Spielzeugflut eindämmen - zu viele Geschenke

Hallo allerseits,

wollte mal hören, wie Ihr mit der Spielzeugflut im Kinderzimmer umgeht.
Unsere Kinder ertrinken in Spielzeug, sie wissen es auch gar nicht mehr zu schätzen. Und ständig bekommen sie etwas neues geschenkt. Fast jeder Besuch ist mit Geschenken verknüpft, im „günstigsten“ Fall sind es Süßigkeiten, die verschwinden wenigstens irgendwann wieder, aber oft ist es auch Spielzeug, und das sammelt sich an. Was mich vor allem daran stört ist diese selbstverständliche Verknüpfung. Wenn Besuch kommt steht sofort die Frage im Raum, was er mitgebracht hat. Und wenn Papa ein paar Tage weg war fragen die Kinder auch gleich, was er mitgebracht hat, dabei bringt er nun wirklich nicht jedes Mal was mit. Wenn er mal Nützliches gekauft hat, z.B. Kleidung, gibt es lange Gesichter, als wäre das statt Spielzeug oder Süßigkeiten. Ist das normal? Wie kann man dem begegnen?
Wie bringt man Kindern in unserer Überflußgesellschaft Bescheidenheit und Dankbarkeit bei?

Gestern abend habe ich mich dann erst mal gründlich mit meiner Mutter vermault. Sie kommt heute zu Besuch, gut, sie sieht die Kinder selten, aber muss sie deshalb jedes Mal ein großes Geschenk mitbringen? Es ist zwar Altbestand aus meiner Kindheit, aber das, was sie mitbringen will geht auch nicht mehr als Kleinigkeit durch. Als ich am Telefon keinerlei Begeisterung erkennen lies, sogar im Gegenteil, war es passiert (wie auch an jedem Geburtstag, wenn ich wieder dagaegen aufbegehre, dass das Geschwisterkind auch was geschenkt bekommt). Ich weiß ja, dass diese Diskussionen sinnlos sind, natürlich wird sie die Geschenke trotzdem mitbringen, nur die Atmosphäre ist vergiftet.

Ich habe leider ein paar Skrupel, das Spielzeug dann den Kindern wieder wegzunehmen, sprich auszumisten. Wie macht ihr das? Sortiert ihr Geschenke nach einiger Zeit wieder aus? Meine Mutter hatte damals übrigens keine Gewissensbisse, sie hat Geschenke zensiert, was ihr nicht gefiel flog weg.

Außerdem löst Ausmisten ja auch nicht das Hauptproblem, die ständigen Geschenke. Richtige Herzenswünsche keimen da gar nicht erst auf, Wünsche, die nicht in Erfüllung gehen gibt es auch nicht. Aber am Ende der Kindheit steht doch der Sprung in die harte Realität, wie werden sie dann damit umgehen können, dass die knappe Kasse nur sehr wenige Wünsche erfüllen kann?

Ich kann ja verstehen, dass es den Erwachsenen Spaß macht, Kindern was zu schenken, zumal den eigenen Enkeln, aber das tut ihnen auf die Dauer doch gar nicht gut. Gibt es irgendeine Chance, den Erwachsenen das schonend abzugewöhnen?

Ratlose Grüße

Bianca

Hallo,

reden reden reden, so kann man Probleme lösen.

Deine Kinder sind schon verwöhnt, wenn es um das Thema Mitbringsel geht. Rede mit deinen Eltern, Schwiegereltern Tanten etc.

Als nächsten Schritt würde ich empfehlen das Kinderzimmer zu entrümpeln. Alles was zuviel ist auf den Dachboden. Weniger ist meistens mehr.

Und der beste Tipp: Höre auf deinen Bauch!! Der sagt meist ungefragt was gut ist und was nicht.

Gruß

Kati

Moin Bianca,

irgendwann wird Spielzeug uninteresasant und kümmert in den Ecken der Zimmer herum.
Meist sind Kinder durchaus bereit, sich von diesen Sachen zu rennen, weil sie nur Platz wegnehmen. Nur von alleine kommen sie selten auf den Gedanken auszumisten.

Bei uns sind Zeiten nach Weihachten, Ostern, Geburtstag die Gelegenheit, mit einem Müllbeutel bewaffnet das Zimmer umzugraben.
Die Sachen, die noch was taugen, werden weiterverschenkt oder gespendet, die kaputten gehen in den Müll.

Erstaunlicherweise :wink: ist der Trennungsschmerz bei den diversen Verlegenheitsgeschenken eher gering.

Sehr lange Halbwertzeiten haben Lego, Playmobil & Co, wobei das Playmobilzeugs in letzter Zeit auch langsam auswandert.

Diese Ausmistaktionen sollten aber gemeinsam getätigt werden, sonst gibt es (m.E. zurecht) Knatsch.

Gandalf

Für die Annahme der Spielzeugflut von Deiner Mutter kannst Du einen mentalen Aktenordner anlegen und mit „Seniorenbetreuung“ beschriften. Dadurch brauchst Du Dich nicht so stark darüber ärgern.

Denk Dir nichts, die Spielzeugschwemme wie auch die Entsorgung un- oder wenig geliebter Spielzeugberge schadet den Kindern weniger als Du vielleicht befürchtest.

Gruß

Marzeppa

Hallo allerseits,

wollte mal hören, wie Ihr mit der Spielzeugflut im
Kinderzimmer umgeht.

ausmisten. still leiden.

Fast jeder Besuch ist mit Geschenken verknüpft,

warum?

Mal was mit. Wenn er mal Nützliches gekauft hat, z.B.
Kleidung, gibt es lange Gesichter, als wäre das statt
Spielzeug oder Süßigkeiten. Ist das normal? Wie kann man dem
begegnen?

papa muß nun wirklich nicht immer was mitbringen. ich bringe meinen kindern nichts mit, wenn ich ein seminar hatte. warum auch?

Wie bringt man Kindern in unserer Überflußgesellschaft
Bescheidenheit und Dankbarkeit bei?

das geht nicht. wir müssen unseren kindern etwas beibringen, was uns fremd ist: nein sagen zu überfluß an informationen, waren, menschen.

wir sind ja noch (meist) anders aufgewachsen. ab und an mal ein yps. 3 fernsehprogramme.

mein poesiealbumspruch war: ein onkel, der was mitbringt ist besser als eine tante, die nur klavier spielt.

heute müßte man es umdrehen. der besuch könnte naschis zu hause lassen und mit den kindern eine runde trampolin springen oder so.

Gestern abend habe ich mich dann erst mal gründlich mit meiner
Mutter vermault. Sie kommt heute zu Besuch, gut, sie sieht die
Kinder selten, aber muss sie deshalb jedes Mal ein großes
Geschenk mitbringen? Es ist zwar Altbestand aus meiner
Kindheit, aber das, was sie mitbringen will geht auch nicht
mehr als Kleinigkeit durch. Als ich am Telefon keinerlei
Begeisterung erkennen lies, sogar im Gegenteil, war es

da mußte durch. das macht aber in summa den kohl auch nicht fett. es ist von allem zu viel da. hilf den kindern, zwischen ramsch und anderem zu unterscheiden. hilf ihnen, NEIN zur riesenmenge zu sagen.
im ihretselbst willen. endloses wiki, endlose foren (siv!), endlose chats, endloses youtube… das ist ihr leben. da müssen sie bremsen können, OBWOHL alles da ist.

passiert (wie auch an jedem Geburtstag, wenn ich wieder
dagaegen aufbegehre, dass das Geschwisterkind auch was
geschenkt bekommt).

wir haben fünf kinder und alle kriegen eine kleinigkeit dazu. immer. das macht nicht die menge aus. und sie wollen unterdessen auch nur mehr was kleines (die großen).

ich hatte früher nur eins zuviel: kuscheltiere. die alle im bett bequem zu legen, war mühsam. aber bleibende schäden habe ich davon wohl nicht.

Ich habe leider ein paar Skrupel, das Spielzeug dann den
Kindern wieder wegzunehmen, sprich auszumisten. Wie macht ihr
das? Sortiert ihr Geschenke nach einiger Zeit wieder aus?

nein. ich kippe alles in die zimmermitte:
eine kiste müll, eine kiste dachboden, rest sortiert in kisten ins zimmer. MIT den kindern.

Meine Mutter hatte damals übrigens keine Gewissensbisse, sie
hat Geschenke zensiert, was ihr nicht gefiel flog weg.

aha…

Außerdem löst Ausmisten ja auch nicht das Hauptproblem, die
ständigen Geschenke. Richtige Herzenswünsche keimen da gar
nicht erst auf, Wünsche, die nicht in Erfüllung gehen gibt es
auch nicht.

ich glaube doch. nicht das 2347 bionicle, das ist klar. aber andere sachen werden sie sich dennoch wünschen und dafür kämpfen. freunde, liebe, achtung… auch wenn das kizi voller müll ist.

Aber am Ende der Kindheit steht doch der Sprung in
die harte Realität, wie werden sie dann damit umgehen können,
dass die knappe Kasse nur sehr wenige Wünsche erfüllen kann?

tja. so kanns gehen. ich freu mich schon auf die gesichter meiner kinder. hier kann ich gewissen luxus nicht verhindern. aber irgendwann müssen sie selber dafür keulen.

Ich kann ja verstehen, dass es den Erwachsenen Spaß macht,
Kindern was zu schenken, zumal den eigenen Enkeln,

ja, aber man kann auch mit ihnen backen. das freut kinder wahrscheinlich fast mehr. meine mutter bringt nichts mit, obwohl sie gerne würde. dennoch ist sie sehr beliebt für all die sachen, die sie mit den einzelnen kindern macht.

aber das
tut ihnen auf die Dauer doch gar nicht gut. Gibt es irgendeine
Chance, den Erwachsenen das schonend abzugewöhnen?

DAS weiß ich nicht.

tilli

Hallo Nigella,

das ist ein Problem, ein blödes: einerseits hast Du viele nette (und offensichtlich auch ausreichend reiche *fg*) Mitmenschen die Deinen Kindern gerne mit Geschenken eine Freude machen wollen. Und andererseits hast Du Kinder, die sich zwar über Geschenke freuen, aber andererseits drohen in allzuviel Spielkram zu ersaufen.

Wie wäre es denn, wenn Du die netten Beschenkenden bittest, allenfalls eine Kleinigkeit (sowas wie das obligatorische Ü-Ei oder sowas in der Kategorie) oder eine Ergänzung zu nem bestehenden System (Lego, Playmobil, Barbie, was halt auch immer bei Euch angesagt ist) mitzubringen. Und wenn sie mehr geben wollen, kommt das in ein Sparschwein, von dem das Kind gar nicht so viel weiss :wink:

Spätestens wenn’s dann ums tolle Rad, Führerschein, Auto, Studium geht sollte dann ein nettes Polster vorhanden sein (je nach Spendabilität, versteht sich), was für solche „grossen“ Wünsche sicher sehr gelegen kommt.

Ansonsten würde ich auch zu einer „Ausmisten“-Aktion raten: vielleicht könnt Ihr das überflüssige Zeug „armen“ Kindern (vielleicht Waisenhaus oder so - ich ahne aber nicht wie die zu solchen „Spenden“ stehen, also frag lieber vorher nach) schenken?

Wenn Besuch kommt steht
sofort die Frage im Raum, was er mitgebracht hat.

Klar, das war bei mir auch so :wink: Aber die „netten“ Leute mochte man auch ohne dass sie was mitgebracht haben und die anderen konnte sich so oder so nicht „einkaufen“ *fg* Macht also unterm Strich keinen Unterschied.

Richtige Herzenswünsche keimen da gar
nicht erst auf, Wünsche, die nicht in Erfüllung gehen gibt es
auch nicht.

Das wundert mich aber jetzt doch ein bisserl. Ich weiss ja nicht, was Eure „üblichen Tanten“ so mitbringen, aber die wirklichen „Herzenswünsche“ waren bei mir immer finanziell über den normalen Mitbringseln angesiedelt :wink:

Gibt es irgendeine
Chance, den Erwachsenen das schonend abzugewöhnen?

Wie gesagt, vielleicht über die Chance einer Geldspende…

*wink*

Petzi

Hallo,

also ich schenke meinen Kindern zum Geburtstag was und wenn ich mal auf’m Flohmarkt was nettes finde, dann auch. Ansonsten zu besonderen Anlässen. Ich selber verschenke wirklich nur eine Kleinigkeit bis garnix wenn ich Freunde/Bekannte mit Kindern besuche. Muss ja auch nicht sein. Meine Familie wurde von mir schon dazu angehalten nicht all erdenklichen Unsinn was den Kindern gefällt zu kaufen.

LG

Hi,

Wenn Besuch kommt steht
sofort die Frage im Raum, was er mitgebracht hat. Und wenn
Papa ein paar Tage weg war fragen die Kinder auch gleich, was
er mitgebracht hat, dabei bringt er nun wirklich nicht jedes
Mal was mit. Wenn er mal Nützliches gekauft hat, z.B.
Kleidung, gibt es lange Gesichter, als wäre das statt
Spielzeug oder Süßigkeiten. Ist das normal?

Das scheint bei Euch „normal“ zu sein - für mich ist es das nicht. „Verwöhnte Gören“ ist das erste, was mir dazu einfällt. Ich seh’ sie richtig mit geiernden Blicken im Flur stehen und gierig hecheln, was denn jetzt wieder „rüberkommt“. Entschuldige die Direktheit, aber ich bin grad ziemlich entsetzt.

Wie bringt man Kindern in unserer Überflußgesellschaft
Bescheidenheit und Dankbarkeit bei?

Indem man ihnen klar macht, wie viel Armut es auf der Welt gibt, wie viele Kinder, die nie etwas mitgebracht bekommen, die froh sind, wenn sie ein Mal am Tag satt werden.

Es gibt so eine schöne Aktion, wo Weihnachtspäckchen in die Dritte Welt geschickt werden - hab’ die Adresse grad nicht auf die Schnelle ergooglen können. Aber es gibt ja auch andere wirklich arme Kinder hier mitten in unserer „Überflussgesellschaft“ - vielleicht erkundigt ihr Euch mal bei den Tafeln oder bei der Gemeinde, oder, oder, oder … Vielleicht lernen dann Deine Kinder auch mal was zu ver schenken und nicht nur immer zu Nehmen.

Gruß,

Anja

Moin,

Wie bringt man Kindern in unserer Überflußgesellschaft
Bescheidenheit und Dankbarkeit bei?

Grundsätzlich finde ich an Besitz nichts schlechtes, denn nur wer hat, kann auch abgeben und teilen.

Ich würde dir vorschlagen, mit deinen Kids mal einen Oxfam-Laden aufzusuchen.

http://www.oxfam.de/a_42_shopadressen.asp?me=42

Dort können sich deine Kids über die Arbeit und Projekte von Oxfam informieren.

Anschließend wird dann das Kinderzimmer entrümpelt und alles, was über ist, wird zum Oxfam-Laden gebracht oder geschickt. Geh mit gutem Beispiel voran und entrümpel gleichzeitig deinen Besitz. Kinder orientieren sich in ihrem Verhalten häufig an den Eltern. Wie sieht es denn in deinen Schränken aus?

In Zukunft geht dann für jedes neue Spielzeug ein altes (oder gleich das neue) an Oxfam.

Gruß
Marion

weihachten

Es gibt so eine schöne Aktion, wo Weihnachtspäckchen in die
Dritte Welt geschickt werden - hab’ die Adresse grad nicht auf
die Schnelle ergooglen können.

ja, aber da kommen NEUE sachen rein und auch nicht in erster linie geschenke!

weihnachten im schuhkarton heißt das.
zum entmüllen nicht geeignet. zum abgebenlernen schon…

„WAAAS, das kommt WEG? ich will AUCH sowas…“

insert answer here…

lg,

tilli

Ausmisten
Hallo!

Ich bin auch Anhänger des Ausmistens. Wobei wir das eher vor den Feiertagen mit zu erwartenden Geschenken machen. „Es muss Platz geschaffen werden für Neues“ heisst das Motto und unser Sohn geht da einigermaßen mit, schon von relativ klein an.

Inzwischen weiß er, dass man manches bei ebay oder auf dem Flohmarkt versteigern kann. Der Erlös geht dann an ihn und meist aufs Sparkonto, manchmal in die Erfüllung eines Herzenswunsches.

Früher habe ich manches Spielzeug nur vorübergehend entfernt, in eine Kiste in den Keller und bei akuter Langeweile das eine oder andere wieder rausgekramt. Mit positiven Ergebnissen.

Mit den erwachsenen Schenkern, die es übertreiben, würde ich ein freundliches, aber ernstes Wort reden. Evtl. eine Obergrenze festlegen oder sie bitten, vorher zu fragen, damit es keine Doppelgeschenke gibt (dabei kann man dann oft noch steuernd eingreifen) oder man legt sie fest auf z.B. Bücher (so Reihen etwa, wie die Kinderbibliothek der ZEIT) oder etwas, was das Kind sammelt.

Dann könnte man noch mit den Kindern das eine oder andere Spielzeug aussuchen und spenden.

Vorbild spielt, glaub ich auch eine gewisse Rolle bei den Kindern. :wink:Sich-von-etwas-trennen-können muss man lernen.

Grüße und viel Erfolg
von der in dieser Sache mäßig erfolgreichen
kernig

Alles ausräumen…
Hallo,
bei uns gab es immer nur eins:
entweder Playmobil oder Lego, das jeweils andere Spielzeug war für eine Zeit auf dem Dachboden. Was für ein Fest, wenn alle paar Monate getauscht wurde. Sie haben dann richtig intensiv damit gespielt.

Ansonsten hab ich die Zimmer der Kinder alle paar Monate ausgeräumt, alles in einen blauen Sack gesteckt. Ich hab den Kindern gesagt: alles was ihr mir sagen könnt, was Euch fehlt, nehme ich wieder aus dem Sack, der blieb 14 Tage im Haus, danach kam er weg( AWO oder Caritas oder AGA).
Das war für die Kinder absolut in Ordnung…fehlte ihnen ja nix.

Manchmal haben wir auch kurz vor Weihnachten gemeinsam viele Sachen aus den Kinderzimmern zusammengesucht und es mit nach Polen gegeben. Das fanden die Kinder auch prima.

Allen Besuchern würde ich mitteilen, dass es einen Mitbringstop gibt.
Das ist in vielen Familien so.
Geschenke nur auf Nachfrage bei den Eltern( was brauchen die Kinder? ).
Gruß
Kosmokatze

Hallo,

ich würde konsequent ausmisten. Wir haben z.B. vor ein paar Wochem das ganze Playmobil bei Ebay versteigert und unserem Sohnemann das Geld zukommen lassen.

Zu viele Geschenke sind tatsächlich ein Problem. Wie das gelöst werden kann weiss ich allerdings auch nicht, da wir davon nicht betroffen sind. Bei unserer Familie wurde die ganze Schenkerei nach Aussage meiner Mutter schon wohl vor Jahrzehnten eingestellt. Ist auch gut so.

Gruss

ouzo

Hallo,

allen Leuten, die geantwortet haben erst mal ein herzliches Dankeschön. Mit dem Reden ist das in unserer Familie etwas schwierig. Insbesondere mit meiner Mutter kann ich da leider nicht ehrlich drüber reden, sie ist hochgradig depressiv, unser Verhältnis ist gespannt, vorsichtig ausgedrückt. Hin und wieder mache ich mal den Fehler, zu opponieren, nur um dann doch einzusehen, dass ich so oder so den kürzeren ziehe und und jetzt auch noch eine beleidigte, gekränkte Mutter habe, die aber trotzdem tut was sie will. Dem Freund meiner Schwester hat sie z.B. eine Kleiderstange geschenkt, obwohl er mehrfach ausdrücklich erklärt hat, dass er sowas nicht haben will.
Ich kann mir gerade dauernd anhören, wie gut die Idee mit den Geschenken doch war und wie sehr sich die Kinder darüber freuen, natürlich mit extrem vorwurfsvoller Stimme, naja, man kann sich seine Verwandten eben nicht aussuchen. Ich muss das wohl unter Seniorenpflege verbuchen und werde sehen, wie ich wieder Ordnung ins Kinderzimmer kriege.
Schwiegermutter könnte vielleicht eher gehen, wird aber auch zu beleidigten Reaktionen führen. Die Tanten sind nicht das Problem, die verstehen uns gut. Und da sorge ich auch dafür, dass bei festtagen möglichst zu bestehenden, hochwertigen und damit auch teuren Systemen was dazu gekauft wird, der Preis begrenzt dann auch die Gesamtmenge und es muss keine neue Kiste aufgemacht werden.
Problematisch sind dann so die Gelegenheitsbesuche, Bekannte schenken da bezeichnenderweise weit mehr als wirklich gute Freunde.

Naja, aber die Anregungen sind ja gut, und es hilft auch zu wissen, dass man nicht ganz alleine mit einem Problem dasteht.
Viele liebe Grüße

Bianca

Hallo,

Was mich vor allem daran stört ist
diese selbstverständliche Verknüpfung. Wenn Besuch kommt steht
sofort die Frage im Raum, was er mitgebracht hat. Und wenn
Papa ein paar Tage weg war fragen die Kinder auch gleich, was
er mitgebracht hat, dabei bringt er nun wirklich nicht jedes
Mal was mit. Wenn er mal Nützliches gekauft hat, z.B.
Kleidung, gibt es lange Gesichter, als wäre das statt
Spielzeug oder Süßigkeiten. Ist das normal? Wie kann man dem
begegnen?

Das halte ich unter den gegebenen Umständen für normal. Ich bin sogar entsetzt, dass weiter unten jemand die Kinder als „verzogene Gören“ bezeichnet. Die Kinder können nichts dafür, in einer Überflussgesellschaft zu leben, sie können auch nichts dafür, dass Erwartungen geweckt wurden. Also:

  • Es ist normal, dass Kinder sich aus nützlichen Dingen nichts machen. Ich denke, ich war z.B. als Kind nicht besonders verwöhnt, aber wenn ich Kleidung geschenkt bekam, war ich enttäuscht. Kinder interessieren sich eben nicht für nützliche Dinge, wie Kleidung - außer, sie wären schon modebewusste Teenager, aber das schafft dann nur andere Probleme.

  • Es ist normal, dass man enttäuscht ist, wenn ein Geschenk, mit dem man gerechnet hatte, ausbleibt. jeder Mensch reagiert so und dies hat nichts damit zu tun, ob das Geschenk jetzt sinnvoll oder unsinnig war. Auch Erwachsene sind enttäuscht, wenn z.B. die Gehaltserhöhung ausbleibt, und zwar auch dann, wenn das Gehalt dreimal ausreicht. Jeder, der sich an 2x Urlaub im Jahr gewöhnt hat, ist enttäuscht, wenn einer davon gestrichen wird. Das braucht man nicht moralisch zu verurteilen, das hat etwas mit der Struktur von Vorfreude und enttäuschten Erwartungen zu tun.

Von Kindern kann man nicht erwarten, dies selbst zu steuern, sie müssen eher von den Erwachsenen (im Interesse der Kinder) bewahrt werden, im Überfluss zu ersticken. Deshalb finde Deine Anfrage auch 100-prozentig berechtigt.

Wie bringt man Kindern in unserer Überflußgesellschaft
Bescheidenheit und Dankbarkeit bei?

Je nach Reife und Intelligenz der Kinder, könnte man dies explizit mit ihnen diskutieren. (Nicht gerade in einer Situation, in der sie gerade enttäuscht sind, sondern losgelöst in einem ruhigen Moment.) Ich z.B. hatte als Kind und Jugendliche durchaus von selbst schon erkannt, dass der Reiz an den neuen sachen verfliegt, dass man sich über das 1., 2., 3. Micky-Maus-Heft viel stärker freut als über das 100., wenn der Stapel bereits hoch ist und dass man sich auch über Geschenke viel mehr freut, wenn man vorher Zeit hatte, sich überhaupt etwas zu wünschen. Möglicherweise haben Deine Kinder selbst bereits ein „komisches Gefühl“
bei den vielen Geschenken und der Nährboden für ein gutes Gespräch darüber ist längst da.

Viele Grüsse, Walkuerax