Hallo,
ist es gerechtfertigt, Leute als Untermenschen oder als Unmenschen zu betrachten, die in den Privatbereich von anderen eindringen, um sich selbst oder ihren Auftraggebern einen Vorteil zu verschaffen und die z. B. eine Wohnung abhören oder dafür eine Wanze installieren ?
Damit meine ich z. B. nicht Detektive, die professionell an der Aufklärung von Verbrechen arbeiten.
Ich meine Spanner, die auch kaum etwas anderes bringen. Also: Sind es Untermenschen ? Darf man sich ihre physische Vernichtung wünschen ?
Ich meine Spanner, die auch kaum etwas anderes bringen. Also:
Sind es Untermenschen ? Darf man sich ihre physische
Vernichtung wünschen ?
Wünschen kannst Du dir vieles
Allerdings ist es höchst bedenklich, einem anderen menschlichen Wesen die Menschlichkeit abzusprechen, egal was es getan bzw unterlassen hat.
Wo das hinführt, kann man einem beliebigen Geschichtsbuch entnehmen.
Die physische Vernichtung von Untermenschen/Unmenschen gab es schon mehrfach…
Gruß
Mike
Hallo Torsten,
ist es gerechtfertigt, Leute als Untermenschen oder als
Unmenschen zu betrachten,
Untermenschen: nein
Jemanden als Untermenschen zu bezeichnen, impliziert, dass man selber über ihm steht. Solcher Hochmut kann böse Folgen haben.
Unmensch: ja
Unmensch ist jemand, der sich unmöglich benimmt.
Dazu noch folgendes:
Ein Mensch ist nie von Argwohn frei,
ob er am End ein Unmensch sei.
Doch ist ein Unmensch, ungebeugt,
dass er ein Mensch sei, überzeugt.
Eugen Roth
Gruss Harald
Darf man sich ihre physische
Vernichtung wünschen ?
du darfst dir alles wünschen. nur solltest du es nicht öffentlich aussprechen oder -schreiben, auch nicht als beschimpfung, geschweigedenn irgendetwas in diese richtung tun, denn das alles ist eine straftat.
gruß
dataf0x
Auch hallo,
ich unwissender Atheist habe hier eine Verständnisfrage: sehe ich das richtig, dass diskutiert wird, ob es religiöse Gründe (sonst hättest du wohl nicht in diesem Brett gepostet) gibt, aus denen man andere Menschen als Un- oder Untermenschen ansehen und sich deren physische Vernichtung wünschen darf? Und nicht etwa wegen Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder sonstwas in dieser Preisklasse, sondern weil sie Spitzel sind und sie, wie du dich ausdrückst, kaum etwas anderes bringen?
Ich finde diesen Diskussionsansatz gelinde gesagt verwegen.
Oder hab ich hier irgendwas versäumt?
Grüße, Peter
Das Brett heißt Religion UND ETHIK.
Die Frage, ob meine Frage aus einer Religion heraus beantwortet werden kann, habe ich nicht gestellt.
Meine Frage resultiert aus der Überzeugung, daß die Abgrenzungen von NS, Holocaust usw. die schädliche Nebenwirkung einer Blendgranate entwickelt haben. Weil z. B. das Wort „Untermensch“ exzessiv von der NS-Propaganda gebraucht wurde, ist es heute nicht mehr erwünscht, dieses Wort zu verwenden. Wer es dennoch tut, ist sofort „out“. Aber nicht nur der Begriff ist nicht mehr benutzbar, auch jede Umschreibung für den gleichen Sachverhalt ist nahezu unmöglich nach dem Motto: „Dann kann man ja auch gleich von Untermenschen reden“.
Diese Sekundärwirkung der Vergangenheit empfinde ich als sehr fatal, denn so wird es möglich, daß sich im Schatten der Ächtung von NS-Terminologie Sachverhalte entwickeln oder behaupten können, die völlig unabhängig von damaligen Erignissen nicht akzeptabel sind. Es ist so etwas wie eine gesellschaftliche Hypnose entstanden, welche beinhaltet, daß man sich gegen höchst widerwärtige Dinge nicht deutlich äußert, geschweige denn wehrt.
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Hallo,
wen würdest Du denn, aus ethischer Sicht, als „Untermensch“ bezeichnen, also
unterhalb der menschlichen Würde, des menschlichen Anstandes und des menschlichen
Lebens, damit gleichzeitig unterdrückbar, ansehen? Hier wurde schon der Ansatz
„Unmensch“ gebracht, was negatives, würdeloses etc. Verhalten m.E. sehr gut
darstellt, weil es eben gegen das Menschliche gestellt ist, man könnte auch
„inhuman“ sagen. Aber wenn es Untermenschen gibt, muss es auf der anderen Seite
ja auch Herrenmenschen geben - und ob Du willst oder nicht, da klinkt sich nunmal
die Nazi-Ideologie ein, das nennen wir Geschichtsbewusstsein und nicht
Blendgranate.
Und selbst wenn es die nationalsozialistische Besetzung dieses Wortes nicht
gegeben hätte führt allein die Annahme, es könne Untermenschen geben, schon
zwangsläufig dazu, dass diese auch ausgenutzt, missbraucht, getötet werden
könnten, ohne dass ernsthafte Konsequenzen zu befürchten sein. Ethisch wäre es
dann ja nicht weiter verwerflich, waren ja keine Menschen, sondern Untermenschen.
Also, „Butter bei die Fische“, wie man am Niederrhein sagt, wer sind denn d.E.
und außerhalb NS-Ideologie Untermenschen bzw. was sind die Merkmale?
Gruß
Christian
Hallo,
danke für die Klarstellung bezüglich Religion/Ethik. Ein Mißverständnis ist damit beseitigt.
Inhaltlich kann ich dir aber nicht folgen: selbst wenn man den Begriff des „Untermenschen“ von der NS-Ideologie loslöst (loszulösen versucht), bleibt doch dessen höchst menschenverachtender, um nicht zu sagen mörderischer Inhalt. Der Herrenmensch erhöht sich gegenüber dem Untermenschen und erhebt den Anspruch, über ihn zu verfügen. Der Herrenmensch bestimmt, wer Untermensch ist oder unter welchen Voraussetzungen – nach Verwirklichung welchen Sachverhalts – jemand zum Untermenschen wird.
Es besteht wohl ein Unterschied darin, ob man sich „gegen höchst widerwärtige Dinge deutlich äußert (oder) wehrt“ oder ob man anderen ihr Menschsein und ihre Würde abspricht. Es ist meines Erachtens eine Frage der (Rechts-)Kultur, widerwärtigen Dingen nicht dadurch zu begegnen, indem man selbst widerwärtige Dinge begeht, nämlich die Abstempelung anderer zum Untermenschen.
Grüße, Peter
Wenn die normalen Leute nicht aufpassen, sind Untermenschen ganz schnell die „Herrenmenschen“. Das kannst du schon in Schulklassen beobachten, wenn der Lehrer tumb ist oder besonders tumbe Schüler in der Überzahl sind und/oder über besondere connections verfügen.
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Hallo Torsten,
Wenn die normalen Leute nicht aufpassen, sind Untermenschen
ganz schnell die „Herrenmenschen“. Das kannst du schon in
Schulklassen beobachten, wenn der Lehrer tumb ist oder
besonders tumbe Schüler in der Überzahl sind und/oder über
besondere connections verfügen.
den Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen.
Aber ich würde mich dennoch nicht dazu verleiten lassen, hier Begriffe wie „Untermenschen“ bzw. „Herrenmenschen“ zu verwenden.
Aber ich zitiere gerne das allgemein bekannte Sprichwort:
„Der Klügere gibt nach“,
deshalb regieren und bestimmen die Dummen 
Gruss Harald