Hallo,
ich habe mich beschlossen, einen Roman zu schreiben und bin in Moment so ca. bei Seite 50… Buch ist natürlich in Deutsch geschrieben…
Aber ich habe folgendes Problem:
Es soll darum gehen, dass Leute aus Deutschland nach Russland fahren. Und das zusammen mit einem Rumänen, einem Engländer und noch ein paar Leuten mit anderen Sprachen…
Und die sprechen natürlich dann alle verschiedene Sprachen, wie soll ich das dann ins Buch umsetzen?
mfg mxp
hallo max,
wenn es ein roman ist, hast du doch eine hauptfigur. beschreibe alles aus deren sicht. die hauptperson wird also z.b. ein babylonisches sprachengewirr hören. sie kann vielleicht gerade noch wahrnehmen, daß von der einen gruppe russische wörter zu hören sind, von der anderen rumänische. wenn du z.b. die russen unter sich sein und russische miteinander sprechen lassen willst, mache einfach ein neues kapitel oder zumindest absatz.
zwischendurch kann man durch bemerkungen wie „es war nicht anzunehmen, daß jemand hier russisch verstand. also konnte er sich mit vladimir in ihrer muttersprache unterhalten.“ die situatuion ausmalen.
also: schilde die situation (alle sprachen durcheinander) und lasse aber die verschiedenen gruppen sich ganz normal auf deutsch unterhalten. zwischendurch kannst du mal sowas fallen lassen wie "ach, ist das wirklich so?", bemerkte pit miller lakonisch in seinem unvergleichlichen manchester-dialekt. (wobei ich keine ahnung, ob da überhaupt dialekt gesprochen wird.)
gruß
ann
Hallo,
Danke für die schnelle Antwort, aber nein nein, das wäre ja dann nicht so, wie ich es wollte.
Die Hauptfigur, die deutsch spricht, soll sich schon mit den Rumänen, etc. unterhalten können.
mfg mxp
hallo max,
Die Hauptfigur, die deutsch spricht, soll sich schon mit den
Rumänen, etc. unterhalten können.
dann muß du deine hauptfigur in die lage versetzen. also entweder kann sie sich aufgrund phantastischer allumfassender sprachkenntnisse mit allen in deren muttersprache unterhalten (die eigenschaft muß aber irgendwo eingeführt werden) oder der rumäne o.ä. kann deutsch.
vielleicht erfindest du ja auch ein technisches hilfsmittel (wäre im scifi- oder fanatsy-roman ohne weiteres möglich): eine maschine, die als translator wirkt, oder eine software oder eine pille, was auch immer. laß dir was einfallen 
schöne grüße
ann
Servus,
ohne dass ich dem zweifellos großen Karl May und dem etwas weniger, aber immerhin auch großen Carlos Castaneda zu nahe treten wollte: Wie wärs, wenn Du die Reise selber einmal machst? Du wirst mit Deutsch und dem, was man vor Ort so alles drunter versteht, allerlei interessanten Dinge erleben.
Wie heißt ein Schnitzel auf Rumänisch? „Schnitzel“
Mit welchem Wort verjagt ein Rumäne einen Hund oder einen Bettler? „Marsch!“
Was sind belegte Brote im Russischen? „Buterbrody“ (allerdings ggf. auch ohne Buter)
Und der Friseur ist ein „Parikmacher“, der Bahnhof ein „Woksal“ usw. usw.
Babylonien ist groß, und es wäre schade, diesen Aspekt der Wirrnis nicht auszuführen.
Hinzu kommen natürlich noch die verschiedenen Arten, Deutsch zu sprechen, wenn verschiedene Leute an verschiedenen Orten eine Art Deutsch gelernt haben. Der Arbeiter, der bei Deutz in Köln war, und die Krankenschwester, die an der Charité gearbeitet hat, werden einander kaum verstehen, wenn jeder das spricht, was er als „Deutsch“ gelernt hat…
Aber von solchen Details abgesehen: Entweder, der Roman ist realistisch. Dann wird die Thematik darin so ausgeführt, wie sie real aufträte - mit allen Schwierigkeiten, Stolperern, Miss- und Unverständnissen. Oder Du erzählst von einer rein imaginären Geschichte. Dann hängt das Konzept, mit dem Du die abstrakte, ohne Sprache auskommende Verständigung imaginierst, mit dem gesamten übrigen Konzept zusammen und auch davon ab.
Schöne Grüße
MM
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ergänzend
hallo martin,
Was sind belegte Brote im Russischen? „Buterbrody“ (allerdings
ggf. auch ohne Buter)
in der ukraine lud man uns zu „butterbrot(y)“ ein. es war ein raumfüllendes kaltes buffet mit allem schnick und schnack samt kaviar, lachs u.ä… man sagte uns, da hieß so.
und das postamt heißt dort poschtamt und ist viel schöner als unsere 
und im übrigens machen wir es längst genauso, wie du es max rätst:
wir reisen zu den handlungsorten unserer romane.
schöne grüße
ann
Hallo Max,
eine Lösung wäre es z.B. die Protagonisten zunächst in der fremden Sprache reden zu lassen, so dass dem Leser klar ist, dass eigentlich nicht deutsch gesprochen wird, und dann auf deutsch weiterreden zu lassen.
Die ausländischen Sätze könnten dann einfach belanglos sein (etwa Begrüßungsfloskeln) oder aber sie werden dem Leser durch die Handlungen klar (z.B.: Er nahm den angebotenen Kaffee dankend an.)
Gruß!
Horst