Hallo zusammen,
kennt sich jemand mit den Theorien des Spracherwerbs aus? ich soll in meiner Prüfung eine Theorie genau vorstellen und würde nun gerne wissen, welche ihr für die beste haltet, da ich gerade noch am Anfang meiner Recherchen bin…
Wäre über jeden Tipp dankbar.
Danke bereits jetzt.
Piaget und Chomsky
Hallo Spirit,
hochinteressantes, aber nicht ganz einfaches Thema!
Es gibt einmal den kognitiven Ansatz nach Piaget. Piaget beschäftigte sich ja mit der Frage, wie Kinder Denken entwickeln. Seiner Meinung nach ist der Spracherwerb ein Teil der „Denk-entwicklung“. Sein Modell der kognitiven Entwicklung ist genial, aber es ist doch sehr zweifelhaft, ob Denken und Sprechen sich so eng zueinander entwickeln.
Der intelligenteste und einflussreichste Ansatz ist sicher der von Noan Chomsky. Kinder werden - ganz grob gesagt - mit einem angeborenen „Spracherwerbsmechanismus“ geboren. Damit sind sie in der Lage, innerhalb erstaunlich kurzer Zeit und in einem Alter, indem ihre Intelligenz noch sehr gering ist, jede denkbare Sprache zu erwerben. Das ist so erstaunlich, da die Grammatik aller bekannten Sprachen so komplex ist, dass sich regelmäßig die klügsten Wissenschaftler ihre Zähne daran ausbeißen!
Eine wirkliche Alternative gibt es meiner Meinung zu Chomskys „nativistischem Ansatz“ nicht. Allerdings: Auch diese Theorie kann nicht alles erklären!
Gruß!
Christian
kennt sich jemand mit den Theorien des Spracherwerbs aus? ich
soll in meiner Prüfung eine Theorie genau vorstellen und würde
nun gerne wissen, welche ihr für die beste haltet, da ich
gerade noch am Anfang meiner Recherchen bin…
Wäre über jeden Tipp dankbar.
Danke bereits jetzt.
Hallo Spirit
Wäre über jeden Tipp dankbar.
Dieter E. Zimmer: So kommt der Mensch zur Sprache
Lese ich gerade und ist sehr interessant, weil er die gängigen Theorien und Untersuchungen beleuchtet und darstellt.
Gruß Norbert
Eine wirkliche Alternative gibt es meiner Meinung zu Chomskys
„nativistischem Ansatz“ nicht. Allerdings: Auch diese Theorie
kann nicht alles erklären!
Gruß!
Christian
Hallo,
düster erinnere ich mich, dass wir in der Schule eben diesem nativistischen Ansatz den behavioristischen von Skinner gegenübergestellt haben.
Ist der nun einfach veraltet, irrelevant oder halt nicht ernstzunehmen? Ich konnte damit nicht so viel anfangen, damals.
Grüße
Sonja
Hallo Sonja,
düster erinnere ich mich, dass wir in der Schule eben diesem
nativistischen Ansatz den behavioristischen von Skinner
gegenübergestellt haben.
Ist der nun einfach veraltet, irrelevant oder halt nicht
ernstzunehmen? Ich konnte damit nicht so viel anfangen,
damals.
ich kenne mich mit Skinner nicht so aus, aber ich glaube, dass sein Ansatz sehr viel weniger differenziert ist als der von Chomsky. Skinners Ansatz ist, wenn ich richtig sehe, nur zu gucken, was „reinkommt“ und was „rauskommt“ (z. B. ins kindliche Gehirn) mit dem ausdrücklichen Verbot, sich darüber Gedanken zu machen, was sich „innen“ abspielt (black box Verfahren). Das war mal ein sehr verführerischer, scheinbar sehr praktischer Gedanke, der aber - glaube ich - völlig überholt ist.
Gruß!
Christian