um es gleich zu sagen: mir fehlt jeglicher Hintergrund für meine Frage, darum nehmt’s mir bitte nicht übel, wenn ich das etwas unklar beschreiben sollte oder so
Aalso: angefangen hat alles mit unserem Chef-Verkäufer Moritz, wo mir das das erste Mal aufgefallen ist. Und zwar geht der bei seiner Wortwahl ganz stark auf sein Gegenüber ein. Ein willkürliches Beispiel: wenn jemand von seinem Partner als „mein Kerl“ erzählt, dann spricht auch Moritz von „Deinem Kerl“, redet er über „mein Schnuckiputzi“ dann spricht auch Moritz über „Dein Schnuckiputzi“.
So, nun habe ich irgendwann mal mit halbem Ohr im Radio was gehört, das nennt man „mirroring“ oder „spiegeln“. Habe aber beim googeln und auch bei wiki zu dem Thema nix für mich aufschlussreiches gefunden. Hat von Euch da jemand Lesestoff zu dem Thema? Und vor allem: können das Leute wie Moritz einfach so, oder ist das was, was man trainieren kann?
Nur ganz kurz, weil ich nicht viel Zeit habe.
Googel mal nach „Rhetorik+Spiegeltechnik“. Jede Menge Seminarangebote für Verkäufer (sic). Und Bücher gibts auch …
D.h. man kann es lernen.
Hallo Petzi,
das funktioniert übrigens auch mit der Körperhaltung, also immer schön die Körperhaltung des Gegenüber „spiegeln“, dann fühlt der sich gleich viel besser (und merkt es nichtmal… )
Grüße
Almut
meines Wissens ist das (auch) ein Konzept aus dem neurolinguistischen Programmieren (NLP) und nennt sich „Pacing“. Das umfasst nicht nur Wortwahl, sondern auch Gestik, Mimik etc … und generell geht es darum, eine positive Grundstimmung im Gespräch aufzubauen, indem sich der andere verstanden fühlt.
Vielleicht ist dein Chef ja NLPler - dann würde ich aufpassen, denn vermutlich fängt er dann auch an zu „leaden“: http://de.wikipedia.org/wiki/Pacing_and_Leading
Wäre er ein guter NLPler, würde er es vermutlich aber nicht so auffällig machen. Vielleicht will er also auch einfach nur nett sein und macht das automatisch - passiert mir auch manchmal, ohne Manipulationsabsichten.
können das Leute wie Moritz
einfach so, oder ist das was, was man trainieren kann?
Manche können das „einfach so“, weil sie von Haus aus empathisch sind;es lässt sich auch - zumindest bis zu einem gewissen Grad - trainieren. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass man sich selbst völlig zurücknehmen und aufmerksam zuhören kann; ein mechanischer Nachplapperer (Papageienreflex) ist schnell enttarnt.
Ob Moritz nun ein besonders einfühlsamer Mensch ist oder z. B. an einem NLP-Seminar teilgenommen hat (da heißt es Pacinghttp://www.psychology48.com/deu/d/pacing/pacing.htm), kann man nicht beurteilen, ohne ihn näher zu kennen.
Ich kann das auch „einfach so“. Besonders freue ich mich, wenn ich einen Bekannten treffe, den ich dann frage, wie es seinem „Schatzebobbes“ geht - dieses hessische Kosewort liebe ich nämlich!
ist das nicht normal? Wenn jemand von seinem „Peter, Paul oder Joseph“ spricht, dann frag ich auch, „wie geht´s deinem Peter“ und wenn er sagt „mein Schnuffi“ oder „Knuffi“ dann nenn ich den auch so. Nicht bei jedem, sicherlich. Aber wenn man die Leute etwas länger kennt, und so ist das ja hier der Fall, dann passiert sowas automatisch. Bei mir zumindest. Interessant, dass es da einen Namen dafür gibt und das Ganze für eine spezielle Technik gehalten wird
Und vor allem: können das Leute wie Moritz
einfach so, oder ist das was, was man trainieren kann?
ich hoffe nicht, dass DU vor hast das zu lernen. Sowas finde ich extrem albern und wenn mein nicht eng befreundeter Gegenüber das zweite mal in einem Gespräch meine Spezialwörter benutzt würde ich ihn je nach Stimmung direkt drauf ansprechen oder ihn meinerseits kopieren und abwarten, bis ER das merkt, dass sich der Spieß gewendet hat
wenn man sich richtig anstellt, funktioniert Spiegeln. Wenn nicht, ist man sofort extrem albern und lächerlich.
Ich muss zum Spiegeln ja nicht - bzw. nicht nur - Einzelwörter verwenden. Ich muss vor allem die Sprachebene übernehmen. Umganssprache statt Fachlatein (oder umgekehrt), je nachdem, was mein Gegenüber spricht, oder im Dialekt antworten. Das stellt Vertrauen her.
Stell Dir vor, du bist irgendwo in Süddeutschland im Restaurant, mit einem Freund von Dir aus SH, ihr redet Hochdeutsch. Euch redet plötzlich einer von den Leuten am Nachbartisch an und will Euch kennenlernen.
Version A) auf Hochdeutsch
Version B) Bayrisch
was kommt netter rüber? Könnt das Beispiel auch mit Platt machen, aber jetz nen Bayern konstruieren, der Platt kann…
Gleiches gilt für den Fachverkäufer, der gegenüber dem Kunden gegebenenflls auf das Fachchinesisch verzichtet bzw wenn er mit einem Fachmann spricht, extra Fachchinesisch hernimmt.
Zu dem Beispiel, auf das du dich bezogen hast: Es kommt natürlich immer darauf an, wer solche Kosenamen spiegelt. Je persönlicher der Kosename, um so enger muss auch der Kontkt zu dem sein, der ihn spiegelnd benutzen darf.
Zu meinen Eltern sage ich auch in meinem hohen Alter noch Mami und Papi, oft nenne ich sie auch so, wenn ich mit Freunden oder Kollegen über meine Eltern spreche. Wenn dann jmand von denen über meine Eltern als „Deine MAmi“ oder „Dein Papi“ spricht, würde mir das gefallen, weil ich merke, dass mir zugehört wurde. Immer vorausgesetzt natürlich, mein Gesprächspartner nimmt mich nicht auf den Arm, aber das hört und sieht man ja.
Moin,
so wie du das beschreibst klingt es für mich anders als das, was Petzi schrieb
OK, die Fachbegriffe kenn ich nicht und weiß 'drum auch nicht, was nun genau spiegeln ist. Bei dir hört es sich eher so an, als ob man auf den Gesprächspartner eingeht, ihn da abholt wo er steht. Das gefällt mir schon besser, als einfach MEINE Wörter zu klauen