Spielsucht

Hallo,

heute möchte ich mich mal mit dem Thema Spielsucht und deren Ursachen beschäftigen.

Meines Erachtens gibt es zwei Hauptursachen, weshalb jemand spielsüchtig wird:

  1. Die Person hat hohe Schulden und erhofft sich sich durch den Besuch eines Casinos, diese wieder los zu werden --> Person hofft auf ein Wunder

Die 2. Hauptursache ist meiner Meinung nach wesentlich interessanter, da eine Spielsucht ohne „trifftigen“ Grund entstehen kann:

Eine Person geht mit dem Gedanken ins Casino einen schönen Abend zu verbringen und mit mehr Geld wieder nach Hause zu gehen.
Die Person spielt Roulette (langfristig gewinnt IMMMER die Bank) und die Person fährt ihren ersten etwas größeren Verlust ein.
Nun kommen wir zum entscheidenden Punkt:

Ich behaupte, dass es davon abhängt, ob die Person noch mehr Geld verspielt respektive spielsüchtig wird, wie intelligent bzw. wieviel Wissen diese Person im „psychologischem Bereich“ hat.

Aus der Prospect Theory lässt sich ableiten, dass der erste Verlust am meisten Weh tut und alle weiteren Verluste nicht so drastisch wahrgenommen werden wie der Erste.
Demzufolge wird eine „unwissende“ Person ihr Glück weiter herausfordern und versuchen ihre Verluste auszugleichen um wieder in die Gewinnzone zu kommen, was ihr aber meistens nicht gelingen wird.
So entsteht eine immer tiefer werdende Abwärtsspirale, aus der man leider nicht so schnell wieder herauskommt.

Nun lässt sich sagen, dass Personen mit „pschologischem Wissen“ weniger anfällig für eine Spielsucht sind als „Unwissende“.
Insbesondere wenn diese Personen keine Schulden haben.

Wie denkt ihr darüber?
Was sagt ihr zu meiner Meinung bzw. These?

Viele Grüße

Thomas

Hi Thomas,

6 Bretter weiter unten gibt es eines mit dem Thema „Sucht und Prävention“ - denke, da bist Du besser aufgehoben, auch wenn Du Dich auf Spielsüchtige mit „psychologischem Wissen“ beziehst (was meiner Meinung nach völliger Unsinn ist).

Sonntagsgruß,

Anja

ich glaube nicht, dass intelligente und gebildete menschen weniger suchtgefährdet sind. für starke raucher dürfte es kein problem sein zu erkennen, dass sie im laufe der jahre ein vermögen investieren um ihre gesundheit zu ruinieren. trotzdem rauchen sie weiterhin weil sie süchtig sind. bei einer sucht tritt rationales denken an den rand oder wird sogar ganzt abgestellt. die erkenntnis, süchtig zu sein, und die gewissheit falsch zu handeln, lässt noch lange nicht von der sucht loskommen.

bei der spielsucht geht es wohl weniger darum das bedürfnis nach reichtum zu befriedigen (jeder der ein bischen rechnen kann, wird wissen, dass man im casino nur mit sehr sehr viel glück ein vermögen anhäufen kann). wahrscheinlich geht es eher um die psysichen und körperlichen vorgänge während eines wetteinsatzes. das gefühl das man hat wenn man ein risiko eingeht und das glücksgefühl wenn man doch mal etwas gewinnt.

Hallo Thomas,

ich reduziere mal die Spielsucht allgemein auf Sucht herunter und
denke über die These nach, dass Süchtige nicht besonders intelligent
sind und kein großes Wissen insbesondere im psychologischen Bereich.
Hm… das klingt doch schon sehr abwegig, oder?

Dann gäbe es keine Psychologen, Psychiater, psychologische Berater
oder sehr gebildete Menschen mit Süchten. Ich einen Paartherapeuten,
der selber keine Liebesbeziehung länger als ein Paar Monate aufrecht
erhalten kann (gut, keine Sucht, aber irgendwie auch nicht glaubhaft
in Bezug auf den Beruf (in dem er übrigens sehr begehrt und
erfolgreich ist)). Ich kenne mehrere Psychiater, die rauchen (auch
eine Sucht).

Mein Onkel war Arzt und spielsüchtig. Ich kann ihn leider nicht mehr
fragen, warum er gespielt hat, weil er tot ist.

Ich denke es hat nichts mit Intelligenz zu tun, vielleicht eher mit
fehlender Vernunft oder Achtsamkein.

Viele Grüße

Hallo Thomas,

Wie denkt ihr darüber?

Süchte kann man nie! rational erklären.
Ich kenne Süchtige, die sind blitzgescheid, andere sind strunksdoof.
Die Schlauen sind nicht weniger spüchtig als die Dummen.

Und rationale Erklärungsversuche der Süchtigen sind immer Entschuldigungsversuche bzw. Ausweichmanöver.

Gandalf

Hallo,

heute möchte ich mich mal mit dem Thema Spielsucht und deren
Ursachen beschäftigen.

ein sehr empfehlenswertes Buch zum Thema ist das hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Spieler_(Roman)

erstens, weil Dostojewski ein begnadeter, wie man so sagt psychologisch-dichter Autor war und zweitens, weil er selbst spielsüchtig war! Wen das Thema wirklich interessiert, kommt daran nicht vorbei. Man kriegt das Problem aus erster Hand auf
dem goldenen Teller serviert und das noch glänzend geschrieben.

Gruß
Walden

Hallo…

Wie denkt ihr darüber?
Was sagt ihr zu meiner Meinung bzw. These?

Ich wollte eigentlich gar nix schreiben.Wollte dir aber trotzdem schreiben dass mein ehemaliger Psychotherapeut der wie ein Kamin Pfeife raucht, der mit drei verschiedenen Gruppen pro Woche Analyse macht je einen Abend und diese Patienten ALLE auch einzeln sieht, nebenher Uni Vorlesungen hält, Doktoranden betreut UND landesweit Seminare besucht und Vorträge hält unmöglich dumm oder schwach an psychologischem Wissen sein kann.:smile:

Gruss F.

Sucht
Hallo Firdevsii,

ja, so sehe ich das auch. Bei Süchten ist es oft so: man kann häufig alles durchblicken und einsehen, sowohl die Gefahren, als auch das Suchtverhaltensmuster usw, aber das alleine reicht nicht immer aus, um von einer Sucht los zu kommen.

Gruß,
Maja

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