danke für deine Ausführungen. Ich stimme dir zu.
Aber: du warst noch nie in einem Adoptionsforum, oder?
Wie schon zu Eckard schrieb: gefährliches Land.
Hallo,
ich benötige dringend Hilfe.
Ich habe mich auf einer Adoptions-Site in eine Diskussion
verstrickt.
Dabei geht es nur um Wörter, eigentlich ein Wort.
(…)
Ja, wat denn nun? Hat jemand einen Vorschlag,
wie man dies ausdrücken kann, ohne auf die allseits
sehr empfindlichen Zehen zu latschen?
Grüße
Elke
PS: im Vergleich dazu mutet manche political correctness-
Diskussion wie ein Sonntagsspaziergang an
Hallo Elke
Das ist das gleiche Problem, wie bei dem Begriff „Rasse“.
Man kann ein Riesenproblem daraus machen, anstatt es sachlich zu sehen und sachlich auf Fragen einzugehen.
Hilft dann zwar dem Fragenden nicht, aber man hat seine „political corectness“ gezeigt. Auch wenn der Streit dann um des Kaisers Bart geht.
Neulich vernahm ich im Fernsehen folgenden Satz:
„Das Ehepaar XY denkt darüber nach, seine elterlichen Rechte aufzugeben.“
Natürlich ging es dem Ehepaar in erster Linie um die elterlichen Pflichten, die sie aufgeben wollten. Aber letztlich sind Rechte immer mit Pflichten verbunden - wer das eine aufgibt, verliert das andere automatisch.
Wäre der Terminus „die elterlichen Rechte und Pflichten aufgeben“ für die Betroffenen angenehmer?
Dazu würde ich gerne beitragen, sehe ich mich aber bei dieser
Gemengelage aus Wünschen und Nichtwahrhabenwollen außerstande.
Konstrukte wie „Zeitlich begrenzt dem Schutz anderer Leute
anbefohlen“ (oh je, jetzt wird’s krampfig) drücken vielleicht
aus, was die Adoptierte alles hineinwünschen möchte, treffen
aber kaum den Sachverhalt, dass Eltern das Schicksal eines
Kindes in fremder Leute Hände gelegt haben.
Zeitlich begrenzt trifft’s erst recht nicht. Im Falle einer Adoption verlieren Kind und Herkunftseltern sämtliche Rechte und Pflichten, die sie hier hatten, auch Erbrecht und (finanzielle) Unterstützung betreffend. Wird das Kind von einer anderen Familie adoptiert, ist es rein rechtlich so, als wären die neuen Eltern die leiblichen Eltern. Eine Elternschaft ist niemals zeitlich begrenzt, man hat sein ganzes Leben lang eine gewisse Verantwortung für seine Familie.
mir scheint, die „Betroffenen“ lehnen nicht nur die von Dir
vorgeschlagenen Begriffe ab, sondern akzeptieren noch nicht
einmal ihr eigenes Tun. Was wäre denn an „freigeben“ falsch?
Mag ja sein, dass Selbstverstümmelung die Sache besser träfe,
aber damit wirst Du auch keinen Dank ernten.
Es klingt vielleicht zu sehr nach Handel und Auktion - und wer möchte schon gehandelt werden oder gar Menschenhandel betreiben …
keine Ahnung, ob das allgemein beantwortet werden kann, ist aber auch völlig wurscht. Die Adoptierte will sich nicht mit ihrer Situation abfinden und lädt ihren Unmut auf dem Nebenkriegsschauplatz der Sprache ab, ohne allerdings zu sagen, wie sie es denn gerne hätte. Und über political correctness zu diskutieren - naja, wer’s mag…
danke auch dir, dass du dir für mich Gedanken machst.
Zeitlich begrenzt trifft’s erst recht nicht. Im Falle einer
Adoption verlieren Kind und Herkunftseltern sämtliche Rechte
und Pflichten, die sie hier hatten, auch Erbrecht und
(finanzielle) Unterstützung betreffend. Wird das Kind von
einer anderen Familie adoptiert, ist es rein rechtlich so, als
wären die neuen Eltern die leiblichen Eltern.
98% ja, es gibt kleine, feine Unterschiede.
Auch muss man zwischen Stiefkind- und sogenannter „richtiger“
Adoption unterscheiden.
Elternschaft ist niemals zeitlich begrenzt, man hat sein
ganzes Leben lang eine gewisse Verantwortung für seine
Familie.
Oder ist das neuerdings anders?
Nein, stimmt schon, nur geht es den Adoptierten, den Herkunfts-
eltern und neuerdings auch den Adoptionseltern um etwas anderes,
was rechtlich nicht greifbar ist.
keine Ahnung, ob das allgemein beantwortet werden kann, ist
aber auch völlig wurscht. Die Adoptierte will sich nicht mit
ihrer Situation abfinden und lädt ihren Unmut auf dem
Nebenkriegsschauplatz der Sprache ab,
Ich mag die Dame, die ich da zitiert habe, nicht besonders.
Ich bin auch sehr oft anderer Meinung als sie.
Aber ich habe ihre Sätze mit Vorbehalt zitiert, weshalb
ich sie hier in Schutz nehmen muss. Es geht bei diesen
Diskussionen nicht unbedingt um Persönliches, sondern
um ganz Grundlegendes. Das ist schwer zu erklären, ohne
wirklich tief in die Materie einzudringen.
Nicht alles ist immer logisch oder für einen Außenstehenden
zu erschließen, aber es geht viel weiter als nur um
political correctness.
ohne allerdings zu
sagen, wie sie es denn gerne hätte.
Sie sagt nicht das Wort, aber in vielen, vielen (achja, VIELEN!)
Artikeln sagt sie, was sie gern hätte.
Und über political
correctness zu diskutieren - naja, wer’s mag…
Wie gesagt, das greift zu kurz.
Aber ich hab ja, was ich gesucht habe.
Jedenfalls für mich befriedigend. Wenn ich nicht mehr
hier zu lesen bin, war es dort wohl doch wieder falsch
und man hat mir den Kopf abgerissen.