Spiegelreflex-Killer Auslösevorgang?

Welch Ansicht vom Profilager :smile:

Aha, ein Profi! Da sieht die Sache natürlich etwas anders aus.
Aber ein Profi würde diese Frage wohl nicht stellen. Ich setze
voraus, dass ein Profi sein Werkzeug genau kennt und auch
weiß, wie er es sich kalkulatorisch vom Kunden bezahlen lässt.

Wieso sieht bei einem Profi die Sache anders aus? Meine Freundin ist selbstständige Fotografin und ich verdiene damit auch hin und wieder Geld. Das Kredo im Profilager ist alles andere, als Masse zu produzieren. Mit entsprechenden Kenntnissen erfaßt man sehr wohl Lichtsituationen, kann entsprechende Einstellungen vornehmen.
Daß im Reportagebereich mehr geknipst wird, als im Studio, ist klar, aber auf Parties 1000 Bilder durchzusemmeln riecht für mich eher nach „try and error“ als nach fundierten Kenntnissen.
Das gilt aber auch für 100te Bilder von ner Hochzeit.

Sinn von guter Fotografie ist es doch nicht, das Motiv „hoffentlich“ zu erwischen, sondern es möglichst gleich richtig abzulichten. Wie gesagt, bei Reportage mag das noch ein bisschen anders sein, aber Eure Bilder-Anzahlen finde ich trotzdem absurt…

Grüße Rankin

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Hallo!

Daß im Reportagebereich mehr geknipst wird, als im Studio, ist
klar, aber auf Parties 1000 Bilder durchzusemmeln riecht für
mich eher nach „try and error“ als nach fundierten
Kenntnissen.

Ja, aber gerade das feiert durch die ganzen Digis fröhliche Urständ.

Gruß
Tom

Hier entwickelt sich ja eine richtige Diskussion.
Sehr schön!

Dazu folgendes:

Fotografieren bei kirchlicher / standesamtlicher Trauung sowie bei der Feier wird ja nicht ohne Grund als Reportage bezeichnet.

Bei der Trauung an sich ist eher wenig Bewegung drin, in sofern ist also „schießen aus vollen Rohren“ nicht notwendig und auch selten gewünscht.

Okay, Einzug des Paares, Ringübergabe, „Sie dürfen die Braut jetzt küssen“ und Auszug müssen schon festgehalten werden. Hier sind allerdings nicht unbedingt 1.000 Auslösungen von nöten.

Anders bei der Feier: Gästeportraits, Empfang, Ehrentanz (nicht immer einfach zu fotografieren!) Redner, Spiele, Szenen bei Tisch (nicht beim Essen…), Mitternachtsbuffet und-so-weiter. Das alles bei oftmals schwierigem Licht.

Wie bei einer journalistischen Reportage geht es ja darum, möglichst alles Wesentliche festzuhalten.

Aus den vorherigen Beiträgen drängt sich mir der Verdacht auf das angenommen wird, wer zuoft auslöst beherrsche die Fotografie nicht.

Mein Job ist u.A., Fotoreportagen von Hochzeiten abzuliefern.
Und ich betätige lieber einmal öfter den Auslöser, als das mir eine Situation entgeht.

Selten sind die Fotos unscharf oder fehlbelichtet. Das kommt zwar vor, allerdings nicht bei 500 von 1.000 Fotos. Also scheidet hier das nichtbeherrschen des Handwerkes als Begründung für die vielen Auslösungen aus.

Die Personen sind aber nicht selten unvorteilhaft abgebildet. Augen geschlossen, eigenartige Gestik/Mimik etc. Halt alles das, was einen Menschen schlecht aussehen lässt. Man soll aber die Menschen gut aussehen lassen. Schliesslich fotografiert man ein Hochzeit, keine Geisterbahn.

Dadurch kommt es dann zu vielen Auslösungen.

Das war auch schon im „vor-Digitalzeitalter“ nicht anders:
Man hatte einen Assistenten dabei. Der hat die Kameras mit Filmen bestückt, während man selbst fotografierte.

Meiner Meinung nach ist ein Fotograf, welcher wenig Fotos macht weil meint so gut zu sein, nicht auch der bessere Fotograf.

Er nimmt ein größeres Risiko in Kauf.
Für sich, da er sich um seinen Lohn bringen könnte.
Für das Brautpaar, weil er den „schönsten Tag des Lebens“ evtl. nicht angemessen dokumentiert.

Beste Grüße
Jimmy

Aha, ein Profi! Da sieht die Sache natürlich etwas anders aus.
Aber ein Profi würde diese Frage wohl nicht stellen. Ich setze
voraus, dass ein Profi sein Werkzeug genau kennt und auch
weiß, wie er es sich kalkulatorisch vom Kunden bezahlen lässt.

Wieso sieht bei einem Profi die Sache anders aus?

Grüße Rankin

Hi Rankin,
Hast ja recht :smile:. Allerdings liegt die Betonung auf „etwas“. Ich persönlich halte auch nichts von sinnloser Draufhaltetaktik und anschließender mühsamer Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Ich kann mir aber bestimmte Situationen vorstellen bei denen man so verfährt. Z. Bsp. in der Sportfotografie. Ich selbst habe beim letzten Footballspiel rund 170 Fotos „geknipst“ :wink:, über einen Zeitraum von 2 Quartern (ca. 50 Min.). Wenn ich das hochrechne, dann komme ich bei 14 Stunden Partytime auf über 1000 Bilder :smile:)). Aber wie gesagt, sowas macht man normalerweise nicht jedes Wochenende. Ach was schreibe ich, hab davon eh keine Ahnung.
Gruß Jürgen

Hallo!

Ich möchte da ein Missverständnis klären: ich habe nicht behauptet, dass diese Leute alle nicht fotografieren können und dass Leute, die weniger fotografieren automatisch bessere Fotos machen können. Wer gut fotografieren kann, der kann das und das hat nichts mit der Zahl der Bilder zu tun. Mir persönlich ist es auch vollkommen egal, ob jemand digital oder analog fotografiert. Beides hat seine Berechtigung. Dass ich nicht digital fotografiere ist meine persönliche Entscheidung und ich habe das Amateurprivileg - ich fotografiere wie und was ich will, weil ich die Fotos nunmal nicht verkaufen muss.

Ich meine ein anderes Problem: durch die Digitalitis werden wir von einer riesigen Masse vollkommen schlechter Bilder überschwemmt, eine unglaubliche Bilderflut. Das Parallelproblem gab es ja schon beim Video, als Ende der 80er Jahre der Schmalfilm durch das Video verdrängt wurde.

Gruß
Tom

GUten Morgen!

Ich meine ein anderes Problem: durch die Digitalitis werden
wir von einer riesigen Masse vollkommen schlechter Bilder
überschwemmt, eine unglaubliche Bilderflut.

Da stimme ich voll mit Dir überein.
Ich vermute mal, das dieses Problem dadurch ausgelöst wird, das die „Knipser“ (ist nicht böse gemeint) jedes Foto auf dem nur ansatzweise etwas zu erkennen ist irgendwie/irgendwo präsentieren.

Die üblichen Verdächtigen:
Handyfotos von Konzerten zum Beispiel *grusel* …

Ich habe vor einigen Wochen mit Hermann Frank (Victory - Hardrockband) etwas darüber philosophiert. Er als Musiker sagte mir sinngemäß, das die Fotos welcher er von sich im www findet ihm oftmals unangenehm sind. (Wir wollen jetzt aber nicht die Frage des Persönlichkeitsrechtes erörtern). Sowohl fotografisch als auch von der Auswahl der Bilder (Posen/Mimik etc…)

In solchen und ähnlichen Fällen stimme ich uneingeschränkt zu: Schlechte Fotos werden auch in hoher Stückzahl nicht erträglicher :wink:

Ansonsten: Fleissig fotografieren, vernünftig auswählen, entsprechend der geplanten Verwendung nachbearbeiten.

Und ganz wichtig: Sich in die Position des Betrachters wie auch der Fotografierten versetzen und sich Fragen: Kann sich der Abgebildete SO gefallen? Wird es einen Betrachter auch gefallen?

Masse fotografieren - Klasse präsentieren

Wieder-einmal-etwas-abgedriftete-Grüße aus HB
Jimmy

Welch Ansicht vom Profilager :smile:

Masse fotografieren - Klasse präsentieren

naja, wenn Du meinst…

Tach!

stimmt es dass Spiegelreflex-Kameras nur eine recht begrenzte
Anzahl an Auslösevorgängen „überleben“?

Ich sage es mal so, der Verschluss, wie auch der Spiegelschlag sind meistens so konstruiert, das sie den meisten Anforderungen gerecht werden. Bei einer Amateurekamera geht man davon aus, das der Besitzer niemals mehr als 100.000 Auslösungen macht. Natürlich gibt es Menschen, wie Du, die trotzdem mehr fotografieren, das ist aber eine Ausnahme. Vielleicht hält die Kamera auch deutlich länger, vielleicht gibt sie aber auch früher schon ihren Geist auf. Diese z.B. 100.000 Auslösungen sind meistens eher Herstellerinterne Daten was der Verschluss und die Spiegelmechanik mitmachen sollte. Hält die Kamera länger hat sie ihr Soll erfüllt.

Bei Profikameras ist dies was anderes, sie sind meistens für zumindest die doppelte Anzahl Auslösungen ausgelegt und halten oft auch noch länger.

Was ist da dran, wie ernst muss man das tatsächlich nehmen,
und wie geht ihr damit um?

Gucken wie lange die eigene Kamera durchmacht, evtl. stolz drauf sein und wenn sie hin ist, Service oder neu kaufen. Ganz einfach. Wenn sie nach 10.000 Auslösungen schon den Geist aufgibt, meckern! :wink:

Gruß
Jeff