bei meinem Polenurlaub wurde ich gefragt, ob ich jemandem bei einigen Übungsaufgaben helfen könne. Es handelte sich um eine „Zentrale Oberstufenprüfung“(?) des Goethe-Instituts.
Im Allgemeinen waren die Aufgaben lösbar, wenn auch nicht trivial. Allerdings hatte ich bei einer Unteraufgabe Schwierigkeiten und konnte diese nicht lösen. Es handelte sich um die Umformung von Sätzen, ohne den Sinn zu verändern. Ich konnte keinen Satz konstruieren, der in die entspr. Lücke gepasst hätte. Nun gut, das Abitur ist schon ein paar Jahre her, allerdings dachte ich, dass ein solcher Test von einem Muttersprachler doch problemlos lösbar sein müsste.
Muss ich mir jetzt Gedanken um meine Sprachfertigkeit machen?
Nun gut, das Abitur ist schon ein paar Jahre
her, allerdings dachte ich, dass ein solcher Test von einem
Muttersprachler doch problemlos lösbar sein müsste.
Nein, nicht unbedingt. Ich habe Deutsch als Fremdsprache gelernt, und ich mußte oft feststellen, daß ich zwar öfters unbemerkt Fehler mache, aber trotzdem sicherer als einige Muttersprachler bin, wenn es um die Grammatik und Rechtschreibung geht. Das kommt wohl daher, daß ich die Regeln sozusagen als Laufgerüst brauche und deswegen bewußt einsetze, während Muttersprachler von allein auf ihren Beinen stehen.
Muss ich mir jetzt Gedanken um meine Sprachfertigkeit machen?
Ach wo. Bedenke: das Goethe-Institut ist schon anspruchsvoll. Wer bei den Tests keine 100% erhält, muß nicht deswegen schlecht sein
„Zentrale Oberstufenprüfung“(?) des Goethe-Instituts.
Is sich schwärste Prifung von Göthe! Man hat dann wenigsten einen neunmonatigen Intensiv-Sprachkurs hinter sich oder eine entsprechende Lernzeit. Das ist schon dieEintrittskarte zur Uni.
Bei diesem Test werden gerade die von dir angesprochenen Satzumwandlungen, also Verbalisierung und Nominalisierungen eingeübt und regelrecht gedrillt, da solche Konstruktionen eben in der Wissenschaftssprache (und Beamtensprache) sehr oft vorkommen.
Aus einem Nebensatz ist eine Partizipialkonstruktion zu bilden:
Die Leute, die einem laufend mit ihren Fragen auf den Geist gehen, habe ich schon gefressen.
Die einem laufend mit ihren Fragen auf den Geist gehenden Leute habe ich schon gefressen. ( Blödes Beispiele, ich geb’s zu!)
Das macht manchen Leuten Schwierigkeiten, vor allem wenn sie es nicht gewöhnt sind, auf Kommando solche Sätze zu bilden, sondern sie nur spontan im Alltag der Situation entsprechend zu bilden gewohnt sind.