Sprachbegabung

Ich hatte dieses Thema in einem anderen Artikel schonmal angeschnitten, aber würde gerne noch etwas mehr dazu wissen.

  1. Weiß jemand ob man irgendwo (vll. auch online?) einen Test für Sprachbegabung machen kann?

  2. Kann es sein, dass „Sprachbegabung“ bei manchen Sprachen (un)wichtiger ist, als bei anderen? Kann es z.B. sein, dass einem eine hohe Sprachbegabung bei einer Sprache wie chinesisch, japanisch, arabisch etc. nur sehr wenig bringt, obwohl man Sprachen wie Englisch, Französisch, Spanisch, etc. spielend lernt?
    (Mal abgesehen davon, dass man bei diesen Sprachen noch zusätzlich ein ganz neues Alphabet(?) lernen muss, was mit Sprachbegabung an sich wohl eher wenig zu tun hat…)

  3. Worauf bezieht sich „Sprachbegabung“ (wenn man davon ganz allgemein spricht) eigentlich hauptsächlich? Auf die Fähigkeit bestimmte Satzmuster, ähnliche Vokabeln, etc. zu erkennen und sich zu merken in welchem Kontext welche Dinge gesagt werden…?(Sorry, aber ich weiß nicht wie ich das jetz alles präzise formulieren sollte)
    Dinge wie das Vokabellernen haben ja viel mehr was mit auswendig lernen zu tun und Hörverstehen hat auch nichts direkt mit „Sprachbegabung“ zu tun oder?

Es würde mich auch sehr interessieren ob das Erlernen von chinesisch, japanisch, etc. Leuten leichter gefallen ist, die auch schon vorher kaum Probleme damit hatten andere Sprachen zu lernen…würde echt gerne wissen wie sehr sich das ganze auf das Lernen von chinesisch (u. japanisch) auswirkt!

MfG

Ich hab`Dir zwar schon geantwortet, jedoch kann ich Dir noch sagen, dass ich lt. Test eine gute "Sprachbegabung " haben soll.
Wurde damals im Rahmen von IQ Tests ermittelt.Bin jedoch nur mittelmässiger Realschüler gewesen und habe in Französisch als Wahlfach kläglich versagt!!! *bg*
Soweit zum Schubladen Denken !Das tun schon andere für mich…

hi,

eine laienantwort!

m.e. gibt es mehrere aspekte des sprachenlernens. je nach typ tut man sich mit dem einen oder anderen leichter oder schwerer.

eine sprache spricht man und hört man, deswegen ist der augenfälligste bzw. ohrenfälligste qualitätsmerkmal richtige aussprache und authentischer tonfall. gelingt das nicht, hört man einen starken „akzent“ - derjenige ist als nichtmuttersprachler sofort erkennbar. hier fällt mir auf, daß musikalische menschen „besser“ und schneller eine sprache akzentfrei erlernen können. extrovertierte menschen tun sich auch leichter, weil sie sich nicht für fehler schämen. am schnellsten lernt ein kind, weil es sich überhaupt nicht schämt.

ein anderer aspekt ist logisches denken und gedächtnis. das kommt beim erfassen von regeln, grammatik, aber auch beim lesenlernen usw. zum tragen. bei antiken sprachen wie latein kommt es NUR auf diesen aspekt an, bei natürlichen sprachen auf beide genannten.

„richtiges sprachenlernen“ - also das modell des erlernens der muttersprache - beginnt mit imitieren von lauten und tonfall. DANN ERST kommt der logische aspekt, das vokabellernen, das lesenlernen usw. (die meisten konventionellen lehrgänge sind also völlig falsch konzipiert.)

mir fällt jemand, der grammatisch korrekt spricht aber einen unechten sprachfluß hat, „unguter“ auf als jemand der zwar einige fehler macht aber natürlich klingt. aber manche sehen das wieder ganz anders! korrekte grammatik zeugt von intelligenz, rechtschreibfehler zeugen von schlampigkeit usw.

was ist nun sprachbegabung?

gruß
datafox

Hallo datafox!

eine sprache spricht man und hört man, deswegen ist der
augenfälligste bzw. ohrenfälligste qualitätsmerkmal richtige
aussprache und authentischer tonfall. gelingt das nicht, hört
man einen starken „akzent“ - derjenige ist als
nichtmuttersprachler sofort erkennbar. hier fällt mir auf, daß
musikalische menschen „besser“ und schneller eine sprache
akzentfrei erlernen können. extrovertierte menschen tun sich
auch leichter, weil sie sich nicht für fehler schämen. am
schnellsten lernt ein kind, weil es sich überhaupt nicht
schämt.

Stimmt, man muss die Fähigkeit haben, alles so nachzuplappern, wie man es auch hört. Hat man dort Hemmungen, wirkt es sich logischerweise negativ auf die eigene Aussprache aus. Und ich denke, dass genaues Zuhören auch eine wichtige Rolle spielt. Genaues Lesen hilft ja auch beim Vokabeln lernen.

„richtiges sprachenlernen“ - also das modell des erlernens der
muttersprache - beginnt mit imitieren von lauten und tonfall.
DANN ERST kommt der logische aspekt, das vokabellernen, das
lesenlernen usw. (die meisten konventionellen lehrgänge sind
also völlig falsch konzipiert.)

Auf den Tonfall wird doch in den seltensten Fällen nur eingegangen, wobei dieser doch enorm wichtig ist.

mir fällt jemand, der grammatisch korrekt spricht aber einen
unechten sprachfluß hat, „unguter“ auf als jemand der zwar
einige fehler macht aber natürlich klingt. aber manche sehen
das wieder ganz anders! korrekte grammatik zeugt von
intelligenz, rechtschreibfehler zeugen von schlampigkeit usw.

Geht mir genauso, es klingt flüssiger und damit mehr nach der Aussprache eines Muttersprachlers. Fehler wird man oft dann auch überhören, genauso wie man mal z.B. das Hauptverb vergessen kann und trotzdem klar ist, was gemeint ist - man denkt sich das Verb automatisch dazu.

MfG,
Car

hi,

Stimmt, man muss die Fähigkeit haben, alles so nachzuplappern,
wie man es auch hört. Hat man dort Hemmungen, wirkt es sich
logischerweise negativ auf die eigene Aussprache aus.

dabei spielt es eine enomr wichtige rolle, daß der lehrer muttersprachler ist und im unterricht jede andere sprache verboten ist. jeder kennt das: wenn man als deutsch(sprachig)er zu einem anderen deutschsprachigen was englisches vorliest, dann schlampt man so drüber, bemüht sich nicht die „fremden“ laute richrig auszusprechen, leiert in deutschem tonfall, und spricht mit einem gräßlichen akzent und denkt sich nix dabei (wozu auch anstrengen?). korrekte aussprache unter deutschen wird oft als angeberei interpretiert! ist das gegenüber aber muttersprachler, MUSS ein authentischer akzent aufgesetzt werden, alle laute korrekt ausgesprochen werden usw. sonst versteht dich keiner oder man lacht dich aus…! der effekt ist, daß das mit der zeit „normal“ wird.

Auf den Tonfall wird doch in den seltensten Fällen nur
eingegangen, wobei dieser doch enorm wichtig ist.

ja! am anfang eines sprachkurses müßte imitieren von ganzen sätzen stehen, bevor man überhaupt eine silbe davon verstehen kann. ideal ist das mitsingen von liedern. leider haben erwachsene da hemmungen. kinder lernen eine sprache dafür umso leichter.

gruß
datafox

Hallo!

Stimmt, man muss die Fähigkeit haben, alles so nachzuplappern,
wie man es auch hört. Hat man dort Hemmungen, wirkt es sich
logischerweise negativ auf die eigene Aussprache aus.

dabei spielt es eine enomr wichtige rolle, daß der lehrer
muttersprachler ist und im unterricht jede andere sprache
verboten ist.

Schön wär’s. Leider wird doch die meiste Zeit auf Deutsch rumgelabert. Selbst bei Muttersprachlern als Lehrern sieht es nicht anders aus. Die Erfahrung musste ich bei der VHS (Spanisch) als auch bei an der Uni (Französisch) machen. Im Englisch-LK ging es sogar so weit, dass wir mehr Englisch gefordert haben, unser Lehrer aber meinte, eine Fremdsprache sei doch eine Barriere und schaffe nur eine Distanz, weswegen es meistens Deutschunterricht „light“ war. Allerdings war es im LK auch kein Muttersprachler. Und so fehlt dann die Übung, das Hörverständnis bereitet Probleme, da irgendwann ja nur noch Texte gelesen werden. Im Spanisch-Unterricht war die Dozentin zu faul, einen CD-Spieler mitzubringen und wir mussten immer die Texte vorlesen. Schon falsche Aussprache wurde viel zu selten korrigiert… Insgesamt kann ich deswegen mit solchen Kursen nicht sehr viel anfangen, viel zu langsam, viel zu uneffektiv. Und eine gute Aussprache kann man da auch durchaus besser alleine lernen. Für mich war dabei eigentlich das Sprechen, die Kommunikation ein Grund für die VHS. Von wegen!

Auf den Tonfall wird doch in den seltensten Fällen nur
eingegangen, wobei dieser doch enorm wichtig ist.

ja! am anfang eines sprachkurses müßte imitieren von ganzen
sätzen stehen, bevor man überhaupt eine silbe davon verstehen
kann. ideal ist das mitsingen von liedern. leider haben
erwachsene da hemmungen. kinder lernen eine sprache dafür umso
leichter.

Bei Liedern hat man auch weniger Hemmungen, was auch ein Grund sein dürfte, warum es vor allem in Gruppenkursen nicht vorkommt. Und es wird auch allgemein noch zu viel auf auswendig lernen von Vokabeln und Grammatikregeln gesetzt.

MfG,
Car

Und so fehlt dann die Übung,
das Hörverständnis bereitet Probleme, da irgendwann ja nur
noch Texte gelesen werden. … Insgesamt kann ich deswegen
mit solchen Kursen nicht sehr viel anfangen, viel zu langsam,
viel zu uneffektiv.

die einzige mir bekannte schule, die einen anderen weg geht, ist berlitz. vor langer zeit habe ich mal englisch dort gelernt. es gibt keine texte, alle lehrer sind muttersrpachler, und statt grammatikregeln auswendiglernen wurde über riesigen bilderbüchern gesessen (szene im restaurant, am spielplatz, im straßenverkehr, auf der bank…) und darüber geredet was dort auf den bildern passiert und warum, und was sich die dargestellten personen wohl denken usw. man mußte geschichten erzählen, gespräche entfalten usw. alles in allem ein sehr kreativer, lebendiger und effektiver unterricht! kann ich nur empfehlen.

gruß
datafox

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