Spiegelverkehrtes Schreiben

Hallo,

die Tochter meines Lebensgefährten ist jetzt sechs Jahre alt und kommt dieses Jahr in die Schule. Mit Buchstaben spielt sie schon lange herum, kann in Großbuchstaben viele Wörter (langsam) lesen und eigentlich auch ihren Vornamen schreiben. Das ist ja heutzutage wohl auch alles ganz normal (oder?). Auffallend ist nur, daß sie immer öfter komplett spiegelverkehrt schreibt. Teilweise einzelne Buchstaben, neulich aber ihren ganzen Vornamen. Ihr selbst scheint der Unterschied nicht aufzufallen. Ist das in irgendeiner Weise bedenklich? Müßte man da korrigierend „eingreifen“? Ich kenne sie nun seit zwei Jahren und sie scheint mir sonst rundum ok zu sein. Da ich selbst keine besonderen Erfahrungen mit Kindern habe, frage ich hier einfach mal nach.

Vielen Dank für eure Antworten

Avera

Hallo,

das ist kommt sehr oft vor und ihr müsst nicht beunruhigt sein. Eingreifen würde ich nicht, da sie sonst den Spaß und das Interesse am Lesen und Schreiben verliert.
Sie kommt jetzt bald in die Schule… das wird sich von alleine regeln. Sorgen würde ich mir erst in der zweiten Klasse machen.

Gruß
Tato

Ihr selbst scheint der
Unterschied nicht aufzufallen.

Nein, sie sieht ihn auch nicht. Wir vergessen oft, dass unsere Linse im Auge alles spielegt. Und bei Kindern stellt sich das noch ein. Daher schreiben sie die Buchstaben und Zahlen oft Spiegelverkehrt. DAs gibt sich mit der Zeit und mit der Übung.

Ist das in irgendeiner Weise
bedenklich?

nein

Müßte man da korrigierend „eingreifen“?

nein, das gibt sich von alleine… Bzw hat die Lehrerin Erfahrung, das dem Kind mitzuteilen, ohne ihm zu vermitteln „du machst da was falsch“.

lg, Dany

Hallo

Das würde ich auch alles so sagen. Aber:

Müßte man da korrigierend „eingreifen“?

nein, das gibt sich von alleine… Bzw hat die Lehrerin
Erfahrung, das dem Kind mitzuteilen, ohne ihm zu vermitteln
„du machst da was falsch“.

Da würde ich mich nicht unbedingt drauf verlassen. Meinen Kindern wurde es doch genau so vermittelt. - Ich würde sie vorsichtshalber schon mal drauf aufmerksam machen, dass in der Schule wohl eine bestimmte Richtung vorgegeben sein wird.

Ansonsten finde ich es eigentlich schade, dass sich das spiegelverkehrte Schreiben - wie so vieles andere auch - so völlig verliert, sobald die Kinder in die Schule kommen.

Viele Grüße
Thea

Hallo Avera,

meine Große (nächsten Monat 4) eignet sich seit einigen Monaten die ersten Buchstaben und Ziffern an. Nachdem sie enttäuscht war, weil ich die Worte nicht immer lesen konnte, da ich manchmal die Richtung, in der sie geschrieben hat, nicht sofort erraten habe, habe ich ihr gesagt, dass es in verschiedenen Gegenden der Erde zwar durchaus gebräuchlich ist, von rechts nach links oder von oben nach unten (und umgekehrt) zu lesen und zu schreiben, hierzulande lesen wir aber von links nach rechts und nehmen dann die nächste Zeile darunter, wenn die erste voll ist etc. Deshalb ist es sinnvoll, auch so zu schreiben, sonst kann es hier ja keiner lesen. Das leuchtete ihr ein. War ja nicht ihre Schuld, aber weil sie nett ist, schreibt sie eben so, dass die anderen es auch lesen können. Ich habe ihr dann manchmal einen Pfeil aufs Blatt gemacht, damit sie eine kleine Gedankenstütze hatte.
Spiegelschrift hatten wir auch schon, ist recht häufig bei Kindern.
Vielleicht kannst du es der Tochter deines LG auch so ähnlich rüberbringen.

Viele Grüße, Heike

Hallo Avera,

das sieht so aus, als ob das Kind sich nicht durch Konventionen einengen laesst. Sie kann beides - rechts-links und links-rechts. Glueckwunsch!!

Cheers, Felix

quatsch!
ich kann das auch: spiegelrecht mit rechts, spiegelverkehrt mit links - das schriftbild ist identisch (wenn man von hinten durchschaut); und ich bin in keinster weise genial; schade eigentlich *g*

servus,
raZZmataZZ

aus eigener erfahrung:
hallo avera,

ich habe weiter unten schon mal kurz geschrieben, aber mir ist noch was eingefallen:

ich kann mich erinnern, daß ich als kind mit großer begeisterung achsensymmetrische bilder mit 2 händen gezeichnet habe. (und das war toll! das konnte keiner außer mir! *g*)
ein stift in jede hand und los geht’s!
ich kann mich noch gut erinnern, wie beeindruckt die erwachsenen waren und wie überfordert meine altersgenossen.

spiegelverkehrt schreiben konnte ich spontan, als ich es mit ca. 20 jahren versucht habe - und zwar sofort flüssig in „meiner“ handschrift. das hat mich selbst erstaunt.

genial bin ich leider nicht!
aber ich kann keinen tisch vernünftig decken, ohne mich anzustrengen. und wenn mich jemand nach dem weg fragt, dann gnade ihm gott :wink:

gruß,
raZZmataZZ

Na klar wächst da so ein Genie heran! Falls nicht ist sie zumindest hochbegabt. Und wenn es dann doch nicht so ist, dann ist ADS schuld.

Kenne ich alles in einer noch nie dagewesenen Konzentration aus diesem Brett…

Gruss Ivo

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Die Geschichte mit der spiegelnden Linse und deshalb spiegelverkehrtem Sehen bei Babys oder sogar als Erklärung für spiegelverkehrtes schreiben bei einem Kind ist natürlich Unsinn, aber dieses Gerücht ist anscheinend nicht auszurotten. Trotzdem kann ich nichts bedenkliches bei der Sache finden.

Die Geschichte mit der spiegelnden Linse und deshalb
spiegelverkehrtem Sehen bei Babys oder sogar als Erklärung für
spiegelverkehrtes schreiben bei einem Kind ist natürlich
Unsinn, aber dieses Gerücht ist anscheinend nicht auszurotten.

stimmt, nicht wenn man es so lernt

Hi
spiegelschrift schreiben hab ich ne zeitlang mit Begeisterung getan… nur mit links hab ichs nicht hinbekommen… :smile:
HH

Hallo,

Nein, sie sieht ihn auch nicht. Wir vergessen oft, dass unsere
Linse im Auge alles spielegt. Und bei Kindern stellt sich das
noch ein. Daher schreiben sie die Buchstaben und Zahlen oft
Spiegelverkehrt. DAs gibt sich mit der Zeit und mit der Übung.

Das Bild auf unserer Netzhaut steht vor allem auf dem Kopf… Du bist von meinem Vorredner ziemlich unhöflich abgekanzelt worden, aber in der Sache hat er recht.
Überlege doch mal: wir sprechen von einem sechsjährigen Kind. Wie soll dieses Phänomen denn konkret aussehen? Sieht das Kind seine komplette Welt gespiegelt (und auf dem Kopf)? Wie hat es sich denn da die ersten Jahre seines Lebens zurecht gefunden (es würde doch ständig daneben greifen - bei eigenen Handlungen am Spiegelbild muß man erst „umdenken“)? Wie und wann soll denn der „Switch“ kommen? Plötzlich oder vorübergehend mit immer längeren Phasen „richtigen“ Sehens? Warum geht dieser Switch ansonsten spurlos vorrüber? Und warum sollte dem Kind der Unterschied nicht selbst auffallen: die Schrift der Anderen unterscheidet sich nun mal, ob gespiegelt oder nicht - ein „selektives“ Spiegeln kann physiologisch nicht funktionieren.
Vor allem aber: wie erklärt sich denn, daß nur gelegentlich und manchmal nur einzelne Buchstaben gespiegelt geschrieben werden?

Bei all diesen Fragen kommt man bei der von Dir geschilderten Hypotese in arge Erklärungsnot. Kurz: sie ist wirklich Blödsinn. Mir ist sie bislang auch noch nicht untergekommen und mich würde wirklich interessieren, wer Dir so etwas erzählt hat.

Die einzige Geschichte die ich kenne, ist, daß Neugeborene die Welt auf dem Kopf stehend sehen würden und es wenige Tage dauert bis das Gehirn „richtiges Sehen“ gelernt hat. Wobei ich keine Ahnung habe, ob da wirklich was dran ist - es ist hier auch unerheblich. Ich könnte mir aber vorstellen, daß daraus in den Köpfen mancher Laien irgendwann das von Dir Beschriebene wurde. Als Erklärung für das Phänomen des spiegelverkehrten Schreibens bei Anfängern ist das natürlich auch bequem, entbehrt aber jeder Grundlage.

Gruß Stefan

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Hallo Avera,

ist die kleine Linkshänderin?
Dort hab ich so was recht häufig erlebt. Kein Grund zur Sorge!

Gandalf