Hallo Martin,
ich kenne diese Art zu spenden nicht, mir kommt da aber eine
Frage hoch. Ich dacht immer, dass ich wenn ich nach dem
Gottesdienst etwas in den Klingelbeutel werfe, dann deshalb,
weil ich jetzt gerade das Bedürfnis dazu habe. Schließlich
will ich in dem Moment etwas Gutes tun und denke nicht daran,
wie ich das Geld wieder geltend machen könnte. Es sollte doch
eigentlich ein Opfer bleiben?
Hallo Jutta,
ein „Opfer“ ist es in jedem Fall, denn Du spendest ja von Deinem Geld. Das steuerliche Geltendmachen bedeutet ja nur, dass man für die gespendete Mark nicht auch noch Steuern zahlen muss - nicht etwa, dass der Stat die gesamte Mark zahlt.
Allerdings gibt es viele, auch im Geschäftsleben, die einem so irgendwelche Ausgaben schmackhaft machen wollen: „Das können Sie ja von der Steuer absetzen!“ - mit dem Unterton: Dann kostet es Sie praktisch nichts. Das stimmt natürlich nicht - alles Geld, was man ausgibt, muss man erst mal verdienen.
Natürlich übers Jahr gesehen reicht es schon aus um eine
Spendenbescheinigung zu erhalten, aber ich würde nie das
gesamte Geld auf einen Schlag zahlen, da mir die Menge in
diesem Fall weh tut, übers Jahr jedoch nicht.
Wenn ich jedoch Geld in Höhe eine Bescheinigungs fähigen
Betrages übrig habe, dann spende ich es lieber ganz bewußt für
eine bestimmte Sache, schließlich muß ich meinen Banknachbarn
nicht beweisen, dass ich etwas „für Gott“ tue.
Fazit: Ich bin kein potentieller „Kunde“ für dieses Verfahren.
Meine Münzen müssen separat gezählt werden.
OK, die Spendenpraxis ist Sache jedes Einzelnen. Es gibt aber eine Menge Leute, die niemals auf die Idee kämen, eine Spendenüberweisung auszufüllen und stattdessen den Klingelbeutel als Gelegenheit nehmen.
Noch ne Frage: Diese Chips sind doch dazu da, dass ihr wisst,
wieviel für das an diesem Sonntag geförderte Projekt
zusammengekommen ist. D.h. dass das Geld nur in der Höhe
verwendet werden kann, wie die Chips verbraucht werden. Was
macht ihr dann mit dem Geld, welches sich anhäuft, weil man
dann doch nicht in die Kirche geht, den Wohnort wechselt und
die Chips einfach vergisst oder verliert?
Nicht zu vergessen, der Mehraufwand (Spendenasustellung),
welcher ja wie die Anschaffung von Bons/Chips Geld kostet,
welches ja dann wieder von den Spenden abgezogen werden
müssen.
Unsere Gemeinde macht das bisher noch nicht - deshalb ja auch meine Frage nach Erfahrungen damit. Ich stelle mir allerdings vor, dass das Geld, was beim Kauf von Spendenchips gegen Quittung in einer Gemeinde anfällt, zunächst auf ein Sonderkonto kommt. Je nachdem für welchen Zweck die Chips dann bei Sammlungen gegeben werden, werden Gelder in dieser Höhe von diesem Sonderkonto auf den jeweiligen Zweck umgebucht. Insofern wäre das eine „laufende“ Sache.
Auch wie hoch der Mehraufwand für diese Spendenverwaltung ist, weiß ich nicht. Ich denke, es sollte im Pfarbüro einer Gemeinde mit abzuwickeln sein. Aber auch das interessiert mich, von anderen Gemeinden - wo man schon damit begonnen hat - zu hören.
Ciao Jutta
Gruß
Martin