Erstmal vorweg, bevor ich mehr Prügel beziehe, als unbedingt nötig: Ja, ich weiß, es gibt auch digitale Spiegelreflexkameras. Aber wer will sich die schon leisten??
Jetzt aber zu meiner eigentlichen Frage, die sicher sehr gewagt und nicht einfach zu beantworten ist.
Ich bin absoluter Hobbyfotograf mit überdurchschnittlichem Gespür für gute Motive, aber keiner Ahnung von und wenig Interesse an Technik. Bis vor einem Jahr etwa hatte ich einen Freund mit einer Canon Spiegelreflex mit guten Objektiven, mit denen ich sehr gerne fotografiert habe. Insbesondere Detailaufnahmen von Gebäuden, Pflanzen usw. und Personen (hauptsächlich Kinder-) fotos mache ich sehr gerne. Dafür eignete sich das Tele natürlich sehr gut und ist etwas gaaaanz anderes als diese dappigen Kleinbildkameras mit noch so tollem Zoom-Objektiv. (Okay, ihr stellt an meiner Beschreibung sicher fest, dass ich WIRKLICH kein Stück Ahnung habe…*g*)
Jetzt habe ich leider keinen Zugriff mehr auf diese Kamera, würde aber trotzdem gerne wieder anfangen schöne Fotos zu machen - und eben nicht nur den Kleinbild-Kram.
Von einem Bekannten habe ich jetzt eine Nikon F90X mit 2 Objektiven und ext. Blitz für knapp 2.000,- angeboten bekommen. Er erzählte mir, er wolle auf Digital umsteigen.
Das hat mich verunsichert. Ich dachte bislang, dass bis auf die digitalen Spiegelreflex, die Digitalkameras eher so Kleinbild-Qualitäten haben. Gäbe es da vielleicht doch Kameras, die Weitwinkel- und Teleobjektiv-Eigenschaften (oder halt Objektive haben), die auch noch bezahlbar sind??
Sorry, wenn ich vielleicht etwas platt fragen - aber ich bin einfach zu ungeduldig, um mich jetzt durch 5 Fotozeitschriften und tausend Testberichte durchzulesen, wo ich doch 90% des Textes nicht verstehe … Seht es einer Blondine bitte nach, ja?
Ich bin absoluter Hobbyfotograf mit überdurchschnittlichem
Gespür für gute Motive,
Das ist doch die halbe Miete. )
Jetzt habe ich leider keinen Zugriff mehr auf diese Kamera,
Ich leihe Dir gerne eine von meinen.
Nikon F90X mit 2
Objektiven und ext. Blitz für knapp 2.000,- angeboten
bekommen.
Das finde ich relativ teuer. Oder es müten schon sahne Objektive sein.
Ich dachte bislang, dass bis auf
die digitalen Spiegelreflex, die Digitalkameras eher so
Kleinbild-Qualitäten haben.
Nee. Auch die digitale Spiegelreflex hat lange nicht die Qualität einer herkömmlichen Kamera. Film ist immer noch um Längen besser als Speicherkarte. Ich arbeite mit beiden, habe die Vergleiche. Für schnelles werkeln (Internet, Presse etc.) nur noch digital, aber für richtige Bilder nach wie vor Film.
Der Qualitätsunterschied zwischen Spiegelreflex und Kompaktkamera muß so groß nicht unbedingt sein, das gilt für digitale und herkömmliche Bilder. Die Spiegelreflex eröffnet nur viel mehr Möglichkeiten. Aber bei dem, was Du willst (wenn ichs richtig verstanden habe), bleibe um Himmels Willen bei der klassischen Fotografie!!!
Ne wirklich gute Spiegelreflex-Ausrüstung bekommst Du auch für 2000 Mark locker, und zwar neu. Die F90X (habe ich auch) muß es überhaupt nicht sein.
Sorry, wenn ich vielleicht etwas platt fragen - aber ich bin
einfach zu ungeduldig, um mich jetzt durch 5 Fotozeitschriften
und tausend Testberichte durchzulesen,
Würde Dir auch kaum weiterhelfen. ‚Schlechte‘ Kameras gibt es praktisch nicht.
Und ich erzähle Dir auch noch gerne mehr, wenns Fragen gibt.
Tschö!
Martin
Hi!
Es gibt 2 recht interessante Digitalkameras mit 10fach Zoom von 38 bis 380 mm (auf Kleinbildformat umgerechnet). Beide bieten zudem ein stabilisiertes Objektiv, d.h. man verwackelt nicht mehr so leicht. Ich selbst habe die Olympus Camedia 2100 Ultra Zoom und bin ganz zufrieden damit, wenn man sich mit 2,1 Mio. Pixel begnügt (für Ausbelichtungen bis 20x30 ausreichend).
Die andere, eine Canon, hat 2,6 Mio - nicht viel mehr, dafür viel teurer. Erstere gibt es bereits für ca. 1600 DM, die Canon kostet um die 3000,-
Etwas nervig ist die Latenzzeit bei praktisch allen Digitalkameras, also die Zeit zwischen Durchdrücken des Auslösers und dem eigentlichen Bild - da sind analoge Spiegelreflexkameras eindeutig im Vorteil!
cu Jörg
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
als Erstausstattung würde ich doch eher zur konventionellen Fotochemie raten, wenn man die Sache als echtes Hobby betreiben will und die Bilder hinterher nicht ausschließlich bzw. überwiegend digital nutzen will. Wenn man die Sache ambitioniert betreiben will, sollte man dabei vor allem darauf achten, dass der gewählte Body auch noch manuell vernünftig einzustellen ist. Nicht umsonst verwenden Profis (außer vielleicht im tagesaktuellen Zeitungsgeschäft) gerne immer noch ältere Modelle ohne viel modernen Schnickschnack wie Autofokus und Belichtungs-/Blenden-Vollautomatik bzw. neue manuelle Geräte wie z.B. von Leica.
Vorteil, wenn man auf diesen Zug aufspringt: Man kann relativ günstige Gebrauchtkameras verwenden und eine Menge darüber lernen, wie die Sache eigentlich genau funktioniert (Zusammenspiel Belichtungszeit/Blende). Z.B. mein Bruder (Designer) hat inzwischen zwei gebrauchte Canon (AE1 Program und A1) im Einsatz und auch die entsprechenden Originalobjektive (Top-Qualität) und weiteres Zubehör gab es gebraucht recht günstig und ist vollkommen problemlos über diverse Händler zu beziehen. Selbst nutze ich auch immer noch eine zu Schulzeiten für den Nebenjob als Bildberichterstatter erworbene AE1 Program und kann mich mit meinem Bruder beim Zubehör austauschen. Als es dann vor rund zwei Jahren so war, dass ich häufig Fotos fürs Web brauchte habe ich mir eine damals topaktuelle Olympus Cammedia C-1400 XL mit 1.4 Megapixeln gekauft, die immer noch recht ordentlich ist, wenn natürlich die Auflösung heute schon jeder Beschreibung spottet. Dafür hat das Teil aber Anschluss für externen Blitz und Filtergewinde und ist somit ganz einfach erweiterbar (Scanneraufsatz für Dias und Negative, Nahlinse, Tele-vorsatz, etc.)
Die Digitale Kiste kann man also dann immer noch mal zusätzlich erwerben, wobei die Zeit für den Kunden spielt. Was heute als State-of-the-Art noch sauteuer, andererseits aber für vernünftiges Arbeiten aber auch notwendig ist, wird in zwei Jahren für billiges Geld zu bekommen sein.
ich würde Dir die analoge (SLR-Kamera) Fotografie empfehlen, weil diese momentan qualitätmäßig besser ist, außerdem auch preislich günstiger kommt (bei digital benötigt man noch Speicherkarten, evtl. einen Projektor, außerdem sind gute Fotodrucks auch nicht billiger als 1,- DM pro Bild).
Für den Anfang schaue mal nach einer gebrauchten Kamera (z.B. Canon EOS 500N) mit gutem Zubehör.
Wenn es etwas neues sein soll, würde ich eine EOS 300 oder eine Nikon F65 empfehlen (lieber mehr in gute Objektive, als ins Gehäuse investieren).
Wenn etwas mehr Geld da ist, schaue Dir mal folgende Gehäuse an: EOS 30/33 (EOS 33 ohne Eye Control (Wahl des AF-Sensors durch Blick), jedoch auch 300,- günstiger), Nikon F80 und Pentax MZ-3.
Bei den Nikons und der Pentax hast Du den Vorteil, daß man auch ältere, manuelle Objektive nutzen kann (mit Einschränkungen).
Danke Euch erstmal herzlich dafür, dass ihr mich in meiner ursprünglichen Einschätzung bestärkt habt (die ja zwischendurch heftig ins Wanken geraten war…)! Und es waren viel konkretere tolle Tipps dabei, als ich mir hätte träumen können. Ihr seid toll!
Auch wenn das Angebot mit dem Ausleihen einer Kamera verlockend ist ;o)… ich werde mich mal nach einer gebrauchten umschauen. Habe hier im ProMarkt gesehen, dass die z.B. auch gebrauchte verkaufen. Und in meiner alten Heimatstadt gab es einen ganzen Laden, der An- und Verkauf gemacht hat. Vielleicht fahre ich demnächst mal hin oder finde hier in Heidelberg auch so einen Laden.
Privat finde ich es halt etwas schwierig, wenn ich die Leute nicht kenne. Habe schon von Menschen gehört, die eine defekte Kamera für viel Geld und anschliessend viel Ärger verkaufen :o(
Wenn ich es geschafft habe, kann ich ja mal ein paar Bilder einscannen und Euch dann den Link zeigen… Dann dürft ihr selbst entscheiden, ob ich mit meiner Einschätzung „ein recht gutes Auge für gute Motive“ zu haben, recht hatte. ;o)