Hallo
Sind eigentlich insbesondere Germanistik und
Anglistik „überlaufen“?
Also überlaufen…naja, im ersten Semester waren wir in Germanistik so mit um die 200 Leuten in einer Vorlesung, Seminare um die 40.
Das hängt aber wahrscheinlich sehr davon ab, wo man studiert. Hier in Düsseldorf gibts z. B. kein Lehramtsstudium mehr; an einer Uni wo man auch noch Lehramt studieren kann, hat man wahrscheinlich um einiges mehr.
Insbesondere Germanistik ist allerdings ein Fach, wo der größte Teil der Studenten früher oder später wieder aufhört oder das Fach wechselt - von daher relativiert sich das wohl mit der Zeit.
Ich liebäugele nun mit den Studiengängen Germanistik,
Anglistik oder Romanistik. Auf den ersten Blick scheinen diese
aber in erster Linie auf ein Lehramt abzuzielen (muß man
natürlich nicht). Ich möchte aber nicht unbedingt Lehrerin
werden…
Wie gesagt, an einigen Unis gibts diese Fächer gar nicht als Lehramt.
Die Uni Münster aber (und bestimmt noch ein paar mehr) hat jetzt den master of education eingeführt. Da kann man einen „ganz normalen“ Bachelor machen und sich danach überlegen ob man mit dem Master doch noch Lehrer wird oder halt nicht. Angeblich soll es auch funktionieren, dass man mit einem Bachelor von einer anderen Uni da dann noch den Education-Master draufsatteln kann um sich so die Lehramtsoption zumindest offen zu halten. Ob das aber wirklich so klappt, ist wohl noch nicht ganz raus.
Hat jemand Erfahrungen, ob und in
welchem Bereich man nach abgeschlossenem Studium auf dem
Arbeitsmarkt Fuß fassen kann?
Leider nein:smile:
Generell wird dir jeder Berufsberater von einem Sprachstudium abraten.
Trotzdem gibt es eine ganze Menge Berufsfelder, auch außerhalb der klassisch sprachlich orientierten -Lektor, Übersetzer und so, nur stehen die auch Leuten aus allen möglichen anderen Studiengängen offen.
An der Uni wird jedenfalls die Einstellung verbreitet, dass es durchaus auch für Sprachwissenschaftler möglich ist, einen netten Job zu bekommen (nur könnte dieser auch etwas weniger mit den Studieninhalten zu tun haben.) Da sollte man sich dann mit Hilfe von Praktika und so weiter und so fort.
Ich persönlich würde vielleicht drüber nachdenken, nur ein sprachliches Fach zu studieren und dazu etwas aus einem etwas anderen Bereich. Klar, BWL kommt da immer gut, aber ein sprachlich-gesellschaftswissenschaftliches Fächerprofil erhöht unter Umständen auch die Jobchancen.
Du mit abgeschlossener Ausbildung UND dann noch einem akademischen Abschluss dürftest wahrscheinlich eh weniger Probleme haben.
Man sollte auch nicht unterschätzen, dass man (kann jetzt nur von Germanistik sprechen) weit mehr lernt als Literatur zu analysieren. Ganz davon abgesehen, dass Leute, die einen fehlerfreien Text schreiben können, ohnehin rar werden, bekommt man auch Kenntnisse in den Bereichen Gesprächsführung, Moderation, Mediation und so weiter, was ja auch nicht jeder von selbst kann.
In DDorf gibts dafür einen extra Fachbereich „Mündlichkeit“, aber an anderen Unis wird es das wohl auch geben. Damit könnte man dann schon Vorteile gegenüber anderen Bewerbern haben.
Trotzdem gehören Geisteswissenschaften wohl eher zu den nicht so jobsicheren Studiengängen, aber das hört man ja überall.
Grüße
Sonja