Sprachenvergleich

Hallo,

kennt jemand eine gute Internetseite oder gute Bücher,
wo alle Sprachen der Welt kurz und bündig verglichen werden,
bzw. vorgestellt werden? Ich kenne nur www.how-to-learn-any-language.com aber da fehlen viele Sprachen. Ich suche auch eine (nicht zu große) Tabelle, wo die Sprachen in Bezug auf Menge der grammatischen Geschlechter, Menge der Kasus, usw. analytisch verglichen werden. Das ganze sollte aber nicht zu abgehoben sein, weil ich keine Sprachwissenschaft studiert habe, sprich: es sollte für Laien einigermaßen verständlich sein.
Danke für Tipps!
timo

Hier ist noch ein Link auf eine Sprachenvergleichstabelle,
die leider noch nicht korrekt ist!!!
Kann mir jemand die Tabelle verbessern oder eine bessere zeigen?
Hier die Tabelle:

http://www.heiko2004.de.vu/

Servus Timo,

ich glaube, daß die Vergleiche in dieser Tabelle problematisch sind, weil objektive und subjektive Kriterien miteinander vermischt werden.

Die Beschreibung der Aussprache aus (a) deutscher und (b) subjektiver Sicht ist wohl kein geeignetes Kriterium für einen systematischen Vergleich - verschwommenes Französisch mag es geben, genau so, wie es verschwommenes Deutsch gibt. Klares Französisch ist bei sauberer Aussprache der Regelfall, man muss nicht bis auf die Bühne gehen zu „Carmen“… Polnisch mag für den einen konsonantisch klingen, für einen anderen ists pure Musik (der Legende nach wurde Französisch die international verwendete Sprache im Corps Diplomatique, weil im 19. Jahrhundert so viele Polen im diplomatischen Dienst aller möglichen Länder standen…). Russisch hat eine ungeheure Breite von möglichen Intonierungen, es kann regelrecht lateinisch und auch ungefähr westarabisch klingen und so ziemlich alles dazwischen.

Ähnliches gilt für die vergleichende Beschreibung der Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten: So wie es im Französischen, im Finnischen, im Russischen viele Ausdrucksmöglichkeiten durch die formenreiche Grammatik gibt, gibts die im Englischen durch den sehr reichen Wortschatz, und im Deutschen mag dafür die relative Freiheit in der Syntax eine Rolle spielen.

Es fällt von daher ziemlich schwer, Ergänzungen für die Tabelle vorzuschlagen, weil sie - glaube ich - im Ansatz noch ein bissel weiter durchdacht werden müsste.

Schöne Grüße

MM

2 „Gefällt mir“

Hallo Timo oder Heiko,

http://www.heiko2004.de.vu/

mal ganz auf die Schnelle die Punkte, die mir sofort auffallen:

  1. Plural von Kasus ist „Kasus“ (mit langem u)!

  2. finde ich Spalte zwei sinnlos bzw. unverständlich. Wortschatzgröße ist doch eine ganz andere Kategorie als Differenzierung im Ausdruck. Also worauf bezieht sich die Angabe?

  3. Abgesehen davon halte ich eine solche Abschätzung für unmöglich, da jede Sprache eben wieder andere Ausdrucksdifferenzierungen kennt, halt mit anderen Mitteln. So z.B. im Spanischen, wo man mit Verbkombinationen sehr viele Schattierungen ausdrücken kann, die man im Deutschen so zumindest nicht ausdrücken kann. Verstehst du? Mit weniger Wörtern, die aber vielfach kombinierbar sind, kann man auch sehr fein differenzieren (z.B. Englisch!) Und das gilt für jede Sprache, erst recht, wenn sie schriftliche Traditionen hat. Auch der Vergleich der Größe des Wortschatzes ist sehr problematisch. Welche Ableitungen zählt man mit, welche nicht? (Ungarisch hat auf jeden Fall auch einen sehr reichen Wortschatz und feine Differenierungsmöglichkeiten.)

  4. Ungarisch Konjugation: einfach! weil sehr logisch und wenige Formen, keine verschiedenen Konjugationstypen (zwar die objektive und subjektive, aber die ist für jedes Verb gleich), so gut wie keine unregelmäßigen Verben. Italienisch ist schwerer (mehrere Konjugationen, Ausnahmen en masse u.a.)

5a. Kasus kann man im Franz/Ital/Span nicht so definieren (nicht im Sinne von Flexion). Es gibt (Bsp. Französisch) Régime directe und indirecte, aber die Wortformen ändern sich nicht! Also keine Kasus. Die gab es nur im Altfranz. (2 Stück: Rectus und Obliquus).

5b. Kasus im Finnischen und Ungarischen ist ebenfalls ein problematischer Begriff, obwohl er gerne verwendet wird. Wenn es schon sein muß, dann spricht man üblicherweise von 15 Kasus fürs Finnische und ca. 18-20 fürs Ungarische. Aber wie gesagt, der Begriff „Kasus“ hat in agglutinierenden Sprachen wenig Sinn. (Erklärung gern ausführlicher, nur nichjt jetzt im Moment.)

6a. @„Bemerkungen“: Sprechmelodie hat ja im Prinzip jede Sprache. Nur für die Grammatik relevante Tonhöhenunterschiede gibt’s eher selten, so z.B. im Chinesischen, aber auch im Schwedischen oder Serbo-Kroatisch(-Bosnisch)en.

6b. Dänisch hat noch den „Knacklaut“! (hab grad vergessen, wie er richtig heißt)

  1. Im Polnischen gibt es keinen Akzent auf dem y (das wäre z.B. Tschechisch), dafür aber einen auf c und s, und es gibt einen Buchstaben z mit Punkt und ein L mit Querstrich.

Laß dich nicht entmutigen! Ich liebe Sprachvergleiche. Aber ich würde vor allem die Kategorien an sich noch mal überarbeiten. Und mit „schwer“ oder „leicht“ ist auch so eine Sache. Die lateinische Grammatik z.B. ist uns halt vertraut aus dem Schulunterricht wie auch die Englische oder Französische und erscheinen daher leichter als das, was man nicht kennt.

Grüße :wink:
Michael
Disclaimer: Dieser Artikel ist in vor-1996-Orthographie geschrieben. Zu Risiken und Nebenwirkungen konsultieren Sie bitte meinen Duden von 1991.

2 „Gefällt mir“

meinst DU sowas???
Hoi timo!

das habe ich mal im werweisswas gesehen und gleich gebookmarkt:

http://www.weikopf.de/Sprache/sprache.html

viel Spaß dabei!

Lieben Gruss
Ulli

Hallo Timo,

kennt jemand eine gute Internetseite oder gute Bücher,
wo alle Sprachen der Welt kurz und bündig verglichen werden,
bzw. vorgestellt werden?

mein Favorit

Crystal, David
Die Cambridge Enzyklopädie der Sprache
ISBN 3880599548 Buch anschauen,

Gandalf