ich hab neulich ne Arbeitskollegen geholfen, seinen Lebenslauf zu schreiben. War auch alles kein Problem, bloss bei den Sprachkenntnissen wusste ich auch nicht recht weiter.
Er ist Italiener und beide seiner Eltern sind Italiener. Er ist in Italien geboren, kam mit ungefähr 10 Jahren in die (deutschsprachige) Schweiz und war zwischendurch mal 1 Jahr in Italien. Inzwischen ist der Kerl Mitte 30 und spricht wahrscheinlich besser deutsch als italienisch. Das sagt er zumindest selber, ich kann das aufgrund mangelnder Italienischkenntnisse nicht beurteilen aber sein Deutsch ist wahrlich eines Muttersprachlers würdig.
Wie aber schreiben wir das im Lebenslauf: die „Muttersprache“ ist ja nunmal italienisch. Aber wie beschreibt man in so nem Fall die deutschen Sprachkenntnisse? Wir haben jetzt mal für beides Muttersprache geschrieben, wobei das ja eigentlich nicht stimmt. Das heisst da suchen wir noch ne bessere Lösung…
Achja, es geht um einen Job als Produktionshelfer, nicht irgendwie um jemanden, der sein Geld mit Sprachkenntnissen verdienen will.
Deutsch und italienisch fließend in Wort und Schrift
hmm - mit dem „und Schrift“ wär ich mir bei dem Kandidaten gar nicht so richtig sicher *fg* Aber im Ernst: ist das nicht weniger als Muttersprachen bzw. So-gut-wie-Muttersprachen-weil-da-aufgewachsen-Kenntnisse?
das ist ja ne coole Einteilung - das werd ich glatt mal für meinen eigenen Lebenslauf übernehmen *fg*
Aber ich fürchte, davon kann ich meinen Produktionshelfer nicht überzeugen, dass ich schreiben darf „Italienischkenntnisse Stufe C1“ oder so Vor allem fürchte ich, dass sein zukünftiger Chef das auch nicht verstehen könnte…
Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es ja um eine Stelle als Produktionshelfer. Also muß der Bewerber zumeist einen FS/Pkw haben, körperlich fit sein, nicht auf den Kopf gefallen sein und (deutsch) lesen und schreiben können.
Gerade bei Bewerbern, die einen offensichtlich ausländischen Namen haben (sagen wir mal er heißt „Vito Corleone“), macht es Sinn, klarzustellen, daß man sich mit dem Bewerber nicht bröckchenhaft mit Händen und Füßen sondern in fließendem Deutsch unterhalten kann und er daher auch in der Lage ist, Sicherheitsanweisungen entgegen zu nehmen und umzusetzen. Wie gut sein italienisch ist und ob es seine Mutter- Vater oder Onkelsprache (8-)) ist, ist doch für den AG absolut unwichtig. Daher auch die Reihenfolge „Deutsch und italienisch…“
Bei einer Bewerbung bei Ferrari, in einer Pizzeria oder als Vertriebler im italienischen Ausland mag das alles anders sein. Aber danach war imho nicht gefragt, oder habe ich das falsch interpretiert?
ich würde auch für den Formulierungsvorschlag von LeoLo plädieren. Außerdem sollte aus dem Lebenslauf hervor gehen, dass sich sein Lebensmittelpunkt im Alter von 10 Jahren von Italien in die Schweiz verlagert hat, z.B. indem er den Schulbesuch in Italien und den Wechsel in der Schweiz aufführt. Alternativ kann man diesen Umstand im Anschreiben erwähnen.
ich würde auch für den Formulierungsvorschlag von LeoLo
plädieren.
Ich weiß nicht, das würde den Eindruck erwecken, dass sein Deutsch schlechter ist als es ist. Ich würde die Formulierung „muttersprachliches Niveau“ vorschlagen (für Deutsch). Für Italienisch dann Muttersprache, aber wie von dir erwähnt, den Wechsel erwähnen.
Und da Ihr danach gefragt hattet: der Wechsel steht natürlich im Lebenslauf. Da steht „von… bis… Grundschulue Bonjornello, Italien und dann von… bis… Primarschule Schätzikönli, Schweiz“. Das heisst, das kommt schon klar raus, dass da ein guter Teil des Schulbesuchs in der Schweiz stattgefunden hat.
Wir werden jetzt schreiben:
Deutsch (muttersprachliches Niveau)
Italienisch (Muttersprache)