Sprachentwicklung in fremdsprachiger Umgebung

Liebe WWWler,

meine Frau und ich werden demnächst beruflich ein Jahr nach Schweden gehen und unsere dann zwei Jahre alte Tochter mitnehmen. In Stockholm haben wir exzellente Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Unser Arbeitgeber hat z.B. einen Hort, der täglich von sieben bis 19 Uhr geöffnet ist. Man kann die Mittagspause mit dem Kind verbringen und geht quasi gemeinsam „zur Arbeit“. Auch Pausen können mit dem Kind verbracht werden. Da meine Frau und ich unterschiedliche Arbeitszeiten haben werden, ist eine Unterbringung im Hort vermutlich zwischen 9 Uhr und 16 Uhr nötig – alles kein Problem.

Was mich allerdings etwas umtreibt, ist die Frage, was die Unterbringung in einem ausländischen Hort für die Sprachentwicklung des Kindes bedeutet. Unsere Tochter geht seit ihrem 13. Lebensmonat täglich sechs Stunden in den Hort, hat großen Spaß und entwickelt sich prächtig. Heute ist sie 16 Monate alt und fängt so langsam mit dem Plappern an, lernt also immer mehr Wörter zu sprechen. Verstehen tut sie bereits viel mehr.

Meine Fragen nun: Wird sie Sprachprobleme bekommen, wenn sie in einen schwedischen Hort geht? Und: Gibt es Studien zur Sprachentwicklung von Kleinkindern in fremdsprachiger Umgebung?

Vielen Dank und viele Grüße,

Matt

P.S.: Bitte nur sachliche Antworten und keine Kommentare von den hier reichlich vertretenen Mutterkultlern. Danke!

Hallo Matt,

meine Frau und ich werden demnächst beruflich ein Jahr nach
Schweden gehen und unsere dann zwei Jahre alte Tochter
mitnehmen. In Stockholm haben wir exzellente
Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Unser Arbeitgeber hat z.B.
einen Hort, der täglich von sieben bis 19 Uhr geöffnet ist.
Man kann die Mittagspause mit dem Kind verbringen und geht
quasi gemeinsam „zur Arbeit“. Auch Pausen können mit dem Kind
verbracht werden. Da meine Frau und ich unterschiedliche
Arbeitszeiten haben werden, ist eine Unterbringung im Hort
vermutlich zwischen 9 Uhr und 16 Uhr nötig – alles kein
Problem.

man könnte als ehemals alleinerziehende Mutter richtig neidisch werden.

Nun zu Deinem vermeintlichen Sprachproblem:

Meine Fragen nun: Wird sie Sprachprobleme bekommen, wenn sie
in einen schwedischen Hort geht? Und: Gibt es Studien zur
Sprachentwicklung von Kleinkindern in fremdsprachiger
Umgebung?

Studien kenne ich nicht, nur einen ein bisschen ähnlich gelagerten Fall hier in München: Die Tochter einer Bekannten ging in Krippe und Kindergarten, wo auch viele russisch-sprachige Familien ihre Kinder hinschickten. Auf einmal sprach die Kleine russisch. Nicht statt Deutsch, sondern zusätzlich. Erst konnte sich die Mutter nicht erklären, woher das Kind seine Russisch-Kenntnisse hatte, bis sie selber mal auf einem Elternabend den hohen Anteil russisch-sprechender Familien erkannte. Deutschprobleme hatte das Mädchen dardurch nicht.

Ich glaube, dass das Wichtigste ist, wie auch in zweisprachigen Ehen: Dass jeder in seiner Muttersprache mit dem Kind redet, d.h. dass auch ihr in den Arbeitspausen bei Deutsch mit dem Kind bleibt. Ich weiß ja nicht, ob es möglich ist, mit dem Betreuungspersonal in Stockholm auch Deutsch zu sprechen, ansonsten müsstet ihr zusehen, wie ihr das organisiert, aber mit dem Kind bitte immer Deutsch. So kann sie lernen, dass das Schwedische der anderen „eine andere Sprache“ ist.

Gruß, Karin

Hallo,

ich kenne aus dem Kindergarten meiner Kinder ein paar türkische Kinder, die mit null Deutschkenntnissen da klein angefangen haben und nach einem Jahr nahezu perfekt Deutsch sprachen (altergemäß) - mit ihrer nur türkisch sprechenden Mutter konnten sie sich ebenfalls fließend unterhalten - ich schätze, Dein kind wird ganz schnell zwei Sprachen lernen, was nicht schaden kann.

Gruß, Anne

Hallo,

nach 25 Jahren Auslandserfahrung
(eigene Kinder und eben alle außenrum) und nun
an einer englischsprachigen Schule in Deutschland
(mit angeschlossenem Kindergarten) tätig,
sehe ich - wenn überhaupt - kurzzeitige Verzögerung
der Sprachentwicklung. Insgesamt wirkt sich dieser
Kontakt mit einer fremden Sprache in meiner Erfahrung
nur positiv aus.

Gruß
ekle

Liebe Matt,

Stichwort mehrsprachige Erziehung. Das gabs hier im Brett schon einige male.

Daß bei Dir der anderssprachige Teil ein Hort ist, macht die Sache nicht komplizierter, im Gegenteil, dann ist die Abgrenzung umso besser.
Denn ein Grundsatz der mehrsprachigen Erziehung lautet, eine Sprache muß einer Person (oder Institution) strikt zugeordnet werden.
Wenn Deine Tochter mit euch weiter Deutsch spricht, wird sie eben irgendwann sehr gut Schwedisch sprechen - also kein Problem.

Gandalf

Hallo Matt,

ich denke auch, das Kind kann nur davon profitieren. Meine kleine Cousine (3,5 Jahre) ist insgesamt (fast) dreisprachig aufgewachsen und spricht jetzt eben (fast) 3 Sprachen. Klappt super.

Nur eins würde ich noch im Kopf behalten: was, wenn ihr aus Schweden wiederkommt? Nicht das euer Kind dann nur noch Deutsch hört und spricht und das Schwedische wieder verloren geht… DAS wäre wirklich schade.

LG und guten Rutsch

Schnärchen