Speziell Hessen: Schulen mit Deutsch als 2.Sprache

Hallo,

da ich im Moment dabei bin, mir Schulen fuer
unsere Soehne anzusehen bin ich speziell in Hessen
auf Schulen gestossen, die in der Beschreibung
‚Deutsch als Zweitsprache‘ haben. (mag es auch
in anderen Bundeslaendern geben, aber in Bayern
und Ba-Wue, die einzigen, die mir noch als Alternative
zur Verfuegung stehen, ist mir das nicht begegnet).
Nun hab ich etliche Websites von diesen Schulen
gelesen, aber nirgends wird das genau beschrieben,
wie das gemeint ist.

Kennt jemand eine solche Schule und kann mir da
Auskunft geben?

Gruesse, Elke

Hallo Elke,

Bayern verlangt swiw mindestens 6 Wochenstunden Deutsch, wenn eine fremdsprachliche Schule als mehr als eine Ergänzungsschule anerkannt werden möchte. So welche gibt es durchaus. Wenn die erste Sprache Englisch oder Japanisch sein soll, dann könnte ich da Adressen heraussuchen.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Wolfgang,
danke fuer dein Angebot, aber Bayern soll es wenn moeglich gar nicht sein…
Auch sollen unsere Jungs ab jetzt auf eine Schule gehen, in der auf Deutsch unterrichtet wird.
Und so wie ich diese hessische Schulform verstehe, wird kein Unterricht in der 1. Sprache der Kinder angeboten, sondern der Deutschunterricht ist auf Nicht-Muttersprachler (verschiedener Nationalitaeten) ausgerichtet. Das wollte ich gern bestaetigt, bzw. weiter erlaeutert haben.

Gruesse, Elke

Hallo Elke,
in Hamburg (und sicher auch auch in Hessen) ist das ein Begriff der „Sprachlernpädagogik“:
DaF (Deutsch als Fremdsprache) = Deutsche Kinder lernen eine Fremdsprache
DaZ (Deutsch als Zweitsprache) = Kinder, deren Familiensprache nicht Deutsch ist (die also Zuhause überwiegend oder zum Teil Türkisch, Italienisch, Portugiesisch sprechen) lernen oder verbessern in DaZ-Stunden ihr Deutsch (Deutsch ist nämlich ihre Zweitsprache)
Gruß
Christian

Ich weiss nicht genau, ob dir das weiterhilft aber dennoch:

http://sform.bildung.hessen.de/sfe/rplan/deutsch_ind…

Hast du mal auf dem Hessischen Schulserver nach Schulen gesucht, die DaZ anbieten? Es stehen meist auch Adresse und Telefonnummer dabei. Wenn du mehr wissen möchstest, kannst du die betreffenden Schulen ja einfach mal anrufen und fragen.

Viel Glück
Kel

Hallo Kel,
genau da (Bildungsserver) hab ich die Schulen
gefunden. Aber anrufen ist etwas schwierig. Bis
ich mit der richtigen Person verbunden bin, sind die
ersten 20 Euro weg. Und dann kann’s passieren, dass
ich sage, woher ich anrufe, dann wird die Verbindung
gekappt (wahrscheinlich ist der Dame der Hoerer aus
der HAnd gefallen :frowning: ).
Angemailt hab ich auch einige, aber schnell ist nun
mal nicht bei so einer Verwaltung, deshalb dachte ich,
ich krieg hier schneller Hilfe.
Trotzdem danke fuer deine Antwort :smile:

Gruesse, Elke

Hallo Christian,
genauso stelle ich mir das auch vor.
Danke fuer deine Antwort.
Aber ich hoffe, dass sich vielleicht noch
jemand meldet, der konkrete Erfahrungen
mit solchen Schulen hat.
Meine Kinder sind zwar deutsche Muttersprachler -
aber sie gehen seit sie 2 Jahre alt sind in englisch-
sprachige Kindergruppen, bzw. Kindergarten, bzw.
Schule.
Meine (begrenzten) Erfahrungen mit ‚normalen‘ Schulen
ist einfach die, dass man sich da nicht die Zeit nimmt
(oder die Zeit hat), sich um Kinder zu kuemmern,
die nicht ganz der Norm entsprechen - z.B. weil sie
zwar deutsch reden und lesen, aber nicht schreiben
koennen.

Gruesse, Elke

Hallo!

Vielleicht schreibst du nochmal genau, was du näher wissen möchtest.
Sollen deine Kinder in eine „normale“ hessische Schule und du wünschst dir Förderung in Deutsch, da du denkst, dass sie evtl. nicht in dem Maße mitkommen? Oder suchst du eine Schule, in der die Kinder in einer anderen Sprache unterrichtet werden und darüber hinaus Deutsch lernen? Lebt ihr z.Zt. in einem englischsprachigen Land?
Je nachdem wohin du in Hessen ziehst kämen vielleicht auch bilinguale Zweige an Schulen in Frage bzw. International Schools (wobei da wohl einiges an Schulgeld zu zahlen ist).
Ansonsten stimme ich den Vorrednern soweit zu: Deutsch als Zweitsprachsprache ist eine Art „Stützunterricht“ für Migrantenkinder, denn man hat erkannt, dass die herkömmliche Methode (also die Kids, die kein oder kaum Deutsch können einfach in die Klasse reinsetzen frei nach dem Motto: das lernen die schon) nicht den gewünschten Erfolg hat. Die Lehrer für DaZ sind also darin ausgebildet, den Kindern mit die deutsche Sprache mit Hilfe der „Fremdsprachendidaktik“ beizubringen (also in etwa so, wie wir eine fremde Sprache lernen würden.)

Setze mich schon länger mit dem Thema auseinander, also wenn du noch Fragen hast, meld dich einfach.

Gruß,
kathi

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Hallo Kathi,
danke fuer die Antwort, genau das wollte ich wissen:

Ansonsten stimme ich den Vorrednern soweit zu: Deutsch als
Zweitsprachsprache ist eine Art „Stützunterricht“ für
Migrantenkinder, denn man hat erkannt, dass die herkömmliche
Methode (also die Kids, die kein oder kaum Deutsch können
einfach in die Klasse reinsetzen frei nach dem Motto: das
lernen die schon) nicht den gewünschten Erfolg hat. Die Lehrer
für DaZ sind also darin ausgebildet, den Kindern mit die
deutsche Sprache mit Hilfe der „Fremdsprachendidaktik“
beizubringen (also in etwa so, wie wir eine fremde Sprache
lernen würden.)

Ich hab es zwar geahnt, wollte es aber genau wissen
(in Bayern ist mir so eine Schulmoeglichkeit nicht aufgefallen,
was aber durchaus daran liegen kann, dass jedes Land seine
eigene Website dazu hat und bei der hessischen vielleicht nur die Suchmoeglichkeiten besser sind, bzw. mir besser liegen.

Vielleicht schreibst du nochmal genau, was du näher wissen
möchtest.
Sollen deine Kinder in eine „normale“ hessische Schule und du
wünschst dir Förderung in Deutsch, da du denkst, dass sie
evtl. nicht in dem Maße mitkommen?

Unsere Jungs gehen von klein auf in englischsprachige Schulen.
Sie koennen zwar deutsch sprechen und auch lesen (wahrscheinlich
aber nicht ganz altersgerecht), aber kaum deutsch schreiben.
Ich halte das nicht fuer ein groesseres Problem, habe ich doch
schon so oft den umgekehrten Fall erlebt, wie schnell sich
Kinder ohne oder mit wenig Englischkenntnissen hier einleben.
Allerdings glaube ich, dass das in einer Schule, die nicht auf
ungewoehnliche Faelle vorbereitet ist, nicht so einfach sein wird.

Oder suchst du eine Schule,
in der die Kinder in einer anderen Sprache unterrichtet werden
und darüber hinaus Deutsch lernen? Lebt ihr z.Zt. in einem
englischsprachigen Land?

Wir wollten eigentlich jetzt auf eine deutsche Schule wechseln,
eben damit wir in flexibler fuer die Zukunft werden. Gerade weil
die englischsprachige Privatschulen (wie du auch erwaehnst)
ziemlich teuer sind und auch nicht gerade haeufig anzutreffen sind.

Je nachdem wohin du in Hessen ziehst kämen vielleicht auch
bilinguale Zweige an Schulen in Frage bzw. International
Schools (wobei da wohl einiges an Schulgeld zu zahlen ist).

In Frankfurt und Umgebung haben wir das gesehen, aber die SChule
uebersteigt unsere Mittel. Was den Standort angeht, ist mir
aber zum Beispiel auch aufgefallen, dass diese SChulen
mit „Deutsch als Zweitsprache“ hauptsaechlich in
Suedhessen und um Frankfurt herum anzutreffen sind. Oestlich
von Frankfurt - absolut nichts.

Setze mich schon länger mit dem Thema auseinander, also wenn
du noch Fragen hast, meld dich einfach.

Darauf werde ich unter Umstaenden spaeter (direkt) zurueck-
kommen. Im Moment waegen wir einfach unsere Moeglichkeiten
ab.

Nochmal, danke.

Gruesse, Elke

Was den Standort angeht, ist mir
aber zum Beispiel auch aufgefallen, dass diese SChulen
mit „Deutsch als Zweitsprache“ hauptsaechlich in
Suedhessen und um Frankfurt herum anzutreffen sind. Oestlich
von Frankfurt - absolut nichts.

–> Da das „Deutsch als Zweitsprache“ sich in der Tradition an die „Gastarbeiterkinder“ richtet, findet man das Angebot überwiegend da, wo seit jeher viele Arbeitsmigranten hingezogen sind. Das ist also überwiegend der Raum, in dem viel Industrie angesiedelt ist, sprich Frankfurt und Südhessen.

Nochmal in Bezug auf Schulgeld: Gerade in Frankfurt gibt es derzeit verschiedene Schulversuche, bei denen an ganz normalen staatlichen Schulen bilinguale Klassen eingerichtet werden. Diese Klassen setzen sich i.d.R. jeweils zu 50% aus Kindern mit der Erstsprache Deutsch und 50% Kinder aus der Partnersprache zusammen.
Da es an staatlichen Schulen stattfindet, dürfte es auch nichts oder wenig kosten und wäre für Deine Kinder eine tolle Alternative, da dann beide Sprachen weitergefördert werden und sie nicht so ganz ins kalte Wasser geworfen werden. Allerdings weiß ich nicht, für welche Sprachen es dieses Angebot gibt; ich weiß von einer deutsch-italienischen Klasse, es könnte also sein, dass sich dieses Angebot überwiegend an die „Gastarbeitersprachen“ richtet. Da aber Frühenglisch etc. derzeit total im Trend liegt, würde ich nicht von vornerherein ausschließen, dass es auch Angebote für deutsch-englisch gibt. Allerdings vermute ich, dass man sich frühzeitig anmelden muss. Speziell für Frankfurt kann dir da sicher das Stadtschulamt Auskunft geben. Weiterhin gibt es in Frankfurt auch noch ein „Amt für Multikulturelle Angelegenheiten“, evtl. haben auch die dazu Ideen.

Viel Spaß beim weiteren recherchieren!
kathi

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Hallo Kathi,

–> Da das „Deutsch als Zweitsprache“ sich in der Tradition
an die „Gastarbeiterkinder“ richtet, findet man das Angebot
überwiegend da, wo seit jeher viele Arbeitsmigranten
hingezogen sind. Das ist also überwiegend der Raum, in dem
viel Industrie angesiedelt ist, sprich Frankfurt und
Südhessen.

Das hab ich vermutet, aber nicht gedacht, dass es so krass
ist, dass hinter Offenbach gar nichts kommt (uebrigens auch
kaum Gesamtschulen).

Im Moment planen wir ja noch, unsere Jungs in einer Auslands-
schule auf das deutsche System vorzubereiten, aber Information
kann nie schaden.

Jedenfalls danke fuer deine Muehe,

Gruesse, Elke