… fotografiere seit eh und je mit Analogkameras. Inzwischen ist die Digitaltechnik so weit vorn, dass es sich auch für mich lohnt, eine hochwertige Digitale SLR zu kaufen. Die Kameras neueren Typs, mit Vollformatsensor, finde ich interessant. Zu meiner Fotografie (Einzelportraits und Gruppenfotos bei vorhandenem Licht und bei Studiolicht und Fotos von möblierten Räumen) passen die Brennweiten 18mm, 50mm, 80mm und 105 mm am besten. Wer hat Erfahrungen mit einer Nikon D3 und den genannten oder ähnlichen Festbrennweiten machen können? Wer hat Erfahrungen mit einer Canon 5 D und den entsprechenden Festbrennweiten machen können? Für mich sind alle Erfahrungswerte aus persönlicher Hand von Interesse, denn meine bisherigen Recherchen konnten mich nicht weiterbringen. Mir ist wichtig, dass die Objektive möglichst perfekte Ergebnisse im unteren Blendenbereich bis Blende 4 aufweisen. Wer kann kurz von seinen Erfahrungen berichten, kann Tipps zu bestimmten Objektiven geben?? Wie sieht es in der digitalen Fotografie im mittleren Blendenbereich aus, gibt es dort noch eindeutige Schwachpunkte bei bestimmten Objektiven mit Festbrennweite? Mich interessieren auch Meinungen von Nikon D3-Fotografen oder
Canon 5 D-Fotografen, die ihre Objektive schon eine Weile benutzen. Vielen Dank im Voraus.
Als Canon-5D-Besitzer kann ich Dir vielleicht ein paar Tipps geben.
Erstens: Es gibt eine tolle Homepage für Canon-DSLR-Fotografen, wo es auch eine gute Suchfunktion gibt, in die man z.B. bestimmte Optiken eintragen kann und dann viel Info darüber gibt: http://www.dforum.net/
Dann gibt es, damit Du Dich der Digitalfotografie nähern kann, Literatur - die Digitalfotografie erfordert einige Fähigkeiten, die für die analoge Fotografie nicht nötig waren („Photoshop“, d.h. die elektronische Bildbearbeitung, die auch einige gestandene Berufsfotografen vor neue Herausforderungen stellen!).
Zum Thema Festbrennweiten: Die Zeiten der erschwinglichen, sehr guten Festbrennweiten wie zu Canon-FD-Zeiten sind leider vorbei. Heute wird das Hauptaugenmerk der Hersteller eindeutig auf Zooms gelegt, mit oft leider großen Kompromissen in puncto Qualität. Es gibt noch gute Festbrennweiten, aber die sind dann gleich auch besonders lichtstark und damit teuer, was aber für die Abbildungsqualität gar nicht notwendig wäre. Welche Optik mit welchem Gehäuse bzw. Chip harmoniert, ist auch nicht so wie früher egal, schon durch die unterschiedliche Auflösung und damit Pixelgröße.
Ein 18mm-Objektiv gibt es von Canon nicht als Fixbrennweite. Sieh mal auf „www.canon.de“ nach. Das 20mm ist angeblich nicht so toll. Ich selber habe das 3,5/24TS (Shift - für Architektur und Innenräume schönes Arbeiten). Die beiden 85er sind gut, das 2/135 auch (auf Deine Portrait-Geschichte angesprochen).
Was meinst Du mit „unterer Blendenbereich“? Eher offene Blende? Für Portrait kann man sehr gut mit großen Öffnungen arbeiten, bei Architektur ist Abblenden auf 11 anzuraten. Es gibt Optiken, die mit Chip die Eckenschärfe dann erst haben, auch CAs (Farbsäume) sind leider manchmal sehr ausgeprägt (die man mit Angabe der Optik im Photoshop meist gut korrigieren kann).
So weit mal.
Gruß, Artefakt
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Danke, deine Erfahrungen mit der Canon 5d klingen sehr interessant. Von der Homepage für Canon-Interessenten wusste ich auch noch nichts… die Beiträge in den Foren, die ich las, klangen oft nicht so überzeugend und sachlich… und waren zusammengenommen eher nicht so hilfreich.
Hoffentlich findet sich noch jemand mit Nikon D3 Tipps aus erster Hand. Ich suche Tipps zu guten - zum Vollformatsensor passenden - Objektiven… und sehr gern würde ich etwas über das Rauschverhalten in höheren Isobereichen erfahren. Warum soll das Rauschverhalten im Vergleich zu Vollformatsensoren anderer Hersteller bei Nikon besser sein und ist das wirklich so?
Was ich noch nicht verstanden habe, ist, was du damit meintest,dass es bei Canon noch „gute Festbrennweiten“ gäbe, die „besonders lichtstark und damit teuer“ sind, „was aber für die Abbildungsqualität gar nicht notwendig wäre“. Den letzten Teil hab ich nicht verstanden! Kannst du mir kurz auf die Sprünge helfen?
Zu deiner Frage: Ich meinte die Blendenbereich von nahezu offen bis Blende 4. Da ich hauptsächlich Porträts mache, interessiert mich dieser Bereich stärker. Auch, weil die Digitalen inzwischen bessere Ergebnisse beim Fotografieren mit vorhandenem Licht liefern sollen.
Ich habe Erfahrungen mit Photoshop gemacht, weil ich meine Negative teilweise einscannen ließ und entsprechend daran arbeiten konnte. Allerdings nur mit Photoshop 6.0.
Grüße
Was ich noch nicht verstanden habe, ist, was du damit
meintest,dass es bei Canon noch „gute Festbrennweiten“ gäbe,
die „besonders lichtstark und damit teuer“ sind, „was aber für
die Abbildungsqualität gar nicht notwendig wäre“. Den letzten
Teil hab ich nicht verstanden! Kannst du mir kurz auf die
Sprünge helfen?
Zu FD-Zeiten (Canon FTb, A1, AE1, T90 …) gab es z.B. ein 3,5/35 (das ich hatte), ein 2,8/35, ein 2/35 (das ich hatte) und ein 1,4/35L mit rotem Ring. Oder ein 1,8/50 (das ich hatte), ein 1,4/50 und ein 1,2/50L. Die Schärfe war bei allen auf dem absolut gleichen Niveau. Die mechanische Qualität war bei allen gleich gut. Das Gewicht und der Preis waren sehr unterschiedlich. Heute gibt es z.B. ein EF 1,8/50, ein EF 1,4/50 und ein EF 1,2/50L. Das 1,8er hat keinen USM und dafür ein Plastik-Bajonett!!! Und das 1,2er wiegt 580g und kostet ein Vermögen … Es gibt heute weniger vernünftige (!) Fixbrennweiten als früher - ein 1,2/50 hat eine lächerliche halbe Blendenstufe mehr Licht als ein 1,4/50 - dieses wiegt aber nur 290g und kostet einen Bruchteil … Und dann lese ich Forumsbeiträge, dass das 1,2/50 bei Offenblende so weich ist … Man muss es abblenden, damit es die Schärfe der anderen, billigeren erreicht …
Gruß, Artefakt
Noch eine kleine Ergänzung:
Es gibt gerade bei den Fixbrennweiten noch eine ganze Reihe Optiken, die von der Konstruktion noch aus der Vor-Digital-Ära stammen und nicht speziell auf Chips abgestimmt sind - da ist es halt mehr oder weniger Zufall, ob die Qualität mit der oder der Kamera stimmt. Und es gibt einfach kein lückenloses Sortiment an vernünftigen Fixbrennweiten mehr (z. 4/17 - 2,8/24 - 2/35 - 1,8/50 - 1,8/85 - 2,5/135 - 4/200 … alle in sehr guter optischer Qualität und preislich okay. Das war mein FD-Sortiment, als die Zooms noch eine dürftige optische Leistung hatten, weil noch keine Computer für die optische Berechnung zur Verfügung standen). Mit „vernünftig“ meine ich z.B. eine Lichtstärke, die nicht tolle neue Rekorde aufstellen will, sondern auch bei Offenblende sehr gut ist und - auch wichtig - erschwinglich bleibt.
Es ist insgesamt viel schwieriger geworden, harmonierende Zusammenstellungen zu finden. Früher hat der Geldbeutel oder die persönlichen Wünsche bestimmt, welche Lichtstärke man wollte - die Qualität war bei allen sehr gut.
Gruß