Sport und depressive Verstimmungen?

Hallo
ich hab vor einigen Tagen von meinem Ernährungsverhalten gesprochen.ich dachte ich hätte einen vitaminmangel aber habe heute das ergebnis der blutuntersuchung bekommen und der doktot meitne alles ist im normalen bereich.
ich habe gelesen und von meinem arzt auch nochmal bestätigt bekommen „Depressionen sind unterdrückte Agressionen die sich gesammelt haben“ das würde bei mir auch passen denn ich fühle mich auch so ein bischen voll gestopft von dem stress und der frust z.B. von früheren Beziehungsproblemen u.s.w. der arzt meinte sport würde sehr gut tun aber nur wenn er regelmäßig betrieben wird.
ich hab mir gedacht es vielleicht mit boxen zu versuchen vielleicht mit dem training an einem sandsack das man sich vielleicht so auspowert und den frust und stress abbauen kann.
ich habe auch früher mal erlebt das wenn man seine agressionen irgendwie rauslässt das es einem danach viel besser geht und man sich auch wohler fühlt.

hat jemand erfahrungen gemacht mit sport und wohlfühlen und selbstbweusstsein, aber ich meine damit jetzt nicht meditation oder yoga oder irgendwelche entspannungsteckniken denn die interessieren mich nicht sondern mehr de rsport wie laufen oder boxen oder fitness.

kann das jemand aus persönlicher erfahrung bestätigen?

mfg
danke

Mahlzeit,

kann das jemand aus persönlicher erfahrung bestätigen?

ja - kann ich. Allerdings haben die weniger was mit aggressiven Austobereien zu tun… (verstehe ich ohnehin nicht, warum immer wieder Menschen meinen, dass es ihnen zum Abbau von Aggressionen und Stress hilft, auf etwas einzuschlagen oder zu treten… aber das mag bei jedem anders sein).

Als ich mal übel seelisch demoliert war, hatte ich das große Glück, dass ein Kollege mich mit auf seine Jolle nahm und mit mir segeln ging. Das ganze „artete“ nach dem ersten Mal in Leistungssport und Regatta fahren aus nach den ersten Crash-Kurs Wochenenden.

Die Bewegung, Anstrengung an der frischen Luft, der Spaß dabei, die Erfolgserlebnisse (hey, ich kann das ja, im Trapez rumturnen!) haben mich ganz schnell in eine ausgegeglichene und glückliche Stimmungslage versetzt. Ich war nach den Trainings und Regatten völlig alle, war zu der Zeit immer schön braun gebrannt und an Kummer hab ich nicht mehr gedacht.

Später einmal, als ich mich überarbeitet fühlte und durchaus auch Aggressionen aufgrund von erheblichem Stress im Job nach Hause brachte, hab ich im Fitness-Studio das Fahrrad- und Laufbandtraining erhöht… half super! Und gleichzeitig hab ich abgenommen und meine Ausdauer trainiert.

Heute fahre ich Fahrrad oder laufe - bei schlechtem mentalen Zustand halt ein bischen schneller als sonst :wink: Aber geprügelt habe ich noch nie, von daher weiß ich nciht, ob meine Erfahrungsberichte Dir helfen. Wenn Du Interesse am Boxen o.ä. hast, dann kann das sicher auch gut für Dich sein.

Für mich ist Tatsache: wenn ich mich bewege und dabei Spaß habe und sogar u.U. Erfolg erlebe, geht es mir meist ganz schnell besser. Manch einem hilf vielleicht eher ein Mannschaftssport …

Gute Besserung und viel Erfolg!
Demenzia

Hi, MGM,

ja, kann ich. Ich schreib Dir jetzt nur, was ich selbst erlebt und was ich so im Laufe der Zeit zu diesem Thema gelesen habe. Ich bin kein Psychologe.

Sport soll bewirken, dass eine bestimmte Art von Hormonen oder Botenstoffen ausgeschüttet wird, die sich positiv auf die Hirnaktivität auswirken. Außerdem weiten sportliche Aktivitäten die Blutgefäße, auch die des Gehirns, was logischerweise zu einer besseren Durchblutung und damit zu einer besseren Sauerstoffversorgung auch des Gehirns führt. Abgesehen davon ist es halt einfach ein gutes Gefühl, man spürt seinen Körper ganz anders und mein weiß, dass man sich mit Sport etwas gutes tut. Das schlechte Gewissen nimmt ab und man ist stolz auf sich, auch weil man ein paar überflüssige Pfunde verliert und besser aussieht, etc. Wichtig: Nicht übertreiben. Gaaanz langsam anfangen und nicht ungeduldig werden. Wenn Du Stress und Frust entkommen willst, darfst Du Sport nicht leistungsorientiert betreiben, weil Du sonst den Teufel mit dem Belzebub austreibst. Ich habe mit einer Mischung aus Ausdauersport und Krafttraining gute Erfahrungen gemacht. Wichtig ist auch, ein wenig auf seine Ernährung zu achten. Dann macht Sport noch mehr Spaß. Je fitter der Körper ist, desto mehr kann er leisten und desto schneller hab ich Erfolgserlebnisse. Sich gesund ernähren, heißt: Viel Obst und Gemüse, Fisch, mageres Fleisch, Milchprodukte, Nüsse aber auch nicht zu viel davon, möglichst keine Süßigkeiten oder Weismehlprodukte und viel trinken, am besten Wasser. Aber auch hier gilt: Nicht frommer sein wollen, als der Papst, sonst endet alles wieder im Frust. Wenn jemand auf sein kühles Pils nach Feierabend nicht verzichten will, dann soll er es halt trinken (meine Meinung) oder das Stück Torte am Sonntag Nachmittag bringt einen sicher auch nicht um. Nicht nur eine ausgewogene Ernährung ist gesund, sondern auch Spaß und Freude am Leben sind sehr gesund. Das vergißt man manchmal.
Hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.
Meld Dich einfach, wenn DU noch Fragen hast.
LG, Rolo

Hallo!

Der Mensch ist eigentlich so gestrickt, daß er bei Stress entweder weglaufen würde- oder angreifen!

Beides geht in der Gesellschaftsform nicht- und so bleibt der Stress in einem…und baut sich mit der Zeit mehr und mehr auf!

Gut ist- ich meine sogar bewiesen- daß man den STress nicht gleich abbauen muss, das damit dann aber gut zB am Abend geht, wenn man zB joggt…

Das Sport damit für den Körper gut ist-- ist ziemlich sicher so!

Zu boxen- weiss ich, daß da viele sehr geteilte Meinungen zu haben!
Wirkt oft sehr aggressiv…und damit für die Menschen eher abstossend!!

In einem Seminar über Wut, was ich mal besucht habe, meinte aber der Referent, daß tatsächlich das Drauf-Schlagen die effektivste Methode sein um seinen Stress-Frust abzubauen!!

Es ist das wirkliche Umsetzen von Reaktion, die man vorher vielleicht gerne getan hätte…sich wehren…und damit am besten!!
Er meinte sogar, daß man vergleichsweise länger joggen müsste um den Stress runterzufahren…bzw das nie so perfekt wirken würde, wie es beim Zuschlagen wäre!
ER hatte dazu das Boxen als Ausgleichssport genannt- oder auch solche Kunststoff-Schläger aufgezeigt, mit denen man seinen Frust auch mal auf der Couch loswerden könnte :wink:)

Ist natürlich typenabhängig- wie man am besten seinen STress loswird-- und es wird auch nicht jeder die Möglichkeit für nen Sandsack haben!!

Vermutlich dürfte Ausdauertraining auch eine sehr einfache und gute Methode sein um den STress in sich runterzufahren!

probiers einfach aus…wenn Du ausgepowert bist…wirst Du schon merken,was Dir gut tut :smile:)
Kitty

Nicht ganz so einfach erlebt
Hallo!

Ich habe zwei volle Jahre lang „ordentliches“ Lauftraining (2-3Mal pro Woche) gemacht (von der AOK begleitet „Laufend in Form hieß das“), da es mir nicht gut ging, und das schon über längere Zeit. Der Psychotherapeut hat mich dazu ermuntert und auch alles, was ich darüber gelesen hatte.

Ich war wirklich konsequent dabei, auch mit richtiger Ausrüstung, schlechtes Wetter hält mich auch nicht vom Rausgehen ab. Mir war klar, dass ein positiver Effekt nicht nach 2 oder 3 Wochen auftritt. Leider blieb er bei mir vollständig aus. Nach jeder Trainingseinheit fühlte ich mich schlechter als vorher. Und trotzdem trabte ich immer wieder los, in der Hoffnung, endlich ein Hoch durch die ausgeschütteten Endorphine zu spüren. Leider Fehlanzeige.

Das kann natürlich viele Gründe haben, die für Dich nicht gelten:
Die falsche Sportart, unpassender Trainingsablauf, fehlende Geselligkeit, zu hohe Erwartungshaltung, negatives Körperempfinden, was weiß ich, ich habe es nicht weiter verfolgt.

Als ich damit aufgehört habe, hatte ich natürlich ein Mega-schlechtes Gewissen, damit ging es mir auch erstmal nicht besser. Aber mir war irgendwannn klar, dass jeder Lauf für mich ein Frusterlebnis war. Im Nachhinein sehe ich auch, dass außer Schwimmen für mich beim Sport immer ein Ball dabeisein muss, sonst macht er mir wenig Spaß.

Ich will Dich damit nicht entmutigen, bei anderen kann das ja prima funktionieren. Ich würde sagen: Probier es aus und horche in Dich rein, ob es Dir gut tut. Wenn nicht, hör rechtzeitig auf, suche Dir was anderes. Erwarte nicht zuviel.

Schöne Grüße
kernig

hi,

du müsstest mal die brachiale gewalt erleben, die man braucht, um mit einem rennrad einen steilen langen anstieg hochzufahren. am anfang ist man noch gestresst vom alltag, nach 200m ist das schon weg, dann drückt man alle energie mit macht in die pedale, bei 600m geht es nur noch um das körperliche: man spürt die eigene power und die grenzen der drohenden überlastung. ist man oben, geht´s gut. nach dem ausfahren wieder zu hause, frisch geduscht, durchströmt einen dieses absolute ruhegefühl. die mega-menge an sauerstoff, die man durch sich durchgepustet hat, tut ihren anti-stress-effekt zusätzlich. mir hilft´s -auch an unstressigen tagen zur vorbeugung.

generell seist du aber darauf hingewiesen, dass ein abreagieren von aggression (boxsack o.a.) nur ein not-programm darstellen sollte. viel günstiger ist es, den grund für die wut anzugehen, das zu LÖSEN (ohne irgendwelche brachialkräfte!), was die wut hervorruft. unterbleibt das, verlängert sich beim abreagieren nur die zeit der beschäftigung mit wut, sie wird also auch noch verstärkt.

mache beides: überlege, welche themen aus deinem leben, dir schwierigkeiten machen und löse diese probleme vielleicht auch mit professioneller psychologischer hilfe. unterstützend ist (regelmäßiger!) sport eine wunderbare sache, das verhindert, dass dir die stress-systeme des körpers zu sehr auf die gefäße und auf die pumpe schlagen.

Hallo!

Ich habe irgendwann mit Leichtathletik angefangen und es hat Anfangs meinen Nerven sehr gut getan, mich vollkommen auszupowern. Dabei habe ich aber übersehen, dass mein (damals) vollkommen untrainierter Körper mit den schweren Belastungen des plötzlichen harten Trainings nicht zurecht kam. Sprich: Meine Seele war glücklich und wollte mehr, aber mein Körper reagierte mit einer unerklärlichen Anhäufung von verschiedensten Verletzungen (Hauptsächlich Überlastungssachen - Schleimbeutel, Bänder, Knochenhaut)
Was ich damit sagen will: Sport kann gut tun. Aber gerade als untrainierter Mensch sollte man sehr vorsichtig sein und vollkommenes Auspowern sollte eher selten auf dem Trainingsplan stehen. Ansonsten kommt es sehr leicht und schnell zu Verletzungen, die einen dann erst recht wieder runterziehen.

LiGrü
igel