Hallo!
es freut mich einen Verteidiger der guten alten Fotografenzeit
hier anzutreffen.
Ja insgesamt gibts da ja doch gar nicht so wenige.
Es gibt aber Aspekte, denen zu liebe ich widersprechen muss.
Ich habe bis vor einiger Zeit analog mit einer Mamya RZ 67
fotografiert (Mittelformat).
Die Kosten für Filme (10 Bilder je Rollfilm), die Kosten des
Fachlabors vor allem bei Vergrößerungen)und die Qualität der
Laborarbeiten haben mich fast „umgebracht“!
Naja, umgebracht ist relativ. Aber 6x7 ist doch um einiges teurer als Kleinbild, das darfst du auch nicht vergessen:wink: Ist aber sicher lässig in diesem Format zu fotografieren:smile:
Dir traue ich zu, dass Du Deine Filme noch selbst entwickelst.
Ja, zumindest SW. Bei Farbfilmen hab ich das Bedürfnis noch nicht, weil man das ja eh problemlos in guter Qualität machen lassen kann. Allerdings lasse ich mir eigentlich keine Fotos mehr ausarbeiten. Bei mir kommt grundsätzlich zunächst alles in den Scanner, damit ich hybrid damit arbeiten kann. Die Fotos, die mir gut gefallen, vergrößere ich dann selbst in der DuKa, derzeit nur SW, aber ich hab vor jetzt auch mal Farbe zu lernen, das reizt mich mehr als die ausgedruckten hybriden Bilder, obwohl deren Qualität auch ganz gut ist. SW mache ich ja schon ein paar Jahre selbst, aber bei Farbe hab ich das nie gemacht. Dann hab ich mir gedacht, ich bleibe bei Farbe hybrid, aber mittlerweile möchte ich das eben auch in der DuKa machen.
Einer jungen Einsteigerin mit Ambitionen, die noch Probleme
hat, überhaupt ein vertretbares Equipment zu vertretbaren
Preisen zu finden, kann ich mit solchen Dingen nicht kommen.
Ich stimme mit dir eh im Prinzip überein, ich sage immer wenn mich wer fragt, er soll mal digital und auch analog ausprobieren. Jeder, der sich ernsthaft damit beschäftigen will sollte ja selbst entscheiden, womit er lieber arbeitet. Ich bin da ja nicht der oft vertrenenen Ansicht, dass es nur aufs Ergebnis ankommt, man macht nur halbwegs gute Bilder, wenn einem auch der Weg zum Bild gefällt. Das letzte Mal, als ich einer Freundin ein paar Grundlagen des Fotografierens beigebracht habe wars dann so, dass diese digital angefangen und dann analog weitergemacht hat, eben weils ihr von der Arbeit besser gefallen hat und Foma SW-Filme kriegt man in einem Geschäft um weniger als 2 Euro. Das ist preislich schon vertretbar finde ich.
Wenn mich jetzt jemand fragt, ob ichs erklären kann, lasse ich die Frage digital oder analog immer offen (ich kanns ja auf einer DSLR genauso erklären, auch wenn ich selbst keine verwende), ich zeige aber immer auf, dass es analog noch gibt, was ja manche gar nicht wissen.
Ich habe meiner Tochter geraten preisgünstig eine gebrauchte
Analoge zu kaufen und das Geld was sie spart in’s Fach-Labor
zu stecken.
Sie hat gelernt wenig Fotos in guter Qualität zu machen.
Sie knipst nicht, sondern sie fotografiert.
Ja das ist sehr sinnvoll, genauso hab ich das von meinem Vater gelernt (allerdings war das natürlich noch vor dem Digizeitalter, da hab ich dann als 8-jähriger eine Praktica Nova bekommen), leider hört man solche Ratschläge viel zu selten. Wenn man so in den normalen Fotoforen liest, gehts meistens nur um die bessere und neuere Technik, obwohl das vollkommen sekundär ist.
Ein eigenes kleines Labor für S/W-Abzuege wäre der Wunsch aber
bei beengten Wohnverhältnissen leider nicht möglich.
War bei mir auch lange ein Problem. Als ich mir meinen ersten Vergrößerer gekauft habe, habe ich im Badezimmer am Boden vergrößert und in Schalen in der Badewanne entwickelt. Hat funktioniert, war aber sehr unbequem. Dann habe ich ein paar Jahre ebenso keinen Platz gehabt, aber da kamen schon gute Fotodrucker, sodass ich hybrid weitergemacht habe (schadet auch nicht, wenn mans lernt, war für mich schwieriger als Vergrößern in der DuKa). Irgendwann wollte ich aber unbedingt wieder „richtig“ vergrößern und hab provisorisch im Badezimmer gearbeitet.
Jetzt habe ich mir in der neuen Wohnung einen begehbaren Kleiderschrank in eine Dunkelkammer umgebaut, habe zwar jetzt kaum Platz für Kleidung, aber man setzt ja Prioritäten:wink:
Manchmal arbeitet sie stundenlang am Licht für ein einziges
Foto.
Ja, schön ist das. Das ist dann das, wo einem die anderen so komisch anschauen und sich wundern, wieso man da stundenlang vor irgendeinem Stein oder sowas herumsteht:wink:
In meinen Mamya-Zeiten habe ich eine Ausrüstung mitgeschleift,
die manchem Passant Ehrfurcht gelernt hat. Und bei mancher
Veranstaltung hatte ich freien Eintritt durch Durchwinken,
weil man mich für einen Berufsfotografen gehalten hat.
Ja, sowas kenn ich. Ich hab eine Broniqa SQ, eine Zeit lang habe ich auch eine Kiev 60 gehabt. Das Tragen ist halt immer so eine Kreuzwehgeschichte:wink:
Heute gibt es übrigens eine digitale Datenrückwand für die
Mamya.
Ja, die gibts eh für viele solche Kameras, sind nur etwas teuer. Für meine gibts sie nicht, aber ich brauch eh keine.
Ich musste mehrere „geladene“ Filmmagazine mitschleppen mit
unterschiedlichen Filmen. Es ist mit der modernen Technik
heute vieles einfach leichter. Wirklich besser aber ist es
nicht. Da stimme ich Dir zu.
Ja das stimmt schon.
Gruß
Tom