kürzlich kam mir zu Ohren, dass Sprachen ihre eigene Geschwindigkeit hätten, so würde zB Spanisch oder Portugiesisch wesentlich schneller gesprochen als das brasilianische Portugiesisch. Auf Nachfrage, ob das nicht eher an der Person liege, die da spricht, wurde das nochmal steif und fest wiederholt, mir kommt das dennoch komisch vor. Ist da was dran? Wer weiß was?
danke sowohl für die Frage (weil ich mir die auch schon öfters gestellt habe) und den interessanten Link. In der dortigen Diskussion wird im Wesentlichen auf die Anzahl der Silben pro Minute abgehoben. Die Silben sind in den verschiedenen Sprachen allerdings unterschiedlich lang, in den romanischen sind sie besonders kurz. Sehr wichtig scheint mir weiterhin zu sein, dass in manchen Sprachen Lautketten gebildet werden, zu denen mehrere Wörter, teilweise ganze Sätze zusammengefügt werden. Das verstärkt noch das Empfinden eines hohen Sprechtempos, denn die Pausen zwischen den einzelnen Wörtern entfallen. Dies gilt beispielsweise für alle romanischen Sprachen (und macht das Hörverständnis so schwierig). Das deutliche Abheben der einzelnen Wörter voneinander verlangsamt naturgemäß das Sprechtempo, so etwa im Deutschen.
Kurios fand ich immer, dass - zumindest meiner subjektiven Empfindung nach - Spanier (die besonders, aber Franzosen auch) selbst das Deutsche schneller sprechen als die Deutschen selbst (sofern sie die Sprache hinreichend beherrschen, versteht sich), weil sie auch im Deutschen zur Bildung von Lautketten neigen und die Wörter nicht deutlich genug voneinander abgrenzen (Stichwort: fehlender „Knacklaut“ oder „Stimmritzenschlag“, französisch „coup de glotte“, ohne das jetzt vertiefen zu wollen).