Hallo!
Ich bin English Trainer und kann nur sagen, dass eine Gruppe
mit Teilnehmer, die unterschiedlich „gut“ sind, leider sehr
selten funktioniert. Die, die schon fortgeschritten sind,
haben meistens weniger Hemmungen und reden schneller los. Das
bedeutet, dass die, die weniger können, sehr oft kaum zu Wort
kommen.
Was du da schreibst, entspricht auch meinen Erfahrungen. Besonders die Kombination ‚extrovertierter Fortgeschrittener‘ mit ‚zurückhaltendem Anfänger‘ ist total frustrierend. Umgekehrt würde es einigermaßen funktionieren.
Ich war schon in einer Gruppe, in der ein solcher extrovertierter Fortgeschrittener (Niveau C1/C2 anstatt des im Kurs ausgeschriebenen Niveaus B2) ständig das Wort ergriff und die Versuche der Kursleiterin, die anderen mit einzubeziehen, völlig überrannte. Am Ende kam es zu einem Dialog zwischen den beiden mit mehreren frustrierten Zuhörern.
Wenn man bei einfacheren Themen bleibt, werden manche
Teilnehmer Langeweile kriegen. Wenn es schwierige wird, können
andere Teilnehmer nicht folgen. Für irgendjemand wird es auf
jeden Fall frustrierend.
Das habe ich anders erlebt. Auch für Schüler auf mittlerem Niveau ist es möglich, sich über anspruchsvollere Themen zu unterhalten. Egal, ob man dabei über Politik, Wirtschaft oder Kultur redet. Bei schwächeren Kursen kann man vorher eine Art Brainstorming veranstalten und infrage kommende Vokabeln sammeln und aufschreiben. Danach geht es an die Diskussion und bei Bedarf werden fehlende Worte hinzugefügt.
Nach meinen Erfahrungen sind oft sogar anscheinend schwere Vokabeln leichter, weil sie den deutschen Fremdwörtern entsprechen bzw. in vielen Sprachen ähnlich sind.
Auch ist es manchmal schwierig, was Charakter angeht; es gibt
Menschen, die unbedingt korrigieren müssen. Ob sie tatsächlich
besser wissen oder nicht… Das kann sehr nervig werden, für
Student & Lehrer/in.
Das ist aber nicht unbedingt vom Niveau abhängig. Korinthenkacker sind einfach immer nervig.
Aus Erfahrung würde ich sagen, dass Hintergrund (sozial,
beruflich, etc.) weniger wichtig ist. Wenn die Teilnehmer
ungefähr gleich sind, was ihre Sprachenbeherschung angeht,
klappt es meistens ganz gut. Es gibt immer wieder neue Themen,
und alle können was neues lernen.
Das stimmt! Gerade in Sprachkursen gefällt mir, dass man mit so vielen unterschiedlichen Leuten ins Gespräch kommt. Oft mit Leuten, mit denen man im Alltag niemals reden würde, weil man einfach - abgesehen von dem Sprachkurs - überhaupt keine Berührungspunkte hat.
Gruß
Anne