Hallo Ihr Wissenden,
ich brauche mal ehrliche Meinungen zu Spracherkennungssystemen. Ich bin Jurist und interessiere mich dafür, ich höre von Verkäufern die tollsten Sachen, kenne aber keinen, der WIRKLICH und ständig damit arbeitet (juristische Texte). Wie ist der Meinungsstand - aktueller schneller Prozessor ist bei mir vorhanden.
Danke für ehrliche Antworten !
U.
hallo.
ständig damit arbeiten tu ich nicht, und das system, das ich kenne („ibm via voice“) is auch nicht mehr das neueste.
aber aus meiner wenigen erfahrung heraus kann ich sagen, daß es ne menge training braucht, bis du auch nur annähernd an die versprochenen erkennungsraten von >95% kommst. und daß du beim flüssig diktieren kannst, is sowieso utopie.
bei juristischen texten isses nochmal komplizierter, denn die versteht man ja oft selbst nicht
spaß beiseite: ob diese systeme juristische fachausdrücke in ihrem vokabular haben, oder ob’s die als zusatzmodul gibt: keine ahnung. ansonsten müßtest du die alle zeitaufwendig reintrainieren.
das korrekturlesen nach getanem diktat entfällt auch nicht, weil die erkennungsrate eben nie = 100% sein wird.
mein fazit: nettes spielzeug, aber kein wirklicher gewinn für den, der maschinenschreiben beherrscht.
gruß
michael
Hallo Uli,
DragonDictate Natural Speaking gibt es mit einem speziellen juristischen Zusatzvokabular. Und das Ding ist sogar richtig gut … solange du damit nur rumspielst und nicht richtig arbeitest. Die Erkennung der Wörter aus dem Vokabular ist beeindruckend. Nur dummerweise brauchst du in der täglichen Arbeit viele Eigennamen und hast oft mit Homophonen zu tun. Und die machen die Arbeit mit einem solchen System zur Qual.
Ich beobachte den Markt schon seit Beginn sehr intensiv und habe selbst auch einige Pakete im Einsatz gehabt. Mir ist es aber nicht anders als vielen Kollegen ergangen. Nach kurzer Begeisterung und der Hoffnung mit ein wenig weiterem Trining das Ding in den Produktvbetrieb zu bekommen, kam die große Ernüchterung. Eigennamen und Homophone , ständig neue Fachbegriffe aus anderen Bereichen (medizinische Fachbegriffe, IT-Vokabular, …) verunschärfen das System zunehmend.
In der letzten Kanzlei haben wir DD in Verbindung mit DictaNet eingesetzt (oder sagen wir mal besser „installiert gehabt“) und wollten damit die Arbeitsgeschwindigkeit der Schriebkräfte steigern. D.h. man diktiert einfach flüssig wie gewohnt weg, lässt aber parallel den Text gleich von der Spracherkennung bearbeiten und die Schreibkraft bügelt dann „nur noch“ die Fehler aus. Pustekuchen. Die Damen standen kurz vor dem Streik, weil die Korrektur auf vollkommen atypische Fehler deutlich aufwändiger ist, als das komplette Schreiben.
Also mehr als eine nette Spielerei ist es momentan nicht, und wenn man sich ansieht, dass die Entwicklung entsprechender Systeme zeimlich zum Erliegen gekommen ist und der Hype wirklich vorbei zu sein scheint, bestätigt dies meine Meinung.
Gruß vom Wiz
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Dank für die freundliche Antwort. So etwas hatte ich mir fast gedacht.
Hallo Wiz, die Anmerkung mit dem drohenden Streik der zur Korrektur verdonnerten Schreibdamen ist super - in der Tat nervt es mehr, Blödsinn zu korrigieren, als von vornherein ordentlich zu tippen zu versuchen. Also bleibt es dabei, solange bis Microsoft es geschafft hat, Gedanken digital lesbar zu machen …
Bilder übrigens auch …
)))))))))