Sprachanalyse 'Im Westen nichts Neues'

Hallo,

hab mal aus purer Langeweile versucht, die Sprache aus Remarques Klassiker zuzuordnen. Sprachanalyse kann man ja immer brauchen…

Bin da jetzt aber auf ein Problem gestoßen: Zum einen benutzt der junge Bäumer ja teilweise derbe Ausdrücke (also Umgangssprache, nur mal die erste Seite: Küchenbulle, Tomatenkopf, Freßsucht, …) . Andrerseits drückt er sich an anderer Stelle wieder sehr gewählt aus, z.B. benutzt er Vergleiche (Die Front ist ein Käfig…).
So, und nun Preißfrage: Warum?
Meine Theorie: „Eine Generation, die vom Krieg zerstört wurde…“. Schlägt sich das in der Sprache nieder? Ist er durch den Krieg so hart und erbarmungslos, fast schon gleigültig geworden? Haben ihn die Trommelfeuer so verändert?

Vielen Dank für Kritik/ Anregungen!!!

Felix

Sprachanalyse kann man ja
immer brauchen…

das ist wohl so

So, und nun Preißfrage: Warum?

Weil es da was zu gewienen giebt! Und die Preißen und die Wiener - au weia!

Ja, die Welt ist schlecht…
gargas

Ja, das kann passieren, wenn man beim Klo-putzen die Fenster geschlossen hält und GAAAANNNZ tief einatmet - nein, jetzt mal im Ernst: Hab schön gelacht, aber ich wollte eigentlich eine ernste Antwort

P.S.: Aus Spaß wurde Ernst… Ernst ist jetzt 3 Jahre alt.

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Servus Felix,

die von Dir zitierten Ausdrücke zeugen nicht so sehr von einer besonderen Abstumpfung, Verrohung etc., sondern von den - das war in früheren Kriegen nicht so ausgeprägt - an der Front aufgehobenen Klassen- und Standesunterschieden. Für sich allein verwendet er seine „persönliche“ Sprache, aber unter Frontschweinen ist er natürlich Frontschwein.

Zur Verdeutlichung der Verwischung und Vermischung von Ständen und Klassen in Feldgrau und Schlamm hier noch ein Episödchen aus der Umgebung von Verdun, ein „hohes Tier“ kommt zur Inspektion in einem neu angelegten Grabenabschnitt bei württembergischen Pionieren vorbei. Man befindet sich in der bekannten Vorhölle aus Schlamm, Holzverbauen, Unterständen, Stacheldrahtverhauen etc.

„Hano, des ischt jo alles ganz recht so - was machet Sie denn eigentlich in Zivil, Herr Leutnant?“

(Mein Großvater:smile: „Melde gehorsamst, ich bin Vikar, Herr General!“

„Soo - dann bauet Sie sonscht also mehr am himmlische Jerusalem…?“

Schöne Grüße

MM

Hallo Felix,

im Ernst: Hab schön gelacht, aber ich wollte eigentlich eine
ernste Antwort

schön, dass Du meinen Kommentar so verstanden hast wie er gemeint war: mit humoriger Ironie. Deine Prei*ß*frage war aber auch zu schön ;-»!
Und gut, dass Du mir den Titel ins Gedächtnis rufst; das Buch werde ich mal wieder lesen.
Eine Antwort auf deine Frage kann ich dir nicht geben, weil ich das Buch nicht selbst besitze. Aber ähnlich wie Martin denke ich, dass man halt mit den Wölfen heult…

Schönen Sonntag noch
gargas

Hallo, Felix,
wie bereits Martin und auch Gargas glaube ich, dass der Protagonist auf die Sprachebene wechselt, in der sein Gesprächspartner zu Hause ist, sei es um sich anzubiedern oder auch einfach deshalb um nicht „hochnäsig“ zu wirken.

Ich selbst bin durchaus gehobener Sprache mächtig, verwende sie auch im Allgemeinen, aber mit meinen Kameraden während der Bundeswehrzeit oder mit meinen Arbeitskollegen an Bord habe ich meist den Jargon verwendet, der „Umgangssprache“ war.

Natürlich fällt dies leichter, wenn man normalerweise eine gehobene Sprache benutzt. Jemandem, der nur Gossensprache kennt, wird sich da etwas schwerer tun. Ähnlich wie es leicht fällt von Hochdeutsch in den heimatlichen Dialekt zu wechseln als umgekehrt der Dialektsprecher meist ein mehr oder minder stark gefärbtes Schriftdeutsch sprechen wird.
Grüße
Eckard

Ähnlich wie es leicht
fällt von Hochdeutsch in den heimatlichen Dialekt zu wechseln
als umgekehrt der Dialektsprecher meist ein mehr oder minder
stark gefärbtes Schriftdeutsch sprechen wird.

Wie soll jemand in seinen heimatlichen Dialekt wechseln, wenn er selbst kein Dialektsprecher ist?