heftchen von meinem Neffen steht, weiß ich leider nicht.
Ein Frühchen war er allerdings nicht.
MEIN Sohn war ein extremes Frühchen (27. SSW - 530g - 28cm). Und diese 3 Monate zurückgerechnet, die er zu früh geboren wurde, hat er sich „normal“ entwickelt.

Insgesamt sollten aber die Eltern, auch zwischen den
U-Untersuchungen jetzt mal beim KiA vorstellig werden und
nachfragen. Keine Scheu, es geht um das Allerwichtigste, was
man haben kann.
Die Halbseitenspastik des Vaters: Dazu müßtest du wissen,
woher sie kommt. Unfall? Durch geburtshilfliche Maßnahmen?
Selbst Frühchen gewesen…Auch dieses Problem entweder mit
dem KiA besprechen, oder rausfinden woher es kam und dann
nochmal hier nachfragen.

Die Halbseitenspastik meines Bruders (also der Papa des Kleinen) kommt, so hats meine Mutter mir erzählt, von einem Sauerstoffmangel bei der Geburt. Er war bei der Geburt „scheintot“ und erst nach einem Klaps auf den Po hat er geschrie’n und geatmet.
Meine Mutter hat aber vor kurzem ihre Ärztin gefragt, ob Spastik vererblich ist und diese sagte, es gibt bestimmten Arten von Spastik, die vererblich sind. Wenn es aber bei meinem Bruder vom Sauerstoffmangel kommt, kann es ja nicht vererblich sein.
Jetzt hat aber meine Mutter Angst, dass evtl. doch schon WÄHREND der Schwangerschaft was nicht in Ordnung war.
Oder dass es nur „Zufall“ ist, falls der Kleine das gleiche Problem hat, denn sie sagt, bei meinem Bruder war das alles genauso, als er klein war!

Ich würde die beiden darauf ansprechen, mglw. machen sie sich
die gleichen Sorgen, trauen sich aber nicht zum Arzt oder mit
dir darüber reden, um zu vermeiden, dass eine Befürchtung
tatsächlich zur Diagnose wird - gibt es sehr sehr oft!!! Aber
es geht um das Kind und da was verpasst zu haben, trägt man
bis zu seinem eigenen Lebensende mit sich rum.

Ich hab lange darüber nachgedacht und auch mit meiner Mutter gesprochen. Sobald es einmal „passt“, d.h., wenn mein Bruder und ich mal zusammensitzen und reden, werd ich ihn mal drauf ansprechen.
Es lässt mir einfach keine Ruhe!

viele grüße und nur Mut rico

Vielen Dank nochmal für deine Antwort!!! :o)

Liebe Grüße
Mare