Hey, weiß einer woher der Spitzname „Jogi“ stammt? Sowohl der deutsche Fußballbundestrainer Joachim Löw als auch der deutsche Handball Nationaltorhüter Johannes Bitter tragen diesen Spitznamen. Gibt es da irgendeinen bestimmten Hinterggrund?
Vielen Dank für eine Lösung 
Hallo Dubbelu,
sicher handelt es sich um die verkürzt-veränderten Rufnamen.
Zu dem „g“ bei „Jogi“ kommt es
bei JoaCHim, da in vielen Dialekten ein „ch“ wie ein „g“ ausgesprochen wird: Die Würzburger sprechen ihre Stadt „Würzburch“ aus.
Sprachwissenschaftlich ist ein „ch“ aber auch eng mit „h“ verwandt. Da habe ich zwar kein soooo schönes Beispiel, aber es kann dennoch dafür dienen:
slawisch ist „hradu“ (= Burg) = "gradu (= Burg); daher übrigens der Name der Stadt Graz in der Steiermark. Und im JoHannes ist ja auch das H, welches somit zu „g“ bei „Jogi“ verändert werden kann.
Ich denke, das wäre eine Erklärung.
Vielleicht kennt ja jemand anderes noch eine andere Lösung, die vielleicht besser passt?
Schönen Abend
Alexander
Hallo, Alexander,
Zu dem „g“ bei „Jogi“ kommt es
bei JoaCHim, da in vielen Dialekten ein „ch“ wie ein „g“
ausgesprochen wird:
„g“ wird zwar - z. B. im Fränkischen - oft als „ch“ gesprochen, wie in Deinem Beispiel
Die Würzburger sprechen ihre Stadt
„Würzburch“ aus.
- aber nicht umgekehrt.
Kennst Du ein Beispiel, wo geschriebenes „ch“ tatsächlich „g“ gesprochen wird?
Zu meiner Schulzeit wurden übrigens sehr viele Jungen „Jogi“ gerufen, ob sie nun Joachim, Jochen, Johannes, Josef, Jakob oder auch Jürgen hießen - sicher in Anlehnung an die TV-Serie „Yogi Bär“.
Gruß
Kreszenz
Hallo Kreszentia,
in vielen Dialekten ist „ich“ = „ig“ oder „ik“ (je nach Verhärtungsgrad. Auch wenn mir gerade kein zweites Beispiel einfällt, mit Nachdenken kommt man bestimmt auf noch etliche mehr.
halt gerade kommt mir noch machen = maken in Norddeutschland.
In Deinen Beispielen von Jungennamen würde ich persönlich denken, dass einzig der „Josef“ eigentlich nicht so recht da rein passt. Alle anderen haben ein „ch“, ein „h“ oder ohnehin schon ein „g“ bzw. „k“ im Namen.
Aber wenn jemand eine bessere Lösung weiß, würde sie mich auch interessieren.
Viele Grüße
Alexander
Moin, Alexander,
in vielen Dialekten ist „ich“ = „ig“ oder „ik“
nicht auf das ist kommt es an, sondern auf das wird : In keinem Dialekt wird aus höflich ein höflig oder höflik.
Den Yogi bekamen zu meiner Zeit all die Typen aufgehängt, die sich durch besondere Ruhe, Ausgeglichenheit oder auch Wurschtigkeit hervortaten, ganz losgelöst davon, ob sie einen Vorname mit „Jo“ vornedran trugen, frei nach Maharishi Mahesh Yogi.
Gruß Ralf
Hallo Ralf,
bin etwas begriffstutzig. Was meinst Du mit
nicht auf das ist kommt es an, sondern auf
das wird :
Aber mir sind noch weitere Beispiele eingefallen:
München = Minga
Lache (= Pfütze) = Lagga
(ab)brechen (im Sinne von pflücken) = broga
und sogar das h=g ist durchaus auch im Deutschen vorhanden:
ich sehe = I sig
du siehst = Du sigsd
ich bin mir sicher, es ließen sich noch hunderte weiterer Beispiele finden, für ch = g.
geht man in andere germanische Sprachen, so hat man natürlich Buch = book etc.
Einen schönen Abend
Alexander
Moin, Alexander,
Was meinst Du mit
nicht auf das ist kommt es an, sondern auf
das wird :
ein g mit Vokal davor wird zum ch, ein ch wird nicht zum g, sondern zum k.
Aber mir sind noch weitere Beispiele eingefallen:
München = Minga
Lache (= Pfütze) = Lagga
(ab)brechen (im Sinne von pflücken) = broga
Da behaupte ich mal, das g ist auf dem Umweg über das k entstanden und das aus dem ch. Am besten noch am brocken zu sehen und zu hören, broga kenne ich nur als brôgga, gesprochen mit 2 g, dem bairischen ck. Mit einem g wäre es Gymnasialbayrisch.
Gruß Ralf
Ralf,
lese ich das aus Deinen Zeilen richtig raus?
nicht zum g,
sondern zum k.
dass das für Dich zwei völlig getrennte Dinge sind? Also zumindest für mich ist das eine die regionale Form des anderen. Wobei die Richtung in meinen Augen egal ist. Völlig austauschbar- in der Mundart. Ich rede nicht von heutiger Duden-Schriftsprache!
Im Rheinland ist ein Lievges = Liebchen, allseits bekannt sind der Christus und der Chiemsee, ich habe schon bayerische Urkunden gelesen, in denen buchstabengetreu wiedergegeben stand „Khotshauß“ und es war das „Gotteshaus“ gemeint.
München = Minga
Lache (= Pfütze) = Lagga
(ab)brechen (im Sinne von pflücken) = brogaDa behaupte ich mal, das g ist auf dem Umweg über das k
entstanden und das aus dem ch.
Das heißt: zuerst „München“, dann „Münken“ dann „Müngen“ und schließlich „Minga“. Oder verstehe ich Dich da falsch?
Am besten noch am
brocken zu sehen und zu hören,
broga kenne ich nur als
brôgga, gesprochen mit 2 g, dem bairischen
ck. Mit einem g wäre es Gymnasialbayrisch.
Über Schriftbayerisch oder Gymnasialbayerisch sollten wir nicht streiten. Schreibe es mit 2 g, es macht im Ursprung, da bin ich mir sicher, keinerlei Unterschied.
Und der Christoph wurde früher mehr als einmal Gristof geschrieben.
Aber eigentlich warte ich immer noch auf andere Vorschläge woher „Jogi“ kommen könnte. Mein Ansatz ist ja nur ein Vorschlag.
Einen schönen Abend
Alexander
Moin, Alexander,
brôgga, gesprochen mit 2 g
Schreibe es mit 2 g
die Schreibung ist mir wurscht. Den Unterschied solltest Du hören, sonst wird’s sinnlos.
Gruß Ralf