bei meinem Studiengang (Rechtswissenschaft) sind bei strikter Einhaltung des Studienplans, ohne Erwerb von Zusatzqualifikationen, die Zukunftsaussichten relativ düster. Selbst mit einem ausgezeichneten Examen hat man noch nicht die Gewissheit, dass ein unbeschwertes Leben in den Dunstkreis des Möglichen rückt. Deshalb habe ich mir vorgenommen, fernab der Paukerei eine weitere Sprache neben Englisch und natürlich Deutsch -meiner Muttersprache- zu erlernen. Dabei kommt es neben dem Spass an der Sprache und Kultur des Landes auch darauf an, dass die Sprache im Selbststudium krisensicher erlenrnt werden kann und zudem „wirtschaftskompatibel“ ist. Dabei wurde mir der Rat gegeben vor allem die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu analysieren und danach mich auf eine Sprache zu konzentrieren. Chinesisch und Japanisch sind beinahe schon überall - von nicht Muttersprachlern - zu hören. Anders verhält es sich hingegen mit Koreanisch. Deren Wirtschaft boomt, so dass sicherlich Bedarf an Wirtschaftsjuristen, die im Auftrag deutscher Firmen arbeiten, bestehen dürfte. Dennoch will ich nicht zur Gänze von meinem Urziel, dem Erlernen des Spanischen oder Italienischen abweichen. Hatte mit Französisch zu meiner Schulzeit zu kämpfen und dachte, dass Italienisch dem Französischem eher ähnelt als das Spanische. Bin irgendwie ratlos momentan, da ich mich wirklich adäquat auf mein zukünftiges Aufgabengebiet vorbereiten und nicht als Feld-, Wald- und Wiesenjurist enden möchte.
Hallo,
zu Rechtswissenschaft kann ich nichts sagen, aber ich habe genauso wie du in der Schule mit Französisch schlechte Erfahrungen gemacht, später bin ich durch Zufall an Spanisch gekommen und die Sprache fiel mir relativ leicht. Die Grammatik ähnelt zwar dem Französischen (und auch die Vokabeln) aber trotzdem kommt mir Spanisch nicht so unlogisch vor und hat für mich vom Gefühl her auch nicht so viele Ausnahmen .
Die Aussprache finde ich auch eingängiger und ich bin mir ziemlich sicher, dass man Spanisch bis zu einem gewissen Grad auch im Selbststudium erlernen kann. Es gibt umfangreiche Materialien (Bücher, Vokabeltrainer etc.).
Auch ist Spanisch ja in der Welt weit verbreitet!
Viel Erfolg,
Sandra
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von Schulerfahrungen würde ich mich nicht allzu sehr beeinflussen lassen. Oft liegt es am Lehrer, oft entsteht eine tiefere Erkenntnis linguistischer Zusammenhänge erst im Laufe des Lebens. Sicherlich würde dir nun auch Italienisch oder Spanisch leichter fallen als damals Französisch - aber gerade dank der Tatsache, dass du dich damals mit dem Französischen so herumgequält hast. Ich würde Italienisch und Spanisch als minimal einfacher einstufen, aber auch die haben ihre Tücken, die sich allerdings meist erst auf höherem Niveau offenbaren. Immerhin haben sie in den Verbformen weniger Ausnahmefälle als das Französische, besonders das Spanische, das einen dafür mit seiner Idiomatik zur Verzweiflung treiben kann.
Die Idee, das momentan in der Tat brotlose Jura-Studium durch zusätzliche Sprachkenntnisse aufzupeppen, ist grundsätzlich gut. Nur muss man dann auch auf ein hohes Sprachniveau abzielen, also eine gewisse Perfektion anpeilen, gepaart mit Fachsprachenkenntnissen. Da würde ich mir die Sprache streng nach Interesse aussuchen sowie nach den Möglichkeiten, sie bis zu diesem Level auch mit einigermaßen erreichbaren Mitteln erlernen zu können. Spanisch beispielsweise ist da relativ pflegeleicht, es gibt zig Sprachschulen in Spanien oder Lateinamerika, dazu Sommeruniversitäten, die auch Wirtschaftsspanisch vermitteln sowie ein geregeltes Diplomierungssystem (anzustreben wäre hier das D.E.L.E. - Diploma de Español como Lengua extranjera). Und es gibt genügend Länder, in denen die Sprache verbreitet ist. (Übrigens stehen angeblich sogar die USA mit ihrer spanischsprachigen Bevölkerung auf Platz 5 der „spanisch sprechenden“ Länder nach Mexiko, Spanien, Kolumbien und Argentinien.)
Das klappt natürlich auch mit anderen „gängigen“ Sprachen. Koreanisch ist da vermutlich ein dickeres Brett, da systematisch komplett anders - und nur dort wirklich tiefgreifend erlernbar.
Auch zu überlegen: Die anderen germanischen (uns damit leicht zugänglichen) Sprachen der Wirtschaftswunderländer Skandinaviens.
womit sollte ich idealerweise anfangen, um mich nicht selbst von Beginn an zu entmutigen. Bin ein Mensch, der gerne ziemlich schnell Erfolge sieht, im Umkehrschluss aber auch nicht aufgibt, wenn nach einer gewissen Zeit erst mal eine Durststrecke zu überwinden ist, um wieder eine Stufe höher zu klettern. Was ist aus ökonomisch-wirtschaftlicher Sicht wohl die günstigste Sprache? Welche Sprache wird mir in der Zukunft vielfach weiterhelfen können? Bin durch die Beiträge sehr ermutigt worden, nur fehlt mir noch das Quäntchen Entscheidungskraft, welches meinen Willen zu Gunsten einer Sprache beeinflusst. Wie lange wird es dauern, bis ich eine Sprache wirklich verhandlungssicher spreche? Ich weiß, dass es vom Lerntyp abhängt, ob man sprachbegabt ist oder nicht, aber gibt es keine Faustregel?
Mit erleichtertem Gruß
schrotbrot
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Wie lange wird es dauern, bis ich eine
Sprache wirklich verhandlungssicher spreche? Ich weiß, dass es
vom Lerntyp abhängt, ob man sprachbegabt ist oder nicht, aber
gibt es keine Faustregel?
Ich glaube, dass du eine Sprache nur dann auf das Niveau
„verhandlungssicher“ im muendlichen heben kannst, wenn du mindestens
ein halbes Jahr in dem Land lebst, in welchem die Sprache gesprochen
wird und waehrend der Zeit nach Moeglichkeit keine andere Sprache an
dich heran laesst. Das setzt aber gute bis sehr gute Kenntnisse der
Sprache voraus, bevor du deinen Auslandsaufenthalt antrittst.
Fliessend ueber alle moeglichen Themen sprechen zu koennen, das
lernst du nicht am Schreibtisch oder in Kursen oder in Sprachschulen,
die 2-6 Wochen dauern.
Bis du fliessend und ruecksichtslos sprechende Muttersprachler genau
verstehst, vergeht eine ganze Weile.
In Deutschland kommst du bis zu dem Punkt, dass du gut bis sehr gut
lesen, ziemlich fehlerfrei schreiben und du dich so ganz manierlich
unterhalten kannst, aber verhandlungssicher sprechen erfordert wie
gesagt eine ordentliche Zeit im Ausland.
Diese Behauptungen sind universell fuer alle Sprachen und ein halbes
Jahr sehe ich als Untergrenze fuer eine einfach zu lernende Sprache
(Englisch, Schwedisch). Spanisch und Italienisch sind da schon
anspruchsvoller und Koreanisch - keine Ahnung.
Kann mich Tychis Anmerkungen nur vorbehaltlos anschließen. Von „null“ auf „verhandlungssicher“ ist praktisch gar nicht planbar, oder aber man dürfte gar nichts anderes mehr vorhaben. Ich habe Romanistik studiert, kann deshalb wirklich ziemlich gut Französisch und konnte deshalb auf meine „alten Tage“ auch recht rasch noch Spanisch lernen, was ich aus Jux und Dollerei vor sechs Jahren angefangen habe. Aber „verhandlungssicher“? Nein, bei Weitem noch nicht. Dazu müsste ich jetzt mindestens ein Jahr nach Spanien oder Lateinamerika gehen - und zwar irgendwohin, wo garantiert keine anderen Ausländer sind. (Nur würde ich dort auch kein Juristenspanisch lernen…)
Insofern kann es nur darum gehen, den Fuß in eine Tür zu bekommen. Vielleicht findet sich dann ein Arbeitgeber, der darauf aufbauend einen Spezialkurs zu finanzieren bereit ist.
Man könnte allenfalls mit einer (für Deutsche) „ganz leicht erlernbaren“ Sprache sein Glück versuchen, die es jedoch nicht gibt. Niederländisch vielleicht?
Das Lernen einer Sprache alleine hilft Dir beruflich nur z.T. dahin,
wo Du willst. Gesellschaftliche Unterschiede („andere Länder - andere
Sitten“) können relativ gross sein, was sich auch auf Gesetzestexte
auswirkt.
Du wirst Dich in einer europäischen Sprache besser beheimatet fühlen
und weniger Schwierigkeiten haben, Gesetzestexte zu verstehen. Ganz
zu schweigen davon, dass Du mit dem gewohnten lateinischen Alphabet
arbeitest.
Wie schon bei Deinem letzten Thread empfehle ich Dir Spanisch.
Hallo, Schrotbrot,
nachdem ich wohl neulich nicht ganz so hilfreich war, versuche ich mal einen anderen Ansatz
hier hast Du eine Übersicht über die 10 meistgebrauchten Sprachen im Internet. http://www.internetworldstats.com/stats7.htm
Vielleicht kann dir das bei deiner Entscheidung helfen. Ich empfehle allerdings wie schon bei deiner letzten Nachfrage sich herauskristallisierte als weitere Sprache Spanisch.
Grüße
Eckard