Hallo !
Ob ich bei Euch richtig bin, weiss ich nicht, denn bei meiner Anmerkung handelt es sich um Spachgewohnheiten allgemein, und nicht um die deutsche Sprache als solche.
Aber egal, ich versuch’s.
Folgendes ist mir aufgefallen: Ich meine, Männer und Frauen verwenden in ihren Erzählungen sehr unterschiedlich die direkte Rede.
Vielleicht ist das nur bei den Leuten so, mit denen ich im Alltag zu tun habe, aber da kam es mir doch ziemlich deutlich vor.
Wenn Frauen eine Begebenheit wiedergeben, zitieren sie häufig beteiligte Menschen in der direkten Rede :" Und dann hat er gesagt „genau das ist mir auch schonmal passiert“ und dann habe ich gesagt „…“ "
Während Männer, zumindest die, die ich kenne, kaum je in direkter Rede zitieren, sondern eher sagen würden :„Das ist dem auch schonmal passiert“ bzw. „Der hat gesagt, ihm wär’s auch schon passiert“.
Ist das Einbildung, oder ist das jemandem von Euch auch aufgefallen ?
Gruss, Bettina
Weibliche vs. männliche Kommunikation
Hallo Bettina,
Ist das Einbildung, oder ist das jemandem von Euch auch
aufgefallen ?
Nö… Das ist weder Einbildung noch Gewohnheit - das ist schlicht geschlechtsspezifisches Sprachverhalten (und nebenbei eine einleuchtende Erklärung dafür, daß Frauen es in puncto ‚Wörter pro Tag‘ mühelos auf das Doppelte der von Männern verwendeten Wörter schaffen *g*). Diese Verhaltensweisen sind anerzogen und entsprechen weitgehend der ‚klassischen‘ Rollenverteilung; ob die Eltern das bewußt machen - keine Ahnung, aber schau Dir mal kleine Kinder beim Spielen an…
Wenn Frauen eine Begebenheit wiedergeben, zitieren sie häufig
beteiligte Menschen in der direkten Rede :" Und dann hat er
gesagt „genau das ist mir auch schonmal passiert“ und dann
habe ich gesagt „…“ "
Das ist die typisch weibliche Denkweise ‚Mein Gegenüber könnte meiner Erzählung keinen Glauben schenken, also erzähle ich so genau wie möglich‘ (das geht nun einmal am besten mit Zitaten); gerne wird auch ein ‚und wenn Du mir nicht glaubst, dann kannst Du ihn fragen‘ nachgeschoben. Mit dieser ausufernden Erzählweise versuchen sie schon im Vorfeld einem möglichen Konflikt vorzubeugen bzw. diesen zu entschärfen. Das oberste Ziel und - neben dem Streben nach Harmonie - ein wesentlicher Aspekt der weiblichen Kommunikation ist die Beziehung bzw. deren Aufbau und/oder Festigung. Deswegen verwenden Frauen auch häufig ‚wir‘ anstatt ‚ich‘ (auch wenn sie nur sich selbst meinen).
Während Männer, zumindest die, die ich kenne, kaum je in
direkter Rede zitieren, sondern eher sagen würden :„Das ist
dem auch schonmal passiert“ bzw. „Der hat gesagt, ihm wär’s
auch schon passiert“.
‚Hugh - ich habe gesprochen! Punktum! Und wenn Du mir nicht glaubst, dann ist es nicht mein Problem.‘
Anders ausgedrückt: Männer halten sich eher an Inhalte und Fakten (‚wenn er es gesagt hat, dann wird es schon stimmen‘) und sind nicht so sehr auf Harmonie fixiert.
Viele Grüße
Renee